{"id":8535,"date":"2026-05-30T09:27:57","date_gmt":"2026-05-30T09:27:57","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/erfolgreiche-fuehrungskraefte-klammern-sich-nicht-an-plaene-sie-kultivieren-intelligentes-glueck-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:57","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:57","slug":"erfolgreiche-fuehrungskraefte-klammern-sich-nicht-an-plaene-sie-kultivieren-intelligentes-glueck-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/erfolgreiche-fuehrungskraefte-klammern-sich-nicht-an-plaene-sie-kultivieren-intelligentes-glueck-en\/","title":{"rendered":"Erfolgreiche F\u00fchrungskr\u00e4fte klammern sich nicht an Pl\u00e4ne. Sie kultivieren intelligentes Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Es l\u00e4uft nichts wie geplant. F\u00fcr viele Chefs ist dies ein Albtraum. Christian Busch, Experte im Bereich Serendipit\u00e4t, erkl\u00e4rt, wie es gelingt, loszulassen und stattdessen das Beste aus dem Unerwarteten zu machen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/christianwbusch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Christian Buschs<\/a> Steckenpferd ist die Serendipit\u00e4t. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Schon vor Jahren hat der passionierte Netzwerker zwei Dinge festgestellt: dass erfolgreiche und inspirierende Menschen in ihrem Leben Serendipit\u00e4t kultivieren und dass zuf\u00e4llig neue Ideen entstehen, wenn man die richtigen Leute zusammenbringt. Beides faszinierte ihn, und er begann sich zun\u00e4chst privat und dann auch wissenschaftlich mit dem Thema zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g92oa4921\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Meistens wird Serendipit\u00e4t als Zusammenspiel von Zufall und menschlichem Handeln definiert, das zu einem positiven Ergebnis f\u00fchrt. Im Gespr\u00e4ch bezeichnet Busch das Ph\u00e4nomen als \u00abintelligentes Gl\u00fcck\u00bb, das einem nicht bloss widerf\u00e4hrt wie etwa das Gl\u00fcck, in eine liebevolle Familie hineingeboren zu werden. Vielmehr liege es an einem selbst, wie man mit unerwarteten Momenten umgehe und ob man diese in \u00abintelligentes Gl\u00fcck\u00bb verwandle.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9pt07kb1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Menschen, denen dies gelinge, h\u00e4tten oft unbewusst eine F\u00e4higkeit entwickelt, dem Unerwarteten und Unbekannten wachsam, offen und neugierig zu begegnen, sagt Busch, der an der New York University und an der London School of Economics \u00fcber F\u00fchrung, Innovation und Unternehmertum lehrt. Sie nutzten \u00fcberraschende Momente, in denen scheinbar unverbundene Ideen und Ereignisse zusammenk\u00e4men und ein neues Muster bildeten. \u00abSie sehen Br\u00fccken, wo andere nur L\u00fccken sehen\u00bb, sagt der Mitbegr\u00fcnder der Organisation \u00abLeaders on Purpose\u00bb, die Firmen beim Finden ihres Sinns ber\u00e4t. Dadurch w\u00fcrden Kreativit\u00e4t und Einfallsreichtum freigesetzt, um neue L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme zu finden.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1g9ro700d0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Eine Firma ohne Masterplan<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1g92qqhq91\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Jemand, der Serendipit\u00e4t im Leben kultiviere, sehe das Unerwartete nicht nur als Gefahr oder als etwas, was seine Pl\u00e4ne \u00fcber den Haufen werfe, sondern als eine Quelle verschiedener neuer Pfade, die wiederum neuen Sinn erg\u00e4ben. Auch viele erfolgreiche CEO w\u00fcrden dies oft unbewusst praktizieren, sagt Busch, der im Rahmen seiner Forschungsarbeiten \u00abWas Unternehmen erfolgreich macht\u00bb zahlreiche Gespr\u00e4che mit CEO gef\u00fchrt hat. Vielen werde erst im Gespr\u00e4ch klar, dass sie Serendipit\u00e4t f\u00fcr sich und das Unternehmen nutzten.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gabrqvj00\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Einer von ihnen ist David Taylor, Verwaltungsratspr\u00e4sident von Procter &amp; Gamble. Er erz\u00e4hlte Busch und seinem Team, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht versuchen sollten, alles zu wissen. Vielmehr gehe es darum, von anderen zu lernen, ihnen zu helfen und dann Verbindungen herzustellen, die zu neuartigen L\u00f6sungen f\u00fchrten.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1gabst4jr1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Laut Tom Linebarger, Chef des auf Diesel- und Gasmotoren spezialisierten US-Konzerns Cummins, hat es im Unternehmen nie einen Masterplan gegeben. Mit seinem Team habe er eine Vision ausgearbeitet, eine Kultur geschaffen und Prozesse etabliert, um den Mitarbeitenden ein Gef\u00fchl f\u00fcr die grobe Richtung zu geben. Gleichzeitig h\u00e4tten sie gen\u00fcgend Raum gelassen, damit neue Dinge entstehen k\u00f6nnten. Diese passierten h\u00e4ufig an unerwarteten Orten und auf unerwartete Weise. F\u00fcr Linebarger ist die F\u00e4higkeit, im Unternehmen Serendipit\u00e4t zu kultivieren, auch der Schl\u00fcssel, um einen Konzern durch Krisen zu f\u00fchren.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1g9fgdhri0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Konzerne aus der Krise f\u00fchren<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1g94bs5h21\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Gerade in Krisenzeiten wird offensichtlich, dass Firmenchefs den Mitarbeitenden keine Gewissheiten oder vermeintliche Sicherheit bieten k\u00f6nnen. Gefragt ist stattdessen eine klare und transparente Kommunikation. Laut Busch sollten F\u00fchrungskr\u00e4fte den Angestellten eine Idee vermitteln, wohin die Reise gehe, und gleichzeitig aufzeigen, dass auf dem Weg das Unerwartete eine grosse Rolle spielen werde und man die Pl\u00e4ne bei neuen Erkenntnissen anpassen werde.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9rola1j0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Viele F\u00fchrungskr\u00e4fte reagieren auf Krisen stattdessen mit dem Reflex, die Z\u00fcgel anzuziehen und mehr Kontrolle auszu\u00fcben, um ihre Autorit\u00e4t als Unternehmenslenker unter Beweis zu stellen und selbst wieder ein Gef\u00fchl der Sicherheit zu erlangen. \u00abDas ist genau das Falsche\u00bb, sagt Busch. Firmenchefs sollten lernen, loszulassen und das Beste aus dem Unerwarteten machen. Dies gehe nicht mit einem Kontrollverlust einher, sondern sei im Gegenteil die einzige M\u00f6glichkeiten, sich von der Illusion der Kontrolle zu befreien.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9pjmlji1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">\u00abErfolgreiche F\u00fchrungskr\u00e4fte klammern sich nicht an Pl\u00e4ne. Sie kultivieren intelligentes Gl\u00fcck\u00bb, sagt der Autor des Buchs \u00abConnect the Dots: The Art and Science of Creating Good Luck\u00bb. Sie stellten auch gegen\u00fcber dem Aufsichtsgremium klar, dass es sich lohne, die Pl\u00e4ne bei neuen Erkenntnissen anzupassen und ein gutes Umfeld f\u00fcr Serendipit\u00e4t zu schaffen \u2013 nicht zuletzt, um innovativer zu werden.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1g9fgn02t0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Viagra und andere Zuf\u00e4lle <\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1g94bkl8u0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Bei Innovationen aller Art spielt der gl\u00fcckliche Zufall eine bedeutende Rolle; man denke etwa an Erfindungen wie Penicillin und die R\u00f6ntgenstrahlung. Auch Klettverschluss, Post-it-Zettel, Gummi, Mikrowelle, Teflon und Nylonstr\u00fcmpfe wurden zuf\u00e4llig erfunden. Viagra gibt es heute nur, weil bei den Tests eines Medikaments gegen koronare Herzerkrankung festgestellt wurde, dass das Mittel eine potenzsteigernde Wirkung hat. Anstatt dies als R\u00fcckschlag zu betrachten, wurde die neue Spur weiterverfolgt und ein Medikament gegen Potenzst\u00f6rungen entwickelt.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g94f68lf0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Es gibt allerdings wenige Firmen, die ein solches Umfeld f\u00f6rdern. In vielen Betrieben herrscht nach wie vor eine wenig inspirierende Unternehmenskultur, was die Kreativit\u00e4t und eigenst\u00e4ndiges Handeln hemmt. Gleichzeitig haben Pl\u00e4ne und Ziele einen derart hohen Stellenwert, dass ein geringer Anreiz besteht, bei neuen Erkenntnissen davon abzur\u00fccken.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9mtl4611\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Von der Firmenchefin bis zum Teamleiter werden die Angestellten daran gemessen, ob sie ihre Ziele erreichen. Auch Verg\u00fctungen und Bef\u00f6rderungen h\u00e4ngen davon ab. Das Unerwartete stellt in einem solchen Umfeld eine Bedrohung dar \u2013 etwas, was man am liebsten ausblenden oder unter den Teppich kehren m\u00f6chte, um sich nicht erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen und nicht als gescheitert dazustehen.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1g9fip49c0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Chefs f\u00f6rdern gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1g94g0onf1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Wie gelingt es also, diese Fehlanreize zu beheben und stattdessen Serendipit\u00e4t im Unternehmen zur Entfaltung zu bringen? Firmen wie Facebook, Pixar oder 3M (Herstellerin von Post-it) haben diesen Weg beschritten und nach M\u00f6glichkeiten gesucht, dass Mitarbeitende das Unerwartete vermehrt als Chance sehen, neue Wege zu gehen und Innovationen zu schaffen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9n25ago1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Apple-Gr\u00fcnder Steve Jobs etwa hatte in seiner Zeit als Firmenchef von Pixar vieles unternommen, um Serendipit\u00e4t zu kultivieren. Er baute ein offenes Atrium mit allen zentralen Bereichen, um die Zahl der ungeplanten Begegnungen zu erh\u00f6hen. Das Herzst\u00fcck des auf computeranimierte Filme spezialisierten Studios sollte die Interaktion zwischen den Menschen sein. Um ein gutes Umfeld f\u00fcr kreatives Arbeiten zu schaffen, galt auch die Devise, dass Ideen und erste Entw\u00fcrfe nicht perfekt sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g94g6iit0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Laut Busch gibt es verschiedene Ans\u00e4tze und Massnahmen, wie Chefs gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde im Unternehmen f\u00f6rdern:<\/p>\n<div id=\"id-doc-1g94hjhv10\" class=\"articlecomponent regwalled\" data-nzz-article-component=\"\">\n<ul class=\"enumeration enumeration--regular\">\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Serendipit\u00e4t\u00a0f\u00fcr sich kultivieren<\/strong><strong>:<\/strong> F\u00fchrungskr\u00e4fte sind ein Vorbild und bereiten den Boden f\u00fcr andere vor, wenn sie selber Serendipit\u00e4t kultivieren sowie in der Firma \u00fcber gl\u00fcckliche Zuf\u00e4lle und die daraus entstandenen Resultate sprechen.<\/li>\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Gespr\u00e4che anders f\u00fchren<\/strong><strong>:<\/strong> Chefs fragen an Teamsitzungen: \u00abWas hat dich \u00fcberrascht?\u00bb oder \u00abWelches Projekt begeistert dich?\u00bb Fragen dieser Art laden Mitarbeitende ein, den Blick zu \u00f6ffnen und auf Unerwartetes zu achten. Es geht auch darum, in Gespr\u00e4chen mehr Ankn\u00fcpfungspunkte zu schaffen. Auf die Frage \u00abWas machen Sie?\u00bb antwortet man nicht nur mit der Berufsbezeichnung, sondern nennt verschiedene Dinge, die man gerne tut.\u00a0<\/li>\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Sichere Arbeitsatmosph\u00e4re schaffen<\/strong><strong>:<\/strong> Chefs, die wollen, dass Angestellte auch verr\u00fcckte, noch nicht ganz ausgegorene Ideen vorbringen, m\u00fcssen psychologische Sicherheit schaffen. In einem solchen Umfeld f\u00fchlen sich Mitarbeitende wohl und wagen Neues, ohne negative Konsequenzen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen.<\/li>\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Ideengeber belohnen<\/strong><strong>:<\/strong> Wer neue Ideen einbringt, wird belohnt. Wichtig ist zudem, dass Mitarbeitende ein Feedback auf ihre Vorschl\u00e4ge erhalten und vielversprechende Ideen weiterverfolgt werden. Sehen Angestellte, dass sie etwas bewegen k\u00f6nnen, sind sie motiviert, weitere Vorschl\u00e4ge zu machen.\u00a0<\/li>\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Systematisch aus Fehlern lernen<\/strong><strong>:<\/strong> Man spricht im Unternehmen \u00fcber Ideen, aus denen nichts geworden ist. Dabei geht es nicht darum, das Scheitern zu bejubeln, sondern darum, das Lernen aus unerwarteten Situationen zu f\u00f6rdern. In einem solchen Umfeld experimentieren Mitarbeitende \u00f6fter und \u00fcbertragen Ideen in einen anderen Kontext.\u00a0<\/li>\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Perspektive erweitern<\/strong><strong>:<\/strong> Wenn die Firmenchefin die Kaderangestellten bittet, \u00abdie Kosten zu senken\u00bb, schr\u00e4nkt sie damit das Feld m\u00f6glicher L\u00f6sungen ein. Vielversprechender ist es, die Mitarbeitenden zu bitten, nach M\u00f6glichkeiten zu suchen, um \u00abprofitabler zu werden\u00bb. Sie suchen dann auch nach neuen Einnahmequellen.<\/li>\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Das Team intelligent zusammenstellen: <\/strong>Wenn Angestellte mit der Philosophie, Serendipit\u00e4t im Unternehmen zu f\u00f6rdern, nichts anfangen k\u00f6nnen, bietet es sich an, sie auf ein Projekt mit einem Kollegen zu schicken, der dies bereits erfolgreich praktiziert. Beginnt der Angestellte, die\u00a0Vorteile zu erkennen, wird er zu einem glaubw\u00fcrdigen Vertreter.<\/li>\n<li class=\"enumeration__item\" data-team-li=\"\"><strong>Zuf\u00e4llige Begegnungen f\u00f6rdern<\/strong><strong>:<\/strong> Unternehmen installieren Open-Space-B\u00fcros und Lounges, um Begegnungen am Arbeitsplatz zu f\u00f6rdern. Sie sollten sich dabei allerdings gut \u00fcberlegen, wann und f\u00fcr wen sie Gelegenheiten f\u00fcr zuf\u00e4llige Begegnungen schaffen wollen. Sonst besteht die Gefahr, dass Mitarbeitende keine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit mehr haben, wenn sie konzentriert an einer Aufgabe arbeiten wollen.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p id=\"id-doc-1g94i4gav0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Ob die Massnahmen auf fruchtbaren Boden fallen, h\u00e4ngt stark von der Firmenkultur ab. In Unternehmen, in denen die Mitarbeitenden vor allem Klatsch und Tratsch austauschen, ist Serendipit\u00e4t weniger wahrscheinlich als in Firmen, in denen die Angestellten auch in der Kaffeepause \u00fcber neue Ideen sprechen.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9poemto1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Schwierig wird es auch, wenn die Unternehmenskultur von Angst, Misstrauen und Missgunst gepr\u00e4gt ist. \u00abGestresste Menschen entwickeln einen Tunnelblick und nehmen g\u00fcnstige Gelegenheiten weniger gut wahr\u00bb, sagt Busch. Als Experte f\u00fcr das Thema sieht er aber auch hier die Chancen: \u00abMan muss dann einfach mit kleinen Schritten beginnen.\u00bb<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9n36pkg0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Auf der anderen Seite k\u00f6nnen Firmen aber auch in eine Falle tappen, wenn sie angestrengt versuchen, Serendipit\u00e4t herbeizuf\u00fchren oder gar zu erzwingen. \u00abSerendipit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht kontrollieren, geschweige denn vorhersehen\u00bb, sagt Busch. \u00abMan kann nur ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Serendipit\u00e4t steigt.\u00bb<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1g9finc110\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Wir untersch\u00e4tzen das Unerwartete<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1g9fidrqm0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Wie Studien zeigen, ist die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Serendipit\u00e4t gr\u00f6sser als gemeinhin angenommen. Das Unerwartete passiert weitaus h\u00e4ufiger, als wir es erwarten. Gleichzeitig \u00fcbersch\u00e4tzen wir unsere F\u00e4higkeit, das Leben zu planen und zu kontrollieren. Im R\u00fcckblick zeigt sich oft, dass gerade positive Schl\u00fcsselereignisse \u2013 wie die Liebe seines Lebens zu finden oder einen Traumjob zu ergattern \u2013 ungeplant waren.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9fstfuv0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">\u00abAlle Menschen k\u00f6nnen F\u00e4higkeiten entwickeln, das Beste aus dem Unerwarteten zu machen\u00bb, ist Busch \u00fcberzeugt. Alles beginne mit dem Blick auf die Situation. Anstatt sich zu fragen: \u00abWas kann ich verlieren, wenn ich dies tue?\u00bb, k\u00f6nne man sich \u00fcberlegen: \u00abWas werde ich bedauern, wenn ich es nicht tue?\u00bb Busch selbst musste sich diese Sichtweise aneignen. Er hatte in der Schule gelernt, dass man einen Plan haben sollte. Im echten Leben wurde ihm dann aber klar, dass der Zufall oft eine gr\u00f6ssere Rolle spielt als erwartet. Heute kombiniert er Planung mit der Erwartung, dass das Unerwartete jederzeit passieren kann \u2013 was ihn oftmals den Wert des Unerwarteten sehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1g9hhvhkq0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-nzz-article-component=\"\">Gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde sind nicht auf menschliche Kontakte beschr\u00e4nkt. Man denke etwa an ein Buch, das man zuf\u00e4llig im Schaufenster gesehen hat und das einem wichtige Einsichten gebracht hat. \u00abJede und jeder entdeckt Serendipit\u00e4t auf seine eigene Art und Weise\u00bb, sagt Busch, der zu den einflussreichsten Management-Denkern (\u00abThinkers50\u00bb) z\u00e4hlt. Ein Patentrezept daf\u00fcr, wie mit Unerwartetem umgegangen werden soll, gebe es nicht. Seine Erkenntnisse und Erfahrungen gibt Busch daher als Denkanst\u00f6sse weiter und l\u00e4dt zum Beobachten und Ausprobieren ein: \u00abIrgendwann macht man es dann intuitiv und ganz nat\u00fcrlich.\u00bb<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-nzz-article-component=\"\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/erfolgreiche-fuehrungskraefte-klammern-sich-nicht-an-plaene-ld.1695349\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NZZ &#8211; Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es l\u00e4uft nichts wie geplant. F\u00fcr viele Chefs ist dies ein Albtraum. 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