{"id":8730,"date":"2026-03-13T01:04:46","date_gmt":"2026-03-13T01:04:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/sicherheit-schlaegt-karriere-warum-beschaeftigt-bleiben-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:10","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:10","slug":"sicherheit-schlaegt-karriere-warum-beschaeftigt-bleiben-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/sicherheit-schlaegt-karriere-warum-beschaeftigt-bleiben-en\/","title":{"rendered":"Sicherheit schl\u00e4gt Karriere: Warum Besch\u00e4ftigt bleiben"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Die Wechselwilligkeitsstudie 2026 zeigt: Viele Besch\u00e4ftigte denken ans Gehen, bleiben aber. Sicherheit z\u00e4hlt mehr als Aufstieg \u2013 und ver\u00e4ndert den Wettbewerb um Talente grundlegend.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der deutsche Arbeitsmarkt galt lange als Ort der Chancen. Fachkr\u00e4ftemangel, digitale Transformation, neue Arbeitsmodelle: Wer wollte, konnte gehen. Doch die&nbsp;<a href=\"https:\/\/recruiting.xing.com\/de\/downloads\/forsa-wechselbereitschaftsstudie-2026\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eWechselwilligkeitsstudie 2026\u201c<\/a>&nbsp;von XING und forsa zeigt ein anderes Bild. Die Besch\u00e4ftigten sind zufrieden, aber nicht wagemutig. Sie bleiben \u2013 nicht aus Leidenschaft, sondern aus Berechnung.<\/p>\n<h2>Zufrieden, aber ohne Feuer&nbsp;<\/h2>\n<p>84 Prozent der Befragten sind mit ihrem Job zufrieden, doch nur 35 Prozent \u201esehr\u201c. Die Mehrheit verharrt in einer Zone funktionaler Zufriedenheit. 16 Prozent sind unzufrieden. Das Arbeitsklima wirkt n\u00fcchtern: Der Job erf\u00fcllt seinen Zweck, mehr nicht.<\/p>\n<p>Die Wechselbereitschaft liegt 2026 bei 34 Prozent \u2013&nbsp;der zweitniedrigste Wert der Langzeitstudie. Nur acht Prozent planen konkret einen Wechsel, 26 Prozent sind offen daf\u00fcr. 64 Prozent wollen bleiben. Der Arbeitsmarkt scheint stabil, doch Stabilit\u00e4t bedeutet nicht Bindung. Die Generationen ticken unterschiedlich: Bei den 18- bis 29-J\u00e4hrigen sind 46 Prozent wechselbereit, fast jede oder jeder Zweite. Gleichzeitig glauben 63 Prozent der Besch\u00e4ftigten, innerhalb von sechs Monaten einen neuen Job zu finden. Chancen gibt es also genug. Der Wechsel scheitert nicht an M\u00f6glichkeiten, sondern an Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<h2>Sicherheit wird zum Karriereziel<\/h2>\n<p>Die Studie zeigt: Sicherheit verdr\u00e4ngt Aufstieg als Leitmotiv. In einer Paarfrage entscheiden sich 58 Prozent&nbsp; f\u00fcr einen sicheren, aber langweiligen Job, nur 41 Prozent w\u00e4hlen das Risiko eines spannenderen, aber unsicheren Arbeitsplatzes.<\/p>\n<p><strong>Die Gr\u00fcnde f\u00fcrs Bleiben sind klar:<br \/><\/strong>\u2013 Jobsicherheit: 64 Prozent<br \/>\u2013 interessante Aufgaben: 62 Prozent<br \/>\u2013 Gehalt: 57 Prozent<br \/>\u2013 kollegialer Zusammenhalt: 57 Prozent<\/p>\n<p>Der soziale Faktor verliert an Bedeutung. Der Zusammenhalt sinkt im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Die Botschaft: Emotionale Bindung weicht rationaler Absicherung.<\/p>\n<h2>Gehalt als Wechselanreiz \u2013 aber nicht alles<\/h2>\n<p>Auch beim Wechsel dominiert Kalk\u00fcl. Wichtigster Grund bleibt das Gehalt mit 41 Prozent, Tendenz steigend. Doch Geld allein reicht nicht. 54 Prozent w\u00fcrden sich trotz h\u00f6herer Bezahlung nicht bewerben, wenn der Vertrag befristet ist. 42 Prozent schreckt ein ung\u00fcnstiger Standort ab, 40 Prozent eine schlechte F\u00fchrungskultur.<\/p>\n<p><strong>Selbst im direkten Vergleich verliert Geld oft:<br \/><\/strong>\u2013&nbsp;61 Prozent w\u00e4hlen Jobsicherheit statt h\u00f6herem Gehalt.<br \/>\u2013 58 Prozent bevorzugen Work-Life-Balance gegen\u00fcber mehr Geld.<\/p>\n<p>Gehalt bleibt der st\u00e4rkste Wechselimpuls \u2013 aber nicht das entscheidende Kriterium.<\/p>\n<h2>KI: leises Hintergrundrauschen<\/h2>\n<p>Die Studie zeigt ein Paradox: K\u00fcnstliche Intelligenz pr\u00e4gt die Debatte, nicht aber das Verhalten. 64 Prozent sehen darin keine Gefahr f\u00fcr ihren Arbeitsplatz, 12 Prozent haben sich damit noch nicht besch\u00e4ftigt. Nur 13 Prozent denken \u00fcber einen Branchenwechsel wegen KI nach, und nur wenige handeln.<\/p>\n<p>Die Generation Z zeigt die gr\u00f6\u00dfte Unsicherheit: Nur 58 Prozent sehen dort keine Gefahr durch KI. Technologie wirkt eher als diffuser Stressfaktor denn als konkreter Wechselgrund.<\/p>\n<h2>Was Besch\u00e4ftigte wirklich wollen<\/h2>\n<p>Die Studie zeigt klar, was Besch\u00e4ftigte von einem neuen Arbeitgeber erwarten. An erster Stelle steht ein sicherer Job (70 Prozent). Danach folgen:<br \/>\u2013 h\u00f6heres Gehalt: 63 Prozent<br \/>\u2013 gutes F\u00fchrungsverhalten: 62 Prozent<br \/>\u2013 flexible Arbeitszeiten: 58 Prozent<br \/>\u2013 sinnstiftende T\u00e4tigkeit: 57 Prozent<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit, Diversit\u00e4t oder Image landen mit 18 bis 23 Prozent am Ende der Liste. Der Alltag z\u00e4hlt mehr als das Leitbild.<\/p>\n<p>38 Prozent der Besch\u00e4ftigten planen, bis zur Rente beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben. Nur 19 Prozent sehen ihre Zukunft dort maximal zwei Jahre. Das zeigt weniger Loyalit\u00e4t als Risikoaversion.<\/p>\n<h2>Stabilit\u00e4t als Stagnation<\/h2>\n<p>Die Studie sendet ein klares Signal: Der deutsche Arbeitsmarkt erlebt keinen Aufbruch, sondern defensive Entscheidungen. Besch\u00e4ftigte bleiben nicht aus \u00dcberzeugung, sondern aus Vorsicht.<\/p>\n<p><strong>Das zeigt sich in Widerspr\u00fcchen:<br \/><\/strong>\u2013 Hohe Zufriedenheit, aber wenig Begeisterung.<br \/>\u2013 Viele Jobchancen, aber sinkende Wechselbereitschaft.<br \/>\u2013 Gehalt als Wechselgrund, aber Sicherheit als Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der Arbeitsmarkt erstarrt nicht, wird aber vorsichtiger. Besch\u00e4ftigte handeln wie Investoren in Krisenzeiten: Sie halten ihre Position, statt neu zu investieren.<\/p>\n<h2>Der neue Deal: Vertrauen statt Gehalt<\/h2>\n<p>Die Wechselwilligkeitsstudie 2026 beschreibt keinen Kampf um Talente, sondern einen Wettbewerb um Vertrauen. Wer Sicherheit, verl\u00e4ssliche F\u00fchrung und klare Perspektiven bietet, gewinnt. Wer nur mit Gehalt oder Image lockt, verliert.<\/p>\n<p>Der Wendepunkt liegt nicht im Arbeitsmarkt, sondern im Denken der Besch\u00e4ftigten: Karriere bedeutet nicht mehr Aufstieg oder Wechsel, sondern Stabilit\u00e4t. Unternehmen, die das verstehen, schaffen Bindung neu.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autorin<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Die Chefredakteurin <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/sabine-hockling\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sabine Hockling<\/a> hat WIR SIND DER WANDEL ins Leben gerufen. Die Wirtschaftsjournalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin besch\u00e4ftigt sich seit \u00fcber 20 Jahren mit den Ver\u00e4nderungen unserer Arbeitswelt. Als Autorin, Herausgeberin und Ghostwriterin ver\u00f6ffentlicht sie regelm\u00e4\u00dfig Sachb\u00fccher \u2013 seit 2023 in dem von ihr gegr\u00fcndeten DIE RATGEBER VERLAG.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/wirsindderwandel.de\/arbeit\/sicherheit-schlaegt-karriere-warum-beschaeftigte-bleiben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wirsindderwandel.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wechselwilligkeitsstudie 2026 zeigt: Viele Besch\u00e4ftigte denken ans Gehen, bleiben aber. Sicherheit z\u00e4hlt mehr als Aufstieg \u2013 und ver\u00e4ndert den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10388,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"default","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[10,1088],"tags":[417],"class_list":["post-8730","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ki-und-digitale-transformation","category-careers-and-job-applications","tag-arbeitsmarkt-jobkarriere-jobwechsel-karriere-motivation-studien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8730"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8730\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}