{"id":8551,"date":"2026-05-30T09:27:58","date_gmt":"2026-05-30T09:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/flexible-arbeitsmodelle-locken-gutes-personal-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:58","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:58","slug":"flexible-arbeitsmodelle-locken-gutes-personal-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/flexible-arbeitsmodelle-locken-gutes-personal-en\/","title":{"rendered":"Flexible Arbeitsmodelle locken gutes Personal"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Der Fachkr\u00e4ftemangel stellt nicht nur den Mittelstand vor Herausforderungen. Wer auf Arbeitsmodelle unabh\u00e4ngig von Ort und Zeit setzt, kann auf einen gr\u00f6\u00dferen Pool an Talenten zugreifen \u2013 und sie binden. Damit das flexible Zusammenarbeiten gelingt, m\u00fcssen Unternehmen einiges beachten.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eRemote-freundlich: Unser B\u00fcro liegt im Herzen des Prenzlauer Bergs. Ob Du es nutzt oder nicht, liegt ganz bei Dir\u201c, hei\u00dft es auf der Karriereseite der Vorsorgeplattform <a href=\"https:\/\/www.afilio.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Afilio<\/a>. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice ist bei dem Start-up aus Berlin nicht erst seit Corona ganz tief verankert. Doch mehr noch: Das Unternehmen beginnt gerade, einzelne Stellen v\u00f6llig ortsunabh\u00e4ngig auszuschreiben: \u201eIm Vergleich zu vorherigen Ausschreibungen f\u00fcr genau diese Position erhielten wir nicht nur ein Vielfaches an Bewerbungen: Wir hatten vor allem deutlich besser qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten. Die M\u00f6glichkeit, auch aus anderen Teilen Deutschlands flexibel von zu Hause aus f\u00fcr Afilio zu arbeiten, erweitert das Feld an richtig guten Bewerberinnen und Bewerbern f\u00fcr uns enorm\u201c, sagt Gr\u00fcnder Philip Harms.<\/p>\n<h2>Mitarbeiter w\u00fcnschen sich Flexibilit\u00e4t \u2013 wer sie bietet, bekommt die Talente<\/h2>\n<p>In Zeiten des Fachkr\u00e4ftemangels empfiehlt es sich, auf flexible Arbeitsmodelle zu setzen, denn orts- und zeitunabh\u00e4ngiges Arbeiten steht mit ganz oben auf deren Wunschzettel: In einer repr\u00e4sentativen Umfrage des Jobportals Indeed gaben drei Viertel an, flexible Arbeitszeiten oder Arbeitsorte f\u00fcr wichtig zu halten \u2013 doch nur 30 Prozent der Befragten hatten tats\u00e4chlich die M\u00f6glichkeit von Vertrauensarbeitszeit und -ort. Ein Potenzial, das es nun auszusch\u00f6pfen gilt, besonders f\u00fcr Unternehmen mit Standortnachteilen oder besonders hart umk\u00e4mpften Fachkr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Auch das ifo Institut sagt: \u201eAu\u00dferdem k\u00f6nnte die Beseitigung der r\u00e4umlichen Entfernung als limitierender Faktor das Matching von Jobsuchenden und Arbeitgebern verbessern, also die Chance des Zueinanderfindens steigern.\u201c Darauf sind Unternehmen angewiesen, wenn sie in den n\u00e4chsten Jahren die besten Fachkr\u00e4fte gewinnen wollen: Laut einer Studie, die unter anderem der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken in Auftrag gab, bereitet der Fachkr\u00e4ftemangel im Juni 2021 rund 73 Prozent der Mittelst\u00e4ndler Probleme \u2013 sechs Monate zuvor waren es noch 67 Prozent. Bezeichnend: Der Wert ist um die zehn Prozent h\u00f6her als jener bei der Frage nach Bef\u00fcrchtungen vor wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise.<\/p>\n<h2>Fachkr\u00e4fte k\u00f6nnen jetzt von \u00fcberallher kommen<\/h2>\n<p>Auch Jan Ollig sieht f\u00fcr Unternehmen eine riesige Chance darin, nach der Pandemie flexibles Arbeiten anzubieten: \u201eDurch Corona hat das Ganze einen massiven tempor\u00e4ren Schub bekommen, die Leute wollen weiter so arbeiten und nicht zu hundert Prozent zur\u00fcck ins B\u00fcro\u201c, sagt der Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/new-work-life.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jobplattform New Work Life<\/a>. Zusammen mit seiner Partnerin hat er diese im Jahr 2019 gegr\u00fcndet, da beide nach einem remote Job in Festanstellung gesucht haben. Doch au\u00dfer internationalen B\u00f6rsen fanden sie nichts \u2013 und f\u00fcr US-Arbeitgeber zu arbeiten, war wegen fehlender Sozial- und Rentenversicherungsleistungen unattraktiv.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet: Aktuell bieten verschiedene deutsche Unternehmen insgesamt etwas mehr als 1.000 remote Jobs auf der Plattform an, und seit Beginn der Pandemie ist der Traffic um 130 Prozent gestiegen. \u201eTalente k\u00f6nnen nun von \u00fcberallher kommen\u201c, sagt Ollig. \u201eViele gut qualifizierte Fachkr\u00e4fte sitzen in Berlin. Also war es f\u00fcr ein Tech-Unternehmen in Buxtehude fr\u00fcher so: Ich kann die guten Leute in der N\u00e4he holen, muss aber f\u00fcr alle anderen Positionen B-L\u00f6sungen nehmen. Heute kann ich alle Stellen mit Eins-a-Leuten besetzen, auch wenn die nicht aus Berlin wegwollen.\u201c<\/p>\n<p>Auch viele Leute mit Kindern, die in Teilzeit arbeiten wollen, k\u00f6nnten den Unternehmen dadurch k\u00fcnftig wieder zur Verf\u00fcgung stehen: \u201eSie wollen vier Stunden arbeiten, kamen aber mit der Hin- und R\u00fcckfahrt auf f\u00fcnf bis sechs Stunden, das war vielen zu stressig\u201c, sagt Jan Ollig. \u201eDas ist ein gro\u00dfes Potenzial, das da f\u00fcr den Arbeitsmarkt schlummert.\u201c Bei den Unternehmen, die er neben der Jobb\u00f6rse auch zum Thema Remote ber\u00e4t, stellt er oft noch eine diffuse Angst fest, vor allem vor dem vermeintlichen Kontrollverlust.<\/p>\n<h2>Remote Work sorgt auch f\u00fcr Mitarbeiterbindung<\/h2>\n<p>Diese diffuse Angst ist Anja Schirwinski vollkommen fremd. Sie ist Mitgr\u00fcnderin und -gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von <a href=\"https:\/\/www.undpaul.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">undpaul<\/a>\u201c, einer Agentur f\u00fcr Publishing-Plattformen und Content-Marketing. Seit der Gr\u00fcndung 2010 arbeitet das Unternehmen ausschlie\u00dflich remote. Der Grund: Die Mitarbeiter entwickeln Webseiten mit dem Content-Management-System Drupal. \u201eDas war nicht so verbreitet, es gab schlicht nicht so viele Entwickler, die das konnten. Ein paar von uns waren und sind in Hannover \u2013 aber die Leute, die sich damit auskennen, wohnen nicht in Hannover und wollen auch nicht in Hannover wohnen. Wie soll ich sonst zehn Spezialisten finden?\u201c<br \/>Aktuell sitzen sie \u00fcber Deutschland verteilt \u2013 der s\u00fcdlichste in Rosenheim, der n\u00f6rdlichste in Ganderkesee bei Bremen. Mit dem Modell nach au\u00dfen gehen und Leute anwerben k\u00f6nnte Schirwinski, muss sie aber nicht. Das Remote-Modell, das zus\u00e4tzlich noch flexible Arbeitseinteilung \u2013 morgens den Einkauf erledigen und eine Runde schwimmen, daf\u00fcr abends arbeiten \u2013 bietet, hat n\u00e4mlich noch einen weiteren gro\u00dfen Vorteil: Mitarbeiterbindung. Bei undpaul gibt es kaum Fluktuation.<\/p>\n<p>Auch ein h\u00f6heres Gehalt, das wohl vielen der IT-Experten bei anderen Unternehmen winken k\u00f6nnte, bereitet der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von undpaul keine Sorgen: \u201eWir bezahlen sicher nicht so gut, wie die Leute anderswo bezahlt werden w\u00fcrden, aber f\u00fcr viele ist remote, aber vor allem einfach die flexible Arbeitszeit der entscheidende Punkt\u201c, sagt Anja Schirwinski. Sie stelle einfach fest, dass die Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr immer mehr Leute in der Priorit\u00e4tenliste vor dem Gehalt angesiedelt ist: \u201eWenn du wohnen kannst, wo du willst, und es muss nicht in der teuren Gro\u00dfstadt sein, oder wenn du kein Auto brauchst, dann kannst du auch weniger verdienen\u201c, sagt sie. Den V\u00e4tern im Team sei es beispielsweise wichtig, durch das flexible Arbeitsmodell mehr mit den Kindern machen zu k\u00f6nnen als der Durchschnitt: zwischen den Terminen zum Babyschwimmen zu gehen oder die Kinder von der Schule abzuholen.<\/p>\n<h2>Neue F\u00fchrung ist gefragt<\/h2>\n<p>Bei all den Vorteilen von flexiblen Arbeitsmodellen und Remote Work ist jedoch ein weiterer Aspekt wichtig, damit es funktioniert und die Mitarbeiter wirklich langfristig bleiben: <a href=\"index.php\/de\/zoo-zoo\/blog-zoo\/item\/home-statt-office-vertrauen-statt-kontrolle.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Next Leadership<\/a>. Also neue F\u00fchrung, die Kontrolle abgibt. Anja Schirwinski sagt: \u201eMan braucht Vertrauen zu den Leuten, aber wir stehen ja im regen Austausch, auch wenn wir uns nicht sehen. Wir haben jeden Morgen Dailys zu Projekten und besprechen einmal in der Woche Highlights und Lowlights. Wenn jemand erreichbar ist und seine Arbeit schafft, ist alles okay.\u201c Sie sagt sogar: \u201eMan muss sich nie pers\u00f6nlich begegnet sein, um erfolgreich zusammenzuarbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Wer sich Sorgen macht, dass Mitarbeiter im Homeoffice nichts arbeiten, hat laut Jan Ollig von New Work Life ein viel grunds\u00e4tzlicheres Problem: \u201eWenn der Job so ausgelegt ist, dass ich w\u00e4hrend der Arbeitszeit lieber Netflix schaue, dann l\u00e4uft da sowieso irgendwas falsch. Alle anderen sollten sich eher Sorgen machen, ob die Mitarbeiter nicht zu viel arbeiten\u201c, sagt er.<\/p>\n<h2>Flexible Arbeitsmodelle: Kommunikation muss expliziter werden<\/h2>\n<p>Auch bei der Vorsorgeplattform Afilio hat man mit remote arbeitenden Kollegen und v\u00f6llig flexibler Arbeitseinteilung nur gute Erfahrungen gemacht. Alexandra Lechner, die bei Afilio f\u00fcr den Bereich People &amp; Culture zust\u00e4ndig ist, sagt: \u201eDer Schl\u00fcssel ist die Kommunikation. Die muss man bewusster angehen und expliziter und h\u00e4ufiger kommunizieren. Denn ungeschriebene Teamregeln, die man fr\u00fcher einfach so mitbekommen hat, kann man nicht mehr sp\u00fcren.\u201c<\/p>\n<p>Jede Woche Montagmorgen ein \u201eStand-up-Meeting\u201c (Treffen im Stehen, zur effizienten Kommunikation \u00fcber anliegende Aufgaben), am Mittwochnachmittag eine Breakout-Session (ein Teil einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe oder Abteilung trifft sich virtuell, um einen konkreten Aspekt eines Themas zu bearbeiten) und ein Donut Coffee Chat bei Slack (ein Bot organisiert digitale Treffen zwischen Teammitgliedern) sind nur ein paar der Elemente, die sie daf\u00fcr einsetzt. Und manchmal, sagt sie, bringen Homeoffice und Remote Work uns einen Vorteil und eine N\u00e4he, die wir im B\u00fcro nie erreichen w\u00fcrden: \u201eAuch der Chef tr\u00e4gt mal Freizeitkleidung, auch bei ihm l\u00e4uft mal das Kind durchs Bild, oder er nimmt den Anruf auf dem Weg zum Einkaufen an. Er ist auch nur ein Mensch.\u201c<\/p>\n<h2>New Work im eigenen Unternehmen\u00a0&#8211;\u00a0Die Frage nach dem Warum<\/h2>\n<p>\u201eJedes Unternehmen muss sich fragen: Was oder wen will ich haben?\u201c, sagt Jan Ollig von New Work Life. Nach der Motivation f\u00fcr das jeweilige Arbeitsmodell zu fragen, sei zentral. \u201eWarum will der Mitarbeiter remote arbeiten? Will er im Winter mal f\u00fcnf Monate auf Gran Canaria arbeiten oder ein halbes Jahr auf Weltreise gehen?\u201c W\u00e4hrend Ersteres meist kein Problem darstellt, kann Zweiteres mit Reisezeiten und Zeitverschiebung recht stressig f\u00fcr das Unternehmen werden. Genauso m\u00fcsse man aber nach der Motivation fragen, wenn Leute gern wieder ausschlie\u00dflich ins B\u00fcro wollen: \u201eEs kann um kreative Zusammenarbeit mit Kollegen gehen, aber auch um Klatsch und Tratsch \u2013 also Anwesenheit zu zeigen, w\u00e4hrend aber nichts Produktives geleistet wird\u201c, sagt Ollig.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/arbeitswelt-gestalten\/flexible-arbeitsmodelle-locken-gutes-personal\/?utm_source=CleverReach&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=newsl-sep-01&amp;utm_content=Mailing_12952987\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Faktor A &#8211; Das Arbeitgebermagazin<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fachkr\u00e4ftemangel stellt nicht nur den Mittelstand vor Herausforderungen. 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