{"id":8782,"date":"2026-05-30T09:28:14","date_gmt":"2026-05-30T09:28:14","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/warum-uns-die-digitalisierung-menschlicher-macht-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:14","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:14","slug":"warum-uns-die-digitalisierung-menschlicher-macht-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/warum-uns-die-digitalisierung-menschlicher-macht-en\/","title":{"rendered":"Warum uns die Digitalisierung menschlicher macht"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>\u201eWandel war noch nie so schnell und er wird nie wieder so langsam sein.\u201c So der Journalist Graeme Wood. Und er liegt richtig. Denn bedingt durch die Digitalisierung, finden weltweit in Politik, Gesellschaft und in der Wirtschaft weitreichende und komplexe Ver\u00e4nderungen statt. Ein Ende der Beschleunigung ist nicht zu erwarten.<\/em><\/strong><\/p>\n<h2>Was haben die einen, was den anderen fehlt?<\/h2>\n<p>Ich besch\u00e4ftige mich oft mit der Frage, ob und wie wir mit dieser Beschleunigung Schritt halten k\u00f6nnen. Manche Menschen haben scheinbar kein Problem mit dieser Beschleunigung, w\u00e4hrend andere deutlich darunter leiden oder resignieren.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach m\u00f6glichen Antworten bin ich auf eine vor kurzem ver\u00f6ffentlichte Liste des WEF gesto\u00dfen, die <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2016\/01\/the-10-skills-you-need-to-thrive-in-the-fourth-industrial-revolution\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die zehn wichtigsten F\u00e4higkeiten<\/a> benennt, die ben\u00f6tigt werden, um auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft erfolgreich zu sein. Laut WEF sind die top drei der wichtigsten Kompetenzen das \u201el\u00f6sen komplexer Probleme\u201c, \u201e kritisches Denken\u201c und \u201eKreativit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Mit dem \u201el\u00f6sen komplexer Probleme\u201c k\u00f6nnen sich sicherlich viele, vor allem in der Ingenieursnation Deutschland, identifizieren. Kritisches Denken und Kreativit\u00e4t erfordern jedoch oft, bew\u00e4hrtes in Frage zu stellen und sich somit auf unsicheres Terrain zu begeben. Das f\u00e4llt nach wie vor vielen eher schwer, bietet jedoch auch eine enorme Chance.<\/p>\n<h2>Welche Formen der Besch\u00e4ftigung werden wir zuk\u00fcnftig als Arbeit bezeichnen und wie werden wir diese entlohnen?<\/h2>\n<p>Denn die Digitalisierung verk\u00fcrzt die Halbwertszeit unseres Wissens, unserer Kompetenzen, unserer Prozesse und unserer Organisationsmodelle radikal. Das bedeutet, dass kontinuierliches Lernen und Umgestalten nicht mehr nur eine Option, sondern ein Muss sind. Was sich zun\u00e4chst anstrengend anh\u00f6rt bedeutet jedoch, dass wir deutlich mehr Chancen auf Weiterentwicklung oder sogar auf einen kompletten Neuanfang haben. Und so zwingt uns die digitale Transformation dazu, \u00fcber Fragen nachzudenken, die heute zutiefst relevant sind.<\/p>\n<p>Welche Funktion hat Arbeit in der Gesellschaft? Warum wird eine gute Unternehmenskultur immer st\u00e4rker zum Erfolgsfaktor? Wie k\u00f6nnen wir Kompetenzen, die f\u00fcr die Zukunft relevant sind, vermitteln? Wie k\u00f6nnen wir Bildung skalieren und sie dennoch personalisieren? Welche Rahmenbedingungen machen uns zukunftsf\u00e4hig und welche bewahren Konzepte, Prozesse und Systeme, deren Zeit bereits abgelaufen ist? Und welche Formen der Besch\u00e4ftigung werden wir zuk\u00fcnftig als Arbeit bezeichnen und wie werden wir diese entlohnen?<\/p>\n<h2>Es geht im digitalen Zeitalter nicht prim\u00e4r um die Technologie, sondern vor allem darum wie wir eine digitale Welt f\u00fcr uns gestalten wollen.<\/h2>\n<p>Diese Fragen drehen sich sehr stark um menschliche Bed\u00fcrfnisse nach einer guten Gemeinschaft, nach pers\u00f6nlicher Weiterentwicklung, nach Sinnhaftigkeit und nach Respekt.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Fragen gibt es keine fertigen Antworten. Und sie werden auch nicht nur von einer kleinen Gruppe von Menschen hinter verschlossenen T\u00fcren beantwortet werden k\u00f6nnen, denn durch die Digitalisierung entsteht ein immer gr\u00f6\u00dferes Bed\u00fcrfnis nach nachvollziehbaren Prozessen und Partizipation. Wir alle m\u00fcssen also gemeinsam zu Antworten auf diese Fragen kommen und zwar in einem Prozess der Co-Creation. Wir werden beim Versuchen und Ausprobieren den ein oder anderen Fehler machen und dabei viel lernen und auf Ideen kommen, die heute undenkbar sind. Wichtig ist, dass wir f\u00fcr diesen Prozess offen sind, den Dialog am Leben erhalten und uns trotz der Anstrengungen, die dieser Prozess von allen erfordert, die Lust auf Zukunft nicht nehmen lassen.<\/p>\n<p>Die heutigen Berufsanf\u00e4nger haben dies begriffen und integrieren dies bereits in ihre Lebensplanung: Die wichtigsten Faktoren, nach denen Kandidaten ideale Arbeitgeber ausw\u00e4hlen, sind u.a., ob das Unternehmen an relevanten Themen arbeitet und kulturell zu einem passt, ob es ansprechende M\u00f6glichkeiten bietet, um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, und ob es einem erm\u00f6glicht, sein Privatleben mit dem Berufsleben in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>Auch wenn diese Forderungen und Ideen f\u00fcr Unternehmen zun\u00e4chst einmal als herausfordernd gesehen werden und sich einige schwer tun diese umzusetzen, bin ich davon \u00fcberzeugt, dass es h\u00f6chst relevante Fragestellungen sind und dass diese Generation nicht nur sich selbst, sondern uns allen einen gro\u00dfen Gefallen getan hat, in dem sie diese Themen adressiert hat.<\/p>\n<p>Es geht also im digitalen Zeitalter nicht prim\u00e4r um Technologie, sondern darum, wie wir diese digitale Welt f\u00fcr uns gestalten wollen. Wir sind ohnehin nicht mehr in der Lage, mit Maschinen zu konkurrieren. Es wird daher Zeit, dass wir uns auf unsere \u201eKernkompetenz\u201c als Mensch besinnen und uns in Zukunft darauf spezialisieren.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autorin<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/blogger\/rosa-riera\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rosa Riera<\/a> ist bei Siemens AG zust\u00e4ndig f\u00fcr Employer Branding und Social Innovation<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/2018\/03\/21\/warum-uns-die-digitalisierung-menschlicher-macht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ZukunftderArbeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWandel war noch nie so schnell und er wird nie wieder so langsam sein.\u201c So der Journalist Graeme Wood. 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