{"id":8687,"date":"2026-05-30T09:28:07","date_gmt":"2026-05-30T09:28:07","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/mythos-glueckliche-mitarbeiter-jobzufriedenheit-allein-haelt-niemanden-im-unternehmen-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:07","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:07","slug":"mythos-glueckliche-mitarbeiter-jobzufriedenheit-allein-haelt-niemanden-im-unternehmen-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/mythos-glueckliche-mitarbeiter-jobzufriedenheit-allein-haelt-niemanden-im-unternehmen-en\/","title":{"rendered":"Mythos gl\u00fcckliche Mitarbeiter: Jobzufriedenheit allein h\u00e4lt niemanden im Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Wer seinen Job liebt, bleibt? Ein Trugschluss: Studien zeigen, dass Arbeitszufriedenheit und Wechselbereitschaft zusammen funktionieren.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Es scheint paradox: Deutsche Arbeitnehmer sind heute laut Avantgarde Experts (<a href=\"https:\/\/www.avantgarde-experts.de\/de\/magazin\/arbeitszufriedenheit-studie-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Studie: Arbeitszufriedenheit 2023<\/a>) mit ihrem derzeitigen Arbeitsplatz zufriedener als je zuvor. Im Jahr 2022 seien demnach rund 68 Prozent der Umfrageteilnehmer mit ihren aktuellen Arbeitgebern gl\u00fccklich gewesen. Im Jahr 2023 sollen es schon 79 Prozent sein. Gleichzeitig <strong>steigt die Wechselbereitschaft der deutschen Arbeitnehmer stetig<\/strong> an.<\/p>\n<p>Die Zahl der Bleibewilligen ist von 82 Prozent auf 62 Prozent gesunken. Immer mehr Berufst\u00e4tige schauen sich aktiv nach neuen Stellen um und bewerben sich aus einem bestehenden Arbeitsverh\u00e4ltnis heraus bei anderen Unternehmen.<\/p>\n<p>Dass auch zufriedene Fachkr\u00e4fte bereit sind, diesen Schritt zu gehen, zeigte bereits eine fr\u00fchere StepStone-Untersuchung (<a href=\"https:\/\/www.stepstone.de\/ueber-stepstone\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/StepStone_Jobsuche-im-Fokus_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Studie: Jobsuche im Fokus<\/a>). Demnach suchte knapp jede vierte Fachkraft, die mit ihrem Job eigentlich zufrieden war, einen neuen Arbeitgeber.<\/p>\n<h2>Warum schauen sich zufriedene Arbeitnehmer nach neuen Jobs um?<\/h2>\n<p>F\u00fcr deutsche Arbeitgeber ist das angesichts des <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/fachkraeftemangel-branchen-jobs-kein-personal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fachkr\u00e4ftemangels<\/a> eine bittere Pille. Zwar zeigt die steigende Jobzufriedenheit, dass Unternehmen auf dem richtigen Weg sind und die Bem\u00fchungen dieser fruchten. Denn immer mehr Firmen legen Wert auf Mitarbeiterorientierung. Dennoch genie\u00dfen Arbeitnehmer heute eine gr\u00f6\u00dfere Wahlfreiheit und k\u00f6nnen so \u2013 auch wenn sie sich in einer guten Position befinden \u2013 schneller den Job wechseln.<\/p>\n<p>Laut StepStone schauen sich \u00fcber 80 Prozent der Fachkr\u00e4fte in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden nach neuen M\u00f6glichkeiten um. Damit sind nur 20 Prozent der Arbeitnehmer ihren Arbeitgebern tats\u00e4chlich \u201etreu\u201c.<\/p>\n<p>Warum aber wollen Mitarbeiter trotz hoher Jobzufriedenheit vielleicht die aktuelle Stelle aufgeben? Erreicht die Arbeitszufriedenheit zum Beispiel einen Wert von 90 Prozent, ist dies zwar hoch. Die restlichen Prozente k\u00f6nnen jedoch ausschlaggebend sein, um sich doch nach anderen potenziellen Arbeitgebern umzuschauen. M\u00f6gliche Gr\u00fcnde:<\/p>\n<h3>1. Ein Jobwechsel bietet frische Karriereperspektiven mit besserer Position<\/h3>\n<p>Manchmal ist ein Jobwechsel trotz hoher Zufriedenheit der einzige Weg, um ein noch h\u00f6heres Karrierelevel zu erreichen. K\u00fcndigt ein Arbeitnehmer, bedeutet es deshalb nicht unbedingt, dass dieser mangels Jobzufriedenheit das Handtuch schmei\u00dft. Ergeben sich auf diese Weise Karrierechancen, ist es sogar wichtig, dann und wann die Stelle zu wechseln.<\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/kuendigung-das-sollten-sie-wissen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">K\u00fcndigung seitens der Arbeitnehmer<\/a> wird heute deshalb nicht automatisch mit dem Scheitern eines Jobs gleichgesetzt. Im Gegenteil: Wer eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung sucht, um eigene F\u00e4higkeiten und <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/7-soft-skills-die-arbeitgeber-sich-von-bewerbern-wuenschen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Skills<\/a> weiterzuentwickeln und besser einsetzen zu k\u00f6nnen, verf\u00fcgt \u00fcber ein hohes Ma\u00df an <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/fragen-zur-selbstreflexion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Selbstreflexion<\/a>, Mut und Lernwillen.<\/p>\n<h3>2. Der Job ist toll, das Umfeld weniger<\/h3>\n<p>Ein weniger geeignetes Umfeld muss nicht automatisch bedeuten, den eigenen Job nicht zu m\u00f6gen. Eine Korrelation ist jedoch wahrscheinlich. Denn immer mehr Arbeitnehmern ist das \u201e<strong>soziale Miteinander<\/strong>\u201c wichtig. Haben diese vor einigen Jahren ein toxisches Arbeitsumfeld noch hingenommen, wenn das Geld und die Arbeit ansonsten stimmten, sind viele heute nicht mehr bereit, dies zu tun.<\/p>\n<p>Trotz hoher Jobzufriedenheit mit sinnvollen Aufgaben und Spa\u00df an der Arbeit ist es deshalb m\u00f6glich, dass Angestellte sich nach neuen Stellen umschauen. Zu einem guten Arbeitsumfeld geh\u00f6ren ein gesundes Arbeitsklima, ein wertsch\u00e4tzender Umgang unter Kollegen, eine einladende Pausenkultur sowie eine <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/post-mortem-kultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">tolerante Fehlerkultur<\/a>.<\/p>\n<h3>3. Arbeitnehmer sch\u00e4tzen ihre Chancen f\u00fcr mehr Gehalt bei neuen Arbeitgebern h\u00f6her ein<\/h3>\n<p>Statt eines Arbeitgebermarktes existiert l\u00e4ngst ein Arbeitnehmermarkt, der es f\u00fcr Fachkr\u00e4fte m\u00f6glich macht, Bedingungen zu stellen. Laut Avantgarde Experts sei der Studie nach vor allem Geld ausschlaggebend f\u00fcr die Zufriedenheit von Arbeitnehmern, wie die aktuelle Befragung zeigt: Mit 62 Prozent landete der Punkt \u201eGehalt\u201c als Zufriedenheitsfaktor auf dem ersten Platz. M\u00f6glich ist eine h\u00f6here Wechselbereitschaft deshalb auch, weil der Marktwert von Fachkr\u00e4ften angestiegen ist und somit auch die Chancen steigen, bei potenziellen Arbeitgebern mehr Geld auszuhandeln.<\/p>\n<p>Weigern sich Arbeitgeber, dem Wunsch nach mehr Lohn und Gehalt nachzugeben, ist es deshalb auch wahrscheinlich, dass zufriedene Mitarbeiter sich ebenfalls nach neuen Jobchancen mit attraktiveren Konditionen umschauen.<\/p>\n<h3>4. Mitarbeiter haben ihre Karriereziele erreicht<\/h3>\n<p>Bef\u00f6rderung bekommen, hohe Karrierestufe erreicht, mehr Geld verdient: Eigentlich l\u00e4uft alles rund. Dennoch ist es m\u00f6glich, dass das Erreichen der eigenen Ziele auch das Ende einer pers\u00f6nlichen Reise bedeutet. Laut Avantgarde Experts versp\u00fcren 42 Prozent der Befragten mittlerweile eine Unterforderung im Job. Auch wenn der Arbeitgeber prima ist und das <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/frieden-am-arbeitsplatz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Arbeitsklima<\/a> passt, ist es deshalb m\u00f6glich, dass das Fehlen der Herausforderung zum Jobkiller wird.<\/p>\n<p>Wer sich nach mehr Herausforderung sehnt, etwa nach einer fachlichen Weiterentwicklung, wird deshalb aktiv nach neuen Chancen schauen. Zufriedene Mitarbeiter werden deshalb \u2013 trotz ihrer guten Position \u2013 keine M\u00f6glichkeit ungenutzt lassen, um beruflich noch weiter wachsen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>5. Arbeit und Kollegen sind spitze \u2013 die F\u00fchrungskultur aber nicht<\/h3>\n<p>Wir k\u00f6nnen zufrieden zur Arbeit gehen, wenn wir uns auf unsere Kollegen und das neue Arbeitsprojekt freuen. Geistert uns unsere Beziehung zum Chef im Hinterkopf herum, weil etwas nicht in Ordnung ist, kann dies jedoch Wechselbereitschaft ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/menschen-verlassen-vorgesetzte-nicht-ihre-jobs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">F\u00fchrungskr\u00e4fte werden immer h\u00e4ufiger zum Grund, den Arbeitsplatz zu wechseln<\/a>. Vor allem j\u00fcngere Fachkr\u00e4fte und Arbeitnehmer sind eher bereit, einen tollen Job zu k\u00fcndigen, wenn sie merken, dass sie trotz einer grunds\u00e4tzlichen Zufriedenheit eigentlich mit der vorherrschenden F\u00fchrungskultur nicht einverstanden sind.<\/p>\n<h3>6. Der Jobwechsel hat famili\u00e4re\/pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde (zum Beispiel: Umzug)<\/h3>\n<p>Zu guter Letzt bleibt zu erw\u00e4hnen, dass nicht immer ein direkter Zusammenhang zwischen Jobzufriedenheit und Jobwechsel besteht. M\u00fcssen Arbeitnehmer zum Beispiel aufgrund eines Umzugs ihre Stelle aufgeben, etwa wegen der Verwirklichung des Traums vom Eigenheim, ist dies ebenfalls ein guter Grund, trotz Jobzufriedenheit eine neue Stelle suchen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<h2>Going with the flow: H\u00e4ufige Jobwechsel haben eine eigene Kultur<\/h2>\n<p>Nun k\u00f6nnte man meinen, die Entwicklung, dass sogar zufriedene Arbeitnehmer ihren Arbeitgebern nicht unbedingt treu sind, negativ werten zu m\u00fcssen. Dem ist jedoch nicht so. Denn auch eine Kultur des <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/jobwechsel-im-lebenslauf-darstellen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jobhoppings<\/a>, die je nach Arbeitnehmer mal weniger stark und mal st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt ist, ist heute nicht ungew\u00f6hnlich und Teil der New-Work-\u00c4ra.<\/p>\n<p>Die Neugier nach Neuem, der Wunsch, pers\u00f6nlich zu wachsen und die Erkenntnis, dass Arbeitnehmer einen h\u00f6heren Marktwert haben, als ihnen zugestanden wird, hat diese Entwicklung verst\u00e4rkt. Hohe Arbeitszufriedenheit und Wechselbereitschaft funktionieren aus diesen Gr\u00fcnden gut zusammen und schlie\u00dfen sich, auch wenn es zun\u00e4chst paradox klingt, nicht automatisch aus.<\/p>\n<h2>Jobfrust: Wechselbereitschaft in Deutschland ist grunds\u00e4tzlich hoch<\/h2>\n<p>Nach aktueller Studienlage denkt ein Gro\u00dfteil der deutschen Arbeitnehmer grunds\u00e4tzlich \u00fcber einen Jobwechsel nach. Die meisten von ihnen m\u00f6chten zu neuen Ufern aufbrechen, weil sie sich nach einer besseren F\u00fchrungskultur, mehr Geld, einem besseren Arbeitsklima oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehnen. W\u00e4hrend die Wechselbereitschaft zufriedener Arbeitnehmer eher \u00fcberrascht, ist die generelle Bereitschaft unzufriedener Mitarbeiter aus den genannten Gr\u00fcnden keine \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>H\u00e4ufige Gr\u00fcnde f\u00fcr eine h\u00f6here Wechselbereitschaft auf einen Blick:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/flop-gehalt-trotz-top-leistung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Unzufriedenheit mit Lohn\/Gehalt<\/a><\/li>\n<li>Arbeits\u00fcberlastung und hohes Stresslevel<\/li>\n<li>geringe Aufstiegschancen oder Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeiten<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/fuehrungsstil-schwacher-anfuehrer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Probleme mit der F\u00fchrungskraft<\/a><\/li>\n<li>schlechtes Arbeitsklima<\/li>\n<li>wenig <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/work-life-integration\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Work-Life-Balance<\/a> und Vereinbarkeit von Beruf und Familie<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Tipp:<\/strong> Ein Jobwechsel will dennoch gut \u00fcberlegt sein. Haben h\u00e4ufige Stellenwechsel zum Beispiel den Hintergrund, dass Vertr\u00e4ge \u00fcbereilt unterschrieben werden und sich dann erneut Unzufriedenheit einstellt, k\u00f6nnte auch ein Branchenwechsel helfen. Stellen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/quereinsteiger-jobs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quereinsteiger<\/a> werden h\u00e4ufig ausgeschrieben und die M\u00f6glichkeiten, sich fachlich umzuorientieren, sind heute gr\u00f6\u00dfer denn je.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/mythos-glueckliche-mitarbeiter-jobzufriedenheit-allein-haelt-niemanden-im-unternehmen\/?xing_share=news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">arbeitsABC<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer seinen Job liebt, bleibt? Ein Trugschluss: Studien zeigen, dass Arbeitszufriedenheit und Wechselbereitschaft zusammen funktionieren. 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