{"id":8812,"date":"2026-05-30T09:28:16","date_gmt":"2026-05-30T09:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/wie-hr-achtsamkeit-im-unternehmen-foerdern-kann-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:16","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:16","slug":"wie-hr-achtsamkeit-im-unternehmen-foerdern-kann-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wie-hr-achtsamkeit-im-unternehmen-foerdern-kann-en\/","title":{"rendered":"Wie HR Achtsamkeit im Unternehmen f\u00f6rdern kann"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>In so manchen Unternehmen ist Mindfulness ein fester Begriff im Arbeitsalltag. Bei IBM beispielsweise. Markus Dahm und Martina Richly berichten.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Mindfulness bedeutet Achtsamkeit, ein Wort, das vergleichsweise wenig im deutschen Sprachgebrauch genutzt wird. Dabei ist seine Bedeutung \u00e4lter als die Syntax unserer Sprache und geht bereits auf Buddha zur\u00fcck. Es ist im Grunde eine der \u00e4ltesten Praktiken in der Geschichte der Menschheit. Es gilt, den aktuellen Moment in gr\u00f6\u00dfter Aufmerksamkeit zu erleben und zielgerichtete, wertfreie Aufmerksamkeit auf Gedanken, Gef\u00fchle, K\u00f6rper und Umgebung zu lenken. Das erfolgreichste Instrument, um dies zu erreichen, liegt in der Meditation.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.humanresourcesmanager.de\/news\/achtsamkeit-die-mentale-erholungsoase-am-arbeitsplatz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mindfulness gestaltet das Arbeitsumfeld produktiver und f\u00f6rdert gleichzeitig die Gesundheit der Mitarbeitenden von innen heraus.<\/a> Das Fokussieren der eigenen Gedanken und Gef\u00fchle f\u00fchrt dazu, dass wir besser Priorit\u00e4ten setzen k\u00f6nnen und uns auf Aufgaben, aber auch Gespr\u00e4che besser konzentrieren. Diese verbesserte Konzentration hat gesteigerte Empathie und Selbstreflexion zur Folge und unterst\u00fctzt somit die Kommunikation mit Freunden, Verwandten, aber auch Kollegen oder Kunden.<\/p>\n<h2>Bottom-Up: Mindfulness bei IBM<\/h2>\n<p>Das Besondere an Mindfulness ist, dass es in absolut jedem Kontext umsetzbar ist. Jeder kann sich mit Achtsamkeit befassen, um den rasenden Alltag mit all seinen Stresssituationen zu bew\u00e4ltigen und sein Leben besser selbstbestimmt und eigenm\u00e4chtig zu lenken. Viele Jahre schon sind bereits Google, SAP, Lufthansa und <a href=\"https:\/\/www.humanresourcesmanager.de\/news\/upstalsboom-bewegt-mitarbeiter-zu-mehr-achtsamkeit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">andere multinationale Unternehmen<\/a> mit dem Thema intensiv zugange. Eine gro\u00dfe Anzahl von Unternehmen hat sich den Ansatz auf die To Do Liste f\u00fcr die kommenden Jahre geschrieben und beginnt aktiv, Methoden zur achtsamen Lebensweise in den Arbeitsalltag einzubinden. Ein gutes Beispiel ist der IT &amp; Consulting Konzern IBM.<\/p>\n<p>Typische Ver\u00e4nderungsprozesse in einer Organisation folgen gew\u00f6hnlich einem Top-Down Ansatz, bei dem zun\u00e4chst F\u00fchrungskr\u00e4fte ins Boot geholt werden, um die Einf\u00fchrung neuer Methoden nach \u201eunten\u201c weiter zu tragen und den Sinn der Ver\u00e4nderung zu vermitteln. Anders bei Mindfulness, da der Ansatz nicht auf rein in der Gewinn- und Verlustrechnung messbare, also gesch\u00e4ftliche Verbesserungen, ausgelegt ist, sondern mehr auf die innere Gesundheit aller Mitarbeitenden.<\/p>\n<p>Bei IBM hat sich das Thema durch eine Graswurzelbewegung entwickelt, also Buttom-Up. So haben sich bereits 2006 neugierige mit erfahrenen Kollegen zum Thema Achtsamkeit ausgetauscht und im kleinen Kreis Workshops in einzelnen Lokationen f\u00fcr Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt angeboten. Daraus entwickelte sich zun\u00e4chst 2008 eine Online Community \u00fcber die Kollaborationsplattform IBM Connections, mit etwa 600 Mitgliedern, die heute \u00fcber 11.700 Mitglieder z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Kolleginnen und Kollegen, die bereits \u00fcberzeugt waren, dass der Ansatz von einer achtsamen Lebensweise auf vielen Ebenen Vorteile f\u00fcr die Mitarbeiter des Technologie Konzerns bringt, haben sich darum bem\u00fcht, 1 -2 t\u00e4gige Mindfulness Workshops anzubieten. Mit gro\u00df angelegten virtuellen Austauschevents und regelm\u00e4\u00dfigen Online Meetings \u00fcber Video Tools konnten sie eine breite, globale Akzeptanz erreichen.<\/p>\n<h2>Wie kann Mindfulness im Unternehmen integriert werden?<\/h2>\n<p>Wie k\u00f6nnen diese Ans\u00e4tze fest in den Arbeitsalltag integriert werden? Das Wichtigste ist zun\u00e4chst, eine klare Linie zu ziehen zwischen der eigentlichen Bedeutung einer achtsamen Lebensweise, die mit Hilfe von Mediation, Yoga und Atem\u00fcbungen entwickelt werden kann und der religi\u00f6sen Auslegung, dass ausschlie\u00dflich M\u00f6nche meditieren, um in eine andere Sph\u00e4re aufzusteigen. Da es sich um eine \u201einnere\u201c Bewegung handelt, ist es von Vorteil, den Mitarbeitern die Gespr\u00e4chsf\u00fchrung zu \u00fcberlassen. Anders als bei anderen Ver\u00e4nderungsprozessen kann jeder als Innovator bei der Entwicklung und Umsetzung von Mindfulness agieren, sodass der Top-Down Ansatz weniger Relevanz hat.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist es aber auch von Vorteil, wenn sich ein F\u00fchrungsstil zum Beispiel im Sinne von \u201ePositive Leadership\u201c bereits im Unternehmen etabliert hat, sodass Mindfulness zu einem unterst\u00fctzenden Faktor werden kann.<\/p>\n<p>Positive Leadership beschreibt Methoden und Denkans\u00e4tze, mit denen die Unternehmenskultur transformiert wird. Der Ansatz bedient sich unterschiedlicher Instrumente aus der positiven Psychologie und verfolgt Ziele wie: eine Erweiterung der generellen Denkweise, St\u00e4rkung von pers\u00f6nlicher Widerstandsf\u00e4higkeit, effektiveres Arbeiten, Agilit\u00e4t und verbesserte Kommunikation durch Transparenz und gegenseitiges Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen (beruflich wie privat).<\/p>\n<p>Positive Leadership verbessert nicht nur intern das Arbeits- und F\u00fchrungsklima, sondern hat au\u00dferdem Umsatzsteigerung, niedrigere Fluktuation und generell verbesserte Arbeitsergebnisse zur Folge. Mit der Umsetzung von Mindfulness im Betrieb, ob nun als St\u00fctze des Positive Leadership Ansatzes oder allein, lassen sich auch langfristig Unternehmenskennzahlen verbessern. Das st\u00fctzt sich darauf, dass durch ein gesundes Betriebsklima nicht nur der Krankheitsausfall verringert, sondern ebenfalls die Kommunikation mit Kunden verbessert wird und auch die Mitarbeiter-Loyalit\u00e4t erh\u00f6ht wird.<\/p>\n<h2>Welchen Beitrag kann HR leisten?<\/h2>\n<p>Human Resources Manager m\u00fcssen gleich an mehreren Stellen eingebunden werden. Sie sind daf\u00fcr zust\u00e4ndig, ein bef\u00fcrwortendes Sprachrohr zu sein und der Belegschaft den positiven Effekt kontinuierlich zu vermitteln. Au\u00dferdem verf\u00fcgt HR in der Regel \u00fcber finanzielle Ressourcen, die es ganzheitlich und vorsorglich einzusetzen gilt. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Personalabteilung eine enge Verzahnung zum Management der Gesch\u00e4ftsbereiche pflegt. Es reicht zun\u00e4chst ein \u201eMindful Raum\u201c, der den Mitarbeitern die M\u00f6glichkeit bietet, sich zur\u00fcckzuziehen, um durchzuatmen.<\/p>\n<p>Weiterhin sind regelm\u00e4\u00dfige Workshops von Vorteil, die das Thema und die vielf\u00e4ltigen Methoden konkret visualisieren und somit greifbarer machen. Auch hier m\u00fcssen keine Riesen-Summen flie\u00dfen. Die Hauptaufgabe von HR sollte sein, die \u201eInnovatoren\u201c zu finden, das hei\u00dft, die Mitarbeiter, die ein besonders ernstes Interesse an der Verbreitung der Methoden haben oder vielleicht sogar privat Erfahrung mitbringen. Diese Innovatoren k\u00f6nnen f\u00fcr besagte Workshops eingesetzt werden, ohne gro\u00dfen externen Aufwand zu verursachen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Zusammenfassend ist zu sagen, dass es nicht schwer ist, Mindfulness in den Betriebsalltag zu integrieren und somit nicht nur das Betriebsklima, sondern auch langfristig betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu verbessern. Kleine Ver\u00e4nderungen wie ein \u201eMindful Raum\u201c k\u00f6nnen bereits die Einstellung vieler Mitarbeiter beeinflussen.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber den Autor<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/markus-dahm-60637612\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Prof. Dr. Markus H. Dahm<\/a> begleitet seit \u00fcber 20 Jahren Organisationen in Strategie-, Transformations und Change-Prozessen. Der Fokus liegt auf Digitalisierung, KI Anwendung, Organisationsentwicklung und Change Management. Als Abteilungsleiter f\u00fcr Digital Change &amp; Transformation bei IBM Deutschland fokussiert er auf die Menschen in Change-Prozessen. Er publiziert regelm\u00e4\u00dfig zu Management- und Leadership-Fragestellungen in wissenschaftlichen Fachmagazinen, Sammelb\u00e4nden, Blogs und Online Magazinen sowie in der Wirtschaftspresse. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher B\u00fccher. An der <a href=\"https:\/\/www.fom.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FOM Hochschule Essen\/Hamburg<\/a> lehrt und forscht er in der Rolle eines Honorarprofessors.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.humanresourcesmanager.de\/news\/achtsamkeit-im-unternehmen-foerdern.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">humanressources.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In so manchen Unternehmen ist Mindfulness ein fester Begriff im Arbeitsalltag. Bei IBM beispielsweise. Markus Dahm und Martina Richly berichten. 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