{"id":8722,"date":"2019-08-16T01:04:24","date_gmt":"2019-08-16T01:04:24","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/selbst-aktiv-werden-fuer-den-digitalen-wandel-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:10","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:10","slug":"selbst-aktiv-werden-fuer-den-digitalen-wandel-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/selbst-aktiv-werden-fuer-den-digitalen-wandel-en\/","title":{"rendered":"Selbst aktiv werden f\u00fcr den Digitalen Wandel"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Diesmal stehen nicht die F\u00fchrungskr\u00e4fte im Fokus, sondern Kolleginnen und Kollegen. Zum Thema Digitaler Wandel vertreten unsere Autoren n\u00e4mlich die These: \u201eOft scheitert die angestrebte Transformation in den gro\u00dfen KMU oder Konzernen nicht an den Chefs, sondern an Mitarbeitern.\u201c Notwendig sei ein Wechsel vom Reaktions- in den Aktionsmodus.<\/p>\n<p><\/em><\/strong><\/p>\n<h2>Liegt es wirklich immer an den Anderen?<\/h2>\n<p>Kennen Sie das? Der Kollege*, der sich dauernd beklagt? Irgendetwas ist immer unpassend beziehungsweise es gibt immer einen Grund, sich aufzuregen. Die Kaffeemaschine l\u00e4uft mal wieder nicht, das Kantinenessen ist ungenie\u00dfbar und aufgrund des Missmanagements Anderer sind die daraus resultierenden \u00dcberstunden auch eine Frechheit. Gleichzeitig kriegt die Gesch\u00e4ftsleitung die Transformation \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 nicht hin und steuert das Unternehmen ohne Plan. Und die eigenen Projekte? \u2013 Entwickeln sich aufgrund der mangelnden Offenheit des Projektpartners einer anderen Abteilung auch negativ.<\/p>\n<p>Wir alle kennen diese Kollegen, und falls wir sie nicht kennen: Sind wir es vielleicht selbst? Immer sind es die Anderen und einem selbst sind die H\u00e4nde gebunden. Ist dem wirklich so?<\/p>\n<h2>Die Argumente<\/h2>\n<p>Wir denken: nein! Oftmals scheitert die angestrebte Transformation in den gro\u00dfen KMU oder Konzernen nicht an den Chefs, sondern an Mitarbeitern. Das kommt jetzt vielleicht etwas \u00fcberraschend, aber wir f\u00fchren unsere Argumentation gern aus:<\/p>\n<h2>Den Angestellten geht es zu gut!<\/h2>\n<p><strong>#1: Wohlf\u00fchloase:<\/strong> Den Angestellten geht es zu gut! Gut dotierte Tarifvertr\u00e4ge f\u00fchren in der Regel dazu, wenig Risiko einzugehen f\u00fcr den Fall, dass Projekte doch nicht so erfolgreich verlaufen. Viele Mitarbeiter und Unternehmen kommen aus sehr erfolgreichen Zeiten, die sich auch in dem Wohlstand der Mitarbeiter ausdr\u00fccken. Unternehmerisches Denken ist dabei bei vielen leider unter die R\u00e4der gekommen.<\/p>\n<h2>Komplexe Strukturen erleichtern ein Versteckspiel<\/h2>\n<p><strong>#2: Tr\u00e4ge Unternehmenskultur:<\/strong> Die Unternehmenskultur wurde in den letzten 30 Jahren tr\u00e4ge. Die Strukturen sind teilweise so komplex, dass es f\u00fcr gewisse Mitarbeiter einfach geworden ist, sich dahinter zu verstecken. Viele fragen sich, was die ganzen Leute eigentlich machen und was ihr Beitrag zur Wertsch\u00f6pfung ist. Dar\u00fcber hinaus haben viele von \u201cwegdelegierten\u201d Mitarbeitern geh\u00f6rt, die eigentlich keine Aufgabe mehr haben und auf die Rente warten.<\/p>\n<h2>Ver\u00e4nderung war tendenziell von Nachteil<\/h2>\n<p><strong>#3: Bildungssystem:<\/strong> Die Menschen, die aktuell\/derzeit in den Organisationen arbeiten, haben vielfach nicht die F\u00f6rderung bekommen, die man heute \u00fcber die Bildungsorganisationen erf\u00e4hrt. Kritisches Denken wurde bestraft, Ver\u00e4nderung war tendenziell nachteilig. Am Ende des Bildungs- beziehungsweise Ausbildungssystems war man froh, einen Job bekommen zu haben.<\/p>\n<h2>Wie umgehen mit den neuen M\u00f6glichkeiten?<\/h2>\n<p><strong>#4: Neue Freiheit:<\/strong> Viele Menschen sitzen in ihrem Job, weil sie in diesen hineingewachsen sind. Nach der Schule hat man die Ausbildung im Betrieb nebenan gemacht und von da aus ist man mit dem Unternehmen gewachsen. Reflektierte Berufswahl war da ein Luxus. Dies ist in der heutigen Gesellschaft, in der einem scheinbar alle Optionen offen stehen, anders.<\/p>\n<h2>Wenige stehen f\u00fcr eine Sache ein<\/h2>\n<p><strong>#5: Aufwand:<\/strong> Die Unternehmenskultur wurde in den letzten 30 Jahren tr\u00e4ge. Risiko wird gescheut. Nur wenige stehen f\u00fcr eine Sache ein, weil alle wissen: Wer sich exponiert, hat grunds\u00e4tzlich mehr zu tun, und das m\u00f6chte keiner. Wenn es schief geht, ist man auch noch der Dumme!<\/p>\n<h2>Gegen den \u201eWahnsinn\u201c: Weshalb ein Paradigmenwechsel n\u00f6tig ist<\/h2>\n<p>Der beschriebene \u201eWahnsinn\u201c liefert vielleicht den einen oder anderen Erkl\u00e4rungsansatz f\u00fcr die Probleme von gro\u00dfen Mittelst\u00e4ndlern oder Konzernen. Aus unserer Sicht legitimieren die Erkl\u00e4rungen das Verhalten vieler Angestellter jedoch nicht. Deshalb fordern wir einen Paradigmenwechsel vom Reaktionsmodus in den Aktionsmodus. Warum sich das lohnt?<\/p>\n<h2>Von Teilhabe bis Selbstverwirklichung<\/h2>\n<p><strong>#1:Arbeit kann gl\u00fccklich machen:<\/strong> Arbeit und Gl\u00fcck? Was f\u00fcr einige vielleicht zynisch klingt, kann sehr sinnstiftend sein, denn Arbeitszeit ist auch Lebenszeit. So lassen sich mit Arbeit neben dem blo\u00dfen Broterwerb l\u00e4ngst auch ganz andere Ziele erreichen\/verwirklichen! Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Anerkennung f\u00fcr das eigene Tun, sozialer Austausch und eben f\u00fcr viele auch Selbstverwirklichung! Und darin sehen wir eine gro\u00dfe Chance!<\/p>\n<h2>Die Komfortzone verlassen<\/h2>\n<p><strong>#2: Pers\u00f6nliche Weiterentwicklung:<\/strong> Ungewissheit, wie beispielsweise der Beginn eines neuen Projekts, bedeutet vielleicht erst einmal Aufwand und macht Angst. Wie reagieren die Kollegen auf meine Idee? Was meint der Chef? Alles Fragen, die zum Nachdenken anregen. Gleichzeitig sind solche Fragen mit der Chance verbunden, etwas Neues zu lernen. So beginnt pers\u00f6nliche Entwicklung au\u00dferhalb der eigenen Komfortzone. Dabei muss es nicht immer gleich die Weltreise sein. Man kann auch im Unternehmensalltag ohne teure Weiterbildungsseminare den eigenen Horizont erweitern.<\/p>\n<h2>Ein neuer Typ Mensch ist gefragt<\/h2>\n<p><strong>#3: Andere Wirtschaft \u2013 andere Menschen:<\/strong> Die Wirtschaft wandelt sich. Alles wird digitaler, schneller \u2013 anders! Das braucht auch einen neuen Typ \u201eMensch\u201c. Dieser Mensch muss lernen, mit den Ver\u00e4nderungen umzugehen. Das hei\u00dft nicht nur, sich mit diesen Ver\u00e4nderungen auseinanderzusetzen, sondern diese aktiv in die Hand zu nehmen und zu gestalten.<\/p>\n<h2>Unternehmen mit hoher Autonomie sind erfolgreicher<\/h2>\n<p><strong>#4: Money, Money, Money:<\/strong> Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern outperformen andere Unternehmen. Unternehmen mit einer hohen Autonomie sind nicht nur finanziell erfolgreicher; die Mitarbeiterzufriedenheit ist auch deutlich h\u00f6her und die Unternehmen gelten als attraktive Arbeitgeber. Es lohnt sich also auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive, engagiert zu sein.<\/p>\n<h2>Am gr\u00f6\u00dften Stellhebel ansetzen \u2013 den Mitarbeitern<\/h2>\n<p>Viel wurde schon \u00fcber \u201cdie da oben\u201d geschrieben, \u00fcber die unf\u00e4higen F\u00fchrungskr\u00e4fte, die endlich etwas bewegen oder ver\u00e4ndern sollen. Das Thema bestreiten wir auch nicht, fragen uns aber: Was ist eigentlich mit der gro\u00dfen Masse? Schlie\u00dflich sind die Mitarbeiter doch in vielen Unternehmen die wichtigste Ressource! Wenn dem so ist, bilden sie gleichzeitig den gr\u00f6\u00dften Stellhebel. Und so ist auch das Anliegen dieses Beitrags, einen Perspektivenwechsel zu schaffen.<\/p>\n<h2>Wie F\u00fchrungskr\u00e4fte reagieren<\/h2>\n<p>Die Annahme, dass dieses von vielen F\u00fchrungskr\u00e4ften nicht erw\u00fcnscht ist, m\u00f6chten wir an dieser Stelle bewusst herausfordern. Aus unserer Sicht beruht diese Annahme h\u00e4ufig eher auf einer verst\u00f6renden Einzelerfahrung und muss \u00fcberwunden werden. Vielfach ist die Reaktion auf eine neue Idee\/Arbeitsweise\/Projekt sogar positiver als gedacht und es finden sich direkt Unterst\u00fctzer.<\/p>\n<h2>Selbst aktiv werden<\/h2>\n<p>Es ist also an der Zeit f\u00fcr einen Wandel. Statt immer nur zu warten, bis andere aktiv werden: Nehmt das Heft des Handelns in die eigene Hand!<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autoren:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><strong><a href=\"ps:\/\/www.xing.com\/profile\/Thomas_Haskamp2\/cv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Thomas Haskamp<\/a><\/strong> studiert aktuell im Master of Arts in Business Innovation an der Universit\u00e4t St. Gallen (HSG). Er absolviert diesen als Double Degree in Kombination mit einem Master of Organisational Change &amp; Consulting an der Rotterdam School of Management (RSM) . Vor diesem machte er seinen Bachelor in BWL\/E-Business an der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg. Er sammelte Praxiserfahrungen im Mittelstand, Konzernen und der Beratung. In seiner Freizeit engagiert er sich f\u00fcr Fragen der Bildungsgerechtigkeit und reist sehr gerne.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Muriel Boukaz<\/strong>\u00a0studiert momentan an der Universit\u00e4t St.Gallen (HSG) im Masterstudiengang Business Innovation. Zus\u00e4tzlich arbeitet Sie in einem Schweizer KMU im Bereich Raumgestaltung und befasst sich dabei mit den Lern- und Arbeitswelten der Zukunft.<\/em><\/p>\n<p><em>Voraus geht ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft, welches ebenfalls an der HSG absolviert wurde. Auslandaufenthalte in Brasilien, Frankreich und auf Weltreise bereichern Ihre multikulturelle Erfahrung. Beruflich hat Muriel Erfahrung bei einer Schweizer Grossbank und in der Unternehmensberatung gesammelt. In Ihrer Freizeit engagiert Sie sich in einem studentischen Verein, moderiert Veranstaltungen (u.a. Hannover Messe) und macht viel Sport.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/2019\/06\/19\/leading-up-selbst-verantwortung-uebernehmen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ZukunftderArbei<\/a>t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal stehen nicht die F\u00fchrungskr\u00e4fte im Fokus, sondern Kolleginnen und Kollegen. 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