{"id":8697,"date":"2026-05-30T09:28:08","date_gmt":"2026-05-30T09:28:08","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/new-work-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:08","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:08","slug":"new-work-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/new-work-en\/","title":{"rendered":"New Work: Definition und Denkfehler"},"content":{"rendered":"<p>Die Zukunft hat inzwischen die Arbeitswelt erreicht. <strong>New Work<\/strong> nennt sich der Trend und die rasante Entwicklung in Richtung moderner Arbeitsweise. Ein Thema, das allgegenw\u00e4rtig und in aller Munde ist. Viele verfolgen New Work mit gro\u00dfer Begeisterung und wachsendem Interesse f\u00fcr das, was noch kommt. Wie werden sich die Ver\u00e4nderungen auf die Arbeit und auch Arbeitnehmer auswirken? Welche neuen Ideen setzen sich durch, welche schaffen es nicht? Und welche Abl\u00e4ufe, die bisher als selbstverst\u00e4ndlich galten, werden vielleicht schon bald abgel\u00f6st und gelten dann als veraltet? Experten sind sich sicher, dass New Work und der rasante <strong>technologische Fortschritt<\/strong> das Arbeitsleben komplett umkrempeln k\u00f6nnten. Wir schauen uns an, was sich hinter dem gro\u00dfen Begriff New Work verbirgt, welche Entwicklungen schon jetzt zu beobachten sind und wie es mit New Work f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen der Arbeitswelt voraussichtlich weitergehen wird.<\/p>\n<h2>New Work Definition: Was ist die neue Arbeit?<\/h2>\n<p>Urspr\u00fcnglich pr\u00e4gte der austro-amerikanische Sozialphilosoph <strong>Frithjof Bergmann<\/strong> den Begriff New Work: Da sich die Arbeitswelt wandelt, habe die Menschheit die Chance, sich von der <strong>Knechtschaft der Lohnarbeit<\/strong> zu befreien. Die Werte der <strong>Neuen Arbeit<\/strong> definierte er als:<\/p>\n<ul>\n<li>Selbstst\u00e4ndigkeit<\/li>\n<li>Freiheit<\/li>\n<li>Teilhabe an der Gemeinschaft<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Moment sieht es ganz danach aus, als w\u00fcrde Bergmann recht behalten. Inzwischen ist der Wandel in vollem Gange und New Work heute ein Synonym f\u00fcr neue innovative Ans\u00e4tze der Gestaltung von Arbeit, die die Grunds\u00e4tze des Philosophen im weitesten Sinne ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Allerdings herrscht oftmals auch Verwirrung, was nun wirklich New Work ist. Das liegt auch daran, dass die Grenzen nicht ganz klar gezogen werden und sich verschiedene Bereiche \u00fcberschneiden. Das sieht auch Lars Vollmer, Unternehmen und Mitbegr\u00fcnder von intrinsify.me, so.<\/p>\n<p><em>Der hehre Gedanke von Frithjof Bergmann vermischt sich neuerdings kreuzwild mit den Ideen von Digitalisierung, Arbeiten 4.0 und hipper Startup-Kultur. New Work bildet in vielen K\u00f6pfen ein diffuse Wolke, in der Menschen irgendwie anders arbeiten. Menschlicher. Im Hoodie statt im Anzug. Im Home-Office, digital vernetzt und hochflexibel. Auf Augenh\u00f6he, ohne Hierarchien, geduzt, selbstbestimmt und human, demokratisch und sinngetrieben. Mit Sitzs\u00e4cken, Tischkicker und M\u00fcslibar und eigentlich am liebsten in einer Garage, sagt Vollmer.<\/em><\/p>\n<p>Er sieht darin auch eine <strong>Gegenbewegung<\/strong> zum kalten und kapitalistischen Taylorismus des letzten Jahrhunderts. New Work als Ende der Von-oben-herab-Hierarchien, Schluss der strikten Anweisungen, denen detailliert gefolgt werden muss und raus aus den winzigen B\u00fcronischen in grauen Betonkl\u00f6tzen. Eine Befreiung ganz im Sinne des Erfinders.<\/p>\n<h2>New Work: Arbeit wird mobil, flexibel und dezentralisiert<\/h2>\n<p>New Work wird oft als die <strong>Arbeitsweise der Zukunft<\/strong> verstanden. Doch diese l\u00e4sst sich auch in der Gegenwart bereits in vielen Unternehmen beobachten \u2013 und zwar weit \u00fcber die reine Gestaltung der Arbeitspl\u00e4tze hinaus. Die Ver\u00e4nderungen zeigen sich nicht nur darin, wo gearbeitet wird, sondern besonders auch wie die Arbeit erfolgt.<\/p>\n<p>Schon jetzt m\u00fcssen Kollegen in vielen Bereichen nicht mehr im gleichen B\u00fcro sitzen, um gemeinsam produktiv zu sein. Vor noch gar nicht so langer Zeit kaum vorstellbar, heute absolute Normalit\u00e4t. In gro\u00dfen Unternehmen und Konzernen ist bereits jetzt absehbar, dass Teams aufgrund der voranschreitenden Globalisierung immer h\u00e4ufiger \u00fcber den gesamten Erdball verteilt sein und trotzdem ohne Probleme gemeinsam arbeiten k\u00f6nnen. So formt New Work das <strong>Team-Modell<\/strong> der Zukunft mit mehr Freiheiten und M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Das wird einerseits die B\u00fcrowelt nachhaltig ver\u00e4ndern, andererseits auch das Miteinander von Kollegen. Denn wenn zunehmend mehr Arbeit <strong>mobil, eigenst\u00e4ndig und vor allem ortsunabh\u00e4ngig<\/strong> erledigt wird \u2013 wof\u00fcr brauchen Unternehmen dann noch Gro\u00dfraumb\u00fcros, die eine Menge Geld kosten?<\/p>\n<p>Wer nun die <strong>Kehrseite des New Work<\/strong> f\u00fcrchtet und glaubt, dass Arbeitspl\u00e4tze vollkommen abgeschafft werden, kann beruhigt sein. Auch in absehbarer Zukunft wird es weiterhin klassische Arbeitspl\u00e4tze geben. Schon aus psychologischer Sicht, denn Mitarbeiter bauchen einen festen Hort und eine Anlaufstelle, um sich mit einem Unternehmen identifizieren zu k\u00f6nnen. Es wird somit auch weiterhin im Interesse von Unternehmen sein, einen solchen Ort zu gestalten.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe \u00c4nderungen sind jedoch in der Gestaltung dieser Arbeitspl\u00e4tze zu erwarten. Wie der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen k\u00f6nnte, testen erste Firmen bereits unter dem Arbeitstitel <strong>New Workspace<\/strong>. Dieser hat mit traditionellen B\u00fcror\u00e4umen nicht mehr allzu viel gemein. Stattdessen besteht das B\u00fcro der Zukunft aus <strong>flexiblen B\u00fcrolandschaften<\/strong> und bietet Arbeitnehmern je nach Bed\u00fcrfnislage eine Auswahl unterschiedlicher Arbeitsplatzangebote: Ungest\u00f6rt telefonieren in der <strong>Telefonbox<\/strong>, in aller Ruhe nachdenken in der <strong>Quiet Zone<\/strong> oder sich mit anderen in gesch\u00fctzten Bereichen austauschen.<\/p>\n<p>Allerdings darf weiterhin dar\u00fcber diskutiert werden, ob diese Art der <strong>New Work wirklich immer besser<\/strong> ist und ausschlie\u00dflich Vorteile mitbringt. So beschreibt auch Lars Vollmer leicht ironisch <em>Hier ist Arbeit hip, sind B\u00fcros trendy, verspr\u00fcht von der Kreativ-Couch bis zum hauseignen Caf\u00e9 im Atrium jedes Detail puren Lifestyle. Krawatten tr\u00e4gt schon lange keiner mehr. Stattdessen f\u00fchrt man den eigenen B\u00fcrohund am Morgen in Sneakers zum frei w\u00e4hlbaren Arbeitsplatz.\u00a0<\/p>\n<p><\/em><\/p>\n<h2>New Work: Viele Vorteile durch Flexibilit\u00e4t<\/h2>\n<p>New Work ist auf dem Vormarsch und es spricht vieles daf\u00fcr, dass gerade Arbeitnehmer aber auch Unternehmen von den Entwicklungen profitieren. Im Kern geht es schlie\u00dflich darum, dass Mitarbeiter mehr Freir\u00e4ume und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten erhalten und dass neue technologische Innovationen eingesetzt werden, um die Arbeit zu vereinfachen und zu modernisieren.<\/p>\n<p>Somit wirken sich die Neuerungen auch auf die Personalf\u00fchrung und die Rolle des Vorgesetzten aus. Dieser ist weniger da, um den Mitarbeitern \u00fcber die Schulter zu gucken, diese zu kontrollieren und Anweisungen zu geben, sondern um die Organisation zu \u00fcbernehmen, Verantwortungen zu verteilen und den \u00dcberblick zu behalten, wenn Projekte an vielen Stellen gleichzeitig bearbeitet werden.<\/p>\n<p>Dabei r\u00fccken auch virtuelle Teams in den Fokus, indem beispielsweise Meetings nicht vor Ort, sondern per<strong> Konferenzschalte<\/strong> durchgef\u00fchrt werden: Egal ob Teammeetings, One-to-Ones, Feedbackgespr\u00e4che \u2013 alles kein Problem.<\/p>\n<p>Der wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfte Vorteil sind aber die v\u00f6llig neuen M\u00f6glichkeiten, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie umzusetzen. Die<strong> Work Life Balance<\/strong> bekommt mehr Aufmerksamkeit und durch New Work k\u00f6nnen Karriere und Familienplanung besser zusammengebracht werden. Eine Diskussion, die vor allem die <strong>Generation Y<\/strong> pr\u00e4gte, die das Ziel verfolgen, ein ausgeglicheneres Verh\u00e4ltnis der beiden Bereiche zu realisieren.<\/p>\n<p>Insbesondere f\u00fcr berufst\u00e4tige Eltern ist es heutzutage oft schwer, beides miteinander zu kombinieren. Dank Homeoffice-L\u00f6sungen und immer ausgefeilteren Optionen zur virtuellen Zusammenarbeit k\u00f6nnte dieses Problem bald der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Keine Pendelei mehr<\/strong><\/li>\n<li><strong>Arbeitsphasen und Freizeitphasen<\/strong> k\u00f6nnten sich abwechseln<\/li>\n<li>Mehr Mitarbeiter kommen in den Genuss <strong>flexibler Arbeitszeiten<\/strong> und moderner Arbeitszeitmodellen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch all das verlangt nat\u00fcrlich zum einen eine <strong>gute Koordination<\/strong> innerhalb der Teams \u2013 Meetings m\u00fcssten etwa zu bestimmten Kernzeiten stattfinden. Und zum anderen kann eine zunehmende Verschmelzung von Leben und Arbeit dazu f\u00fchren, dass der Arbeitnehmer der Zukunft \u00fcberhaupt <strong>nicht mehr abschalten kann<\/strong>. Vielleicht aber auch umso besser, weil ihm durch das Plus an Flexibilit\u00e4t viel Druck von den Schultern genommen wird, und er arbeiten kann, wenn die Ideen sprudeln, und nicht, wenn es der Chef f\u00fcr gut befindet.<\/p>\n<p>Und auch Unternehmen freuen sich \u00fcber New Work, denn mit der neuen Arbeit <strong>steigt auch die Produktivit\u00e4t<\/strong> und verbessert das Ergebnis des Arbeitgebers. Oder etwa nicht?<\/p>\n<h2>F\u00fchrt New Work automatisch zu besserer Leistung?<\/h2>\n<p>Es ist die <strong>Wunschvorstellung<\/strong>, die der gesamten New Work Entwicklung noch ein zus\u00e4tzliches Extra verleiht. Neben der gestiegenen Zufriedenheit von Mitarbeitern, dem mordernen Arbeitsumfeld und dem Nutzen neuer Technologien steigt ganz nebenbei auch noch die Produktivit\u00e4t. Das beste Nebenprodukt, das wirtschaftliche Unternehmen sich w\u00fcnschen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Aber <strong>gibt es einen solchen Zusammenhang<\/strong> wirklich? Lars Vollmer zweifelt daran und erkl\u00e4rt Dahinter steht die \u00dcberzeugung, Arbeit m\u00fcsse \u201esch\u00f6n\u201c sein. Eben so, dass die Mitarbeiter sich im B\u00fcro ungef\u00e4hr genauso wohlf\u00fchlen wie auf der heimischen Couch oder im Lieblingscaf\u00e9. Und die logische Folge dieser gl\u00fccklichen Mitarbeiter ist Unternehmenserfolg. Genau darin sieht Vollmer jedoch einen Trugschluss.<\/p>\n<p>Seiner Ansicht nach folgt der Erfolg eines Unternehmens in erster Linie daraus, wie gut dieses seine Arbeit macht und die<strong> Erwartungen von Kunden<\/strong> zufriedenstellen kann. New Work richtet sich also nicht danach, einen sch\u00f6neren und einfacheren Arbeitsplatz zu schaffen, sondern sorgt daf\u00fcr, dass eine Firma wirtschaftlich bleiben und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen kann. Erst wenn das gelingt, steigt auch der Unternehmenserfolg.<\/p>\n<p>Wenn <em>sich die Arbeit radikal ver\u00e4ndert, und das tut sie derzeit vielerorts, dann nicht deshalb, weil sich die Chefs \u00fcberlegt haben, wie sie die Arbeit anders gestalten k\u00f6nnen, sondern weil das Kundenproblem anders gel\u00f6st werden muss, damit der Kunde noch kauft. Und wenn die Menschen im Unternehmen nun die Arbeit so organisieren, dass das Produkt in seiner Kosten-Nutzen-Relation dem Wettbewerb \u00fcberlegen ist, wenn sie schneller, geschickter und produktiver zusammenarbeiten, dann wird das Unternehmen erfolgreich sein, beschreibt Vollmer die Zusammenh\u00e4nge.<\/em><\/p>\n<p>Der <strong>wahre Erfolgsfaktor<\/strong> ist damit nicht New Work an sich, sondern wie diese genutzt wird. Das soll die vielen Vorteile der neuen Arbeitswelt keinesfalls schm\u00e4lern und nat\u00fcrlich ist es auch im Sinne des Unternehmens, f\u00fcr zufriedene Mitarbeiter zu sorgen \u2013 schon um deren Motivation und Loyalit\u00e4t zu steigern.<\/p>\n<p>Geht es rein um den Erfolg, kommt es jedoch das richtige Gleichgewicht und die Nutzung der neuen Entwicklungen an. Erst wenn New Work dazu f\u00fchrt, dass die <strong>F\u00e4higkeiten und das Know How im Unternehmen optimal genutzt werden<\/strong> und sich so ein Vorteil am Markt verschafft werden kann, bringt die Ver\u00e4nderung auch Erfolg.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autorin<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Sonja Dietz arbeitet als freiberufliche Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verf\u00fcgt \u00fcber eine vertiefte Expertise im Bereich HR-Management. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/karrierebibel.de\/new-work\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">karriere-bibel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zukunft hat inzwischen die Arbeitswelt erreicht. 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