{"id":8647,"date":"2026-05-30T09:28:05","date_gmt":"2026-05-30T09:28:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/konflikte-in-online-meetings-loesen-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:05","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:05","slug":"konflikte-in-online-meetings-loesen-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/konflikte-in-online-meetings-loesen-en\/","title":{"rendered":"Konflikte in Online-Meetings l\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Mehr Teams denn je finden sich in Online-Meetings wieder. Wie in der echten Begegnung k\u00f6nnen sich auch hier Beteiligte angiften oder anschweigen. Allerdings kommen remote ein paar neue Konfliktherde hinzu. Wie erkenne ich diese? Wie spreche ich Konflikte an, wenn jeder vor seinem Rechner sitzt? Mediatorin Annette Vorpahl gibt Tipps f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte.<\/p>\n<p><\/em><\/strong><\/p>\n<h2>1. Woran entz\u00fcnden sich Konflikte in Online-Meetings?<\/h2>\n<p>Die h\u00e4ufigsten Ursachen beruhen auf der Technik, der Situation oder der Kommunikation. So mancher Mitarbeitende ist mit der Technik \u00fcberfordert, obwohl diese so einfach zu bedienen scheint. Es fehlt die Onlineaffinit\u00e4t und manchmal auch die Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Zweitens die Situation: Homeoffice schien zun\u00e4chst eine praktikable und notwendige L\u00f6sung, die Arbeit unter Pandemiebedingungen fortf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Doch nicht jeder ist freiwillig dabei. Umst\u00e4nde wie Homeschooling, die parallele Arbeit des Partners in denselben vier W\u00e4nden oder der fehlende Small Talk mit Kolleginnen und Kollegen zerren an den Nerven.<\/p>\n<h2>2. Welchen Einfluss hat die Kommunikation?<\/h2>\n<p>Sie bietet die gr\u00f6\u00dfte Angriffsfl\u00e4che. Durch unpers\u00f6nliche Chats und E-Mails entstehen schneller Missverst\u00e4ndnisse und Falschinformationen, als wenn Menschen direkt und pers\u00f6nlich miteinander reden. Eine Nachricht wird als Bevormundung empfunden, jemand wird h\u00e4ufiger nicht informiert und f\u00fchlt sich ausgeschlossen. In der virtuellen Kommunikation kann der Gro\u00dfteil der Botschaft schnell verloren gehen: alles, was wir durch unseren Tonfall, die Mimik und Gestik unbewusst mitteilen. Eben das, was die Beziehungsebene ausmacht.<\/p>\n<h2>3. F\u00fchrt auch das Verhalten in virtuellen Meetings zu angespannten Situationen?<\/h2>\n<p>Daf\u00fcr gibt es viele Beispiele: Ein Teammitglied schaltet sich grunds\u00e4tzlich nicht mit seinem Bild zu, ein anderes erscheint nie zur virtuellen Kaffeepause, Teilnehmende kommen zu sp\u00e4t, sie arbeiten nebenbei. Der Vorgesetzte klinkt sich \u00f6fter vorzeitig aus der Videokonferenz aus. Virtuelle Meetings sind au\u00dferdem anstrengender als Pr\u00e4senztreffen, denn die Teilnehmenden m\u00fcssen aufmerksamer sein und sich auf den Punkt konzentrieren. Daher sollten diese Treffen k\u00fcrzer sein, es braucht <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/arbeitswelt-gestalten\/guter-auftritt-in-der-videokonferenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Regeln f\u00fcr die Videokonferenz<\/a> und eine klare und strukturierte Moderation. Der Pause kommt eine besondere Bedeutung zu.<\/p>\n<h2>4. Sollten Mitarbeitende ihre Zwists nicht grunds\u00e4tzlich erst mal selbst kl\u00e4ren?<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend sich Kolleginnen und Kollegen auf dem Flur oder in der K\u00fcche in der Regel \u00fcber das eine oder andere private Thema austauschen, bevor sie einen \u00c4rger ansprechen, ist die Hemmschwelle online viel h\u00f6her \u2013 auch, weil da gleich viele Ohren mith\u00f6ren. Bei virtuellen Teams sind deshalb eine besondere Wachsamkeit und Gesp\u00fcr gefragt sowie ein offener Umgang miteinander, damit Unstimmigkeiten zeitnah angesprochen werden k\u00f6nnen. F\u00fcr viele F\u00fchrungskr\u00e4fte sind <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/richtig-fuehren\/mitarbeiter-in-entscheidungen-einbinden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Konflikte immer noch eine l\u00e4stige Angelegenheit<\/a>: Es geht um Ergebnisse und gute Zahlen. Dabei machen Konflikte Probleme bewusst, erm\u00f6glichen Ver\u00e4nderung und vertiefen Beziehungen zwischen Menschen \u2013 die Voraussetzung f\u00fcr eine gelingende Zusammenarbeit.<\/p>\n<h2>5. Was ist das Gef\u00e4hrliche, wenn Konflikte unbearbeitet bleiben?<\/h2>\n<p>Werden sie unter den Teppich gekehrt und bleiben lange Zeit unausgesprochen, k\u00f6nnen sie zu regelrechten Kriegen heranwachsen. Dann wird es schnell destruktiv und geht nicht mehr um die Sache, sondern um die Person. Bei sehr eskalierten Konflikten muss eine externe Fachperson einbezogen werden.<\/p>\n<h2>6. Warum sind Konflikte in virtuellen Meetings schwerer zu erkennen?<\/h2>\n<div class=\"content-item-floating column-1\">\n<p>Wir k\u00f6nnen online nicht auf alle Sinne zugreifen. Wir sehen zum Beispiel nur das Gesicht und den Oberk\u00f6rper. Je gr\u00f6\u00dfer das Team im Meeting ist, desto schwieriger wird es au\u00dferdem, den Einzelnen im Blick zu behalten: Ist der andere noch aufmerksam? Hat jemand bereits innerlich abgeschaltet?<\/p>\n<h2>7. Auf welche konkreten Anzeichen kann ich achten?<\/h2>\n<p>Ob sich Unmut breitmacht oder sogar ein Konflikt schwelt, l\u00e4sst sich unter anderem an zwei Merkmalen feststellen: W\u00e4hrend die einen immer mehr reden, laut werden und sich aufregen, verstummen die anderen und sagen nichts mehr. Oft vermeiden Menschen auch den Blickkontakt, sie schauen weg oder verdrehen gar die Augen, wenn sie sich unbeobachtet f\u00fchlen. M\u00f6glicherweise zeigen sie kein Interesse mehr am Thema. Im schlimmsten Fall verlassen sie das Meeting einfach.<\/p>\n<h2>8. Was kann ich tun, wenn ich diese Anzeichen wahrnehme?<\/h2>\n<p>Es ist wichtig, um die genannten Symptome zu wissen, sie zu erkennen und Teammitglieder aktiv wieder ins Boot zu holen. Zum Beispiel kann ich einzelne Personen direkt ansprechen: \u201eTom, mich w\u00fcrde deine Meinung zum Thema interessieren.\u201c Oder ich schicke der Person eine private Chat-Nachricht. Die F\u00fchrungskraft muss nicht immer Moderatorin oder Moderator sein, so kann sie sich besser aufs Beobachten konzentrieren. Moderatorinnen und Moderatoren sollten sich ein paar Formulierungen \u00fcberlegen, die sich rein auf die Wahrnehmung beziehen, zum Beispiel: \u201eMir f\u00e4llt auf \u2026\u201c oder: \u201eIch merke \u2026\u201c<\/p>\n<h2>9. Wie spreche ich als F\u00fchrungskraft einen Konflikt an?<\/h2>\n<p>Wenn die Stimmung dauerhaft angespannt ist oder ein Streit eskaliert, sind Sie in Ihrer Rolle als Konfliktmoderatorin oder -moderator gefragt. Vor jeder Konfliktkl\u00e4rung m\u00fcssen erst einmal die Ursachen klar sein. Vorausgesetzt Sie selbst sind nicht am Konflikt beteiligt, sprechen Sie mit den beteiligten Konfliktparteien zun\u00e4chst einzeln \u2013 am besten per Videotelefonie. So erkennen Sie nonverbale Signale zumindest teilweise. Folgende Fragen k\u00f6nnen hilfreich sein: Liegt es an den Rahmenbedingungen, also an der Technik, am Ort, am Raum, der Zeit? H\u00e4ngt das Problem mit der Aufgabe zusammen? Oder ist der Konflikt pers\u00f6nlicher Art: Gibt es Reibereien zwischen zwei Personen, zwischen Gruppen innerhalb eines Teams?<\/p>\n<h2>10. Wie gehe ich im Gespr\u00e4ch mit den Konfliktparteien vor?<\/h2>\n<p>Pr\u00fcfen Sie zun\u00e4chst f\u00fcr sich, ob Sie eine neutrale Haltung als Vermittler einnehmen k\u00f6nnen. Wenn Sie unsicher sind, sollte ein HR-Experte oder externer Konfliktberater die Streitschlichtung leiten. Ansonsten bitten Sie beide Seiten zeitnah zum Gespr\u00e4ch. Zun\u00e4chst werden ein paar Regeln gekl\u00e4rt: Jeder schaltet sein Video ein, man h\u00f6rt sich zu, l\u00e4sst sich ausreden, beobachtet statt zu bewerten, verzichtet auf Vorw\u00fcrfe \u2013 und ganz wichtig: verpflichtet sich zur Vertraulichkeit. Alles, was besprochen wird, bleibt bei den Teilnehmenden. Dann nennen Sie Anlass und Ziel des Gespr\u00e4chs. Fragen Sie jede Seite: \u201eWas ist aus Ihrer Sicht passiert?\u201c \u201eWas st\u00f6rt, was belastet?\u201c Sie achten darauf, dass beide Seiten etwa gleich lange Redeanteile haben.<\/p>\n<h2>11. Wie kommt man zu einer L\u00f6sung?<\/h2>\n<p>So ein Gespr\u00e4ch wird h\u00e4ufig von allen Seiten als unangenehm empfunden, und man sucht gern schnell nach L\u00f6sungen. Aber erst wenn sich beide Seiten wirklich gegenseitig verstanden f\u00fchlen, kann mit der Suche begonnen werden: Was soll sich \u00e4ndern? Woran w\u00fcrden Sie merken, dass der Konflikt beendet ist? Und: Was ist jeder bereit, daf\u00fcr anders\/neu zu tun? Am Ende steht eine Vereinbarung, die nach einer gewissen Zeit \u00fcberpr\u00fcft werden kann.<\/p>\n<h2>5 Tipps, um Konflikten online vorzubeugen<\/h2>\n<ul>\n<li>Sorgen Sie f\u00fcr Austausch! Informelle, virtuelle Treffen sind wichtig und notwendig, als Verabredung zur Mittags- oder Kaffeepause oder auf einen Feierabenddrink.<\/li>\n<li>F\u00fchren Sie ein Kick-off-Meeting ein! Es hat sich bew\u00e4hrt, wenn sich die Teammitglieder erst mal zehn bis 15 Minuten austauschen k\u00f6nnen, bevor der offizielle Teil startet.<\/li>\n<li>Greifen Sie zum Telefonh\u00f6rer oder sprechen per Videochat mit Ihren Mitarbeitenden, statt nur E-Mails zu versenden! Das ist pers\u00f6nlicher. Fragen Sie nach dem Befinden im Homeoffice, berichten Sie von eigenen Erfahrungen. Zeigen Sie sich ansprechbar.<\/li>\n<li>F\u00f6rdern Sie den Austausch von Wissen \u00fcber Projektstatus, neue Herausforderungen und Entwicklungen! Unklare Arbeitsauftr\u00e4ge, fehlende Transparenz \u00fcber Arbeitsfortschritte und Ziele erzeugen Frust. Setzen Sie <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/zukunft-der-arbeit\/kostenlose-projektmanagement-software-im-test\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">digitale Werkzeuge ein, um Aufgaben zu planen<\/a> und deren aktuellen Stand zu erfahren.<\/li>\n<li>Nutzen Sie eine Checkliste f\u00fcr die gelingende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten! Sie erm\u00f6glicht, immer wieder neu zu \u00fcberpr\u00fcfen, wo das Team bezogen auf den Umgang miteinander sowie die Aufgabenerf\u00fcllung steht, aber auch, ob die F\u00fchrung ihren Job macht. Gemeinsam reflektieren Sie mit dem Team den aktuellen Ist-Stand im Vergleich zum gew\u00fcnschten Zustand. Sie und das Team erkennen Probleme, aber auch Fortschritte und L\u00f6sungswege.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"clear\"><em><strong>Die Autorin:<\/strong>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vorpahlcoaching.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Annette Vorpahl<\/a> ist Supervisorin und Coach in Bad Homburg.<\/em>\u00a0<\/div>\n<div class=\"clear\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"content-box clearfix content-item-wrapper content-item grau\">\u00a0Quelle: <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/richtig-fuehren\/konflikte-in-online-meetings-loesen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Faktor A &#8211; Das Arbeitgebermagazin<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Teams denn je finden sich in Online-Meetings wieder. 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