{"id":8718,"date":"2026-05-30T09:28:09","date_gmt":"2026-05-30T09:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/scheiter-heiter-teamhoechstleistungen-durch-fehler-kultur-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:09","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:09","slug":"scheiter-heiter-teamhoechstleistungen-durch-fehler-kultur-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/scheiter-heiter-teamhoechstleistungen-durch-fehler-kultur-en\/","title":{"rendered":"Scheiter heiter! Teamh\u00f6chstleistungen durch Fehler-Kultur"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Wir lernen fr\u00fch, dass Fehler schlecht sind. Dabei ist Scheitern menschlich und kann einen Wettbewerbsvorteil schaffen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eBin ich inspiriert, geht alles gut, doch versuche ich es richtig zu machen, gibt es ein Desaster.\u201d (Keith Johnstone)<\/em><\/p>\n<p>Dieser Satz vom Begr\u00fcnder des modernen Improvisationstheaters bringt ein typisches Dilemma zum Ausdruck. Durch das Bestreben, alles richtig zu machen und keinen Fehler zu begehen, erreichen wir oft das genaue Gegenteil. Das Problem: Die meisten von uns haben seit der Grundschule verinnerlicht, dass jeder Fehler bestraft wird und zu viele Fehler zu einem negativen Feedback f\u00fchren. M\u00f6gliche Folgen sind Sitzenbleiben oder Durchfallen, sp\u00e4ter dann schlechte Karriereperspektiven. Dabei gibt es spannende Beispiele, wie gerade Scheitern zum Erfolg f\u00fchrte:<\/p>\n<p>Thomas Edison brauchte, so die Legende, 9.500 erfolglose Versuche, bis er schlie\u00dflich eine Gl\u00fchbirne in H\u00e4nden hielt, die funktionierte. Der schottische Bakteriologe Alexander Fleming verga\u00df 1928 eine Probe im Labor. Es bildete sich ein Schimmelpilz, der die Bakterien in der Probe vernichtete. Dies war der Anfang von Penicillin. Charles Nelson Goodyear lie\u00df 1839 versehentlich ein St\u00fcck Gummi-Schwefel-Gemisch auf eine hei\u00dfe Herdplatte fallen und entdeckte, dass es nicht schmolz: Die Grundlage f\u00fcr die Erfindung des Gummireifens. Urspr\u00fcnglich sollte ein neuer Super-Klebstoff erfunden werden. Leider war der neue Klebstoff viel zu schwach. Dann hatte jemand die Idee, diesen Klebstoff auf Zettelchen aufzutragen. Der Vorteil: Man konnte sie leicht wieder abl\u00f6sen. Ihr Name: Post-Its.<\/p>\n<h2>J\u00e4ger des verlorenen Kundennutzens<\/h2>\n<p>Jedes Unternehmen ist auf einer Mission, die Bed\u00fcrfnisse der eigenen Kunden zu erf\u00fcllen. Nur wenn das Unternehmen Ideen hat, wie es diesen Kundennutzen besser als alle anderen herstellt, hat es ein einzigartiges Verkaufsversprechen, eine USP. Unternehmen, die sich darauf verlassen, dass das was heute funktioniert auch noch morgen klappen wird, werden Schwierigkeiten bekommen.<\/p>\n<p>Es gibt nur einen Weg, Kunden auch in Zukunft stets das anzubieten, was sie brauchen und wollen: Man muss mehr Ideen haben, als die Mitbewerber. Ob sich diese Ideen auf das Produkt bzw. die Dienstleistung, auf die Vertriebswege, die Marketingstrategie, auf Kostenvorteile oder auf eine bessere Personalpolitik auswirken, ist zun\u00e4chst mal zweitrangig. Entscheidend ist zuerst, die MitarbeiterInnen in die Lage zu versetzen, \u00fcberhaupt diese Ideen zu haben.<\/p>\n<h2>Die erste Idee ist nie perfekt<\/h2>\n<p>Nun wird sich so mancher denken: Na, ich habe doch nichts dagegen, dass meine MitarbeiterInnen Ideen haben! Wenn sie gut sind, kann man gerne mal dr\u00fcber reden \u2026<\/p>\n<p>Doch hier lauert die Falle der Kreativit\u00e4t: Sie liefert nur selten und nur zuf\u00e4llig auf Anhieb punktgenaue L\u00f6sungen. Eine erste Idee muss formuliert, hin- und hergeschoben, ver\u00e4ndert, variiert und bearbeitet werden. Das bedeutet zun\u00e4chst die Freiheit, ins Unreine zu denken. Erst im zweiten Schritt dann erfolgt die Zuspitzung, Bewertung und Ausformulierung. Nicht umsonst gehen Kreativit\u00e4tstechniken genau nach diesem Muster vor. Aber nicht immer ist Raum f\u00fcr die Anwendung solcher Techniken.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck hilft es aber schon, an der Team- oder Unternehmenskultur zu arbeiten und den MitarbeiterInnen das Gef\u00fchl zu geben: Ihre Ideen sind willkommen \u2013 egal, ob sie sich dann als tauglich erweisen oder eben nicht. Sie werden auch geh\u00f6rt und wertgesch\u00e4tzt, wenn sie abwegig oder verr\u00fcckt sind. Wichtig ist nur, dass die MitarbeiterInnen sich trauen und dem eigenen Gef\u00fchl vertrauen k\u00f6nnen, wor\u00fcber es sich lohnt, im n\u00e4chsten Meeting zu reden.<\/p>\n<p>Wie stellt man diese Scheiter-Heiter-Mentalit\u00e4t her? Das Zauberwort hei\u00dft Psychological Safety.<\/p>\n<h2>Psychological Safety: Ihre MitarbeiterInnen werden Sie lieben<\/h2>\n<p>\u201cOhne Vertrauen gibt es kein Team\u201d, so eines der zentralen Erkenntnisse einer zweij\u00e4hrigen Studie von Google. Die Teams mit der besten Performance haben demnach eines gemeinsam: Psychological Safety. Die Harvard-Professorin Amy Edmondson hat in einer eigenen Studie mit 51 Teams dasselbe Ergebnis erreicht. Ihre Definition:<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/hbr.org\/2017\/08\/high-performing-teams-need-psychological-safety-heres-how-to-create-it)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201cPsychological Safety ist der Glaube daran, nicht bestraft oder gedem\u00fctigt zu werden, wenn man sich traut, eigene Ideen, Fragen, Bedenken oder Fehler anzusprechen.\u201c<\/a><\/em><\/p>\n<p>Das entscheidende Ergebnis beider Studien: Diejenigen Teams, in denen die MitarbeiterInnen mehr Fehler machten und dazu stehen konnten, waren die erfolgreicheren. Nur wenn es gelang, eine Teamkultur zu kreieren, in der man sich wohl f\u00fchlte, den Anderen vertraute und der Umgang mit Fehlern wohlwollend war, konnte man das volle Potenzial des Teams erreichen. Die Harvard-Professorin Amy Edmondson hat einen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LhoLuui9gX8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">sehr sehenswerten TEDTalk<\/a> dazu gehalten.<\/p>\n<h2>Scheiter Heiter: Auf dem Weg zu leistungsf\u00e4higen Teams<\/h2>\n<p>In bestehenden Teams ist Psychological Safety und eine wertsch\u00e4tzende Fehlerkultur von gro\u00dfem Wert, gerade dann, wenn Ideen, Innovationen und neue L\u00f6sungen zum Wettbewerbsvorteil werden. Der Weg dorthin f\u00e4ngt, ja wo sonst, bei Ihnen als F\u00fchrungskraft an:<\/p>\n<ul>\n<li>Werden Sie zum Vorbild: Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Erbitten Sie Feedback. \u00d6ffnen Sie sich f\u00fcr ungew\u00f6hnliche Vorschl\u00e4ge. Arbeiten Sie an Ihrem inneren Fehlerdialog.<\/li>\n<li>Ermutigen Sie aktives Zuh\u00f6ren: Verzichten Sie auf Smartphones bei Meetings, fragen Sie nach Meinungen und fragen Sie auch mal die stilleren Team-Mitglieder.<\/li>\n<li>Schaffen Sie ein sicheres Umfeld: Achten Sie darauf, dass man sich ausreden l\u00e4sst. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen. Best\u00e4rken Sie gerade die Ideen, die sich ungew\u00f6hnlich anh\u00f6ren.<\/li>\n<li>Sehen Sie Konflikte als Chance: Gehen Sie den Interessen Ihrer MitarbeiterInnen auf den Grund. Suchen Sie nach der Win-Win-Situation, nicht nach dem schnellen Kompromiss.<\/li>\n<li>Entwickeln Sie mit ihrem Team ein offenes Mindset: Erarbeiten Sie sich eine nachhaltige Feedback- und Kritikkultur. Finden Sie die Kommunikationsweisen, die den Bed\u00fcrfnissen Ihres Teams entsprechen. Versuchen Sie gemeinsam, Kritik als Chance zum Lernen zu sehen, nicht als Kr\u00e4nkung. Seien Sie neugierig auf Ideen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn Sie Ihr Team als eine Gruppe aus Menschen mit eigenen Bed\u00fcrfnissen und \u00c4ngsten verstehen, sind Sie auf dem richtigen Weg. Ihre MitarbeiterInnen sind diejenigen, die sich mit ihrer jeweiligen Aufgaben am allermeisten besch\u00e4ftigen. Scheitern Sie gemeinsam heiter und vermeiden Sie die Gefahr, dass ein\/e MitarbeiterIn eine entscheidende Ressource zur\u00fcckh\u00e4lt: Seine\/Ihre Ideen.<\/p>\n<h2>TIPP<\/h2>\n<p>Scheiter heiter \u2013 fangen Sie mit sich selbst an. Das ist ein Schritt hinaus aus der Komfortzone \u2013 aber einer, der sich lohnt. Wenn Sie klein anfangen wollen, achten Sie mal darauf, wer im n\u00e4chsten Team-Meeting die meisten Redeanteile hat \u2013 Sie, oder die MitarbeiterInnen? Versuchen Sie mal, von allen Anwesenden am wenigsten zu sprechen.<\/p>\n<p>Viel Erfolg dabei!<\/p>\n<p><em><strong>Autor:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/profile\/Florian_Sussner\/cv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Florian Su\u00dfner<\/a>, der B\u00fchnenprofi im EinfachStimmig-Team<\/em><\/p>\n<p>Quelle: Unser Gesch\u00e4ftspartner <a href=\"https:\/\/www.einfachstimmig.de\/themen\/leseraum\/scheiter-heiter-teamhoechstleistungen-durch-fehler-kultur?utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Newsletter+Juni+2019\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einfachstimmig<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir lernen fr\u00fch, dass Fehler schlecht sind. Dabei ist Scheitern menschlich und kann einen Wettbewerbsvorteil schaffen. \u201eBin ich inspiriert, geht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5713,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[537,1161],"tags":[407],"class_list":["post-8718","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-new-ways-of-working-and-future-skills","category-new-work-und-zukunftskompetenzen","tag-fehlerkultur-leadership-motivation-studien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8718"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8718\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8718"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8718"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}