{"id":8644,"date":"2026-05-30T09:28:05","date_gmt":"2026-05-30T09:28:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/kommunikation-und-werteorientierte-unternehmensfuehrung-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:05","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:05","slug":"kommunikation-und-werteorientierte-unternehmensfuehrung-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/kommunikation-und-werteorientierte-unternehmensfuehrung-en\/","title":{"rendered":"Kommunikation und werteorientierte Unternehmensf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Die interne Kommunikation einer werteorientierten Unternehmensf\u00fchrung muss auf Wertsch\u00e4tzung basieren, sagt <a href=\"https:\/\/www.allensbach-hochschule.de\/hochschule\/leitung-und-professoren\/prof-dr-patrick-peters\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Professor Patrick Peters<\/a>. Er empfiehlt ein zweistufiges Kommunikationssystem.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Die Bedeutung materieller G\u00fcter im Wirtschaftssystem des 21. Jahrhunderts geht zunehmend zur\u00fcck. Daher r\u00fcckt die werteorientierte Unternehmensf\u00fchrung in den Fokus, die die tats\u00e4chlichen individuellen Bed\u00fcrfnisse der Mitarbeitenden adressiert, in den Vordergrund.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Dass sich die Wirtschaft in einem fundamentalen Wandel befindet, sehen wir an zahlreichen Faktoren. Am offensichtlichsten wird der gro\u00dfe Paradigmenwechsel in der Transformation der klassischen Shareholder Value-basierten Unternehmensf\u00fchrung hin zur Stakeholder-Economy, also der Konflikt zwischen einem rein gewinnorientierten Managementansatz, der nur den Anteilseignern dient, und einem sinnstiftenden Managementansatz, der sich auf alle Bezugsgruppen eines Unternehmens bezieht.<\/p>\n<p>In diesem Kontext hat sich die Purpose Economy ihren Weg gebahnt. Das soll die Art und Weise beschreiben, in der sich die Arbeit ver\u00e4ndert, um den Wunsch der Arbeitnehmenden widerzuspiegeln, einen h\u00f6heren gesellschaftlichen Zweck in ihrer Arbeit zu verwirklichen. Es handelt sich um eine Wirtschaft, in der der Wert darin liegt, dass Mitarbeitende und Kundinnen \/ Kunden einen Sinn darin sehen, Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, die \u00fcber ihre eigenen hinausgehen, pers\u00f6nliches Wachstum zu erm\u00f6glichen und eine Gemeinschaft aufzubauen. Purpose Economy steht f\u00fcr die Formulierung eines h\u00f6heren Zwecks jenseits von Zahlen und definiert ein neues Selbstverst\u00e4ndnis von Unternehmen, das auf dem Streben der Menschen nach mehr Sinn in ihrem Leben aufbaut.<\/p>\n<h2>Werteorientierte Unternehmensf\u00fchrung basiert auf erweiterter Bed\u00fcrfnispyramide<\/h2>\n<p>Eng verbunden mit dieser Idee ist das Prinzip der werteorientierten Unternehmensf\u00fchrung, das auf den Managementautor Richard Barrett, der \u00fcber Themen wie F\u00fchrung, F\u00fchrungskr\u00e4fteentwicklung und Werte schreibt, zur\u00fcck. Er hat in seinem Werk (2016, alle Zitate danach) \u201eWerteorientierte Unternehmensf\u00fchrung. Cultural Transformation Tools f\u00fcr Performance und Profit\u201c (Original: \u201eThe Values-Driven Organization: Unleashing Human Potential for Performance and Profit\u201c), in der Nachfolge von Abraham Maslow und dessen bekannter Bed\u00fcrfnispyramide, sein Modell aus Grundbed\u00fcrfnissen und Wachstumsbed\u00fcrfnissen entwickelt, die er auch als Defizitbed\u00fcrfnisse und unstillbare Bed\u00fcrfnisse bezeichnet. <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-662-48998-7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-662-48998-7<\/a><\/p>\n<h2>Neuer menschlicher Zustand ist nicht materiell gepr\u00e4gt<\/h2>\n<p>Ein Grundbed\u00fcrfnis nach Barrett ist etwas, das Menschen unbedingt bekommen oder behalten oder von dem sie mehr haben wollen, um sich im bestehenden materiellen und sozialen Umfeld sicher und gl\u00fccklich zu f\u00fchlen. Grundbed\u00fcrfnisse sind Selbstachtung, Beziehungen und \u00dcberleben, also die existenziellen Themen des menschlichen Lebens. Diese Bed\u00fcrfnisse m\u00fcssen zwangsl\u00e4ufig erf\u00fcllt sein, damit es nicht zu defizit\u00e4ren beziehungsweise problematischen Lebensbedingungen unter gro\u00dfen materiellen, sozialen oder auch pers\u00f6nlichen Erschwernissen kommen kann. Erst dann k\u00f6nnen sich die Menschen ihren Wachstumsbed\u00fcrfnissen zuwenden.<\/p>\n<p>Das sind \u201eTransformation\u201c, \u201eInnerer Zusammenhalt\u201c, \u201eEinen Unterschied machen\u201c und \u201eDienen\u201c: Dabei steht im Fokus, einen erweiterten menschlichen Zustand zu erreichen, der nicht mehr materiell oder von anderen Basisbed\u00fcrfnissen gepr\u00e4gt ist. Es geht um Werte und Eigenschaften wie Authentizit\u00e4t, den Sinn des Daseins zu verwirklichen und ein Leben mit Bedeutung zu f\u00fchren und etwas zu hinterlassen (vgl. Barrett 2016, S. 20f.). Im Rahmen der Wachstumsbed\u00fcrfnisse spielen Geld und Statussymbole, wenn \u00fcberhaupt, eine untergeordnete Rolle. Sobald die wirtschaftliche Basis gesichert ist, suchen Menschen \u00fcber die vier gro\u00dfen Entwicklungsstufen die M\u00f6glichkeit, sich selbst zu verwirklichen und einen echten Nutzen f\u00fcr die Allgemeinheit zu stiften.<\/p>\n<h2>Sinnstiftende Unternehmensf\u00fchrung f\u00fchrt zu h\u00f6herer Leistungsf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>Aus einer werteorientierten Unternehmensf\u00fchrung entsteht Barrett zufolge ein h\u00f6heres Engagement der Mitarbeitenden im Sinne der emotionalen und intellektuellen Beteiligung. \u201eEngagierte Mitarbeiter verwenden ein hohes Ma\u00df ihrer frei verf\u00fcgbaren Energie auf alles, was sie tun. Sie sind bereit, wenn notwendig zus\u00e4tzliche Anstrengungen zu unternehmen, um eine Arbeit p\u00fcnktlich zu erledigen, und machen regelm\u00e4\u00dfig Vorschl\u00e4ge, wie sich die Leistungsf\u00e4higkeit verbessern l\u00e4sst. Sie wollen, dass die Firma erfolgreich ist, und sind stolz darauf, Anteil an diesem Erfolg zu haben.\u201c (Barrett 2016, S. 35f.)<\/p>\n<p>Das sind weitreichende Vorteile f\u00fcr werteorientierte Unternehmen, die durch den neuen strategischen Ansatz eine neue Leistungsf\u00e4higkeit erhalten und sich gegebenenfalls Wettbewerbsvorteile erarbeiten k\u00f6nnen. Denn im Gegenteil gilt: Nicht engagierte Mitarbeitende interessieren sich im Grunde nicht f\u00fcr das Unternehmen und tun nicht mehr, als f\u00fcr die Erf\u00fcllung der Aufgaben wirklich n\u00f6tig ist. Und wenn Mitarbeitende gar keine Bindung ans Unternehmen haben, k\u00f6nnten sie sogar Arbeitsergebnisse untergraben und damit zu einer Schlechterleistung des Unternehmens beitragen (vgl. Barrett 2016, S. 36).<\/p>\n<h2>Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t: zweistufiges Kommunikationssystem denkbar<\/h2>\n<p>Damit ver\u00e4ndert sich in einer wertebasierten Organisation auch die interne Kommunikation. Es reicht nicht mehr aus, dass diese rein ergebnis- beziehungsweise effizienzorientiert ist, sondern muss auf Wertsch\u00e4tzung basieren, bei der Respekt, Empathie und Anerkennung im Vordergrund stehen. Sie zielt darauf ab, Beziehungen zu st\u00e4rken, Konflikte zu reduzieren und eine positive Atmosph\u00e4re zu schaffen. Wertsch\u00e4tzende Kommunikation tr\u00e4gt also dazu bei, ein harmonisches soziales Umfeld zu schaffen, in dem Menschen sich geh\u00f6rt und verstanden f\u00fchlen.<\/p>\n<p>So sollte die werteorientierte Kommunikation sich nicht allein auf Fakten und Zahlen beziehen, denn dies sind Elemente aus dem Bereich der Defizitbed\u00fcrfnisse. Kommunikation, die nur auf dieser Ebene funktioniert, konzentriert sich, in Anlehnung an Barrett, darauf, den materiellen beziehungsweise sozialen Status quo zu festigen weiterzuentwickeln. Das ist tendenziell ein quantifizierbarer Faktor, w\u00e4hrend die Wachstumsbed\u00fcrfnisse einen qualitativen Charakter haben. Ein Gef\u00fchl der inneren Ausgeglichenheit oder des inneren Friedens, was f\u00fcr Barrett Ausdruck eines Wachstumsbed\u00fcrfnisses ist, l\u00e4sst sich nicht multiplizieren, sondern nur qualitativ st\u00e4rken.<\/p>\n<p>In der werteorientierten Kommunikation stehen also aktives Zuh\u00f6ren und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Gef\u00fchle und Bed\u00fcrfnisse der Gespr\u00e4chspartner, das Vermeiden von Schuldzuweisungen, Bewertungen oder Verurteilungen, das W\u00fcrdigen von Meinungen, Ideen und Beitr\u00e4gen anderer und die konstruktive L\u00f6sungsorientierung, um den Bed\u00fcrfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden, im Mittelpunkt.<\/p>\n<p>Somit w\u00e4re ein zweistufiges Kommunikationssystem denkbar. Auf der ersten Stufe ist die leistungs- und finanzwirtschaftliche Kommunikation angesiedelt. Diese sorgt f\u00fcr den basalen organisationalen Informationsfluss, damit es nicht zu Missverst\u00e4ndnissen und Kommunikationsasymmetrien kommen kann. Auf der zweiten Stufe kommt es dann auf die werteorientierte Kommunikation an, in der immaterielle, qualitative Faktoren eine wesentliche gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, eben damit sich die Menschen geh\u00f6rt und verstanden f\u00fchlen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Autor<\/p>\n<div class=\"m-a-box-bio\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/prof-dr-patrick-peters-mba-b629b364\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Patrick Peters<\/a>, MBA, ist Professor f\u00fcr PR, Kommunikation und digitale Medien an der <a href=\"https:\/\/www.allensbach-hochschule.de\/hochschule\/leitung-und-professoren\/prof-dr-patrick-peters\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Allensbach Hochschule in Konstanz<\/a>, an der auch Wirtschaftsethik und Diversity Management lehrt. Er ist auch als freier Publizist und <a href=\"https:\/\/www.pp-text.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berater<\/a> t\u00e4tig und befasst sich mit Ethik und Kommunikation.<\/p>\n<\/div>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.hrjournal.de\/werteorientierte-unternehmensfuehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hrjournal.de<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die interne Kommunikation einer werteorientierten Unternehmensf\u00fchrung muss auf Wertsch\u00e4tzung basieren, sagt Professor Patrick Peters. Er empfiehlt ein zweistufiges Kommunikationssystem. Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5749,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1085,64],"tags":[324],"class_list":["post-8644","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leadership-and-management","category-leadership-und-fuehrung","tag-fuhrung-fuhrungskultur-kommunikation-unternehmensfuhrung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8644"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8644\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5749"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}