{"id":8593,"date":"2026-05-30T09:28:01","date_gmt":"2026-05-30T09:28:01","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/generationenwechsel-im-unternehmen-bereicherung-statt-buerde-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:01","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:01","slug":"generationenwechsel-im-unternehmen-bereicherung-statt-buerde-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/generationenwechsel-im-unternehmen-bereicherung-statt-buerde-en\/","title":{"rendered":"Generationenwechsel im Unternehmen: Bereicherung statt B\u00fcrde"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>\u00dcbernimmt die junge Generation, kann es schon mal rumpeln. Doch die gegenseitige Pr\u00e4gung von Eltern und Kindern setzt auch besondere Kr\u00e4fte frei, erl\u00e4utert <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/juergen-zehetmaier\/?originalSubdomain=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">J\u00fcrgen Zehetmaier<\/a>, Sohn des msg-Firmengr\u00fcnders Hans Zehetmaier. Und: Ob er als CEO des IT- und Beratungsunternehmens msg seit Jahresbeginn anders handelt als sein Vater. Erfahren Sie in seinem Gastbeitrag, was einen erfolgreichen Generationenwechsel ausmacht.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Dass Generationenwechsel in Familienunternehmen h\u00e4ufig nicht reibungslos verlaufen, ist eine Binsenweisheit. Dabei sind die unterschiedlichen Kenntnisse, F\u00e4higkeiten und Perspektiven Gold wert \u2013 sofern man sie richtig einsetzt. Das wiederum erfordert Kraft und Engagement von beiden Seiten. Doch welche Faktoren entscheiden dar\u00fcber, ob die Weitergabe eines Betriebs an die n\u00e4chste Generation gelingt?<\/p>\n<h2>Werte machen Unternehmen zukunftsf\u00e4hig<\/h2>\n<p>Da geht es zun\u00e4chst einmal um \u00dcberzeugungen und Werte: Zusammenhalt leben, Freude an der Sache haben und nachhaltig wirtschaften. Was das nachhaltige Wirtschaften angeht \u2013 das hat bei msg seit Unternehmensgr\u00fcndung 1980 h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Und als nicht-b\u00f6rsennotierte Unternehmensgruppe ist das auch realistisch umsetzbar. Dieser bewusst eingeschlagene Weg erm\u00f6glicht uns Eigenst\u00e4ndigkeit und in vielerlei Hinsicht auch unternehmerische Freiheit. Weitblick und Investitionen in die Zukunft treiben das Gesch\u00e4ft \u2013 nicht die kurzfristigen Erfolge. Daran wird sich auch mit der F\u00fchrung Next Generation nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die richtige Balance zwischen Kontinuit\u00e4t und neuen Wegen ist entscheidend. Die Weitergabe von \u00dcberzeugungen \u00fcber Generationen hinweg hilft, eine konsistente Unternehmenskultur zu f\u00f6rdern und sich auf gemeinsame Ziele auszurichten. Au\u00dferdem eine klare Kommunikation und ganz besonders: gegenseitiger Respekt und Vertrauen.<\/p>\n<h2>Wissensaustausch zwischen Eltern und Kindern<\/h2>\n<p>Welche Entscheidung hat sich als richtig erwiesen, welche F\u00e4higkeiten als unverzichtbar? Und an welchen neuen Entwicklungen f\u00fchrt kein Weg vorbei? Kenntnisse und Erkenntnisse zu teilen, einander zuzuh\u00f6ren und einen Wissensaustausch zu f\u00f6rdern, kann Menschen und Unternehmen nur voranbringen. Etwa dann, wenn es darum geht, Fehler nicht zu wiederholen.<\/p>\n<p>Aber auch dann, wenn es um den Spirit in einem Unternehmen geht: Duz-Kultur sowie Start-Up-Mentalit\u00e4t mit kurzen Entscheidungswegen und agile Methoden sind vermeintlich neue Trends, die beispielsweise in der \u00fcber 40-j\u00e4hrigen msg-Geschichte entweder schon immer da waren oder sich auf ganz nat\u00fcrliche Art und Weise entwickelt haben \u2013 nur eben ohne dabei dieses Label zu tragen.<\/p>\n<p>Die junge F\u00fchrungsgeneration tut sich mit einer solchen Kultur sicherlich leichter als mit stark konservativen und \u00fcberholten Prozessen und Denkmustern. So oder so \u2013 nur der respektvolle Umgang zwischen Eltern und Kindern und das Brennen f\u00fcr die gemeinsame Sache machen einen erfolgreichen Generationenwechsel \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem darf man sich \u2013 und das sei jedem Junior angeraten \u2013 nicht permanent mit dem Senior vergleichen oder ihn gar \u00fcbertrumpfen wollen. Was bisher geschafft und geschaffen wurde, ist gro\u00dfartig, sonst g\u00e4be es nichts zu \u00fcbergeben. Doch es ist nicht vergleichbar mit dem, was kommt. Eins zu eins reproduzierbar schon gar nicht.<\/p>\n<h2>Traditionen als Basis f\u00fcr Innovationen<\/h2>\n<p>Dabei muss es kein Widerspruch sein, an Traditionen festzuhalten und zugleich mit der Zeit zu gehen. Im Gegenteil. Nicht zu vergessen, wo man herkommt und eine gute Portion Demut helfen, strategische Entscheidungen im Sinne der Unternehmensphilosophie zu treffen. Denn es geht nicht darum, alles umzukrempeln \u2013 dann k\u00f6nnte man auch selbst gr\u00fcnden und als Unternehmer oder Unternehmerin neu beginnen.<\/p>\n<p>Es geht vielmehr darum, das Erbe anzunehmen und die DNA des Unternehmens zu wahren, w\u00e4hrend man sich an neue, teils nie dagewesene Umst\u00e4nde anpasst. Das ist spannend und herausfordernd zugleich. In solchen disruptiven Zeiten, wie wir es aktuell in der IT erleben, vermitteln Traditionen Verl\u00e4sslichkeit und Stabilit\u00e4t. Zudem sind sie eine solide und damit wichtige Basis, um Innovationen voranzutreiben und in neuen Gesch\u00e4ftsmodellen zu denken.<\/p>\n<h2>Der Wille zur Ver\u00e4nderung<\/h2>\n<p>Eins ist klar: Ohne einen echten Willen zur Ver\u00e4nderung klappt es nicht, ein Unternehmen in die Zukunft zu f\u00fchren. Umso leichter gelingt es, wenn die Bereitschaft zur Ver\u00e4nderung schon zum Firmenerbe geh\u00f6rt. Sich \u00fcber Jahrzehnte hinweg auf neue Technologien, Kundenanforderungen und Umbr\u00fcche einzustellen, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der IT-Branche \u2013 nur so bleibt man \u00fcber Jahrzehnte stark. Der Wille, sich f\u00fcr Neues zu \u00f6ffnen, bedeutet aber auch, dass die neue Generation eigene, neue Wege gehen darf und auch muss.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngere Generation hat es mit deutlich schnelleren gesellschaftlichen und gesch\u00e4ftlichen Ver\u00e4nderungen zu tun, was dazu f\u00fchrt, dass viele altbew\u00e4hrte Mechanismen nicht mehr funktionieren. Und das ist auch gut so. Umdenken, mal die Sichtweise wechseln und ganz neue Chancen erkennen \u2013 lautet die Devise. Vielfalt und Inklusion spielen heute erfreulicherweise eine extrem wichtige Rolle im Business-Umfeld. Unterschiedliche Perspektiven haben einen unsch\u00e4tzbaren Wert, sorgen f\u00fcr mehr Kreativit\u00e4t und Ideen, was im heutigen Marktumfeld elementar ist.<\/p>\n<h2>Fazit: Ver\u00e4nderung ist eine wichtige Konstante<\/h2>\n<p>Ein Unternehmen weiterzuf\u00fchren, das ein Elternteil aufgebaut hat, ist zwar herausfordernd, sollte aber vor allem mit Begeisterung angegangen werden. Eine Vision zu teilen und mit Freude an ein Lebenswerk anzukn\u00fcpfen, ist ein besonderer Ansporn und eine Motivation. Werte und \u00dcberzeugungen weiterzuleben l\u00e4sst ein Unternehmen auf Kurs bleiben und kann dabei helfen, langfristige Ziele und strategische Entscheidungen kontinuierlich umzusetzen. Das ist sehr wertvoll in einer schnelllebigen Zeit, in der es besonders auf gute und etablierte Kundenbeziehungen ankommt.<\/p>\n<p>Tatendrang und Ideenreichtum auf der einen, ein bemerkenswertes Netzwerk sowie Gelassenheit und Erfahrung auf der anderen Seite, sind eine Kombination, die gro\u00dfen Erfolg ausmachen kann. Gelassenheit braucht es dabei \u00fcbrigens auf beiden Seiten: Nachfolgerinnen oder Nachfolger m\u00fcssen akzeptieren, dass unterschiedliche Generationen eben auch unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen haben. Dann gilt es, Ver\u00e4nderungsw\u00fcnsche auch mal hintanzustellen. Die Chance zum Fortschritt liegt bisweilen auch darin, Reibungen bewusst zuzulassen.<\/p>\n<p>Ich bin mit msg gro\u00df geworden, habe die Idee von F\u00fchrung und vertrauensvoller Partnerschaft auf Augenh\u00f6he fr\u00fch mitbekommen und sch\u00e4tzen gelernt. Zudem kannte ich bereits viele Menschen im Unternehmen, wusste um die famili\u00e4re Atmosph\u00e4re und war \u00fcberzeugt, dass ich mich auch in meiner neuen Rolle als Vorstandsvorsitzender wohlf\u00fchlen w\u00fcrde \u2013 f\u00fcr mich eine Voraussetzung f\u00fcr erfolgreiches Handeln.<\/p>\n<p>Was ich anders machen werde als mein Vater? Sehr vieles. Vor allem aber, weil sich die Rahmenbedingungen, in denen wir unterwegs sind, stark ver\u00e4ndert haben und in Zukunft noch weiter ver\u00e4ndern werden. Stichwort KI wie etwa ChatGPT und die damit einhergehenden M\u00f6glichkeiten. Auf die Frage, wo ich meinen Vater als Vorbild sehe, kann ich ganz klar sagen: In sehr vielen Themen. Vor allem aber in Sachen F\u00fchrung und zwischenmenschlichen Beziehungen \u2013 gegen\u00fcber Kunden, Partnern, allen voran aber gegen\u00fcber den Mitarbeitenden, wo Vertrauensvorsch\u00fcsse \u00fcber viele Jahre an den meisten Stellen zur\u00fcckgezahlt wurden. Diese einzigartige Unternehmenskultur ist von ihm gepr\u00e4gt. Das tr\u00e4gt uns, das wollen wir gemeinsam bewahren und in die Zukunft f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong><em>Zur Person<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/juergen-zehetmaier\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. J\u00fcrgen Zehetmaier<\/a> ist seit 2020 im Vorstand der international agierenden Unternehmensgruppe <a href=\"https:\/\/www.msg.group\/wir\/management\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">msg<\/a> und seit Januar 2023 msg-Vorstandsvorsitzender. Der vierzigj\u00e4hrige Betriebswirt kam 2013 nach beruflichen Stationen u.a. im internationalen Beratungsumfeld in die inhabergef\u00fchrte msg. Obgleich Zehetmaier aus einer der drei Gr\u00fcnderfamilien stammt und somit bereits eine enge Verbindung zu msg hatte, war der Weg ins Unternehmen keinesfalls vorbestimmt. Vielmehr haben den IT-begeisterten Zehetmaier die innovativen Technologie-Themen und die Vielfalt an Branchen zur msg (zur\u00fcck)-gef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.hrjournal.de\/generationenwechsel-im-unternehmen\/?xing_share=news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hrjournal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcbernimmt die junge Generation, kann es schon mal rumpeln. 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