{"id":8669,"date":"2026-05-30T09:28:06","date_gmt":"2026-05-30T09:28:06","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/mindfulness-erobert-die-unternehmen-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:06","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:06","slug":"mindfulness-erobert-die-unternehmen-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/mindfulness-erobert-die-unternehmen-en\/","title":{"rendered":"Mindfulness erobert die Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Bei gro\u00dfen und bekannten Unternehmen wie Google und McKinsey ist es schon passiert: Mindfulness hat sie erobert. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff, wie k\u00f6nnen Unternehmen davon profitieren und womit kann man starten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Um diese Fragen zu beantworten, durfte ich Jan E\u00dfwein interviewen. Jan ist Speaker, F\u00fchrungskr\u00e4fte-Coach und Deutschlands meistgelesener Autor zum Thema Achtsamkeit. Seine fr\u00fchen Ver\u00f6ffentlichungen und Trainings machen ihn au\u00dferdem zu einem Wegbereiter der Achtsamkeitsbewegung in Deutschland.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n<h2>Was verbirgt sich hinter dem Begriff Mindfulness?<\/h2>\n<p>Mindfulness ist der englische Begriff f\u00fcr das Wort Achtsamkeit. Ich nutze am liebsten das deutsche Wort, denn das ist den meisten Menschen gel\u00e4ufiger.<\/p>\n<p>Achtsam zu sein bedeutet mit der Aufmerksamkeit voll und ganz bei dem zu sein was Du tust oder erlebst. Achtsamkeit ist wie ein Scheinwerfer. Du kannst ihn auf Dich selbst richten, auf Dein Gegen\u00fcber oder auf Deine Umgebung, die Situation in der Du Dich befindest. Wenn Du achtsam bist, ist es als w\u00fcrdest Du innerlich einen kleinen Schritt zur\u00fccktreten. Aus diesem Abstand ist es leichter die Dinge klar zu sehen und Gelassenheit zu entwickeln.<\/p>\n<h2>Wie erkl\u00e4rst du Mindfulness einem Personaler der noch nie davon geh\u00f6rt hat?<\/h2>\n<p>Einerseits ist Achtsamkeit, also die F\u00e4higkeit pr\u00e4sent zu sein und sich differenziert wahrzunehmen, eine Basiskompetenz. Sie bildet die Voraussetzung f\u00fcr eine gesunde Selbstf\u00fchrung und ist eine tragende S\u00e4ule der Resilienz.<\/p>\n<p>Andererseits ist es eine Haltung der Akzeptanz, des Respektes und der Wertsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte diese Haltung in ihrer Kommunikation zum Ausdruck bringen, st\u00e4rken sie eine positive Beziehung zu ihren Mitarbeitern. Das senkt das Stresslevel der Mitarbeiter und damit die Krankenst\u00e4nde, f\u00fchrt zu st\u00e4rkerer Mitarbeiter-Bindung und h\u00f6herer Mitarbeiter-Zufriedenheit.<\/p>\n<h2>Wie bist du pers\u00f6nlich zu dem Thema gekommen?<\/h2>\n<p>Als ich achtzehn Jahre alt war starb ein enger Freund bei einem Unfall. Das hat mich stark ins Nachdenken dar\u00fcber gebracht was ein gut gelebtes Leben ausmacht. Die Antwort war: \u201eSo bewusst wie m\u00f6glich leben\u201c. Den Weg dazu fand ich in verschiedenen Meditationstechniken. 1995, im Alter von zwanzig Jahren ging ich in mein erstes zehnt\u00e4giges Schweige-Retreat in Indien. Diese Erfahrung ver\u00e4nderte grundlegend meine Sicht auf mich selbst. Der Weg der Achtsamkeit lies mich seitdem nicht mehr los.<\/p>\n<h2>Welche Rolle spielt Mindfulness in der heutigen Arbeitswelt?<\/h2>\n<p>Da sehe ich zwei thematische Achsen: Die erste spannt sich zwischen den Herausforderungen und den Potentialen der eigenen T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Zu den Herausforderungen: Achtsamkeit hat, das ist wissenschaftlich nachgewiesen, eine stark stressreduzierende Wirkung. Das ist in der heutigen Arbeitswelt mit ihrer hohen Umdrehungszahl sowie der Informationsdichte ein wichtiger Aspekt und eine F\u00e4higkeit die den meisten F\u00fchrungskr\u00e4ften und Mitarbeitern von gro\u00dfem Nutzen ist.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Potentiale: Je genauer ich mich wahrnehme desto klarer sp\u00fcre ich wo es mich hinzieht, wo ich aufbl\u00fche, was mein Herz zum schlagen bringt.<\/p>\n<p>Ich kann dann Fragen besser beantworten wie: \u201eWo ist mein Sweet Spot? Wo bin ich am Besten? Wo erfahre ich den gr\u00f6\u00dften Sinn und kann gleichzeitig den bestm\u00f6glichen Beitrag innerhalb meiner Organisation liefern?\u201c Wer seinen Sweet Spot findet, der ist intrinsisch motiviert bis in die Haarspitzen, den muss man nicht mehr pushen, h\u00f6chstens manchmal bremsen.<\/p>\n<p>Die zweite Achse spannt sich zwischen den Polen von Kommunikation und Konzentration. Wann brauche ich einen anregenden Austausch mit einem Kollegen? Wann brauche ich fokussiertes, unterbrechungsfreies, tiefes Arbeiten an einem Thema? Wie stelle ich einen jeweils geeigneten Kontext her? Wer achtsam ist erkennt deutlicher, welche Bedingungen daf\u00fcr dienlich sind.<\/p>\n<h2>Welche Chancen siehst du darin?<\/h2>\n<p>Ich sehe tats\u00e4chlich die Chance darin die Arbeit zu tun \u201edie wir wirklich, wirklich wollen\u201c um mit Frithjof Bergmann, dem Begr\u00fcnder der New Work Bewegung zu sprechen. Zufriedener zu werden. Und zugleich produktiver.<\/p>\n<p>Teile ein Beispiel aus deinem Arbeitsalltag, das andere zum Thema Mindfulness ermutigt.<\/p>\n<p>Meetings mit meinen Mitarbeitern starte ich immer mit zwei Minuten Stille. Als N\u00e4chstes notiert sich jeder a, drei Dinge auf die er gerade stolz ist und b, die drei wichtigsten Dinge f\u00fcr die heutige Agenda. Unser Check-In startet damit, diese Punkte kurz mitzuteilen. Es hat sich bew\u00e4hrt, erstmal den Blick aufs Gesunde, Funktionierende, auf die Ressourcen zu lenken. Mit diesem positiven Gef\u00fchl im R\u00fccken k\u00f6nnen wir die Aufgaben die vor uns liegen, viel leichter angehen.<\/p>\n<h2>Dein Tipp: Welche drei ersten Schritte sollte ein Personaler tun, um Mindfulness im Unternehmen zu etablieren?<\/h2>\n<p>Bevor Du einen Schritt tust ist es gut sich zu fragen: passt das Thema Achtsamkeit wirklich zu unseren gelebten Werten und unserer Kultur? Passt sie zur Suppe in der wir schwimmen? Wenn das nicht der Fall ist, kannst Du bestenfalls Einzelne unterst\u00fctzen und die Implementierung wird zwangsl\u00e4ufig an der Oberfl\u00e4che bleiben.<\/p>\n<p>Falls Du die vorherige Frage mit ja beantworten kannst, ist es im ersten Schritt hilfreich Informationen mit dem Team zu teilen: Artikel, spannende Links, eigene Erfahrungsberichte um die Resonanz zu testen und Verb\u00fcndete zu finden.<\/p>\n<p>Mach Dir im zweiten Schritt bewusst, wen Du abholen musst. Gerade das Thema Achtsamkeit ist in manchen K\u00f6pfen noch mit einem Esoterik-Stempel versehen. In sehr kritischen oder stark kognitiv gepr\u00e4gten Zielgruppen ist es deshalb wichtig den Zahlen-Daten-Fakten Aspekt in der Kommunikation in den Vordergrund zu stellen und Vorbehalte von Anfang an passgenau zu adressieren.<\/p>\n<p>Plane als Schritt Nummer drei Ma\u00dfnahmen von Anfang an im Hinblick auf Transfer und Verankerung in der Organisation. H\u00e4ufig sind dazu blended-learning Ans\u00e4tze geeignet. Pr\u00fcfe wo Ihr Achtsamkeit r\u00e4umlich und in Ritualen wie zum Beispiel Meetings verankern k\u00f6nnt. Idealerweise sollten Bezugspunkte geschaffen werden durch die die Achtsamkeit immer wieder sichtbar und erlebbar wird. Fragt im Vorfeld Euer Management wie viel Achtsamkeit es in der Organisation denn sein darf. Ansonsten sto\u00dfen Eure Ma\u00dfnahmen an eine Glasdecke.<\/p>\n<h2>Was kann jeder einzelne daf\u00fcr tun?<\/h2>\n<p>Eine gute, weil wichtige Frage. In Asien wird f\u00fcr den Begriff Meditation das Wort Bhavana verwendet. Es bedeutet soviel wie \u201e\u00dcben, kultivieren, entwickeln\u201c. Achtsamkeit ist eine F\u00e4higkeit die ge\u00fcbt, entwickelt werden will, sonst bleibt es eine reine Formel.<\/p>\n<p>Das geht auf zwei Wegen, die sich perfekt erg\u00e4nzen: Zum einen die stillen \u00dcbungen der Atemmeditation oder des Bodyscans, die Du zu Hause anwenden kannst. Selbst f\u00fcnf bis zehn Minuten am Tag sind wertvoll. Zum anderen die Praxis der Achtsamkeit im Alltag. Du kannst achtsam essen, Autofahren oder dem Gegen\u00fcber im Gespr\u00e4ch Deine volle Aufmerksamkeit schenken.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber den Autor<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.xing.com\/profile\/Jurek_Maehler\/portfolio\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jurek M\u00e4hler<\/a>,\u00a0<em>Bereichsleiter Gesundheitsmanagement, B\u00b7A\u00b7D GmbH<\/em><br \/><em>INSIDER\u00a0f\u00fcr New Work, Health, Performance<\/em><\/p>\n<p><em>New Work als Chance zur Ver\u00e4nderung der Arbeitswelt! Welche Kompetenzen ben\u00f6tigen Mitarbeiter in Zukunft? Was k\u00f6nnen Unternehmen tun, um eine gesunde und leistungsf\u00f6rdernde Kultur zu schaffen? Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Sie werden auch von diesen Fragen angetrieben? Dann bleiben Sie hier!<\/em><\/p>\n<p>Quelle:<a href=\"https:\/\/www.xing.com\/news\/insiders\/articles\/mindfulness-erobert-die-unternehmen-interview-mit-jan-esswein-dem-experten-fur-achtsamkeit-im-business-2320506?xng_share_origin=web\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Xing Insider<\/a><\/p>\n<div class=\"summary-box__author\">\u00a0<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei gro\u00dfen und bekannten Unternehmen wie Google und McKinsey ist es schon passiert: Mindfulness hat sie erobert. 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