{"id":8515,"date":"2026-05-30T09:27:56","date_gmt":"2026-05-30T09:27:56","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/digitales-vorstellungsgespraech-tipps-fuer-unternehmen-2-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:56","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:56","slug":"digitales-vorstellungsgespraech-tipps-fuer-unternehmen-2-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/digitales-vorstellungsgespraech-tipps-fuer-unternehmen-2-en\/","title":{"rendered":"Digitales Vorstellungsgespr\u00e4ch: Tipps f\u00fcr Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Digitale Vorstellungsgespr\u00e4che sind mit der Coronapandemie in beinahe jedem Betrieb angekommen. Auch dar\u00fcber hinaus werden uns digitale Technologien begleiten. Doch was unterscheidet das Gespr\u00e4ch per Video vom pers\u00f6nlichen Kennenlernen? Wo liegen Vorteile, wo Nachteile \u2013 und was sind Punkte, auf die jedes Unternehmen achten kann? Faktor A hat mit zwei Expertinnen gesprochen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>\u201eIm digitalen Gespr\u00e4ch geht viel verloren\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/jutta-boenig-b32ba639\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jutta Boenig<\/a>. Die Beraterin aus \u00dcberlingen am Bodensee unterst\u00fctzt seit mittlerweile 30 Jahren Unternehmen und F\u00fchrungskr\u00e4fte in Personalfragen. \u201eDurch die physische Pr\u00e4senz erfahre ich viel mehr \u00fcber die Person, die mir gegen\u00fcbersitzt: Wie bewegt sie sich, was strahlt sie aus?\u201c Gleichzeitig ist sich Boenig sicher, dass digitale Vorstellungsgespr\u00e4che die Pandemie \u00fcberdauern werden: \u201eEs wird wohl zu einer Mischform kommen, besonders die Erstgespr\u00e4che werden weiterhin digital oder per Telefoninterview stattfinden.\u201c<\/p>\n<p>Denn wo es fr\u00fcher normal gewesen sei, Bewerber:innen auch aus anderen Bundesl\u00e4ndern und sogar weltweit f\u00fcr den Erstkontakt anreisen zu lassen, sprechen viele Gr\u00fcnde f\u00fcr die digitale Variante: Es spart allen Beteiligten Zeit, es m\u00fcssen weder Flug noch \u00dcbernachtung bezahlt werden. \u201eUnd es ist ja auch deutlich klimafreundlicher\u201c, f\u00fcgt Boenig an.<\/p>\n<p>Die Hamburger Karriereberaterin <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/martina-maushake-67225782\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Martina Maushake<\/a>, die vor allem die Seite der Bewerber:innen ber\u00e4t, sieht noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: \u201eWer sich beruflich neu orientieren m\u00f6chte, kann digitale Gespr\u00e4che in seinen Arbeitstag integrieren.\u201c Vorher habe es einen halben oder ganzen Urlaubstag bedeutet, einen Gespr\u00e4chstermin wahrzunehmen. Heute hingegen sei dies einfach von zu Hause aus m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es spricht also vieles daf\u00fcr, dass uns <a title=\"\u201eKlassische Stellenanzeigen in Social Media funktionieren nicht\u201c\" href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/faktor-a\/mitarbeiter-finden\/klassische-stellenanzeigen-in-social-media-funktionieren-nicht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">digitale Vorstellungsgespr\u00e4che <\/a>auch in Zukunft begleiten werden. Dass sie weniger Aufwand bedeuten, aber gleichzeitig auch Herausforderungen bieten, darin sind sich die Expertinnen Boenig und Maushake einig. Aber welche sind das konkret? Und wie k\u00f6nnen sowohl Unternehmen als auch Bewerber:innen sich bestm\u00f6glich vorbereiten?<\/p>\n<h2>Die technische Generalprobe<\/h2>\n<p>\u00dcben, \u00fcben, \u00fcben \u2013 das gilt bei Bewerbungsgespr\u00e4chen sowohl f\u00fcr die Arbeitgeber:innen als auch die Bewerber:innen. Zus\u00e4tzlich sollte bei der digitalen Version im Vorfeld eine technische Generalprobe gemacht werden. Boenig schl\u00e4gt drei Proben vor, um sich verschiedene Fragen stellen zu k\u00f6nnen: \u201eKlappt alles? Wie sehe ich aus? Wie komme ich an?\u201c Der erste Eindruck sei bei digitalen Gespr\u00e4chen noch wichtiger als bei einem Treffen in Pr\u00e4senz, denn man k\u00f6nne ihn im Verlauf nicht durch seine K\u00f6rpersprache oder nonverbale Kommunikation korrigieren. Karriereberaterin Maushake erg\u00e4nzt: \u201eJe nach technischer Ausstattung bieten sich ein Headset oder das interne Mikrofon des Computers an.\u201c Daher gilt auch hier: im Vorfeld ausprobieren! Unsere allgemeinen Tipps f\u00fcr den <a title=\"Guter Auftritt in der Videokonferenz | Faktor A\" href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/faktor-a\/arbeitswelt-gestalten\/guter-auftritt-in-der-videokonferenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gelungenen Auftritt in Videokonferenzen<\/a> sind auch f\u00fcr Online-Vorstellungsgespr\u00e4che hilfreich.<\/p>\n<h2>St\u00f6rungsquellen eliminieren und vorbereitet sein, aber Perfektionismus ablegen<\/h2>\n<p>Das Handy lautlos stellen, den Kolleg:innen oder Mitbewohner:innen Bescheid geben, dass man nicht gest\u00f6rt werden m\u00f6chte: St\u00f6rungsquellen sollten m\u00f6glichst ausgeschlossen werden. \u201eUnd falls doch mal etwas schiefgeht: So ist das Leben!\u201c, sagt Maushake. Ihr eigener \u201evirtueller Flitzer\u201c sei ihre Katze, die sich naturgem\u00e4\u00df nicht an Termine h\u00e4lt. Unvermeidbare St\u00f6rungen k\u00f6nne man auch ins Gespr\u00e4ch integrieren, um die Atmosph\u00e4re etwas aufzulockern. Auf ein digitales Vorstellungsgespr\u00e4ch bereitet man sich im \u00dcbrigen genauso gut vor wie auf ein reales: Recruiter:innen wie Bewerber:innen sollten alle n\u00f6tigen Unterlagen am Platz haben und ein Glas Wasser f\u00fcr den Frosch im Hals bereitstellen.<\/p>\n<h2>Der Gespr\u00e4chsbeginn: aufw\u00e4rmen!<\/h2>\n<p>Apropos auflockern: In digitalen Vorstellungsgespr\u00e4chen neigen Arbeitgeber:innen dazu, direkt mit beruflichen Fragen einzusteigen und so die Anspannung der Bewerber:innen eher noch zu verst\u00e4rken. \u201eDas ist in Pr\u00e4senz anders\u201c, sagt Boenig. \u201eWenn ich als Bewerberin in ein Unternehmen komme, dann nehme ich Dinge wahr, zu denen ich einen Bezug herstellen kann.\u201c Das k\u00f6nnten beispielsweise Bilder von Orten sein, an die man selbst schon einmal gereist ist. W\u00e4hrend physische Gespr\u00e4che dann oft mit einem solchen Thema beg\u00e4nnen, falle diese Aufw\u00e4rmphase im digitalen Raum oft weg. Boenigs Vorschlag: zuerst \u00fcber Interessen sprechen, die auf dem Lebenslauf vermerkt sind. Martina Maushake hat noch einen weiteren Tipp zur Auflockerung. Die klassische Frage, ob man gut hergefunden habe, k\u00f6nne man auf den digitalen Raum \u00fcbertragen: \u201eHat denn alles mit der Technik geklappt?\u201c Beide Expertinnen sind sich einig: Um wirklich etwas voneinander erfahren zu k\u00f6nnen und sich kennenzulernen, ist eine entspannte Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re eine wichtige Voraussetzung. Deshalb gilt beim Gespr\u00e4ch wie beim Sport: zuerst aufw\u00e4rmen.<\/p>\n<h2>\u00dcber die Gespr\u00e4chssituation sprechen<\/h2>\n<p>Weil digitale Gespr\u00e4che teilweise mit Herausforderungen verbunden sind, k\u00f6nnen diese auch offen adressiert werden. \u201eDie Gespr\u00e4chsf\u00fchrenden k\u00f6nnen daher einladende Fragen stellen. Zum Beispiel: \u201aWie hat Ihnen der Ablauf bisher gefallen?\u2018 \u201c, schl\u00e4gt Martina Maushake vor. Und dann ist da noch die Sache mit der Kamera. \u201eEigentlich wird den Bewerber:innen ja geraten, in die Kamera zu schauen \u2013 aber dann sehen sie die Leute nicht\u201c, erz\u00e4hlt Maushake. Die L\u00f6sung: offen ansprechen. \u201eEs wird schon viel Druck aus der Situation genommen, wenn die Bewerber:innen h\u00f6ren, dass sie nicht permanent in die Kamera schauen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<h2>Und was ist mit Homeoffice?<\/h2>\n<p>Die digitalen Gespr\u00e4che sind nicht die einzigen \u00c4nderungen in der Arbeitswelt, die auch nach der Pandemie bleiben werden. Viele Unternehmen werden weiterhin zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten. Daher k\u00f6nne man darauf konkret Bezug nehmen, sagt Jutta Boenig. Die Fragen sollten dabei aber offen gestellt werden: \u201eWie f\u00e4nden Sie es, nur einen Tag im Monat ins B\u00fcro zu kommen?\u201c Boenig ist dabei wichtig: \u201eEs gibt introvertierte Menschen, die lieber ausschlie\u00dflich von zu Hause aus arbeiten und dort auch besser funktionieren. Das sollte kein Ausschlusskriterium sein.\u201c<\/p>\n<h2>Virtueller Eindruck vom Unternehmen<\/h2>\n<p>Wenn das Gespr\u00e4ch gut verlaufen ist, k\u00f6nnen Sie im Anschluss, zum Beispiel mit der Tabletkamera, virtuell durch die Arbeitsr\u00e4ume f\u00fchren, denn nicht nur das Unternehmen m\u00f6chte einen Eindruck von der Bewerberin und dem Bewerber erhalten, sondern auch umgekehrt. Informieren Sie dazu vorab alle Kolleg:innen, die eventuell in die digitale B\u00fcro- oder Werkstatt-Tour miteinbezogen werden. Gibt es ein Video von den R\u00e4umlichkeiten im Betrieb, k\u00f6nnen Sie auch das gemeinsam mit den Bewerber:innen anschauen. Unter Umst\u00e4nden ist es sogar angebracht, m\u00f6gliche sp\u00e4tere Teammitglieder kurz vorzustellen.<\/p>\n<p><em>Martina Maushake <\/em>ist seit \u00fcber 15 Jahren als Coach und Beraterin in der beruflichen Neuorientierung und Karrierewegplanung selbstst\u00e4ndig. Zuvor hat sie Erfahrungen u. a. als Personalberaterin und als Arbeitsvermittlerin bei der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit gesammelt. Jutta Boenig ist Inhaberin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Boenig Beratung in \u00dcberlingen. Mit ihrem Team begleitet sie Menschen und Organisationen in Ver\u00e4nderungsprozessen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/faktor-a\/mitarbeiter-finden\/digitales-vorstellungsgespraech-tipps-fuer-unternehmen?mtm_campaign=reg2023&amp;mtm_source=newsletter&amp;mtm_medium=email&amp;mtm_content=13_mitarbeiter-finden_vorstellungsgespraech_artikel&amp;mtm_group=faktora\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Faktor A &#8211; Das Arbeitgebermagazin<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitale Vorstellungsgespr\u00e4che sind mit der Coronapandemie in beinahe jedem Betrieb angekommen. Auch dar\u00fcber hinaus werden uns digitale Technologien begleiten. 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