{"id":8538,"date":"2026-05-30T09:27:57","date_gmt":"2026-05-30T09:27:57","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/es-gibt-fuer-banken-keinen-grund-zu-behaupten-es-sei-gefaehrlich-wenn-leute-im-home-office-arbeiteten-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:57","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:57","slug":"es-gibt-fuer-banken-keinen-grund-zu-behaupten-es-sei-gefaehrlich-wenn-leute-im-home-office-arbeiteten-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/es-gibt-fuer-banken-keinen-grund-zu-behaupten-es-sei-gefaehrlich-wenn-leute-im-home-office-arbeiteten-en\/","title":{"rendered":"Es gibt f\u00fcr Banken keinen Grund, zu behaupten, es sei gef\u00e4hrlich, wenn Leute im Home-Office arbeiteten"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Phil Libin, Gr\u00fcnder der Onlinenotiz-App Evernote und heutiger Chef der Videotelefonie-App Mmhmm, \u00fcber Home-Office und dar\u00fcber, warum die Welt damit vor den gr\u00f6ssten sozialen Ver\u00e4nderungen der letzten 200 Jahre steht.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Bevor das Gespr\u00e4ch beginnt, selbstverst\u00e4ndlich via Videoanruf, gibt Phil Libin mit der Laptopkamera einen Augenschein seiner Umgebung. Er befindet sich am Ufer eines Sees, des Beaver Lake im amerikanischen Gliedstaat Arkansas. Hier hat er sich f\u00fcr ein Firmentreffen eine H\u00fctte gemietet.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4d7j30\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Ihr Unternehmen hat seit zwei Jahren keinen Hauptsitz mehr \u2013 ist das eine gute Idee?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4dh8v0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">F\u00fcr uns ist das grossartig. Nat\u00fcrlich hat jedes Unternehmen eine andere Ausgangslage. Aber generell sollten sich Firmen am Resultat der Arbeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientieren, nicht am Input.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4ek2t0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Wie viele Mitarbeiter z\u00e4hlt Ihr Unternehmen? <\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4er8b0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Etwa 150. Sie sind auf der ganzen Welt verstreut.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4f6sl0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Funktioniert das wirklich?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4fig10\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Unsere Kommunikation ist in drei Segmente unterteilt. Stellen Sie sich das wie eine Pyramide vor. An der Spitze stehen die physischen Treffen, das sind etwa 10 Prozent der tats\u00e4chlichen Kommunikation. Wenn wir uns physisch sehen, dann beim Essen oder an einem besonders sch\u00f6nen Ort \u2013 wie dem, an dem ich gerade sitze. Wir wollen nicht, dass sich Menschen in langweiligen Besprechungsr\u00e4umen, ausgestattet mit Leuchtstoffr\u00f6hren, treffen. Das ist das Allerschlimmste. Die zweite Ebene der Pyramide sind synchrone Videoanrufe. Sie nehmen etwa 30 Prozent unserer Zeit in Anspruch. Solche Treffen sind gut f\u00fcr Interaktion in kleinen Gruppen, f\u00fcr Gespr\u00e4che, f\u00fcr Fragen und Antworten. Aber die meiste Zeit verbringen wir am unteren Ende der Pyramide: mit aufgezeichneten und asynchronen Videos \u2013 um Ideen, Konzepte oder Entw\u00fcrfe zu vertiefen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4ipvh0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Sie verbringen die meiste Zeit Ihrer Arbeit mit dem Ansehen von Videos?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4j2nc0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Ja. Die asynchrone Organisation bedeutet, dass ich an Projekten mit Leuten in ganz unterschiedlichen Zeitzonen arbeiten kann. Und wenn jemand zu schnell denkt, kann ich das Video stoppen oder verlangsamen \u2013 oder ich beschleunige es, wenn es zu langsam ist.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4jsra0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Physische Treffen sind also nur gut, um Spass zu haben \u2013 bei der Arbeit haben sie nichts mehr zu suchen?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4kabl0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Physische Treffen, Videoanrufe und asynchrone Videos m\u00fcssen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sie haben unterschiedliche St\u00e4rken und Funktionen. Videoaufzeichnungen nutzen wir, um komplexe Informationen besser zu vermitteln. Live-Videochats sind da f\u00fcr Fragen, die schnell gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen, oder um Ideen zu vertiefen. Am Anfang stehen aber meist physische Treffen. Sie sind so etwas wie die Genesis der Kreativit\u00e4t. Wenn das Spass macht, umso besser.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4ko470\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Schreiben oder mailen Sie nicht mehr? <\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4la4p0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Es dauert l\u00e4nger, eine Sache in einer E-Mail zu erkl\u00e4ren als in einem Video. Wir verwenden immer noch Instant-Messaging f\u00fcr kleine Informationsh\u00e4ppchen, wie Slack. Ich schreibe also noch immer. Aber nur kurze Texte. Es ist sehr schwierig, in einer E-Mail subtile Emotionen auszudr\u00fccken. Sie werden sehr leicht missverstanden. In einem Video kann ich mit Gesichtsausdr\u00fccken ganz gezielt Emotionen vermitteln. Gesichtsausdr\u00fccke sind doch zentral. Ich habe schon so viele Missverst\u00e4ndnisse bei E-Mails erlebt. Heutzutage k\u00f6nnen sowieso nur wenige Leute l\u00e4ngere Texte schreiben. Man muss ein guter Schreiber sein, um Nuancen von Gef\u00fchlen und Tonfall zu vermitteln. Dagegen scheinen die meisten Menschen Naturtalente darin zu sein, Videos zu drehen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4lmi20\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Viele Firmen glauben, dass Menschen nur dann kreativ sein k\u00f6nnen, wenn sie physisch zusammen sind. Dem stimmen Sie nicht zu? <\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4lv5v0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Nat\u00fcrlich kann man kreativ sein, wenn man sich nicht im selben Raum befindet.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4mj5k0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Wie denn?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4mqos0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Um einen kreativen Prozess in Gang zu setzen, ist ein pers\u00f6nliches Treffen oft der richtige Weg. Aber das ist nur die Spitze der Kreativit\u00e4t. Sobald eine Idee im Raum steht, m\u00fcssen wir sehen, ob sie wirklich funktioniert. Mit asynchronen Videos k\u00f6nnen Kreative auf der ganzen Welt in verschiedenen Zeitzonen Ideen vertiefen und erweitern. Und dann f\u00fcr schnelles Feedback auf einen Live-Videoanruf umschalten.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4qrp00\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Wo treffen Sie sich, wenn Sie sich physisch begegnen?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4r3980\" class=\"articlecomponent answer regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Ich wohne f\u00fcnf Minuten vom Crystal Bridges Museum of American Art in Arkansas entfernt. Das ist einer der sch\u00f6nsten Orte der Welt. Googeln Sie es. Wir haben Anfang Jahr beispielsweise den Museums-Sitzungssaal f\u00fcr ein Treffen zum Produktdesign genutzt, umgeben von wundersch\u00f6ner Kunst. In dieser Umgebung haben wir tolle Ideen entwickelt. Dann sind wir alle wieder nach Hause gefahren und haben die n\u00e4chsten sechs Monate damit verbracht, herauszufinden, welche Ideen funktionieren und welche nicht.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4rdiq0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Funktionieren bestimmte Leute bei der Fernarbeit <\/strong><strong>besser als andere?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4s0hb0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Mit ziemlicher Sicherheit. Aber schauen wir uns zuerst den Arbeitsplatz an. Ich glaube, es gibt heute zwei Arten von Unternehmen: solche, die ihren Mitarbeitern vertrauen, eigenst\u00e4ndig ihre Produktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen, und solche, die das nicht tun. Historisch gesehen war das Vertrauen von Unternehmen in ihre Mitarbeiter gering. Arbeit war lange auch nicht als etwas gedacht, was Spass machen sollte. Nehmen Sie den englischen Begriff \u00abcompensation\u00bb, das ist der Gehalts-Check. \u00abCompensation\u00bb heisst, dass man Mitarbeiter f\u00fcr etwas verg\u00fctet, was ihnen widerwillig passiert ist. Der Begriff setzt also voraus, dass Arbeit etwas Schlechtes ist, was entsch\u00e4digt werden sollte. Ein seltsames Konzept, nicht wahr?<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4s8ac0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Auf Deutsch heisst es Entsch\u00e4digung. Welchen Begriff verwenden Sie lieber?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4smg60\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Wir reden von Verg\u00fctung; f\u00fcr das, was wir gemeinsam aufbauen. Unternehmen, die von \u00abcompensation\u00bb sprechen, sind solche mit wenig Vertrauen in ihre Mitarbeiter. Viele Banken, Versicherungen reden noch immer von \u00abcompensation\u00bb.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4th5u0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Davon haben wir in der Schweiz viele. Banken und Versicherungen argumentieren allerdings, dass sie aus Sicherheitsgr\u00fcnden ihre Mitarbeiter lieber im B\u00fcro h\u00e4tten, weil sie \u00fcber so viele sensible Kundendaten verf\u00fcgten. Diese Daten seien sicherer, wenn sie im Geb\u00e4ude blieben.<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4tsnr0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Das kaufe ich ihnen nicht ab. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass die Sicherheit vor Ort besser sei als online. Mein Hintergrund ist die Computersicherheit. Wenn man zentralisiert ist, hat man genauso viele Schwachstellen. Oft sogar mehr, als wenn man dezentralisiert ist. Und die Daten der Finanzdienstleister sind ohnehin digital, auch wenn alles zentralisiert ist. Auf der Kundenseite funktioniert das Dezentrale ja schon seit 150 Jahren bestens. Es waren sogar die Schweizer Banken, die hier Pionierarbeit in Sachen Fernkundenbetreuung geleistet haben. Seit dem Telegramm muss der Kunde nicht mehr vor Ort sein, um eine Transaktion zu t\u00e4tigen. Man k\u00f6nnte sagen, dass die Schweizer das Online-Banking erfunden haben.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4u43u0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Trotzdem brauchen doch viele Unternehmen Mitarbeiter vor Ort.<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4ud3v0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Banken und Versicherungen brauchen das nicht. Aber wenn Teslas CEO Elon Musk sagt, er wolle Mitarbeiter wieder im B\u00fcro sehen, ist das etwas anderes. Tesla baut Autos. Das Gleiche gilt f\u00fcr Apple. Sie stellen Telefone und Computer her. Irgendwann muss man das, was man herstellt, auch anfassen und f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4v04v0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Was sind denn die wirklichen Vorteile f\u00fcr Unternehmen und Mitarbeiter bei der konsequent umgesetzten Fernarbeit?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4vbmv0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Man kann dort arbeiten, wo man die beste Arbeit hat; man kann dort leben, wo man das beste Leben f\u00fchren kann. Und man muss diese beiden Dinge nicht mehr miteinander verbinden. Das ist erstaunlich. Wenn wir geografisch nicht eingeschr\u00e4nkt sind, k\u00f6nnen wir aus den Unternehmen diejenigen aussuchen, f\u00fcr die wir wirklich arbeiten wollen. Das ist auch f\u00fcr mich als Unternehmer gut, weil ich weiss, dass ich nur ernstzunehmende Bewerber sehe.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt4vj060\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>In der Theorie h\u00f6rt sich das gut an. Aber was sind die weiterf\u00fchrenden Implikationen? Wenn das zutrifft, was Sie beschreiben, wird es unsere Gesellschaften und Nationen grundlegend ver\u00e4ndern. Das Steuersystem zum Beispiel muss v\u00f6llig neu erfunden werden.<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt502v30\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Das wird alles ver\u00e4ndern. Ich glaube, das wird der gr\u00f6sste gesellschaftliche Wandel der letzten Jahrhunderte sein. Es wird alles ber\u00fchren: Regierungen, Gesundheitssysteme, das Bildungssystem. Alles. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen. Aber schon wenn wir in f\u00fcnf Jahren zur\u00fcckblicken, werden wir in der Art und Weise, wie St\u00e4dte sich entwickeln und geplant werden, grosse Ver\u00e4nderungen sehen. Die allermeisten Menschen werden von dieser Dezentralisierung profitieren.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt50bs00\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Das ist ein Versprechen, das das Internet schon sehr fr\u00fch gemacht hat. Es hat sich aber nie erf\u00fcllt. Warum soll das jetzt anders sein?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt50keu0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Das Internet war ein wichtiger Schritt. Es war notwendig, aber es war nicht ausreichend. Wir m\u00fcssen noch einiges hinzuf\u00fcgen. Auch die Fernarbeit alleine reicht nicht aus. Es braucht auch die richtige Politik.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt50u2o0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Wollen das die meisten Unternehmen \u00fcberhaupt?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt516pd0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Selbst wenn sich nur 20 Prozent der Unternehmen dazu entschliessen, zentrale B\u00fcros zu schliessen und ihre Mitarbeiter vollst\u00e4ndig in die Fernarbeit zu schicken, ist das bereits eine grosse Ver\u00e4nderung. Eine 20-prozentige Abwanderung aus den Grossst\u00e4dten in andere Orte ist gigantisch. Was ich nicht denke: dass sich Hybridmodelle im grossen Stil durchsetzen. Wie Apple das beispielsweise macht. Drei Tage im B\u00fcro, zwei Tage zu Hause. Das Unternehmen tr\u00e4gt ja noch immer die vollen Kosten f\u00fcr die Miete. Und die Mitarbeiter k\u00f6nnen die Vorteile nicht in Anspruch nehmen. Sie m\u00fcssen ja noch immer in der N\u00e4he des B\u00fcros leben.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt51hbv0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Zahlen Sie Ihren Mitarbeitern den gleichen Lohn, ganz egal wo sie wohnen? Oder passen Sie wie Facebook den Lohn dem Standort der Mitarbeiter an?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt521090\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Facebook ist ein dummes Unternehmen, das viele schlechte Entscheidungen trifft. Wir zahlen den Leuten dasselbe, egal wo sie arbeiten. Es w\u00e4re beleidigend, das nicht zu tun. Ich bin von San Francisco nach Arkansas gezogen. W\u00fcrde ich mir selber eine Gehaltsk\u00fcrzung g\u00f6nnen? Nein, nat\u00fcrlich nicht. Es liegt an den Mitarbeitern, produktiv zu sein. Ich bezahle sie f\u00fcr ihren Beitrag, nicht f\u00fcr ihren Standort. Meine pers\u00f6nliche Assistentin, die fr\u00fcher in San Francisco lebte, ist k\u00fcrzlich nach Mexiko gezogen. Mit einem Gehalt aus San Francisco. Sie hat dort einen tollen Lebensstil.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt528m40\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Wie sieht es mit ihrer Gesundheitsvorsorge aus? Wo zahlt sie Steuern?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt52kkk0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Als amerikanische Staatsb\u00fcrgerin zahlt sie immer noch Steuern in den USA. Auch wenn sie im Ausland lebt. Und es gibt eine Handvoll Firmen, bei der sich weltweite Krankenkassen abschliessen lassen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt52rdl0\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Schweizer B\u00fcrger, die im Ausland leben, zahlen nur lokale Steuer. Welche Auswirkungen hat es also f\u00fcr die Schweiz, wenn von Schweizer Unternehmen die besten Talente das Land verlassen, um an einem billigeren Ort zu arbeiten? <\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt537160\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Wenn Orte anfangen, nicht mehr um Unternehmen zu buhlen, sondern um Menschen, ist das doch positiv. Einen Ort f\u00fcr Menschen attraktiv zu machen, ist etwas ganz anderes, als ihn f\u00fcr Unternehmen attraktiv zu machen. Man braucht eine gute Gesundheitsversorgung, gute Schulen \u2013 alles, was das Leben besser macht. Und nat\u00fcrlich kann das heissen, dass diverse L\u00e4nder zu Steuerreformen gezwungen werden.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt53gq80\" class=\"articlecomponent question regwalled\" data-team-question=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><strong>Was sind die Gefahren?<\/strong><\/p>\n<p id=\"id-doc-1gbt53nti0\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question regwalled\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-answer=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Nat\u00fcrlich gibt es sie. Aber ich bin \u00fcberzeugt, dass die positiven Sachen \u00fcberwiegen. Zurzeit stehen in vielen grossen St\u00e4dten leere B\u00fcros. Oft handelt es sich um die teuersten und sch\u00f6nsten Immobilien. Was wird damit passieren, wenn die Mitarbeiter nie mehr zur Arbeit zur\u00fcckkehren? W\u00e4re es nicht sch\u00f6n, wenn Menschen darin nicht nur arbeiten, sondern auch leben w\u00fcrden?<\/p>\n<p class=\"infobox__title\"><strong>\u00dcber den Seriengr\u00fcnder Phil Libin<\/strong><\/p>\n<div class=\"infobox__body\">\n<div>\n<p class=\"articlecomponent infobox__text\" style=\"padding-left: 30px;\" data-team-paragraph=\"\">Der geb\u00fcrtige Russe <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/plibin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Phil Libin<\/a>, 49, siedelte im Alter von acht Jahren in die USA um. Heute ist er Mitgr\u00fcnder und CEO von All Turtles, einer weltweit t\u00e4tigen Softwarefirma, und Mmhmm, einer All-in-one-Plattform zum Erstellen und Teilen von Videos. Zuvor war er Managing Director bei der\u00a0Risikokapitalgesellschaft\u00a0General Catalyst\u00a0und Mitgr\u00fcnder und CEO der Onlinenotizen-Plattform Evernote, die heute \u00fcber 100 Millionen Nutzer z\u00e4hlt.<\/p>\n<p class=\"articlecomponent infobox__text\" data-team-paragraph=\"\"><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/visuals\/es-gibt-fuer-banken-keinen-grund-zu-behaupten-es-sei-unsicher-wenn-leute-im-home-office-statt-vor-ort-arbeiten-ld.1700816\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NZZ &#8211; Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Phil Libin, Gr\u00fcnder der Onlinenotiz-App Evernote und heutiger Chef der Videotelefonie-App Mmhmm, \u00fcber Home-Office und dar\u00fcber, warum die Welt damit 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