{"id":8591,"date":"2026-05-30T09:28:01","date_gmt":"2026-05-30T09:28:01","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/generationy-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:28:01","modified_gmt":"2026-05-30T09:28:01","slug":"generationy-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/generationy-en\/","title":{"rendered":"Generation Y"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Generation Y macht Personalchefs Angst. Wie werden \u00dcberstunden bezahlt? Wann gibt es das erste Sabbatical? Junge, hochqualifizierte Berufseinsteiger treten heute so fordernd auf wie nie zuvor. Worauf sie Wert legen, wie sie ticken: das ABC der Ys.<\/p>\n<p><\/em><\/p>\n<h2 id=\"pageIndex_1\" class=\"atc-SubHeadline\">Aufmerksamkeit<\/h2>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Generation Y will von ihrem Arbeitgeber umsorgt werden. Die nach 1980 Geborenen geben sich nicht mehr damit zufrieden, nach dem Studium beim Unternehmen ihrer Wahl einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben und fortan flei\u00dfig, aber dem\u00fctig die ihnen \u00fcbertragenen Aufgaben zu verrichten. Stattdessen fordern die Jungen von ihren Vorgesetzten regelm\u00e4\u00dfige Feedbackrunden zu ihrer Arbeit ein.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Babyboomer<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Eltern der Generation Y. Sie kamen in der Mitte der f\u00fcnfziger bis Mitte der sechziger Jahre auf die Welt und sind Teil der geburtenstarken Jahrg\u00e4nge. Die Babyboomer wurden fr\u00fch zu H\u00f6chstleistungen und bedingungsloser Hingabe f\u00fcr den Beruf angespornt &#8211; schlie\u00dflich galt es, sich von der Masse abzuheben.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Chief Executive Officer<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Als das charakteristische Merkmal der Generation Y gilt ihr mangelnder Wille zum Aufstieg. Karriere? Jahrelang schuften, \u00dcberstunden schieben, die Familie kaum sehen, Urlaube abbrechen, um zu einem wichtigen Projekt zu eilen, alles in der vagen Hoffnung, sich auf der Karriereleiter nach oben zu dienen? Nein, danke, sagen sich viele Berufseinsteiger.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Demographie<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das ausgepr\u00e4gte Selbstbewusstsein der Generation Y hat ma\u00dfgeblich damit zu tun, dass sie die Bev\u00f6lkerungsstatistik auf ihrer Seite wei\u00df. Wegen der geringen Geburtenrate in Deutschland wird der Nachwuchs an Arbeitskr\u00e4ften immer knapper. Gab es im Jahr 2012 nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes noch 9,7 Millionen Deutsche im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, werden es im Jahr 2030 nur noch 7,5 Millionen sein.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Erben<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nicht minder wichtig wie der demographische Faktor ist die finanzielle Sicherheit, in der viele junge Menschen heute aufwachsen. Schon zwischen 2000 und 2010 wurden in Deutschland rund 2 Billionen Euro vererbt. Zwischen 2011 und 2020 sollen es nach einer Studie des Instituts f\u00fcr Altersvorsorge rund 2,6 Billionen Euro sein.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Firmenwagen<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Sind der Generation Y ziemlich egal. War fr\u00fcher der Dienst-BMW oder -Mercedes noch eines der wichtigsten Statussymbole, die es im Berufsleben zu erreichen galt, setzen die Jungen heute andere Priorit\u00e4ten. Hoch im Kurs steht etwa eine Bahncard 100, mit der sich nach Belieben durchs Land reisen l\u00e4sst. Und auch der Wunsch nach Dienst-Fahrr\u00e4dern wird immer h\u00e4ufiger ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Gehalt<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Noch macht sich die Verhandlungsmacht der Ys kaum in den Geh\u00e4ltern bemerkbar. Sprach- und Kulturwissenschaftler kommen im Schnitt nur auf 30 600 Euro, weil es viele Absolventen, aber nur wenige feste Stellen gibt. Anders sieht die Lage bei den Medizinern aus, die bereits eifrig umworben werden: Sie steigen im Schnitt mit 46 200 Euro ein.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">\u00a0<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Hierarchien<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Sollten m\u00f6glichst flach und unauff\u00e4llig sein. Nichts bringt die Generation Y so sehr in Rage wie Vorgesetzte, die Diskussionen mit dem Verweis auf ihre \u00fcberlegene Position abk\u00fcrzen.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Ich<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein Vorwurf, den Arbeitgeber der Generation Y immer wieder machen, ist ihre Ich-Bezogenheit. Sie denken nicht in erster Linie an das Wohl des Unternehmens, sondern erst einmal an ihr eigenes. Zwar ist ehrenamtliches Engagement mittlerweile fast schon Standard bei den Ys, doch oft dient dies vor allem dazu, den Lebenslauf zu polieren.<\/p>\n<h2 id=\"pageIndex_2\" class=\"atc-SubHeadline\">Java<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein gro\u00dfer Vorteil der in den achtziger und neunziger Jahren Geborenen ist, dass sie mit dem Internet gro\u00df geworden sind und damit um einiges selbstverst\u00e4ndlicher umgehen als die vor ihnen geborene Generation X, die sich zwar mittlerweile auch an Facebook herangewagt hat, aber beim Wort \u201eJava\u201c immer noch zuerst an Indonesien und nicht an die gleichnamige Programmiersprache denkt.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Karotte<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Jahrzehntelang war das Karotten-Prinzip das Nonplusultra in der Managementlehre: Man halte dem Esel eine Karotte vors Gesicht, und er wird mit der Aussicht auf die Belohnung nicht erlahmen. Die ersten Jahre &#8211; oder Jahrzehnte &#8211; galt es viel zu arbeiten f\u00fcr wenig Geld, auf dass sich das Verh\u00e4ltnis im fortgeschritteneren Alter umkehrte. Die Jungen sind so schwerlich zu motivieren. Sie wollen erst die Karotte, bevor sie sich in Gang setzen.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Loyalit\u00e4t<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Einmal Siemens, immer Siemens &#8211; diese Gleichung lie\u00df sich bis zur Jahrtausendwende auf viele namhafte Unternehmen und ihre Mitarbeiter \u00fcbertragen. Doch auch die klangvollsten Namen schinden bei der Generation Y keinen Eindruck, wenn die Arbeitsbedingungen nicht stimmen. Die Wechselbereitschaft ist deutlich gestiegen &#8211; was auch damit zu tun hat, dass viele Unternehmen dem Nachwuchs erst einmal befristete Vertr\u00e4ge anbieten. Dauerten die Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse von Unter-Drei\u00dfigj\u00e4hrigen fr\u00fcher im Schnitt 800 Tage, schrumpfte dieser Wert bereits f\u00fcr den Jahrgang 1977 auf 600 Tage und d\u00fcrfte f\u00fcr die danach Geborenen noch niedriger liegen.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Mosaik<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Mosaik-Karriere, auch Portfolio-Laufbahn genannt, zeichnet sich durch eine Mischung von T\u00e4tigkeiten aus, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen. Wenn zum Beispiel ein Grafikdesigner einen Teil seiner Zeit damit verbringt, auf freiberuflicher Basis gut bezahlte Projekte in Werbeagenturen zu \u00fcbernehmen, nebenher f\u00fcr den erweiterten Bekanntenkreis mittelgut bezahlt Logos und Imagebrosch\u00fcren gestaltet und in seiner Freizeit gering bis gar nicht bezahlt ein Modemagazin konzipiert und produziert, dann ist er: ein Mosaikk\u00fcnstler.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Null Bock<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Man kann der Generation Y vieles vorwerfen, dass sie zu anspruchsvoll ist, zu verw\u00f6hnt oder zu bequem, aber eines ist sie nicht: eine Null-Bock-Generation.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Optionen<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nichts ist unm\u00f6glich &#8211; die heute Um-die-Drei\u00dfigj\u00e4hrigen sind mit dem Toyota-Slogan gro\u00df geworden. Sie hatten die freie Wahl, welchen Beruf sie ergreifen wollten, und auch in ihrem Arbeitsleben sch\u00f6pfen sie aus dem Vollen. Wo sie sich in f\u00fcnf oder zehn Jahren sehen, die beliebte Frage von Personalern in Vorstellungsgespr\u00e4chen, k\u00f6nnen sie schwerlich beantworten. Es gibt so viele Optionen &#8211; und wer wei\u00df schon, was die Zukunft bringt?<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Pippi Langstrumpf<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">\u201eZwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gef\u00e4llt. Hey, Pippi Langstrumpf, trallari trallara tralla hoppsasa, hey, Pippi Langstrumpf, die macht, was ihr gef\u00e4llt.\u201c Nicht umsonst wird die Generation Y gerne auch als Generation Pippi bezeichnet.\u00a0<\/p>\n<aside id=\"cna-N1\" class=\"js-cna cna-N1 js-cna-N1\">\n<h2>Qigong<\/h2>\n<\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In einem gesunden K\u00f6rper wohnt auch ein gesunder Geist. Waren Kurse wie Yoga und Qigong fr\u00fcher etwas f\u00fcr Esoteriker, achtet der Nachwuchs &#8211; Frauen wie M\u00e4nner &#8211; heute schon an den Hochschulen darauf, im Gleichgewicht zu bleiben. Gleiches erwartet er sp\u00e4ter vom Arbeitgeber.<\/p>\n<h2 id=\"pageIndex_3\" class=\"atc-SubHeadline\">Relevanz<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wie f\u00fcgt sich die Arbeit eines Unternehmens in die Gesellschaft ein? Verbessern die Produkte das Leben der Menschen nachhaltig? Und wie wirken sie sich auf die Umwelt aus? Die Generation Y will kein kleines R\u00e4dchen in einem omin\u00f6sen Getriebe sein, sondern wissen, wof\u00fcr ihre Arbeit gut ist. Die modernen Weltverbesserer kommen ohne Jute-Aktivismus aus.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Seitw\u00e4rtskarrieren<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wenn der Aufstieg in der Unternehmenshierarchie nicht mehr der wichtigste Anreiz f\u00fcr qualifizierte Mitarbeiter ist, m\u00fcssen die Personalabteilungen umdenken. Immer h\u00e4ufiger bieten sie inzwischen sogenannte Seitw\u00e4rts- oder Fachkarrieren an. Diese zielen nicht auf m\u00f6glichst gro\u00dfe Umsatz- und Personalverantwortung, sondern auf einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Wissens- und Erfahrungsschatz.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Tunnelblick<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Hat die Generation Y nicht. Ganz im Gegenteil, sie schaut gerne mal \u00fcber den Tellerrand ihres Fachgebiets hinaus. Was es f\u00fcr die Vorgesetzten nicht immer einfach macht, weil Abteilungswechsel und Rotationsprinzip zur Regel statt zur Ausnahme werden.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Urlaub<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Ys messen der Freizeit gro\u00dfe Bedeutung bei, der Urlaub sollte folglich nicht zu knapp bemessen sein. Um ihre Berater bei Laune zu halten, bietet etwa die Unternehmensberatung McKinsey seit kurzem an, jedes Jahr zus\u00e4tzlich zu den 30 Tagen Jahresurlaub drei Monate unbezahlten Urlaub zu nehmen. Fast jeder f\u00fcnfte Berater hat das Angebot im ersten Jahr des Bestehens angenommen. Die Aussicht auf diese Auszeit sei im Recruiting der Renner, sagt die Beratungsgesellschaft.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Vollzeit<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">So wichtig der Generation Y Selbstbestimmung und berufliche Freiheit sind &#8211; die Sicherheit des Vollzeit-Angestellten-Daseins m\u00f6chte sie nicht missen. Zwar hat sich die Zahl der Selbst\u00e4ndigen seit dem Jahr 2005 von 4,4 auf 4,5 Millionen Menschen erh\u00f6ht. Doppelt so stark ist aber die Zahl der vollzeitbesch\u00e4ftigten Arbeitnehmer gestiegen, von damals 23,3 auf zuletzt 24,3 Millionen Menschen.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Work-Life-Balance<\/h2>\n<p class=\"atc-SubHeadline\">Das Reizwort altgedienter Manager, die es leid sind, von den Jungen immerzu nach der Einhaltung der 37,5-Stunden-Woche gefragt zu werden. Doch es hilft nichts: Der Nachwuchs ist zwar bereit, in Ausnahmef\u00e4llen auch mal die Nacht durchzuarbeiten. Aber daf\u00fcr will er am n\u00e4chsten Tag auch frei haben. Besonders junge M\u00fctter und V\u00e4ter achten darauf, dass sie nach Feierabend noch gen\u00fcgend Zeit mit dem Nachwuchs verbringen k\u00f6nnen. Man kann dar\u00fcber jammern. Man kann es aber auch gut finden.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">X-Generation<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Vorg\u00e4nger der Ys und die Nachfolger der Babyboomer. Die Generation X, in Deutschland auch Generation Golf genannt, kam zwischen 1966 und 1980 auf die Welt. Sie wuchs mit einer gr\u00f6\u00dferen Unsicherheit auf als die Babyboomer. Die \u00d6lkrise und die Krise auf dem Arbeitsmarkt nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes haben sie gepr\u00e4gt.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Yps<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Zeitschrift zur Generation Y. Zwischen 1975 bis 2000 war Yps ein Comicheft f\u00fcr Kinder, seit diesem Jahr erscheint es wieder regelm\u00e4\u00dfig, diesmal f\u00fcr verspielte Erwachsene.<\/p>\n<h2 class=\"atc-SubHeadline\">Z-Generation<\/h2>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Sie sind die n\u00e4chsten, diejenigen, die auf die Generation Y folgen. Noch hegen die Mitte der neunziger Jahre bis jetzt Geborenen keine beruflichen Ambitionen, aber schon jetzt zeichnet sich ab: Weniger Macht als die Ys werden sie kaum haben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Autorin: Julia Lehr<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/beruf\/2.3113\/generationy-freizeit-als-statussymbol-12212620-p3.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">faz.net<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Generation Y macht Personalchefs Angst. Wie werden \u00dcberstunden bezahlt? Wann gibt es das erste Sabbatical? 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