{"id":8545,"date":"2026-05-30T09:27:58","date_gmt":"2026-05-30T09:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/facilitative-leadership-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:58","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:58","slug":"facilitative-leadership-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/facilitative-leadership-en\/","title":{"rendered":"Facilitative Leadership"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Dass Organisationen agiler werden m\u00fcssen, wollen sie morgen noch am Markt bestehen, d\u00fcrfte kaum mehr jemand ernsthaft bezweifeln. Dass F\u00fchrung dabei eine zentrale Rolle spielt, auch nicht.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ein Aspekt, der in diesem Kontext unmittelbar in den Blick ger\u00e4t, ist die<br \/>Beschleunigung von Entscheidungen. F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen schneller entscheiden oder besser: gar nicht mehr entscheiden m\u00fcssen. Wenn Mitarbeiter und Teams selbst entscheiden, verk\u00fcrzen sich Entscheidungsprozesse und Entscheidungszeiten, die Organisation wird wendiger, agiler.<\/p>\n<p>Wenn aber Mitarbeiter selbst (mehr) entscheiden sollen, muss der organisationale Rahmen entsprechend angepasst werden. Die Range daf\u00fcr ist extrem gro\u00df und reicht von Scrum bis Holokratie. In aller Regel wird das passende Konzept \u201enach Ma\u00df gefertigt\u201c. Wie auch immer der Rahmen f\u00fcr die angestrebte Selbstorganisation im Einzelfall letztlich konkret aussieht, es gilt immer:<\/p>\n<p><strong>&#8220;Selbstorganisation will gut organisiert sein!&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl Mitarbeiter als auch F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen die neue Art der<br \/>Zusammenarbeit lernen. Dabei ist Agilit\u00e4t nur ein Aspekt, der F\u00fchrung ver\u00e4ndert.<\/p>\n<h2>F\u00fchrung neu definiert<\/h2>\n<p>F\u00fchrung muss immer mehr zu Training, Coaching, Moderation oder kurz \u201eFacilitative Leadership\u201c werden, zu F\u00fchrung also, die auf trainieren und unterst\u00fctzen fokussiert. Den Kern k\u00f6nnte man in Umkehrung von Wladimir Iljitsch Lenin\u2019s \u00dcberzeugung \u201eVertrauen ist gut \u2013 Kontrolle ist besser!\u201c betiteln, mit: Kontrolle ist gut \u2013 Vertrauen ist besser!<\/p>\n<p>Die Denkrichtung kehrt sich um: Nicht der Mitarbeitende arbeitet der F\u00fchrungskraft zu, der die Aufgaben erledigt und daf\u00fcr Unterst\u00fctzung durch seine Mitarbeitenden erh\u00e4lt, sondern die F\u00fchrungskraft wird zum Facilitator, zum Erm\u00f6glicher, zum F\u00f6rderer und arbeitet dem Mitarbeiter zu, damit dieser optimale Bedingungen hat, um die Aufgaben zu erledigen. Im Zeitalter der Wissensarbeit (Peter F. Drucker) kann die F\u00fchrungskraft fachlich nicht mehr besser sein, als die ihr zugeordneten Kolleg*innen. Die Leitung steht nicht (mehr) auf der B\u00fchne im Rampenlicht, sondern ist Backstage unterst\u00fctzend t\u00e4tig.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Der beste F\u00fchrer ist der, dessen Existenz gar nicht bemerkt wird, der zweitbeste der, welcher geehrt und gepriesen wird, der n\u00e4chstbeste der, den man f\u00fcrchtet und der schlechteste der, den man hasst. Wenn die Arbeit des besten F\u00fchrers getan ist, sagen die Leute: \u00bbDas haben wir selbst getan\u00ab Laotse, 6. Jh. v. Chr.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Dieses post-tayloristische F\u00fchrungsverst\u00e4ndnis, ist Teil eines \u2013 durch eine Vielzahl von Herausforderungen (Umweltproblematik, Globalisierung, Fachkr\u00e4ftemangel, Digitalisierung \u2026) getriebenen \u2013 umfassenden Kulturwandels, der ein Miteinander auf Augenh\u00f6he fordert.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Facilitating Leadership<\/h2>\n<p>Kulturwandel bedeutet auch und vor allem Umgestaltung des Miteinanders nach innen und nach au\u00dfen. Die Kommunikation mit den Kunden muss intensiver werden, weg von der Pr\u00e4sentation hin zum Dialog. Die Kommunikation mit den Mitarbeitenden muss einem neuen Mindset gerecht werden, das auf ein Mehr an Mitbestimmung und individueller Freiheit abzielt. F\u00fchrungspersonen sind nicht mehr l\u00e4nger die, die alles besser wissen (k\u00f6nnen). Sie m\u00fcssen zu Dienern, Unterst\u00fctzern, F\u00f6rderern, Moderatoren und Facilitators werden.<\/p>\n<p>Die Anforderungen an die F\u00fchrung von morgen k\u00f6nnte man in folgenden f\u00fcnf Dimensionen zusammenfassen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Mindset<\/strong><br \/>F\u00fchrung beginnt im Kopf. Nur wer im Stande ist, seinen Teammitgliedern auf Augenh\u00f6he zu begegnen, kann k\u00fcnftig F\u00fchrungskraft sein. Bleibt die Frage, ob der Begriff F\u00fchrungskraft noch zeitgem\u00e4\u00df ist oder ein Begriff, wie Coach, Moderator oder Facilitator mehr Potential hat, ein Mindset zu erzeugen, das der Aufgabe der \u201eneuen F\u00fchrungskraft\u201c gerecht wird.\n<\/li>\n<li><strong>Delegation<\/strong><br \/>Wenn Organisationen agiler werden sollen, hei\u00dft das Zauberwort Delegation oder Selbstorganisation. Das bedeutet, dass Teams innerhalb der ihnen zugedachten Aufgaben, sich eigenverantwortlich um die konkrete Arbeitseinsatzplanung, die Vertretungs- und Urlaubsregelung, die Einarbeitungs- und Weiterbildungsplanung, die Verwendung der zur Verf\u00fcgung gestellten Budgets etc. k\u00fcmmern. Auch die Informationswege zu internen und externen Kunden sind zu \u00fcberdenken \u2026\n<\/li>\n<li><strong>Monitoring<\/strong><br \/>Eine Aufgabe, die als F\u00fchrungsaufgabe \u2013 oder Lotsendienst \u2013 bleibt, ist die des Monitorings. F\u00fchrung bedeutet, das \u201eGro\u00dfe Ganze\u201c im Blick zu behalten, strategische Entscheidungen fr\u00fchzeitig zu kommunizieren und zu navigieren, ohne das konkrete Doing zu \u00fcbernehmen. Da kann es m\u00f6glicherweise auch mal ein \u201eWenn m\u00f6glich bitte wenden!\u201c geben, aber das direkte Steuern bleibt beim, sich selbst steuernden, Team.\n<\/li>\n<li><strong>Orientierung<\/strong><br \/>Unternehmen brauchen eine glaubw\u00fcrdige und transparente Vision als Bezugspunkt f\u00fcr ihr Handeln. Eine gut formulierte Vision gibt den Mitarbeitern Orientierung und erzeugt einen Sog in die intendierte Richtung. Voraussetzung ist, dass diese Vision von allen geteilt wird. F\u00fchrungsarbeit bedeutet k\u00fcnftig mehr denn je, Sinnstiftung. Der Purpose der Organisation muss glaubw\u00fcrdig sein, kommuniziert und diskutiert werden. Die Meinung aller muss geh\u00f6rt und ber\u00fccksichtigt werden. Mitarbeiter*innen mit Leitungsfunktion m\u00fcssen diese Mittler- und Moderationsfunktion pro-aktiv wahrnehmen.\n<\/li>\n<li><strong>New Work<\/strong><br \/>Interpretiert man New Work im Sinne des Philosophen Frithjof Bergmann, so k\u00f6nnte man sagen, dass New Work auf den selbstbestimmten, gl\u00fccklichen Menschen abzielt. Sieht sich eine Organisation diesem \u201eAnsatz\u201c verpflichtet, k\u00f6nnten F\u00fchrungskr\u00e4fte, Berater und Coaches sein, die ihren Mitarbeitenden helfen ihrem Ikigai (frei \u00fcbersetzt: \u201edas, wof\u00fcr es sich zu leben lohnt\u201c) so nahe als m\u00f6glich zu kommen. Eine Aufgabe von F\u00fchrung w\u00e4re es dann, sich intensiv mit \u201ePersonalentwicklung\u201c oder besser Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung, zu befassen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Art der Mitarbeiterf\u00fchrung oder besser Mitarbeiter-Unterst\u00fctzung, die mehr mit Supporting als mit F\u00fchrung im herk\u00f6mmlichen Sinne zu tun hat, k\u00f6nnte man als moderativen F\u00fchrungsstil oder Facilitative Leadership bezeichnen.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber den Autor<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/josef-w-seifert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Josef W. Seifert<\/a>, Gr\u00fcnder von MODERATIO, lebt in der Hallertau, bei Ingolstadt\/Donau. Technische Aus- und Weiterbildung (Mechanikerlehre, Meister, Techniker). Studium der Betriebsp\u00e4dagogik (Andragogik, Soziologie, Psychologie) an der Universit\u00e4t Koblenz-Landau. Kontakstudium Management an der Universit\u00e4t Augsburg. Zusatzausbildungen zu Unternehmensberatung, systemischer Organisationsberatung, Coaching und Konfliktkl\u00e4rung, Seminare und Ausbildungen u.a. bei Friedrich Glasl, Nossrat Peseschkian, Marshall Rosenberg, Friedemann Schulz von Thun und Paul Watzlawick. Mitarbeiter und F\u00fchrungskraft im Entwicklungsbereich der BMW AG, M\u00fcnchen. Aufbau und Leitung des &#8220;BMW F\u00fchrungskr\u00e4ftetraining Werk M\u00fcnchen&#8221;. Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von MODERATIO\u00ae. Gr\u00fcndungsmitglied der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr systemische Organisationsberatung (GSOB). Gr\u00fcndungsmitglied der German Speakers Association (GSA).<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/blogger\/josef-w-seifert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zukunft der Arbeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Organisationen agiler werden m\u00fcssen, wollen sie morgen noch am Markt bestehen, d\u00fcrfte kaum mehr jemand ernsthaft bezweifeln. Dass F\u00fchrung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5707,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1085,64],"tags":[228],"class_list":["post-8545","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leadership-and-management","category-leadership-und-fuehrung","tag-agil-fuhrung-fuhrungskultur-leadership-new-work"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8545","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8545"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8545\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5707"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}