{"id":8749,"date":"2026-05-30T09:28:11","date_gmt":"2026-05-30T09:28:11","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/stress-hochburg-deutschland-unsere-fuehrungskraefte-machen-uns-muerbe-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:11","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:11","slug":"stress-hochburg-deutschland-unsere-fuehrungskraefte-machen-uns-muerbe-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/stress-hochburg-deutschland-unsere-fuehrungskraefte-machen-uns-muerbe-en\/","title":{"rendered":"Stress-Hochburg Deutschland: Unsere F\u00fchrungskr\u00e4fte machen uns m\u00fcrbe"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Deutschlands Besch\u00e4ftigte liegen mit ihrem Stresslevel \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt. Ausschlaggebend sei die F\u00fchrungsqualit\u00e4t, so das Unternehmen Gallup.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Durchschnittlich f\u00fchlen sich rund 39 Prozent der europ\u00e4ischen Erwerbst\u00e4tigen gestresst in ihrem Job. Deutschland liegt bei 42 Prozent und damit laut aktuellem <a href=\"https:\/\/www.gallup.com\/workplace\/349484\/state-of-the-global-workplace.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gallup-Report<\/a> \u00fcber dem Durchschnitt. Das Stresslevel der hierzulande Besch\u00e4ftigten ist im Vergleich zum Vorjahr 2022 um zwei Prozent angestiegen. Die steigende Tendenz deutet nicht auf eine Verbesserung der Situation seit der Pandemie hin, wohl aber zeigt der Bericht, dass die Befragten die Arbeitsmarktsituation insgesamt positiv bewerten.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist der Vergleich zu Arbeitnehmern im DACH-Raum. Sowohl in der Schweiz als auch in \u00d6sterreich f\u00fchlen sich Besch\u00e4ftigte entspannter als im Vorjahr, w\u00e4hrend in Deutschland das Gegenteil der Fall ist. Da der weltweite Schnitt bei 44 Prozent und damit \u00fcber dem deutschen und europ\u00e4ischen liegt, ist das Ph\u00e4nomen \u201e<strong>hohes Stresslevel<\/strong>\u201c jedoch kein Problem, dass nur deutsche Arbeitnehmer betrifft.<\/p>\n<h2>Steigender Stress: Emotionale Bindung der Deutschen am Tiefpunkt<\/h2>\n<p>Marco Nink, welcher als Forschungsleiter bei Gallup t\u00e4tig ist, macht auf die Bedeutung der emotionalen Bindung der einzelnen Mitarbeiter an das Unternehmen aufmerksam. Im Moment sei diese im Vergleich zu den vergangenen Jahren verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedrig.<\/p>\n<p>Die Identifikation mit dem Arbeitgeber, welche sich durch eine starke emotionale Bindung ergibt, beeinflusst die Zufriedenheit sowie das Stresslevel der Arbeitnehmer. Je intensiver diese ist, desto leistungsbereiter und produktiver zeigen sich Besch\u00e4ftigte zumeist \u2013 und sie fehlen vor allem seltener, da das Stresslevel im Vergleich niedriger ausf\u00e4llt. Unternehmen profitieren mit zunehmender <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/war-for-talents-so-gewinnen-arbeitgeber-den-kampf-um-die-besten-mitarbeiter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitarbeiterbindung<\/a> von einer ausgepr\u00e4gteren Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Interessant ist auch, dass die Gallup-Daten darauf hindeuten, welch kleine Rolle der Arbeitsort als Faktor f\u00fcr Stress spielt. Es sei nicht so wichtig, wo die Arbeit stattfinde, sondern vielmehr, wie verbunden sich Arbeitnehmer f\u00fchlten. Dennoch kann es unabh\u00e4ngig davon lohnenswert sein, Mitarbeiter, wann immer m\u00f6glich, Remote-Regelungen anzubieten, um die Attraktivit\u00e4t als Arbeitgeber zu steigern.<\/p>\n<h2>Schlechte F\u00fchrung als Ursache f\u00fcr Stress und K\u00fcndigungen<\/h2>\n<p>Besorgniserregend und zugleich aufschlussreich ist die Hauptursache f\u00fcr die mangelnde emotionale Bindung der Mitarbeiter: Ma\u00dfgebend sei die \u201e<strong>Qualit\u00e4t der F\u00fchrung<\/strong>\u201c, so Ninck. Es existiere ein Zusammengang zwischen Arbeitnehmern mit niedrigerem Stresslevel und <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/fuehrung-grossartige-chefs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">guter F\u00fchrung<\/a>. Die Arbeitnehmer, die sich hinsichtlich ihrer Bed\u00fcrfnisse \u00fcbergangen f\u00fchlten, tendieren demnach zu einem h\u00f6heren Stresslevel, wie die Gallup-Analyse zeigt.<\/p>\n<h2>Gestresste Arbeitnehmer: Was machen F\u00fchrungskr\u00e4fte falsch?<\/h2>\n<p>Die Gallup-Befragung macht nicht nur die Unzufriedenheit von Mitarbeitern deutlich, die sich dem Trend des <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/quiet-quitting\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quiet Quittings<\/a> angeschlossen haben, sondern zeigt auch, welche \u00c4nderungen diese sich w\u00fcnschen. Hinsichtlich der F\u00fchrungskultur und den generellen Anspr\u00fcchen von Arbeitnehmern wurden demnach einige Punkte genannt, die Verbesserungspotenzial haben:<\/p>\n<h3>1. Arbeitnehmer wollen fair und respektvoll behandelt werden<\/h3>\n<p>Die Bevorzugung einzelner Mitarbeiter, Benachteiligung bei Bef\u00f6rderungen oder toxisches Arbeitsklima: Mitarbeiter bem\u00e4ngeln oft das Verhalten von Vorgesetzten, die sich unfair verhalten und wenig bis kaum Respekt zeigen. Dabei ist ein faires und respektvolles Miteinander Grundvoraussetzung f\u00fcr stressfreies Arbeiten, hohes Wohlbefinden und Produktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Hier besteht in vielen deutschen Unternehmen bis heute Nachholbedarf. Angesichts des Bewerbermarktes w\u00fcrden nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber von einer Ver\u00e4nderung profitieren.<\/p>\n<h3>2. Arbeitnehmer wollen einen Chef, der transparent und ansprechbar ist<\/h3>\n<p>Hierarchien geh\u00f6ren nach wie vor zur Unternehmensstruktur vieler Betriebe. Dennoch sollten F\u00fchrungskr\u00e4fte moderner Betriebe sich nicht nur als Ansprechpartner darstellen, sondern sich tats\u00e4chlich verf\u00fcgbar zeigen und f\u00fcr eine offene Kommunikation mit ihren Mitarbeitern bereit sein. Auch das sind wichtige Punkte, die Besch\u00e4ftigte bem\u00e4ngeln und die zu einem h\u00f6heren Stresslevel beitragen.<\/p>\n<p>Wird regelm\u00e4\u00dfig Gelegenheit f\u00fcr Austausch geschaffen, ist der erste Schritt bereits getan. Auch Vorgesetzte sollten zudem konstruktive Kritik annehmen und proaktiv um Feedback bitten, um Arbeitnehmer zu einem offenen Austausch zu ermutigen.<\/p>\n<p>Vorgesetzte, die es schaffen, trotz ihres eigenen hohen Stresslevels pr\u00e4sent und ansprechbar zu sein, helfen nicht nur Mitarbeitern dabei, sich verstanden zu f\u00fchlen. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur Mitarbeiterbindung.<\/p>\n<h3>3. Arbeitnehmer w\u00fcnschen sich Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeiten<\/h3>\n<p>Ein Karrierestillstand ist f\u00fcr Mitarbeiter besonders \u00e4rgerlich, gef\u00e4hrdet aber auch die Mitarbeiterbindung. Viele Arbeitnehmer w\u00fcnschen sich heute Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeiten und Aufstiegschancen. Beides kann auch bei der Jobwahl ausschlaggebend sein, wenn Bewerber auf der Suche nach einer neuen Stelle sind oder grunds\u00e4tzlich eine h\u00f6here Wechselbereitschaft zeigen.<\/p>\n<p>Nicht nur der aktuelle Gallup-Report macht dies deutlich. Bereits die im Jahr 2019 erschienene <a href=\"https:\/\/assets.ey.com\/content\/dam\/ey-sites\/ey-com\/de_de\/news\/2019\/12\/ey-jobstudie-zufriedenheit-work-life-balance-2019.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EY-Jobstudie<\/a> hat ergeben, dass nur 24 Prozent der Arbeitnehmer mit der Situation insgesamt zufrieden sind und gute Entwicklungsm\u00f6glichkeiten sehen. Die Studie zeigt zudem, dass mehr Frauen als M\u00e4nner ihre Chancen pessimistischer einsch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Fehlende Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeiten sind deshalb ein Grund f\u00fcr Unzufriedenheit und damit auch f\u00fcr mehr Stress. Sehen Mitarbeiter nur wenig bis gar keine Perspektiven in einem Betrieb, ist die Gefahr hoch, dass diese innerlich k\u00fcndigen. Umso bedeutender ist es, entsprechende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mitarbeiter und Bewerber zu schaffen, um sie zu binden und sie langfristig zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<h3>4. Arbeitnehmer sehnen sich nach Anerkennung<\/h3>\n<p>Wertsch\u00e4tzung ist zum Trendbegriff geworden, aber nicht ohne Grund. Denn \u00fcber viele Jahre hinweg war es in vielen Unternehmen die Norm, Arbeitnehmer ohne echte Anerkennung und mit wenig bis hin zu fehlendem Lob ihren Job machen zu lassen. Zwar werden Jobs vor allem in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen auch weiterhin auf diese Weise durchgef\u00fchrt, weil Mitarbeiter um ihre Existenz bangen und deshalb fehlende Wertsch\u00e4tzung ertragen. Vor allem aber j\u00fcngere Generationen fordern Wertsch\u00e4tzung als elementare Basis f\u00fcr eine erfolgreiche Zusammenarbeit ein.<\/p>\n<p>Fehlende Wertsch\u00e4tzung kann zum Stressfaktor werden und wird auch von Gallup als Punkt genannt, der aus Sicht von Arbeitnehmern mehr Fokus ben\u00f6tigt. Mehrere Untersuchungen der letzten Jahre zeigen positive Auswirkungen von Wertsch\u00e4tzung durch F\u00fchrungskr\u00e4fte, denn sie kann die Motivation sowie das Engagement von Mitarbeitern ankurbeln, ihre Zufriedenheit steigern und zu einem ges\u00fcnderen Miteinander beitragen.<\/p>\n<h2>Nicht wo gearbeitet wird, sondern mit welchen Menschen \u2013 darauf kommt es an<\/h2>\n<p>Das Arbeitsklima, welches vor allem auf die Art des Umgangs miteinander basiert, beeinflusst das Stresslevel von Arbeitnehmern erheblich. Schlussendlich kommt es weniger auf mobiles Arbeiten oder B\u00fcroarbeit vor Ort an, sondern darauf, wie F\u00fchrungskr\u00e4fte mit Mitarbeitern und auch Kollegen untereinander auskommen. Je wohler Arbeitnehmer sich im Team f\u00fchlen, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Wahrscheinlichkeit einer intensiveren emotionalen Bindung.<\/p>\n<p>Nicht zu untersch\u00e4tzen in Sachen Stress ist zugleich das Arbeitspensum angesichts der Tatsache, dass Personal fehlt. Mehrarbeit geh\u00f6rt zum Joballtag vieler Besch\u00e4ftigten und \u00dcberstunden werden zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Zwar ist auch die zus\u00e4tzliche Arbeit angenehmer, wenn das Umfeld stimmt, was tendenziell zu positivem Stress f\u00fchrt, der, anders als negativer Stress, weniger gef\u00e4hrdet. Dennoch sind klare Feierabendregelungen ein pr\u00e4ventiver Schutz f\u00fcr Arbeitnehmer, die heute schnell ausbrennen, weshalb Krankschreibungen immer h\u00e4ufiger vorkommen.<\/p>\n<p><strong>Die guten Nachrichten:<\/strong> Obwohl der Stress mindestens seit der Pandemie stetig steigt, zeigen die Gallup-Daten auch, dass Arbeitnehmer heute zufriedener mit der Situation am Markt sind. Es existieren mehr Arbeitspl\u00e4tze und damit mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Bewerber und Jobsuchende, sich zu verwirklichen. Die insgesamt angestiegene Wechselbereitschaft ist deshalb nicht nur ein negatives Zeichen, sondern auch ein Signal daf\u00fcr, dass mehr Besch\u00e4ftigte sich trauen, ihre Situation aktiv zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/deutschland-stress-hochburg-in-europa-durch-schlechte-fuehrung\/?xing_share=news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">arbeitsABC<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschlands Besch\u00e4ftigte liegen mit ihrem Stresslevel \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt. Ausschlaggebend sei die F\u00fchrungsqualit\u00e4t, so das Unternehmen Gallup. 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