{"id":8770,"date":"2026-05-30T09:28:13","date_gmt":"2026-05-30T09:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/vom-booksprint-zum-silent-meeting-wie-digitales-und-analoges-arbeiten-miteinander-verbunden-werden-kann-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:13","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:13","slug":"vom-booksprint-zum-silent-meeting-wie-digitales-und-analoges-arbeiten-miteinander-verbunden-werden-kann-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/vom-booksprint-zum-silent-meeting-wie-digitales-und-analoges-arbeiten-miteinander-verbunden-werden-kann-en\/","title":{"rendered":"Vom Booksprint zum Silent Meeting: Wie digitales und analoges Arbeiten miteinander verbunden werden kann"},"content":{"rendered":"<p><em>Unser Team von \u201eZukunft der Arbeit\u201c testet gerne. Das ist kein Geheimnis. Wir reden nicht nur \u00fcber die Zukunft der Arbeit sondern leben sie als Pilotprojekt intern auch t\u00e4glich. Neue Formate, neue Arten der Zusammenarbeit, wir sind immer offen und neugierig, einfach in den Selbstversuch zu gehen. Unsere Erfahrungen teilen wir genauso gern. Und wir denken, es gibt immer noch viele Arten der Zusammenarbeit, die von gestern sind und die nur darauf warten, von uns und vielen anderen Menschen mit einem offenen Mindset ge\u00e4ndert zu werden. Neben einer f\u00fcr uns neuen Art der Publikationserstellung (dem Booksprint) haben wir in diesem Jahr auch das erste Mal eine f\u00fcr uns neue Art des Meetings getestet: Was wir daraus gelernt haben?? Dazu gleich mehr!<\/em><\/p>\n<p>Im ersten Halbjahr des Jahres haben wir den Booksprint zur Vereinbarkeit 4.0 erstellt. <a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/2019\/05\/01\/booksprint-vereinbarkeit-4-0\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wie dies genau ablief, hat Birgit Wintermann bereits f\u00fcr euch zusammengefasst<\/a>. Diese wunderbare Erfahrung, gemeinsam mit 47 Autoren 50 Beitr\u00e4ge zu erstellen, hat uns best\u00e4rkt ein weiteres Format zu testen. Eines, das f\u00fcr uns ganz unerwartet kam:<\/p>\n<h2>Das Silent Meeting<\/h2>\n<p>Wieso sollten wir ein Treffen initiieren, auf dem man nicht wie gewohnt kommuniziert sondern sich stattdessen teilweise anschweigt? Es kamen viele Fragen auf, als wir uns noch nicht tiefer mit dem Format auseinandergesetzt hatten. Genauere Informationen haben wir \u00fcber das <a href=\"https:\/\/medium.com\/org-hacking\/the-silent-meeting-manifesto-gasca-4d86a9e5a8bc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">manifesto<\/a> zum Silent Meeting gefunden.<\/p>\n<p>Wir haben ein schlagendes Argument gefunden: Stille Arbeitsphasen sind ein Mehrwert f\u00fcr das Ergebnis. Wie oft kommt es dazu, dass man tolle Veranstaltungen oder Workshops besucht, auf denen man aber aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden nicht zu Wort kommt. Weil Monologe gehalten werden oder weil die Diskussion erst richtig in Gang kommt, wenn das Treffen sich schon dem Ende zuneigt.<\/p>\n<p>All diese Stolpersteine, die Ideen oder Impulse unterbrechen k\u00f6nnen, kann man in Silent Meeting aus dem Weg gehen. DENN: Jeder kommt zu Wort. Nur eben nicht verbal, sondern \u00fcber die Tasten seines Notebooks, seines Tablets, seines Endger\u00e4ts. Alle sind dabei gleichberechtigt. Es kann keine \u201eAlpha-Tiere\u201c geben. H\u00f6rt sich zu gut an, um wahr zu sein?<\/p>\n<p>\u201eSUPER!\u201c, haben wir uns gedacht. Zudem haben wir direkt noch eine schriftliche Zusammenfassung aller Gedanken des Tages, alle Impulse auf einen Blick. Wir haben uns dann gefragt, mit wem wir das mal austesten k\u00f6nnten. Da lag der Gedanke nahe, unsere tolle Autoren-Runde aus dem<a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/user_upload\/Booksprint_Vereinbarkeit.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Booksprint zur Vereinbarkeit 4.0<\/a> anzusprechen. Und \u00fcber die H\u00e4lfte unserer Autoren haben sich auf den Weg zu uns nach G\u00fctersloh gemacht.<\/p>\n<h2>Konferenzraum? Brauchen wir nicht!<\/h2>\n<p>Anfang 2018 sind wir auf unsere Open-Space Fl\u00e4che umgezogen. Welcher Raum bietet sich also besser an, unser Silent Meeting durchzuf\u00fchren und unseren Raum f\u00fcr noch mehr als unsere t\u00e4gliche Arbeit zu nutzen? Wir haben also unsere internen B\u00fcroraum f\u00fcr viele Externe ge\u00f6ffnet und haben uns damit im wahrsten Sinne des Wortes tolle Ideen ins Haus geholt.<\/p>\n<p>Vorbereitend auf unser Meeting haben unsere Team-Mitglieder Birgit Wintermann, Anke Hoffmann und Dorothee Kubitza f\u00fcr die Externen eine vorbereitende Arbeitsvorlage erstellt \u2013 das sogenannte TableRead. Diese f\u00fchrte nicht nur durch den Tag, sie bot auch erste Leitfragen und Thesen und sicherte einen direkten inhaltlichen Einstieg ins Thema \u2013 schon vor dem Start der Veranstaltung.<\/p>\n<h2>Atmen ist erlaubt!<\/h2>\n<p>Nach einer noch verbalen und freundlichen Vorstellungsrunde aller Autoren und unserer Silent Meeter f\u00fcr diesen Tag ging es also in die erste Arbeitsphase und es wurde still um uns herum.<\/p>\n<p>\u00a0Den Mitwirkenden fiel es zum gr\u00f6\u00dften Teil leicht, in die konzentrierte Arbeitsphase einzusteigen und die Stille wich dem Klicken der Tastaturen. Eine weitere Besonderheit des Meetings und der Arbeitsvorlage, die vorher erstellt wird: Alle arbeiten im gleichen Dokument und sehen live, wie dieses w\u00e4chst, an welchen Stellen Impulse gegeben, R\u00fcckfragen gestellt werden; das Dokument lebt ab der ersten Sekunde und man k\u00f6nnte diese Zusammenarbeit wohl stundenlang weiterlaufen lassen.<\/p>\n<p>Geplant f\u00fcr dieses Meeting waren 3 Arbeitsphasen im Silent Style. Wir sind aber nach 2 Phasen (die erste betrug 40 Minuten, die zweite Phase 30 Minuten) dem Wunsch unserer G\u00e4ste nachgekommen und haben die letzte geplante Silent-Phase f\u00fcr eine Diskussion im Plenum genutzt. Unser Learning: Sollte es Regeln f\u00fcr solch ein Format geben, waren wir gewillt, diese im Sinne der Veranstaltung zu brechen.<\/p>\n<p>Unsere Teilnehmer haben uns tolle, positive R\u00fcckmeldungen gegeben, aber auch wir haben bemerkt, dass eine \u201eOld School Discussion\u201c an mancher Stelle keiner digitalen das Wasser reichen kann. Individuell reagieren ist also auch erlaubt!<\/p>\n<h2>Einmal ist Keinmal\u2026<\/h2>\n<p>Und weil es so sch\u00f6n war, haben wir direkt eine Woche sp\u00e4ter das Silent Meeting f\u00fcr unsere Expertenrunde Arbeitsrecht genutzt. Es war eine v\u00f6llig andere Veranstaltung mit anderer Zielsetzung, einem g\u00e4nzlich unterschiedlichen Teilnehmerkreis. Aber die Erfahrungen waren genauso positiv! Auch f\u00fcr diese Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie dieses Format ausprobiert haben \u2013 und total \u00fcberzeugt davon waren! Alle Gedanken konnten einflie\u00dfen \u2013 auch noch im Nachgang. So konnte jeder am Abend nach Hause gehen mit dem Gef\u00fchl, alle seine Gedanken einbringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Einfach mal machen!<\/h2>\n<p>Zusammenfassend k\u00f6nnen wir dieses Format nur empfehlen, denn:<\/p>\n<ul>\n<li>Sowohl online als auch \u201eface to face\u201c wurden die Hypothesen und offenen Fragestellungen der Ver\u00f6ffentlichung in diesem Meeting live und kollaborativ zusammengetragen und diskutiert,<\/li>\n<li>die Begeisterung der Teilnehmer \u00fcber dieses lebendige und produktive Format f\u00fchrte zu vielen neuen Inhalten,<\/li>\n<li>die nun in der Folge vom Team ausgewertet und f\u00fcr die weitere Projektarbeit genutzt werden.\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>F\u00fcr die Umsetzung hier noch ein paar praktische Tipps:<\/h2>\n<ul>\n<li>\u00dcberlegt genau, was ihr in der Veranstaltung erreichen wollt. Dabei hilft das im Manifest bereitgestellte Muster f\u00fcr das TableRead. Es kann f\u00fcr alles angepasst werden, zwingt einen aber auch, ganz konkret zu werden. Eine bessere Vorbereitung gibt es nicht!<\/li>\n<li>Die Teilnehmer sollten rechtzeitig auf das neue Format vorbereitet werden. Es m\u00fcssen ja alle ein entsprechendes Endger\u00e4t dabei haben \u2013 da sollte man ruhig das eine oder andere Mail vorher darauf hinweisen, dass man etwas Neues vorhat.<\/li>\n<li>WLAN: Wenn man keine ausreichende Bandbreite bereitstellen kann, macht sich Frust breit. Der Text stockt, es kann nichts eingegeben werden. Also vorher kl\u00e4ren, ob die Anzahl an Nutzern auch gut damit arbeiten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Es sollte ein offenes Online-Dokument f\u00fcr das Table-Read genutzt werden, in dem auch Versionierungen festgehalten werden k\u00f6nnen. Damit kann man die verschiedenen Stadien und die hinzugekommenen Ideen f\u00fcr die Auswertung besser festhalten. W\u00e4hrend der Bearbeitungsphasen haben wir das Dokument auf Vorschlagsmodus gestellt, damit man die \u00c4nderungen auch sieht.<\/li>\n<li>Wir haben jeweils zwei Silent-Sequenzen durchgef\u00fchrt, die auch je 30 bis 40 Minuten gedauert haben. Das konzentrierte Arbeiten erm\u00fcdet \u2013 genauso wie die dann doch schon sehr dichten und inhaltlich tiefen Diskussionen dazwischen und danach. Wir hatten aber in der Planung noch eine dritte Sequenz \u201ein petto\u201c. Das sollte man individuell kl\u00e4ren, je nachdem, wie die Stimmung in der Gruppe ist.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Teilnehmer sollte auch im Vorhinein ganz klar sein, was im Anschluss mit den Ergebnissen geschieht. Ansonsten besteht das Risiko, dass ein Gef\u00fchl aufkommt von:\u201cJetzt habe ich meine Ideen abgegeben und habe nichts mehr davon\u2026\u201c.<\/li>\n<li>Wir haben uns dazu entschieden, das Dokument noch f\u00fcr weitere Bearbeitungen ge\u00f6ffnet zu lassen. Dies haben die Teilnehmer als positiv wahrgenommen. Das gilt insbesondere f\u00fcr diejenigen, die kurzfristig verhindert waren, so aber doch noch teilnehmen konnten.<\/li>\n<li>Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren\u2026<\/li>\n<li>Und last but not least: Offen sein f\u00fcr alle Entwicklungen!\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autorinnen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/julia-held-27183812a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Julia Held<\/a> ist Program Assistent im Programm &#8220;Unternehmen in der Gesellschaft&#8221; und Teil des Teams von Zukunft der Arbeit. Nach Ende Ihrer Ausbildung bei der Bertelsmann SE &amp; Co. KGaA begann sie 2011 in der Bertelsmann Stiftung. Seit 2015 betreut sie den Blog Zukunft der Arbeit sowie die Social Media Kan\u00e4le des Projekts.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/birgit-wintermann-b4280b153\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Birgit Wintermann<\/a> ist Project Managerin in der Bertelsmann Stiftung im Programm Unternehmen in der Gesellschaft. Ihr Fokus liegt auf Arbeitsbedingungen in Unternehmen. Im aktuellen Projekt &#8220;Betriebliche Transformation in der Digitalisierung&#8221; besch\u00e4ftigt sie sich nach den bisherigen Projekten &#8220;Qualit\u00e4tssiegel Familienfreundlicher Arbeitgeber&#8221; und &#8220;INQA-Audit Zukunftsf\u00e4hige Unternehmenskultur&#8221; noch intensiver mit der #ZukunftderArbeit. Dabei steht die Entwicklung eines Vereinbarkeit 4.0-Modells im Mittelpunkt.<\/em><\/p>\n<p>Quelle:<a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/2019\/11\/25\/silent-meeting-wie-digitales-und-analoges-arbeiten-miteinander-verbunden-werden-kann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> zukunftderarbeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Team von \u201eZukunft der Arbeit\u201c testet gerne. Das ist kein Geheimnis. 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