{"id":8805,"date":"2026-05-30T09:28:15","date_gmt":"2026-05-30T09:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/wie-die-generation-z-die-arbeitswelt-von-morgen-veraendert-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:15","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:15","slug":"wie-die-generation-z-die-arbeitswelt-von-morgen-veraendert-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wie-die-generation-z-die-arbeitswelt-von-morgen-veraendert-en\/","title":{"rendered":"Wie die Generation Z die Arbeitswelt von morgen ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird oft als Technologisierung in Form von neuen Arbeitsmitteln wie hochentwickelte Computer oder Hardware verstanden. Diese enge Auffassung von Digitalisierung reicht allerdings nicht aus, um die Zukunft der Arbeit zu beschreiben. Zus\u00e4tzlich zur Umwandlung von analogen Prozessen kommt es nicht nur zu neuen Arbeitsweisen und Organisationsformen, sondern auch zu neuen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen und Anspr\u00fcchen an die Arbeitswelt.<\/em><\/strong><\/p>\n<h2>Anspr\u00fcche der Generation Z<\/h2>\n<p>Mit dem technologischen Fortschritt ver\u00e4ndert sich auch unsere Gesellschaft. Schon zwischen den Generationen der Millennials (nach 1981 geboren) und der Generation Z (nach 1995 geboren) gibt es gro\u00dfe Unterschiede. Jede Generation hat ihre eigenen Anspr\u00fcche an Arbeit. F\u00fcr die j\u00fcngere Generation Z sind zum Beispiel Arbeitsplatzsicherheit und finanzielle Sicherheit weniger wichtige Faktoren bei der Suche nach einem Job. Daf\u00fcr stehen vor allem Unternehmenswerte wie soziales Handeln, Nachhaltigkeit und Diversit\u00e4t des potenziellen Arbeitgebers im Vordergrund. (vgl. <a href=\"https:\/\/www.springerprofessional.de\/personalentwicklung\/recruiting\/was-generation-x-y-und-z-vom-job-erwarten\/12071166\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Springer Professional Studie<\/a>)<\/p>\n<p>Generation Z gestaltet mit ihren Wertvorstellungen den Arbeitsmarkt der Zukunft. Statt lebenslanger, beruflicher Sicherheit werden zunehmend flexible Arrangements, Selbstbestimmtheit und sozial verantwortliches Handeln wertgesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><em>&#8220;Die gr\u00f6\u00dften Anspr\u00fcche stellt die Generation Z dabei im Bereich der Flexibilisierung der Arbeitswelt.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Flexibilisierung meint in diesem Kontext nicht nur ungebunden von einem Ort zu arbeiten, sondern auch zeitlich ungebunden zu sein. Die klassische \u201eTyrannei der Stechuhr\u201c mit 9-5-Anstellungen, welche sich in Zeiten der Industrialisierung etabliert hat, geh\u00f6rt schon heute in einigen Bereichen der Vergangenheit an. Trotzdem fehlen weiterhin oft die M\u00f6glichkeiten zur flexiblen Gestaltung des Arbeitsalltags. Die Generation Z w\u00fcnscht sich einen selbstbestimmten Arbeitsalltag mit der h\u00f6chstm\u00f6glichen Vereinbarkeit ihrer beruflichen und privaten Ziele. Vereinbarkeit bedeutet in diesem Sinne die M\u00f6glichkeit selbst zu entscheiden, an welcher Stelle die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem gezogen wird und wie scharf diese Grenze verl\u00e4uft. Durch die technologischen Instrumente auf der einen Seite (beispielsweise Kommunikationstools wie Slack, ein Programm zum Chatten und \u201eConnecten\u201d) und das technische Verst\u00e4ndnis der j\u00fcngeren Generation auf der anderen Seite, kann das sogar funktionieren.<\/p>\n<h2>Die Herausforderung sind die politischen Rahmenbedingungen<\/h2>\n<p>Generation Z bringt nicht nur neue Anspr\u00fcche an die Arbeitswelt mit sich, sondern auch das Potenzial, diese einzufordern. Wie diese Generation Wertvorstellungen umsetzt und versucht, das bestehende System zu beeinflussen, kann man an verschiedensten Demonstrationen und Bewegungen in j\u00fcngster Vergangenheit gut beobachten (z.B. Black Lives Matter).<\/p>\n<p><em>&#8220;Auch wenn es so scheint, als st\u00fcnde einer Gestaltung der Zukunft der Arbeit im Sinne der Anspr\u00fcche der Generation Z nichts im Wege, bleibt eine gro\u00dfe Herausforderung bestehen: das Schaffen der notwendigen politischen Rahmenbedingungen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Auch wenn flexible Anstellungsverh\u00e4ltnisse den Einzug in den Arbeitsmarkt bereits erlebt haben, fehlen die politischen Regulierungen, um diese ausreichend abzusichern und fair zu gestalten. Die steigende Nachfrage nach neuen alternativen Besch\u00e4ftigungsformen verlangt nach einer politischen Diskussion und einer strukturellen Umgestaltung des Arbeitsrechts.<\/p>\n<p>Dabei geht es vor allem um die Kl\u00e4rung der Frage der sozialen Absicherung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Absicherung in Kombination mit der Gew\u00e4hrleistung der Flexibilit\u00e4t ist eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen. Viele politische Ma\u00dfnahmen, die diese Herausforderung angehen wollen, beschr\u00e4nken sich haupts\u00e4chlich auf die bessere Absicherung der Selbstst\u00e4ndigkeit. Eine andere Variante w\u00e4re allerdings den klassischen Arbeitnehmerbegriff zu flexibilisieren und anpassbare sozialversicherungsrechtliche Rahmenbedingungen f\u00fcr diverse Anstellungsverh\u00e4ltnisse zu schaffen.<\/p>\n<h2>Weitere Herausforderung: \u201eWar of Talents\u201d<\/h2>\n<p>Eine weitere Herausforderung f\u00fcr den traditionellen Arbeitsmarkt stellt der \u201eWar of Talents\u201d dar \u2013 ein Fachkr\u00e4ftemangel, der in Zukunft immer st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt sein wird. Denn bis 2030 werden viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die der Babyboomer-Generation (in den Jahren 1944-1964 geboren) angeh\u00f6ren, den Arbeitsmarkt verlassen. Jedoch gibt es zu wenige junge Arbeitskr\u00e4fte, die diese L\u00fccke f\u00fcllen. Dies ist nicht nur ein deutschlandweites, sondern ein globales Problem, das die Zukunft der Arbeit pr\u00e4gen wird.<\/p>\n<h2>Der Arbeitsmarkt der Generation Z<\/h2>\n<p>Zusammen mit der zunehmenden Digitalisierung und den Anspr\u00fcchen der Generation Z werden sich Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse weiter flexibilisieren und ausdifferenzieren. Einen gro\u00dfen Faktor wird dabei auch die sogenannte <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/publikationen\/publikation\/did\/plattformarbeit-in-deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Plattform\u00f6konomie<\/a> spielen, die daf\u00fcr sorgt, dass Angebot und Nachfrage effizient und digital vermittelt werden. Dieser Megatrend bringt gro\u00dfe Potenziale f\u00fcr die Befriedigung der Bed\u00fcrfnisse von Flexibilit\u00e4t und Vereinbarkeit \u2013 und das nicht nur f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, sondern auch f\u00fcr Unternehmen.<\/p>\n<p><em>&#8220;Eine beidseitige Flexibilit\u00e4t durch die algorithmische Vermittlung von Jobs und Arbeitssuchenden, von Angebot und Nachfrage, ist nur ein Beispiel f\u00fcr eine positive Entwicklung durch die Digitalisierung.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Allerdings kann der Arbeitsmarkt der Zukunft die Bed\u00fcrfnisse der Generation Z nur stemmen, wenn die oben genannten Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden.<\/p>\n<p>Nur bei angemessener politischer Regulierung und der Durchsetzung von fairen Arbeitsbedingungen wird auch der Lebensbereich Arbeit plattformisiert werden. Die Akzeptanz dieser Form von Organisation des Alltags bei der Generation Z zeigt sich bereits in der Popularit\u00e4t von Netflix, Tinder und Co. Die Generation Z wird somit den Arbeitsmarkt durch ihre Wertvorstellungen nachhaltig ver\u00e4ndern und die Zukunft der Arbeit aktiv mitgestalten.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autoren<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/sandra-maria-hanisch-4808b6194\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sandra Maria Hanisch<\/a> hat Soziologie in Innsbruck und Berlin studiert. Durch Nebenjobs hat sie nicht nur gelernt Cocktails zu mixen, sondern auch Marktanalysen durchzuf\u00fchren und statistisch zu arbeiten. Ihr Interesse an der Arbeitswelt von Morgen hat sie zu Zenjob gef\u00fchrt, wo sie jetzt im Public Affairs Bereich t\u00e4tig ist und ihre Masterarbeit \u00fcber die Zukunft der Plattformarbeit geschrieben hat. Beim Thema Zukunft der Arbeit interessieren sie vor allem der Wandel der Anspr\u00fcche der Generationen an die Arbeitswelt und New Work. Ihre Freizeit verbringt sie gerne drau\u00dfen oder beim Volleyball.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/frederik-fahning-5558b5bb\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Frederik Fahning<\/a> ist Mitgr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Zenjob. Vor der Gr\u00fcndung von Zenjob war er im Business Development t\u00e4tig und hat Rechtswissenschaften studiert. Mit seinem juristischen Background ist er haupts\u00e4chlich f\u00fcr die rechtliche und politische Ausgestaltung des Gesch\u00e4ftsmodells zust\u00e4ndig. Er hat den Public Affairs Bereich bei Zenjob aufgebaut und sich verst\u00e4rkt mit dem Thema Zukunft der Arbeit auseinandergesetzt. Seine Vision ist es die geforderte beidseitige Flexibilit\u00e4t auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen, aber dabei eine sichere und faire Ausgestaltung der Arbeitsverh\u00e4ltnisse nicht aus den Augen zu verlieren. Vom Gr\u00fcnderleben erholt er sich am liebsten beim Kitesurfen.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/2020\/09\/08\/wie-die-generation-z-die-arbeitswelt-von-morgen-veraendert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zukunftderarbeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird oft als Technologisierung in Form von neuen Arbeitsmitteln wie hochentwickelte Computer oder Hardware verstanden. 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