{"id":8834,"date":"2026-05-30T09:28:18","date_gmt":"2026-05-30T09:28:18","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/zukunftsfaehig-fuehren-die-erfolgsformel-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:18","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:18","slug":"zukunftsfaehig-fuehren-die-erfolgsformel-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/zukunftsfaehig-fuehren-die-erfolgsformel-en\/","title":{"rendered":"Zukunftsf\u00e4hig f\u00fchren. Die Erfolgsformel"},"content":{"rendered":"<p><em>Deutsche Chefs f\u00fchren nicht zukunftsorientiert \u2013 und verspielen damit den Respekt ihrer jungen Angestellten. Denn die erwarten, dass Vorgesetzte ihre Werte verstehen und sich darauf einstellen. Was m\u00fcssen Manager tun, um ihr Team langfristig erfolgreich zu halten?<\/em><\/p>\n<p>Die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung, gesellschaftliche Umbr\u00fcche und auch die Erwartungen der anspruchsvollen Generation Y machen ein Festhalten an traditionell-hierarchischen Strukturen zum Knock-out-Kriterium. Vorausschauende Chefs setzen sich darum heute schon mit ihrem F\u00fchrungsstil auseinander, lernen ihr Verhalten den neuen Situationen anzupassen und testen neue Formen der Zusammenarbeit. Doch nun zeigt eine repr\u00e4sentative Studie des Instituts f\u00fcr Demoskopie Allensbach, dass es mit der zukunftsorientierten F\u00fchrung deutscher Chefs gar nicht so gut bestellt ist. Wie kann das sein? Wir haben mit Prof. J. Menno Harms, ehemaliger HP-Chef und Vorsitzender der Stiftung Zukunftsf\u00e4hige F\u00fchrung, gesprochen.<\/p>\n<p><strong>45 Prozent der jungen Angestellten finden ihren Chef unzuverl\u00e4ssig<\/strong><br \/>278 F\u00fchrungskr\u00e4fte und 273 Nachwuchskr\u00e4fte aus Wirtschaft und \u00f6ffentlicher Verwaltung wurden im Herbst 2015 f\u00fcr die Studie befragt. Auff\u00e4lligstes Ergebnis: Junge Arbeitnehmer sch\u00e4tzen ihre Vorgesetzten deutlich kritischer ein als die Vorgesetzten selbst \u2013 und das bei zentralen, zukunftsrelevanten Aspekten. W\u00e4hrend zum Beispiel 84 Prozent der befragten Chefs finden, dass sie Absprachen zuverl\u00e4ssig einhalten, sind nur 55 Prozent der befragten jungen Angestellten der gleichen Meinung. 70 Prozent der Chefs finden, dass sie Ver\u00e4nderungen im Arbeitsumfeld erfolgreich begr\u00fcnden k\u00f6nnten \u2013 von den Nachwuchskr\u00e4ften sehen das nur 38 Prozent so. Selbstbild und Fremdbild weichen also stark voneinander ab. Dabei w\u00e4re gerade Zuverl\u00e4ssigkeit eine wichtige Eigenschaft von Vorgesetzten, um Vertrauen aufzubauen und ihr Team sicher in die Zukunft zu f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fte haben Probleme mit kooperativen F\u00fchrungsmodellen<\/strong><br \/>Zudem sind offenbar viele F\u00fchrungskr\u00e4fte noch immer in tradiertem Verhalten und alten Strukturen verhaftet. Die Studie zeigt: Es dominiert nach wie vor das Modell einer hierarchischen F\u00fchrung. Nur 38 Prozent der befragten Nachwuchskr\u00e4fte bescheinigen ihrem direkten Vorgesetzten, offen f\u00fcr Kritik zu sein. Auch die F\u00f6rderung von Mitarbeitern ist noch keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit: Nur gut jede dritte Nachwuchskraft f\u00fchlt sich von ihrem Chef in der Umsetzung der eigenen F\u00e4higkeiten und Potenziale begleitet und unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Ebenfalls alarmierend: Die mangelnde Sicherstellung flexibler Arbeitszeiten und die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sind f\u00fcr junge Angestellte ein zentrales Hemmnis, sp\u00e4ter selbst F\u00fchrungsverantwortung \u00fcbernehmen zu wollen. Wie sollen sich Unternehmen so f\u00fcr die Zukunft wappnen? Langfristiges Wirtschaften kann nicht funktionieren, wenn die Nachwuchsf\u00f6rderung vernachl\u00e4ssigt wird. Kein Wunder also, dass jede f\u00fcnfte Nachwuchskraft das F\u00fchrungsverhalten des eigenen Chefs f\u00fcr nicht zukunftsf\u00e4hig h\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>Eine lohnende Investition in die Zukunft<\/strong><br \/>Nutzen Sie die Chance und beginnen Sie, Ihre Arbeitsweise und Verhalten kritisch zu reflektieren. F\u00fchrungskr\u00e4fte, die dies heute in Angriff nehmen, investieren sinnvoll in die F\u00fchrungszukunft ihrer Organisation. Seien Sie sich auch bewusst, dass Ihre Mitarbeiter Sie wom\u00f6glich anders wahrnehmen, als Sie es sich w\u00fcnschen. Gleichen Sie beide Perspektiven regelm\u00e4\u00dfig miteinander ab. Seien Sie empathisch dabei, h\u00f6ren Sie hin, wenn die potenziellen F\u00fchrungskr\u00e4fte der Zukunft ihre Bed\u00fcrfnisse \u00e4u\u00dfern. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, Arbeitsbedingungen motivierend zu gestalten \u2013 und Work-Life-Balance steht nicht im Widerspruch zu erfolgreicher Arbeit! Das ist leider eine Annahme, die noch in den K\u00f6pfen vieler Chefs verankert ist. Haben Sie stattdessen Mut und Vertrauen in das Potential Ihrer Mitarbeitenden. Ich bin \u00fcberzeugt: Wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte sich aktiv weiterentwickeln, spiegelt sich das auch in der Organisation wider. Sie f\u00f6rdern damit die Innovationskraft im Team und machen es fit f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Auftraggeber der Studie ist die <a href=\"http:\/\/www.zukunftsfaehigefuehrung.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Initiative Zukunftsf\u00e4hige F\u00fchrung (IZF) e.V.<\/a>, die von engagierten F\u00fchrungskr\u00e4ften aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft 2013 in Stuttgart gegr\u00fcndet wurde. Zweck der Initiative ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen F\u00fchrungskr\u00e4ften zur konkreten Umsetzung zukunftsf\u00e4higer F\u00fchrung zu f\u00f6rdern sowie zur \u00f6ffentlichen Diskussion und Anerkennung von bew\u00e4hrter F\u00fchrung anzuregen.<\/p>\n<p>Informationen zum Gastautor:<\/p>\n<p>Prof. J. Menno Harms ist Vorsitzender der Initiative Zukunftsf\u00e4hige F\u00fchrung (IZF) e.V. Bis 2004 war er Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Hewlett Packard GmbH in B\u00f6blingen, bis heute ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats. Seit 2001 lehrt er als Honorarprofessor an der betriebswirtschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Stuttgart. Zudem ist er gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Menno Harms GmbH, International Management Services in Stuttgart.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.experteer.de\/magazin\/zukunftsfaehig-fuehren-sind-sie-vorbereitet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Experteer Magazin<\/a>, 20. September 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Chefs f\u00fchren nicht zukunftsorientiert \u2013 und verspielen damit den Respekt ihrer jungen Angestellten. 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