{"id":8615,"date":"2026-05-30T09:28:03","date_gmt":"2026-05-30T09:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/hybrid-work-nach-corona-wollen-nicht-alle-zurueck-ins-buero-damit-das-gut-klappt-sollte-man-einige-dinge-beruecksichtigen-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:03","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:03","slug":"hybrid-work-nach-corona-wollen-nicht-alle-zurueck-ins-buero-damit-das-gut-klappt-sollte-man-einige-dinge-beruecksichtigen-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/hybrid-work-nach-corona-wollen-nicht-alle-zurueck-ins-buero-damit-das-gut-klappt-sollte-man-einige-dinge-beruecksichtigen-en\/","title":{"rendered":"Hybrid Work: Nach Corona wollen nicht alle zur\u00fcck ins B\u00fcro. Damit das gut klappt, sollte man einige Dinge ber\u00fccksichtigen"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Der B\u00fcroalltag wurde w\u00e4hrend der Pandemie auf den Kopf gestellt \u2013 und immer mehr Angestellte wollen auf die Vorz\u00fcge von Home-Office nicht mehr verzichten. Wie gelingt das, ohne den wichtigen Austausch vor Ort zu vernachl\u00e4ssigen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nach \u00fcber einem Jahr im Home-Office beginnen viele Unternehmen, ihre Angestellten zur\u00fcck ins B\u00fcro zu holen. Die Zeit ausserhalb der B\u00fcror\u00e4umlichkeiten w\u00e4hrend der Pandemie hat jedoch Spuren hinterlassen: Gem\u00e4ss einer <a href=\"https:\/\/www2.deloitte.com\/ch\/de\/pages\/human-capital\/articles\/where-does-switzerland-work-after-pandemic.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">repr\u00e4sentativen Umfrage von Deloitte Schweiz<\/a> kann sich mehr als die H\u00e4lfte der Erwerbst\u00e4tigen vorstellen, mehr als die H\u00e4lfte der Arbeitszeit auch in Zukunft im Home-Office zu verbringen. Ein Viertel w\u00fcrde gar gerne nur noch im Home-Office arbeiten.<\/p>\n<p>Immer mehr Unternehmen sind bereit, diese W\u00fcnsche zu ber\u00fccksichtigen, und erw\u00e4gen, k\u00fcnftig die Arbeit von daheim zumindest f\u00fcr einige Tage in der Woche zu erlauben. W\u00e4hrend der Pandemie wurde rasch klar, dass das Home-Office den Erwerbst\u00e4tigen viele Vorteile bietet, ohne dass die Produktivit\u00e4t darunter leidet.<\/p>\n<p>F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/hartmut-schulze-75183012\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hartmut Schulze<\/a>, der an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im Bereich der Gestaltung mobil-flexibler Arbeit sowie der psychologischen Aspekte der B\u00fcroraumgestaltung forscht, ist das Experiment Home-Office gegl\u00fcckt: \u00abRemote Work hat gut funktioniert, und man sollte einige der entdeckten Vorteile auch in Zukunft beibehalten. Gerade was Treffen zur Koordination oder zum Austausch von Informationen angeht, hat man gemerkt, dass man daf\u00fcr nicht unbedingt ins B\u00fcro gehen muss.\u00bb Auch weniger komplexe Brainstormings seien dank Programmen wie Miro, einem digitalen Whiteboard, problemlos zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Umgekehrt habe die Zeit im Home-Office klargemacht, welche T\u00e4tigkeiten im B\u00fcro besser und produktiver gestaltet werden k\u00f6nnten. \u00abDie kollektive Ideen- und Entscheidungsfindung in grossen Teams oder Workshops mit zwischengeschalteten informellen Abschnitten wie zum Beispiel einem Spaziergang sind vor Ort deutlich besser zu bewerkstelligen. Hier braucht es neue Konzepte f\u00fcr den Einbezug derjenigen, die nicht physisch teilnehmen k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<h2>Zwei Arbeitswelten zusammenf\u00fchren<\/h2>\n<p>Auf die Unternehmen kommt nach dem Schritt ins Home-Office nun eine neue Herausforderung zu: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit im Hybrid-Work-Modell, wenn also nur ein Teil der Mitarbeiter von ausserhalb und der andere Teil vor Ort arbeitet?<\/p>\n<p>Der B\u00fcroraumgestaltungs-Experte Schulze sieht verschiedene Arten, wie Firmen die Sache nach Corona angehen. \u00abEinige Unternehmen lassen die Mitarbeiter ganz frei w\u00e4hlen, von wo aus sie arbeiten m\u00f6chten. Auf der anderen Seite gibt es Firmen, die alle Mitarbeiter nun zur\u00fcck ins B\u00fcro rufen. Wieder eine andere L\u00f6sung ist, verschiedene Mobilit\u00e4tsprofile festzulegen, je nach Art der T\u00e4tigkeit und den Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr das Ausmass von Home-Office. Je nachdem erh\u00e4lt ein Mitarbeiter einen zus\u00e4tzlichen Bildschirm f\u00fcr das Home-Office, hat jedoch im B\u00fcro keinen fixen Arbeitsplatz mehr. Die meiner Meinung nach beste L\u00f6sung ist, wenn die Regeln aus dem Team selbst erstellt werden und es selber festlegt, wie es zusammenarbeiten m\u00f6chte und wann es sich physisch direkt vor Ort, wann in virtueller Form trifft.\u00bb<\/p>\n<p>Damit der Schritt zu einer hybriden Arbeitsform gelingt, sollten gewisse Regeln aufgestellt werden. So sollte man festlegen, f\u00fcr welche Treffen alle vor Ort sein m\u00fcssen (\u00aball are face-to-face\u00bb) und f\u00fcr welche sich alle \u00fcber Videokonferenz-Software einw\u00e4hlen (\u00aball are remote\u00bb). Zur zweiten Variante unterstreicht Schulze: \u00abDabei sollten auch jene, die im B\u00fcro sind und am selben Meeting teilnehmen, sich jeweils in einem separaten Raum einw\u00e4hlen.\u00bb So verhindere man, dass unter den Teilnehmern vor Ort eine Dynamik entstehe, die bei den \u00fcbrigen Teilnehmern Irritationen ausl\u00f6sen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Organisation hybrider Meetings gestalte sich hingegen schwieriger. Damit diese gut gelingen, m\u00fcsse unter anderem die Ausr\u00fcstung stimmen. \u00abEs braucht sicher einen grossen Bildschirm vor Ort, damit die Teilnehmer von ausserhalb \u00fcber eine gute Pr\u00e4senz im Raum verf\u00fcgen\u00bb, sagt Schulze. \u00abUmgekehrt ist es sinnvoll, Sitzungszimmer mit einer Panoramakamera auszur\u00fcsten, die sich automatisch auf den Sprecher fokussiert.\u00bb<\/p>\n<p>Einen Ansatz, wie das aussehen k\u00f6nnte, zeigt das Beratungsunternehmen Deloitte, das im Juni seinen neuen Schweizer Hauptsitz in Z\u00fcrich im Kreis 5 bezogen hat. Das Geb\u00e4ude wurde dabei mit Blick auf flexible Arbeitsformen eingerichtet, wie die Firma bei einer F\u00fchrung erkl\u00e4rt.<\/p>\n<h2>Die Ausr\u00fcstung muss stimmen<\/h2>\n<p>Die Arbeitspl\u00e4tze sind mit einzelnen, grossen Bildschirmen ausger\u00fcstet und verf\u00fcgen alle \u00fcber eine Webcam, die zentral \u00fcber dem Bildschirm angebracht ist. Die Position erm\u00f6glicht \u2013 anders als bei der im Laptop eingebauten Kamera, die oft von unten sowie von der Seite filmt \u2013 eine gute Perspektive in Video-Meetings. Der einzelne, grosse Bildschirm bietet gegen\u00fcber mehreren kleinen den Vorteil, dass die Erkennung und Anordnung der Fenster beim Anschliessen des Laptops vereinfacht wird und man nicht zun\u00e4chst die Einstellungen aufsuchen muss, um die einzelnen Bildschirme zu ordnen.<\/p>\n<p>Zwischen den Arbeitspl\u00e4tzen sind flexible Begegnungszonen und kleinere Sitzungszimmer eingerichtet, um spontane Treffen und Kollaborationen zu erm\u00f6glichen. Diese sind mit unterschiedlichen Sitzgelegenheiten und verschiedenen Farbkonzepten eingerichtet und verf\u00fcgen alle \u00fcber mindestens einen Bildschirm mit einer Kamera. Auch in den auf den Stockwerken verteilten Cafeterias sind an einigen Tischen Bildschirme mit Kamera angebracht. So ist sichergestellt, dass, egal wo man gerade ist, eine Person aus dem Home-Office dazugeholt werden kann.<\/p>\n<p>Auch die grossen Sitzungszimmer sind auf hybrides Arbeiten ausgerichtet. Das in der Decke eingebaute Mikrofon sowie die Kamera sind automatisch an, wenn ein Meeting gestartet wird, und m\u00fcssen manuell ausgeschaltet werden. Die Kamera fokussiert zudem jeweils automatisch auf den Sprecher. Das erleichtert es den Teilnehmern im Home-Office, zu erkennen, wer gerade spricht. Umgekehrt erm\u00f6glicht ein grosser Bildschirm im Raum eine gute Pr\u00e4senz der von ausserhalb Teilnehmenden. Jedes Sitzungszimmer verf\u00fcgt \u00fcber ein analoges Whiteboard, das abgefilmt wird f\u00fcr die Personen von ausserhalb. Auf einem zus\u00e4tzlichen, ber\u00fchrungsempfindlichen Bildschirm kann weiter ein digitales Whiteboard benutzt werden, das alle gleichzeitig ansehen und bearbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Damit Sitzungen mit Hybrid Work funktionieren, braucht es die richtige Einrichtung<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/pictures\/blog\/Bildschirmfoto_2021-09-24_um_094847.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"images\/pictures\/blog\/Bildschirmfoto_2021-09-24_um_094906.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Es braucht neue Regeln f\u00fcr Meetings<\/h2>\n<p>Mit der Technik allein ist es jedoch nicht getan. F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/veronica-melian\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Veronica Melian<\/a>, Leiterin Human Capital Consulting bei Deloitte, stellen sich auch grunds\u00e4tzliche Fragen. \u00abBereits vor der Pandemie hinkte der Arbeitsplatz der technischen Entwicklung etwas hinterher. Wir m\u00fcssen uns fragen, ob der klassische Achtstundentag im B\u00fcro noch seinen Zweck erf\u00fcllt. Wie ist die Arbeit organisiert? Was kann von wo aus gemacht werden?\u00bb Es brauche neue Regeln f\u00fcr Meetings, um diese inklusiver zu gestalten und die Leute im Home-Office nicht zu verlieren, erg\u00e4nzt die Human-Capital-Expertin. Melian nennt einige Punkte, auf die man dabei achten sollte:<\/p>\n<ul>\n<li>Abkl\u00e4ren, wer wie am Meeting teilnimmt.<\/li>\n<li>Eine Agenda aufstellen und mit allen Teilnehmern teilen.<\/li>\n<li>Sicherstellen, dass bei allen Teilnehmern und im Raum vor Ort die Technik funktioniert.<\/li>\n<li>Sicherstellen, dass immer alle alles h\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Darauf achten, dass das Gespr\u00e4ch vor Ort Raum l\u00e4sst, damit die Teilnehmer im Home-Office sich einbringen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Wenn m\u00f6glich, ein digitales Whiteboard nutzen, damit alle alles sehen und bearbeiten k\u00f6nnen.<br \/>Im Anschluss an das Meeting die Notizen mit allen teilen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier seien vor allem die F\u00fchrungspersonen gefordert. Sie m\u00fcssten sich \u00fcberlegen, was genau der Zweck eines Meetings sei, und entsprechend planen. Dabei gelte es auch, darauf zu achten, den Teilnehmern gen\u00fcgend Pausen zu geben, damit diese nicht vor dem Bildschirm erm\u00fcdeten. Ebenfalls eine Option sei es, f\u00fcr gewisse Treffen die Kamera gleich ganz wegzulassen, sagt Melian.<\/p>\n<p>Gerade die Gestaltung der Pausen sei bei hybriden Meetings ein Knackpunkt, findet Schulze. \u00abDie Dynamik vor Ort bleibt eine andere. W\u00e4hrend man im B\u00fcro in die Kaffeek\u00fcche gehen kann, bleiben die Home-Office-Teilnehmer alleine zur\u00fcck.\u00bb Hier k\u00f6nnten ein Bildschirm sowie eine Kamera im Pausenraum Abhilfe schaffen, damit auch am informellen Teil alle teilnehmen k\u00f6nnten. \u00abEine weitere M\u00f6glichkeit w\u00e4ren Telepr\u00e4senzroboter. Diese haben den Vorteil, dass sie selbst\u00e4ndig von ausserhalb gesteuert werden k\u00f6nnen und man so einfach mit den Kolleginnen und Kollegen in die Kaffeek\u00fcche rollen kann.\u00bb<\/p>\n<h2>Auch f\u00fcr kleinere Unternehmen umsetzbar<\/h2>\n<p>Kleineren und mittleren Firmen fehlen unter Umst\u00e4nden die Ressourcen, um die B\u00fcror\u00e4umlichkeiten gleich ganz auf Hybrid Work umzustellen. Aber auch hier gibt es einige Dinge, die einfach umgesetzt werden k\u00f6nnen. \u00abEine erste organisatorische Massnahme ist, zun\u00e4chst die Treffen je nach Bed\u00fcrfnis in den einfachen Settings \u2039all are remote\u203a oder \u2039all are face-to-face\u203a abzuhalten. In einem n\u00e4chsten Schritt ist es sinnvoll, einen zus\u00e4tzlichen Bildschirm f\u00fcr eine bessere Pr\u00e4senz der Teilnehmer von ausserhalb sowie eine Kamera f\u00fcr die Sprecher vor Ort anzuschaffen.\u00bb Auch solle man sicherstellen, dass es gen\u00fcgend kleine R\u00e4ume oder Boxen im B\u00fcro hat, in die sich Mitarbeiter f\u00fcr Video-Calls zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vor lauter B\u00fcro d\u00fcrfe man jedoch die Ausstattung der Leute im Home-Office nicht vernachl\u00e4ssigen. \u00abEine gute Bandbreite, ein grosser Bildschirm sowie separate Kopfh\u00f6rer und Mikrofone geh\u00f6ren zum Mindestmass an Ausstattung\u00bb, sagt Schulze. Und am besten habe man auch ein separates Arbeitszimmer zur Verf\u00fcgung, dass man schliessen k\u00f6nne. \u00abGerade junge Arbeitskr\u00e4fte k\u00f6nnen sich ein solches jedoch oft nicht leisten. Wichtig ist dann, zumindest tempor\u00e4r eine ruhige Arbeitsatmosph\u00e4re herstellen zu k\u00f6nnen.\u00bb Auch diese Aspekte gelte es f\u00fcr Unternehmen zu ber\u00fccksichtigen, wenn sie in Zukunft vermehrt hybride Arbeitsmodelle erm\u00f6glichen oder einf\u00fchren m\u00f6chten.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/technologie\/hybrid-work-wie-organisieren-wir-den-bueroalltag-nach-corona-ld.1641014?mktcid=nled&amp;mktcval=101&amp;kid=nl101_2021-9-23&amp;ga=1&amp;trco=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NZZ &#8211; Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/a><\/em>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der B\u00fcroalltag wurde w\u00e4hrend der Pandemie auf den Kopf gestellt \u2013 und immer mehr Angestellte wollen auf die Vorz\u00fcge von 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