{"id":8542,"date":"2026-05-30T09:27:58","date_gmt":"2026-05-30T09:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/evolution-der-smarten-fuehrung-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:58","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:58","slug":"evolution-der-smarten-fuehrung-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/evolution-der-smarten-fuehrung-en\/","title":{"rendered":"Evolution der smarten F\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p><em>Moderne Unternehmenskulturen brauchen interne Social-Media-Plattformen. Mit digitalen Werkzeugen sind vernetzte Zusammenarbeit und Vertrauen\u00a0 m\u00f6glich. Trotzdem m\u00fcssen sich Menschen auch weiterhin real begegnen.<\/em><\/p>\n<p>Im Zeitalter der Digitalisierung ist unsere Umwelt vielschichtig, mehrdeutig, widerspr\u00fcchlich und wird von sprunghaften Ver\u00e4nderungen ersch\u00fcttert. Unsere Welt l\u00e4sst sich treffend als VUCA-Umwelt bezeichnen.<\/p>\n<p>VUCA, ein Akronym aus dem amerikanischen Milit\u00e4rjargon, steht f\u00fcr Volatility (Sprunghaftigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexit\u00e4t) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Und damit f\u00fcr die Zeichen unserer Zeit.<br \/>Bereits seit 2010 untersuchen wir an der Hochschule RheinMain im Rahmen der Enterprise-2.0-Studienreihe fortlaufend den aktuellen Stand und die zeitliche Entwicklung des Einsatzes von Social-Media und Social-Collaboration-Plattformen in deutschen Unternehmen. An der aktuellen Studie haben 145 Studienteilnehmer verschiedener Funktionsbereiche, Branchen und Unternehmensgr\u00f6\u00dfen teilgenommen.<\/p>\n<h2>Mit der Abk\u00fcrzung zum Ziel<\/h2>\n<p>Ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig das Umfeld, wird F\u00fchrung zunehmend schwieriger. Wie kann sie dennoch gelingen? Durch VOPA+. Auch bei VOPA+ handelt es sich um eine Abk\u00fcrzung. Sie steht f\u00fcr Vernetzung, Offenheit, Partizipation, Agilit\u00e4t plus Vertrauen. Eine zunehmende VUCA-Umwelt erfordert eine \u201eVOPA+\u201c-F\u00fchrung.<\/p>\n<p>In einem dynamischen und komplexen Umfeld ist das Prinzip des Versuch und Irrtums, des Trial and Error, oft erfolgreicher als detaillierte Analyse und Planung. F\u00fchrung muss zwar beweglicher und agiler sein, F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen aber weiterhin eine grunds\u00e4tzliche Richtung vorgeben. Sie sollten mit L\u00f6sungsans\u00e4tzen experimentieren und aus den gemachten Erfahrungen \u2013 inklusive Fehlern \u2013 lernen.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der st\u00e4ndigen Ver\u00e4nderungen unserer Zeit w\u00e4re es vermessen zu glauben, dass Unternehmen noch rein zentral steuerbar sind. F\u00fchrungskr\u00e4fte kommen in unserer schnelllebigen Zeit rasch an die Grenzen ihrer Aufnahme- und Verarbeitungsf\u00e4higkeit. Genau aus diesem Grund sollten F\u00fchrungsaufgaben viel st\u00e4rker verteilt und die gesamte kollektive Intelligenz im Unternehmen genutzt werden.<\/p>\n<p>Eine Voraussetzung f\u00fcr die h\u00f6here Beteiligung und Selbststeuerung der Mitarbeiter ist eine ausgepr\u00e4gte Vernetzung innerhalb der Unternehmen. Deswegen m\u00fcssen Chefs die Bildung von Netzwerken f\u00f6rdern und die Zusammenarbeit jenseits von Abteilungen, Regionen oder Funktionen unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrungskraft sollte im Digitalzeitalter offen kommunizieren, offenes Feedback geben und auch selbst offen f\u00fcr Kritik sein. Wenn F\u00fchrung vernetzter, offener, partizipativer und agiler werden soll, dann m\u00fcssen F\u00fchrungskr\u00e4fte ihren Mitarbeitern vertrauen. Das gilt sowohl im Hinblick auf deren Motivation als auch deren Kompetenzen.<\/p>\n<h2>Raumschiff Enterprise 2.0<\/h2>\n<p>Die Entwicklung einer VOPA+, also einer auf Vertrauen basierten F\u00fchrungskultur, ist ein zentraler Aspekt der digitalen Transformation. Doch wie kann eine solche Kultur gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt werden?<\/p>\n<p>Ein Ansatz ist die Etablierung von Social-Collaboration-Ans\u00e4tzen, also die Vernetzung der Mitarbeiter durch soziale Medien innerhalb eines Unternehmens. Denn: Je gr\u00f6\u00dfer die Auswirkungen der Digitalisierung sind, desto st\u00e4rker setzen sich Unternehmen mit dem Thema der vernetzten Zusammenarbeit auseinander. Das ist auch das Ergebnis der aktuellen Studie Enterprise 2.0 der Hochschule RheinMain.<\/p>\n<p>Das Schlagwort Enterprise 2.0 ist angelehnt an den Begriff des Web 2.0 als Evolutionsstufe des Internets, die auf nutzergenerierten Inhalten und multilateraler Interaktion basiert (Social Media). Enterprise 2.0 steht damit f\u00fcr den Einsatz von Social Media zur Verbesserung der unternehmensinternen Kommunikation und Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Enterprise-2.0-Ans\u00e4tze zielen auf die Entwicklung einer \u201eVOPA+\u201c-Kultur. Sie sollen Mitarbeiter st\u00e4rker vernetzen und ihnen eine offene Kommunikation und einen offenen Informationszugang erm\u00f6glichen. Das ist eine geeignete Basis f\u00fcr eine ausgepr\u00e4gte Beteiligung aller Mitarbeiter und erm\u00f6glicht schnelles und flexibles Arbeiten und Entscheiden. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Virtuelles Arbeiten kann eine agilere Unternehmenskultur entstehen lassen, abteilungs\u00fcbergreifende Zusammenarbeit unterst\u00fctzen und zu einem partizipativen F\u00fchrungsstil f\u00fchren.<\/p>\n<h2>L\u00fccke zwischen Anspruch und Wirklichkeit<\/h2>\n<p>Die Studienergebnisse zeigen aber auch, dass zwischen Erwartungshaltung und Wirklichkeit eine zum Teil erhebliche L\u00fccke klafft. Gerade im Hinblick auf eine st\u00e4rker ausgepr\u00e4gte Agilit\u00e4t und einen partizipativeren F\u00fchrungsstil sind die Erwartungen in vielen Unternehmen nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Zwar beurteilen 70 Prozent der Unternehmen ihre Enterprise-2.0-Ma\u00dfnahmen als \u201eerfolgreich\u201c, allerdings nur zehn Prozent davon als \u201esehr erfolgreich\u201c. Die Ver\u00e4nderung der F\u00fchrungskultur in Unternehmen ist und bleibt ein langwieriger Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nimmt und eine kontinuierliche Arbeit am Wandel erfordert.<\/p>\n<h2>Ohne echte Begegnung kein Vertrauen<\/h2>\n<p>Social Collaboration- beziehungsweise Enterprise-2.0-Plattformen sind nur ein Baustein der digitalen Transformation von Unternehmen. Sie sollten als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Transformationsprogramms betrachtet werden. Zur Unterst\u00fctzung einer \u201eVOPA+\u201c-Kultur eignen sich auch partizipative Workshopmethoden wie Open Space, World Caf\u00e9 oder Barcamp und agile Managementans\u00e4tze wie Scrum, Design Thinking oder Lean Startup.<\/p>\n<p>Eines sollte man allerdings nie vergessen: Die Vernetzung darf nicht allein \u00fcber Social-Media-Plattformen stattfinden. Menschen m\u00fcssen sich auch weiterhin physisch begegnen. Ans\u00e4tze wie Early Bird Caf\u00e9 oder Learning Lunch, also regelm\u00e4\u00dfig angebotene Lern-, Vernetzungs- und Austauschplattformen zu unterschiedlichen Tageszeiten und Themen, sind eine M\u00f6glichkeit. Denn: Der Mensch braucht weiterhin die physische Anwesenheit anderer Menschen.<\/p>\n<p><em><strong>Zum Autor<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Thorsten Petry ist Professor f\u00fcr Strategie, Organisation und Personalmanagement an der Hochschule RheinMain. Er arbeitet auch als Managementberater, Projektleiter, Trainer und Referent.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.xing-news.com\/reader\/news\/articles\/1072427?cce=em5e0cbb4d.%3A_UVTfYa0QjKusEhXTINnAF&amp;link_position=digest&amp;newsletter_id=28826&amp;toolbar=true&amp;xng_share_origin=email\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Xing-News<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moderne Unternehmenskulturen brauchen interne Social-Media-Plattformen. Mit digitalen Werkzeugen sind vernetzte Zusammenarbeit und Vertrauen\u00a0 m\u00f6glich. 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