{"id":8618,"date":"2026-05-30T09:28:03","date_gmt":"2026-05-30T09:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/hybrides-arbeiten-den-proximity-bias-ausbremsen-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:03","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:03","slug":"hybrides-arbeiten-den-proximity-bias-ausbremsen-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/hybrides-arbeiten-den-proximity-bias-ausbremsen-en\/","title":{"rendered":"Hybrides Arbeiten: Den \u201eProximity Bias\u201c ausbremsen"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen unabh\u00e4ngig vom Arbeitsort Chancengleichheit erm\u00f6glichen, sagt Brian Elliott, Future Forum. So verringern sie Risiken hinsichtlich des \u201eProximity Bias\u201c.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Hybrid Work ist zum weltweit vorherrschenden Arbeitsmodell geworden. Alleine in Deutschland sind 56 Prozent der Wissensarbeiterinnen \/ -Arbeiter in hybriden Strukturen t\u00e4tig. Dies zeigen die j\u00fcngsten Ergebnisse der globalen Pulse-Studie des <a href=\"https:\/\/futureforum.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Future Forum<\/a>, ein von Slack und seinen Partnern Boston Consulting Group, MillerKnoll und MLT ins Leben gerufener Think-Tank, der Unternehmen dabei unterst\u00fctzt, die Arbeit in der digitalen Arbeitswelt neu zu gestalten.<\/em><\/p>\n<p>Die Studie \u2013 die viertelj\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlicht wird und auf einer Umfrage unter mehr als 10.000 Wissensarbeitenden in den USA, Australien, Frankreich, Deutschland, Japan und Gro\u00dfbritannien basiert \u2013 gibt ein Bild \u00fcber die aktuelle Arbeitssituation: In Deutschland arbeiten derzeit lediglich 32 Prozent aller Wissensarbeiterinnen \/ -Arbeiter jeden Tag im B\u00fcro. Gleichzeitig zeichnet sich im Hinblick auf die Pr\u00e4ferenzen und W\u00fcnsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein eindeutiger Trend ab. 82 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, dass sie hybrid oder sogar komplett remote arbeiten m\u00f6chten. Nahezu alle deutschen Befragten (95 Prozent) w\u00fcnschen sich zudem eine flexible Zeiteinteilung.<\/p>\n<h2>Wunsch nach Flexibilit\u00e4t bei Arbeitszeiten und Arbeitsort<\/h2>\n<p>F\u00fcr Unternehmen sollten diese Ergebnisse ein Weckruf sein. Sie d\u00fcrfen nicht den Fehler machen, Flexibilit\u00e4t nur als Notwendigkeit anzusehen, die man Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gew\u00e4hren muss. Stattdessen sollten F\u00fchrungskr\u00e4fte sowohl die freie Wahl des Arbeitsortes als auch die freie Zeiteinteilung als entscheidende Wettbewerbsvorteile erkennen. Denn nach der Verg\u00fctung ist Flexibilit\u00e4t der zweitwichtigste Faktor f\u00fcr die Zufriedenheit der Belegschaft. 50 Prozent der B\u00fcroangestellten in Deutschland sind bereit, sich beruflich neu zu orientieren, eine Zahl, die sich auf 69 Prozent erh\u00f6ht, wenn sie mit der Flexibilit\u00e4t ihres Unternehmens nicht zufrieden sind. Unternehmen, die eine hybride Arbeitskultur unterst\u00fctzen, reduzieren dadurch also auch aktiv die Mitarbeiterfluktuation.<\/p>\n<p>Und auch im \u201eWar for Talents\u201c auf dem Arbeitsmarkt profitieren Arbeitgeber, die auf Flexibilit\u00e4t setzen, da sie aus einem deutlich gr\u00f6\u00dferen Talent-Pool sch\u00f6pfen k\u00f6nnen \u2013 zum einen weil sie die Forderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Flexibilit\u00e4t erf\u00fcllen, zum anderen weil Einschr\u00e4nkungen im Hinblick auf den Arbeitsort wegfallen. Es geht also l\u00e4ngst nicht mehr nur um die Debatte \u201aremote versus B\u00fcro\u2018. Die Zukunft der Arbeit ist nicht \u201aentweder \u2013 oder\u2018, sondern muss beide Modelle ber\u00fccksichtigen und Mitarbeitenden unabh\u00e4ngig vom Arbeitsmodell die gleichen Chancen bieten. Vor allem Letzteres ist jedoch in vielen Unternehmen bisher nicht gegeben.<\/p>\n<h2>Wachsende Sorge vor \u201cProximity Bias\u201d<\/h2>\n<p>Knapp 60 Prozent der Befragten in Deutschland geben zudem an, dass sie sich Sorgen \u00fcber ihre berufliche Laufbahn machen, wenn sie dauerhaft oder gr\u00f6\u00dftenteils remote arbeiten. Einer der Hauptgr\u00fcnde daf\u00fcr ist der sogenannte \u201eProximity Bias\u201c also das Ph\u00e4nomen, dass Mitarbeiterinnen \/ Mitarbeiter, die ihren Vorgesetzten \u00f6rtlich n\u00e4her sind, als bessere Arbeitskr\u00e4fte wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Denn obwohl im Zuge der Pandemie die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Hybrid und Remote Work stark ausgebaut worden sind, werden Mitarbeiterinnen \/ Mitarbeiter im Homeoffice oft noch benachteiligt beziehungsweise werden Mitarbeiterinnen \/ Mitarbeiter im B\u00fcro bevorzugt \u2013 vor allem in Unternehmen, die nach wie vor von einer Pr\u00e4senzkultur und pers\u00f6nlichen Treffen gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>Spontane Meetings werden h\u00e4ufig ohne Teammitglieder im Homeoffice abgehalten oder bestimmte Benefits kommen nur den Mitarbeiterinnen \/ Mitarbeiter vor Ort zugute. Die Nachteile treffen vor allem die Gruppen, die vermehrt im Homeoffice arbeiten, etwa Frauen oder Eltern. Diese entscheiden sich vermehrt f\u00fcr flexible Arbeitsregelungen \u2013 und somit gegen die Arbeit im B\u00fcro. So sind weltweit mehr Frauen als M\u00e4nner remote t\u00e4tig (23 Prozent gegen\u00fcber 17 Prozent) und auch berufst\u00e4tige V\u00e4ter und M\u00fctter entscheiden sich h\u00e4ufiger f\u00fcr Remote- und Hybrid-Arbeitsmodelle als kinderlose Arbeitnehmende (71 Prozent gegen\u00fcber 61 Prozent).<\/p>\n<p>Trotz der Risiken hinsichtlich des \u201cProximity Bias\u201d geben F\u00fchrungskr\u00e4fte weitaus h\u00e4ufiger als Mitarbeitende ohne F\u00fchrungsverantwortung an, dass sie mindestens drei Tage pro Woche im B\u00fcro arbeiten m\u00f6chten (62 Prozent gegen\u00fcber 47 Prozent). F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen hier umdenken und zuk\u00fcnftig als Vorbild in Sachen Hybrid Work agieren, indem sie eine flexible Arbeitsweise aktiv vorleben, statt durch verst\u00e4rktes Arbeiten im B\u00fcro das Narrativ der \u201ebesseren Arbeit durch pers\u00f6nliche Pr\u00e4senz\u201c zus\u00e4tzlich zu st\u00fctzen.<\/p>\n<h2>Kein Zur\u00fcck zur vollst\u00e4ndigen B\u00fcropr\u00e4senz<\/h2>\n<p>Eines ist klar: Die Zukunft der Arbeit ist hybrid. Es wird keine vollst\u00e4ndige R\u00fcckkehr ins B\u00fcro an f\u00fcnf Tagen die Woche geben. Nur wenn Unternehmen es schaffen, die Vorurteile gegen\u00fcber neuen Arbeitsmodellen auszur\u00e4umen, k\u00f6nnen sie Chancengleichheit unter ihren Mitarbeiterinnen \/ Mitarbeitern schaffen und sich langfristig als attraktiver Arbeitgeber positionieren. F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen daf\u00fcr individuell und regelm\u00e4\u00dfig weitergebildet werden. Denn nur Vorgesetzte, die Leistung an Ergebnissen und nicht an der Arbeitszeit festmachen, regelm\u00e4\u00dfig und konsequent Feedback geben sowie den Austausch innerhalb und zwischen Teams suchen, k\u00f6nnen ihre Angestellten in einem hybriden Arbeitsmodell bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen und so ihr volles Potenzial aussch\u00f6pfen.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber den Autor<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/belliott\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brian Elliott <\/a>ist Executive Leader und Senior Vice President des <a href=\"https:\/\/futureforum.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Future Forum<\/a>, einem Konsortium, das von Slack ins Leben gerufen wurde, um Unternehmen dabei zu unterst\u00fctzen, die Arbeit in der neuen digitalen Welt von Grund auf neu zu gestalten.<\/em><\/p>\n<p>Quelle:<a href=\"https:\/\/www.hrjournal.de\/hybrides-arbeiten-den-proximity-bias-ausbremsen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> hr-journal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen unabh\u00e4ngig vom Arbeitsort Chancengleichheit erm\u00f6glichen, sagt Brian Elliott, Future Forum. 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