{"id":8683,"date":"2026-05-30T09:28:07","date_gmt":"2026-05-30T09:28:07","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/motiviert-talentiert-ausgebremst-was-junge-talente-im-job-zurueckwirft-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:07","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:07","slug":"motiviert-talentiert-ausgebremst-was-junge-talente-im-job-zurueckwirft-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/motiviert-talentiert-ausgebremst-was-junge-talente-im-job-zurueckwirft-en\/","title":{"rendered":"Motiviert, talentiert, ausgebremst: Was junge Talente im Job zur\u00fcckwirft"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Das Karriereziel steht. Der Masterplan wurde detailliert ausgearbeitet. Doch: Genau hier machen viele junge Menschen einen entscheidenden Fehler, der ihrer beruflichen Laufbahn mehr schadet, als ihnen lieb ist.<\/p>\n<p><\/strong><\/em><\/p>\n<h2>\u201eWas willst du werden, wenn du einmal gro\u00df bist?\u201c<\/h2>\n<p>Bereits im Sandkasten zeigen wir, ob wir die intelligenten Zuh\u00f6rer in der Ecke des Buddelkastens, die k\u00e4mpferischen Redner im Mittelpunkt des Geschehens oder die kreativ-verspielten Sandkuchenb\u00e4cker im Spielsand sind. Noch wissen wir nicht, was sp\u00e4ter einmal aus uns werden wird.<\/p>\n<p>Wenn wir dann endlich \u201e<strong>gro\u00df<\/strong>\u201c sind, wissen einige von uns ganz genau, wohin die Reise gehen soll: Wir planen unsere Karriere, beenden ein Studium, haken einen Punkt in unserem Masterplan ab. In drei Jahren wollen wir eine Leitungsposition einnehmen; in f\u00fcnf Jahren die komplette F\u00fchrung. Mit dem Erreichen eines Ziels assoziieren wir einen bestimmten Status, vielleicht ist es aber auch die Kompensation einer Verletzung, als uns gesagt wurde: \u201e<strong>Aus dir wird nichts werden.<\/strong>\u201c<\/p>\n<p><strong>Was auch immer hinter unseren hartgesottenen Karrierepl\u00e4nen steckt:<\/strong> Es ist nicht immer gut, sie zu haben. Zumindest hilft es nicht, einzelne Karriereschritte bis auf das kleinste Detail zu planen.<\/p>\n<h2>\u00dcberplanung: Unser Fehler sind sture Idealvorstellungen<\/h2>\n<p>Landen wir einmal in dem Beruf, von dem wir geglaubt haben, dass er unsere Bestimmung ist, wollen wir nur allzu h\u00e4ufig doch wieder aussteigen und uns umorientieren. Manchmal sogar fr\u00fcher: Nach wie vor gibt es Ausbildungs- und Studienabbrecher.<\/p>\n<p>Es ist durchaus sinnvoll, herauszufinden, wo die berufliche Reise hingehen sollen. \u00dcberplanung ist jedoch kontraproduktiv. Neurowissenschaftlerin und Psychologin Elaine Fox, die seit vielen Jahren zu den Themen Gehirnforschung und mentale St\u00e4rke forscht, empfiehlt stattdessen vor allem eine Sache: Flexibilit\u00e4t. Ihre Forschungen zeigen, dass <strong>Menschen erfolgreicher und zufriedener<\/strong> sind, wenn sie mental flexibel und damit besonders resilient gegen\u00fcber Ver\u00e4nderungen und R\u00fcckschl\u00e4gen sind.<\/p>\n<p>Wichtig ist, sich nicht auf ein bestimmtes Bild zu beschr\u00e4nken, sondern das gro\u00dfe Ganze zu sehen und offen zu bleiben f\u00fcr neue M\u00f6glichkeiten in Bezug auf die eigene Karriere. Dein Chef bietet dir eine neue Aufgabe an, aber sie hat nichts mit deinen eigenen Karrierepl\u00e4nen zu tun? Vielleicht probierst du sie dennoch aus. Noch hast du die Chance, alles mitzunehmen, Fehler zu machen und neue F\u00e4higkeiten zu entdecken.<\/p>\n<h2>3 Gr\u00fcnde, warum du deine Karriereziele nicht zu eng planen solltest:<\/h2>\n<h3>1. Der Arbeitsmarkt hat sich ver\u00e4ndert:<\/h3>\n<p>Wir befinden uns in einer Arbeitswelt mit unendlich vielen M\u00f6glichkeiten. Flexibilit\u00e4t ist wichtiger denn je. Quereinstiege sind Normalit\u00e4t. Deshalb gibt es nicht den einen Weg, die eine gerade Linie, die wir verfolgen m\u00fcssen, um anzukommen. Etwas Jobhopping tut heute sogar gut: Wer es nicht \u00fcbertreibt, gewinnt an Mut, lernt neue Skills und neue Menschen kennen, vernetzt sich beruflich und ist f\u00e4hig, innovative L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr bestehende Probleme entwickeln.<\/p>\n<h3>2. Zu starre Fokussierung auf Karriereziele<\/h3>\n<p>Eine zu starre Fokussierung auf spitze Karriereziele schr\u00e4nkt die pers\u00f6nliche Entwicklung eher ein. Wir Menschen ver\u00e4ndern uns im Laufe der Zeit, ebenso unsere Interessen, Werte und Ansichten. Wer mit offenen Augen durch das Leben schreitet, kann sich auf Ver\u00e4nderungen besser einstellen und flexiblere Karriereentscheidungen treffen.<\/p>\n<h3>3. Chancen werden verpasst:<\/h3>\n<p>Wer nur ein Ziel vor Augen hat, verpasst M\u00f6glichkeiten, in anderen Bereichen zu wachsen. Solltest du dich einzig und allein auf das eine Ziel fokussieren und dich anderen M\u00f6glichkeiten gegen\u00fcber verschlie\u00dfen, bleibt dein Horizont deshalb begrenzt. Du wei\u00dft nicht, ob du h\u00e4ttest zufriedener sein k\u00f6nnen, wenn du doch einen anderen Karriereweg gew\u00e4hlt h\u00e4ttest.<\/p>\n<h3>4. Idealisierungsgefahr:<\/h3>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer unser Ideal, desto gr\u00f6\u00dfer auch das Risiko, tief abzust\u00fcrzen. Denn das Bild des idealisierten Berufs entspricht nie der Wahrheit. Sondern einer \u00fcberm\u00e4chtigen Vorstellung des Traumjobs, der so wahrscheinlich nicht existiert. Nach der Idealisierung kommt \u00fcblicherweise die Abwertung \u2013 und das kann wirklich schmerzhaft sein. Um das zu vermeiden ist es wichtig, realistisch zu denken, offen zu bleiben und auch bereit zu sein, einen Umweg zu gehen, um ans Ziel kommen.<\/p>\n<p><span id=\"ezoic-pub-ad-placeholder-912\" data-method=\"placement-service\" data-ezoic-video-excluded=\"1\"><\/span><\/p>\n<h2>\u00dcberplanung der eigenen Karriere wirkungsvoll verhindern<\/h2>\n<h3>1. Stelle dich auf Ver\u00e4nderungen ein<\/h3>\n<p>Die einen empfehlen Durchhalteverm\u00f6gen, wenn es um die eigene Karriereplanung geht. Die anderen setzen auf stetige Lernbereitschaft. Das alles ist wichtig, aber nur eine Sache ist ganz gewiss: Es wird immer Ver\u00e4nderungen geben, auf die wir uns einstellen sollten. M\u00f6glicherweise f\u00e4llst du durch eine Pr\u00fcfung, wirst entlassen oder kommst nicht mit deinen Kollegen klar. Anstatt etwas zu ver\u00e4ndern, beharren wir aber weiter auf unseren urspr\u00fcnglichen Karriereplan.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen stellen einen Umbruch, eine neue Herausforderung dar. Je besser wir mit ihnen umgehen k\u00f6nnen, desto h\u00f6her die Chance, gl\u00fccklich und gelassen unserem Job nachzugehen. Auch deshalb ist Flexibilit\u00e4t die bessere Wahl \u2013 und nicht das sture Festhalten an einem Plan.<\/p>\n<h3>2. Out-of-the-Box: Lerne deine spontane, unkonventionelle Seite kennen<\/h3>\n<p>Schon in unseren ersten Lebensjahren entwickeln wir in unserem Gehirn kreative Ideen, innovative L\u00f6sungen und kognitive F\u00e4higkeiten, die uns sp\u00e4ter in unserem Leben helfen werden. Unsere Denk- und Verhaltensmuster festigen sich aber langsam \u2013 und weil wir Gewohnheitstiere sind, folgt unser Hirn den sicheren, bew\u00e4hrten L\u00f6sungen. Wer im Erwachsenenalter jedoch bewusst Abstand von Sicherheit und Planung nimmt, kann seine Komfortzone verlassen und die Welt wieder wie ein Kind erforschen.<\/p>\n<p>Und wer noch nicht \u00fcberzeugt ist, dass unser Gehirn auch im Erwachsenenalter noch f\u00e4hig ist, sich neu zu strukturieren, sollte das \u00fcberdenken. Nicolas Schuck vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Bildungsforschung ist sich sicher: Forscher sehen <strong>Ver\u00e4nderungen im Gehirn, wenn wir etwas Neues machen<\/strong> \u2013 etwa wenn wir das Geigenspielen lernen. Das neuronale Netz zeigt eine Ver\u00e4nderung, was bedeutet, dass unser Hirn besonders flexibel und offen neuen Gegebenheiten gegen\u00fcber sein kann. Das ist nicht immer einfach und manchmal steckt viel Arbeit dahinter. Dennoch bleiben wir lernf\u00e4hig. Noch befindet sich unser Denkorgan nicht in Rente.<\/p>\n<h3>3. Hinterfrage deinen Antrieb<\/h3>\n<p>Welchen Beruf w\u00fcrdest du w\u00e4hlen, wenn du w\u00fcsstest, dass du nicht scheitern kannst? Was w\u00e4re, wenn dir die Erwartungen deiner Eltern, deines Umfelds oder deines Partners in Hinblick auf deine berufliche Karriere egal w\u00e4ren?<\/p>\n<p>Diese Fragen kannst du dir stellen, um deine spontane, mutige Seite kennenzulernen, die nicht verbissen auf einen Plan beharrt. Es bedeutet nicht, dass dir das, was deine Liebsten denken, wirklich egal sein muss. Nur ist es oft so, dass wir unseren inneren Antrieb nicht hinterfragen: Wollen wir das Medizin- oder Jurastudium beenden, um jemandem etwas zu beweisen oder weil wir selbst daf\u00fcr brennen?<\/p>\n<p>Was w\u00fcrdest du tun, wenn du nichts tun M\u00dcSSTEST, sondern einfach die freie Wahl h\u00e4ttest?<\/p>\n<h3>4. Du kannst mehr als nur eine Sache<\/h3>\n<p>Du wurdest f\u00fcr dein Organisationstalent gelobt? Menschen finden dich besonders redegewandt und kommunikativ? Ein spezielles Kompliment hat dich \u00fcberrascht? H\u00e4ufig k\u00f6nnen wir mehr als diese eine Sache, von der wir selbst so \u00fcberzeugt sind. Wenn deine Karriereplanung lediglich auf einer bestimmten F\u00e4higkeit baut, schr\u00e4nkst du dich ein.<\/p>\n<p><span id=\"ezoic-pub-ad-placeholder-914\" data-method=\"placement-service\" data-ezoic-video-excluded=\"1\"><\/span><\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, wie du etwas von deinen hartn\u00e4ckigen oder gar \u201eeint\u00f6nigen\u201c Pl\u00e4nen abweichen kannst: <strong>Frage dein Umfeld<\/strong>, wie es dich einsch\u00e4tzt und finde heraus, wie andere Menschen dich wahrnehmen. Auch wenn wir uns in einer Zeit befinden, in der wir h\u00e4ufig zu mehr Selbstliebe und Selbstreflexion aufgefordert werdet, schadet es nicht, die Au\u00dfenwahrnehmung zu kennen und einfach mal nachzufragen. M\u00f6glicherweise entdeckst du eine F\u00e4higkeit oder eine Seite an dir, \u00fcber die du dir selbst nicht bewusst warst und die du f\u00fcr deinen weiteren beruflichen Weg nutzen kannst.<\/p>\n<h3>5. Entwicklung braucht Zeit \u2013 auch im Job<\/h3>\n<p>Last but not least: Was auch immer du f\u00fcr Pl\u00e4ne schmiedest, \u00fcbereile nichts. Vielleicht wirst du deinen Job k\u00fcndigen, du wirst entlassen oder eine Fortbildung weckt dein Interesse und lenkt dich in eine ganz andere Richtung.<\/p>\n<p><strong>Klar:<\/strong> Das Festhalten an einen Karriereplan kann uns manchmal weit bringen. Aber am Ziel angekommen, ist es manchmal nicht das Ideal, was wir uns ertr\u00e4umt haben. Es ist also nicht immer sinnvoll, am urspr\u00fcnglichen Plan zu kleben. Lass\u2018 dich auch ein wenig treiben, um an neuen (beruflichen) Ufern anzukommen. Bleibe offen und auch lernwillig.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/nr1-karrierefehler-ziele-nicht-zu-eng-planen\/?xing_share=news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">arbeitsABC.de<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Karriereziel steht. Der Masterplan wurde detailliert ausgearbeitet. 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