{"id":8495,"date":"2026-05-30T09:27:54","date_gmt":"2026-05-30T09:27:54","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/die-lineare-karriere-gibt-es-nicht-mehr-wie-fuehrungskraefte-und-mitarbeiter-mit-beruflichen-bruechen-umgehen-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:54","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:54","slug":"die-lineare-karriere-gibt-es-nicht-mehr-wie-fuehrungskraefte-und-mitarbeiter-mit-beruflichen-bruechen-umgehen-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/die-lineare-karriere-gibt-es-nicht-mehr-wie-fuehrungskraefte-und-mitarbeiter-mit-beruflichen-bruechen-umgehen-en\/","title":{"rendered":"Die lineare Karriere gibt es nicht mehr. Wie F\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeiter mit beruflichen Br\u00fcchen umgehen"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Viele Angestellte und Manager entscheiden sich bewusst, k\u00fcrzerzutreten, oder sie schlagen auf dem Weg nach oben einen Umweg ein. Weshalb die Zickzack-Karriere heute die Regel ist.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Karrierebr\u00fcche sind ein Schreckgespenst f\u00fcr ambitionierte Mitarbeiter und F\u00fchrungskr\u00e4fte \u2013 vor allem, wenn sie w\u00e4hrend Jahren die Hierarchieleiter emporgestiegen sind und nun scheinbar vor dem Nichts stehen. Je steiler und spektakul\u00e4rer der Aufstieg, umso schmerzlicher der sp\u00e4tere Fall: Die Aussagen gescheiterter Topmanager sprechen B\u00e4nde: \u00abDie \u00f6ffentliche \u00c4chtung hat mich tief getroffen, der Karrierebruch mancher Perspektiven beraubt, der Wandel des pers\u00f6nlichen Umfelds nachdenklich gemacht, die Strafuntersuchung erniedrigt und der Prozess aufgew\u00fchlt\u00bb, schreibt beispielsweise Eric Honegger in seinem Buch \u00abErinnerungs-Prozess\u00bb. Darin l\u00e4sst der ehemalige CEO und Konzernchef der SAir-Group die Zeit im Vorfeld und Nachgang des Groundings der Fluggesellschaft Revue passieren.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2obclhf0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Die Angst vor der \u00f6ffentlichen \u00c4chtung<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h13u1h6h0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Scheitern und beruflicher Abstieg werden in der \u00d6ffentlichkeit in der Regel mit Schmach und \u00c4chtung bestraft \u2013 vor allem wenn den Betroffenen die n\u00f6tige Selbstkritik und Bodenhaftung abhandengekommen ist. Nur wenigen Topmanagern gelingt die sp\u00e4tere Rehabilitierung.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h13u1h6l0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Dabei geh\u00f6ren R\u00fcckschl\u00e4ge in der Karriere zum Lebenslauf zahlreicher F\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeiter. Kaum eine berufliche Laufbahn verl\u00e4uft heute gradlinig. Unterbr\u00fcche, Wechsel und Neuorientierungen sind Bestandteil des beruflichen Lebenslaufs. Eher selten sind sie das Produkt von Missmanagement und Fehltritten, auch wenn die Liste der gestrauchelten Manager lang ist. H\u00e4ufig sind sie das Ergebnis wohl\u00fcberlegter Entscheidungen.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2obfcc00\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Sheryl Sandberg und Jeff Bezos machen es vor<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h2obf50j1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Prominente Beispiele sind etwa die R\u00fccktritte von Sheryl Sandberg als Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Facebook-Konzerns Meta oder Jeff Bezos als CEO von Amazon. Beide begr\u00fcndeten ihren Abgang damit, sich vermehrt pers\u00f6nlichen Projekten widmen zu wollen wie der eigenen Stiftung (Sandberg) oder der Reise ins Weltall (Bezos).<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h14dm1e50\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">In der Schweiz gab j\u00fcngst der R\u00fccktritt der Staatssekret\u00e4rin Livia Leu zu reden. Leu erkl\u00e4rte, es sei ihre pers\u00f6nliche Wahl, noch einmal ins Ausland zu gehen und einen Botschafterposten zu \u00fcbernehmen. Wer wolle, k\u00f6nne das als R\u00fcckschritt sehen, hielt sie gegen\u00fcber den Medien fest.<\/p>\n<aside id=\"adnz_infeed_2\" data-adnz-placement=\"1\" data-adnz-winner=\"APPNEXUS\" data-adnz-creative-id=\"400598508\" data-adnz-loaded=\"1\" data-adnz-shown=\"1\"><\/aside>\n<p id=\"id-doc-1h2odhmcm1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Auch in der F\u00fchrungsspitze der Bank Vontobel kommt es zu einem aussergew\u00f6hnlichen Abgang: Zeno Staub gibt nach zw\u00f6lfj\u00e4hriger Amtszeit seinen CEO-Posten bei der Bank auf und will sich k\u00fcnftig der Politik widmen. Ebenfalls bemerkenswert ist der im Fr\u00fchjahr bekanntgegebene berufliche Entscheid der ehemaligen \u00abAnnabelle\u00bb-Chefredaktorin Jacqueline Krause-Blouin: Nachdem sie das Magazin vier Jahre lang gef\u00fchrt hatte, arbeitet sie seit ein paar Monaten wieder als \u00abAnnabelle\u00bb-Redaktorin.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h13u1h6m0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Downshifting heisst das verbreitete Ph\u00e4nomen von Karrierer\u00fcckschritten. Der Begriff wurde in den Neunzigerjahren von dem Wirtschaftsphilosophen und Mitbegr\u00fcnder der London Business School, Charles B.\u00a0Handy, gepr\u00e4gt. W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt bedeutet Downshifting so viel wie \u00abHerunterschalten\u00bb. Downshifter entscheiden sich freiwillig dazu, beruflich k\u00fcrzer zu treten. Sie verzichten auf den traditionellen Karriereweg und die n\u00e4chste Hierarchiestufe, fangen neu an und entscheiden sich oftmals auch f\u00fcr eine ausgeglichenere Work-Life-Balance.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2obiqkq0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Warum Personen auf Karriere und Status verzichten<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h13u1h6m1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Zu den wenigen Forscherinnen, die sich im deutschsprachigen Raum der Thematik angenommen haben, z\u00e4hlt die Soziologin Julia Gruhlich*. In einer Studie ist sie der Frage nachgegangen, was Menschen dazu bewegt, beruflich k\u00fcrzerzutreten. Wie legitimieren sie einen solchen Schritt in einer Gesellschaft, in der die Statusverbesserung \u00fcber eine Aufstiegskarriere als erstrebenswert gilt?<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h16ahgmk1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Gest\u00fctzt auf \u00fcber zwanzig Tiefeninterviews hat die Forscherin der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen drei typische Ursachen herausgearbeitet. Wenig \u00fcberraschend z\u00e4hlt der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu den wichtigsten Gr\u00fcnden des Downshifting. Es sind allerdings nicht nur M\u00fctter, die beruflich k\u00fcrzertreten. Zu den interviewten Personen z\u00e4hlten auch V\u00e4ter oder Frauen ohne betreuungspflichtige Kleinkinder. Die zweite Gruppe der Downshifter besteht laut Gruhlich aus Personen mit psychosomatischen Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen. \u00abDie Betroffenen waren einem starken Leidensdruck ausgesetzt\u00bb, sagt die Forscherin. \u00abSie sp\u00fcrten, dass sie so nicht weiterarbeiten konnten.\u00bb<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h16amup51\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Die dritte Gruppe hatte sich der Arbeit entfremdet. Sie h\u00e4tten in ihrer T\u00e4tigkeit keinen Sinn mehr gesehen, so f\u00fchrt Gruhlich aus. Personen aller drei Gruppen h\u00e4tten bei ihrer Entscheidung, ihre berufliche Situation zu ver\u00e4ndern, nicht unbedingt ein alternatives Ziel vor Augen gehabt. \u00abEs war zun\u00e4chst eher eine Flucht aus einer Leidenssituation, die sie nicht auf anderen Wegen l\u00f6sen konnten. Mit dem Downshifting ist es ihnen gelungen, ihre Handlungsf\u00e4higkeit wiederherzustellen\u00bb, sagt die Forscherin.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h16bt6f41\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Die eingeschlagenen Wege unterscheiden sich hierbei voneinander: In der Untersuchungsgruppe habe es Personen gegeben, die ihr Arbeitspensum reduziert, ihre F\u00fchrungsaufgabe aufgegeben oder innerhalb des Unternehmens eine neue Funktion mit weniger Prestige wahrgenommen h\u00e4tten, erz\u00e4hlt Gruhlich. Einige Personen h\u00e4tten wiederum einen v\u00f6llig neuen Beruf in Angriff genommen, unter ihnen eine Professorin, die sich selbst\u00e4ndig gemacht habe und Coach geworden sei, oder ein Manager, der sich zum Yogalehrer habe umschulen lassen.<\/p>\n<aside id=\"adnz_infeed_3\" data-adnz-placement=\"1\" data-adnz-winner=\"APPNEXUS\" data-adnz-creative-id=\"400598477\" data-adnz-loaded=\"1\" data-adnz-shown=\"1\"><\/aside>\n<p id=\"id-doc-1h2oel7q41\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Nicht selten sei die berufliche Ver\u00e4nderung mit einem l\u00e4ngeren Suchprozess sowie einem deutlichen Status- und Einkommensverlust verbunden gewesen. Doch wie Gruhlich ausf\u00fchrt, hat kaum ein Interviewpartner seine Entscheidung bereut. Vielmehr h\u00e4tten die meisten den beruflichen Wechsel als einen Akt der Selbsterm\u00e4chtigung empfunden.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2ocikdd0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Downshifting kann die Karriere befl\u00fcgeln<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h16e00oa0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">In einem k\u00fcrzlich erschienenen Beitrag im \u00abHarvard Business Review\u00bb f\u00fchrt die Professorin und Autorin Dorie Clark aus, weshalb ein vor\u00fcbergehendes Downshifting der akademischen oder beruflichen Karriere sogar f\u00f6rderlich sein kann: \u00abWenn Sie sich jetzt die Zeit nehmen, einen Gang zur\u00fcckzuschalten, mag es sich so anf\u00fchlen, als ob Sie einen Schritt zur\u00fcck machten\u00bb, schreibt Clark. \u00abAber es kann Ihnen auch die Energie und die Klarheit geben, die Sie brauchen, um in Zukunft schneller und effektiver voranzukommen.\u00bb<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h2ocl3ol1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Der gegenw\u00e4rtige Zeitpunkt sei ideal, um neue Energie zu tanken, ermutigt Clark ihre Leserschaft. Denn viele Menschen w\u00fcrden nach der Pandemie ihre Priorit\u00e4ten und Erwartungen neu bewerten. Downshifting bedeutet im Urteil der Professorin nicht, \u00abdass man alles hinschmeisst. Es kann sogar bedeuten, dass Sie endlich erkannt haben, was n\u00f6tig ist, damit Leistung und Ehrgeiz nachhaltig sind\u00bb.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h16gtr370\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Auch bei Linkedin ruft man seine Mitglieder dazu auf, Mut zur L\u00fccke zu zeigen. Im vergangenen Jahr hat das Karriere-Netzwerk die neue Option \u00abCareer-Break\u00bb im Linkedin-Profil eingef\u00fchrt. Damit k\u00f6nnen seine Mitglieder Zeiten und Aktivit\u00e4ten beschreiben, die \u00abgef\u00fchlt\u00bb nicht in einen Lebenslauf oder in die berufliche Laufbahn passen. Die Sichtbarkeit auf dem Profil soll laut Linkedin dazu beitragen, dass eine solche Erfahrung zunehmend als selbstverst\u00e4ndlich gilt und nicht l\u00e4nger zum (vermeintlichen) Karrierehemmnis wird.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2ocnnpp0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Karrierepausen und berufliche L\u00fccken sind weit verbreitet<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h1j6pfl61\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Laut einer vom Netzwerk durchgef\u00fchrten Erhebung unter rund 23\u00a0000 Arbeitnehmenden haben immerhin zwei Drittel der Befragten zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer beruflichen Laufbahn eine Pause eingelegt. In den Firmen und Personalabteilungen stossen solche L\u00fccken im Lebenslauf vor allem auch in Anbetracht des Fachkr\u00e4ftemangels zusehends auf Akzeptanz. Laut Linkedin ist rund die H\u00e4lfte der Arbeitgeber der Ansicht, dass Kandidaten mit beruflichen Unterbrechungen einen ungenutzten Talent-Pool darstellen.<\/p>\n<aside id=\"adnz_infeed_4\" data-adnz-placement=\"1\" data-adnz-winner=\"APPNEXUS\" data-adnz-creative-id=\"400598508\" data-adnz-loaded=\"1\" data-adnz-shown=\"1\"><\/aside>\n<p id=\"id-doc-1h16ffnin0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Selbst in der Beraterbranche, die f\u00fcr den steilen Karriereaufstieg schlechthin steht, spricht man von einer erh\u00f6hten Offenheit gegen\u00fcber beruflichen Unterbr\u00fcchen. \u00abEs gibt sie nicht mehr, die lineare Erwerbsbiografie\u00bb, sagt Jens Hohensee, der Leitende Karriereberater Zentraleuropa bei der Boston Consulting Group. Fr\u00fcher habe man in den Personalabteilungen noch die Nase ger\u00fcmpft, wenn im Lebenslauf eines Kandidaten eine berufliche L\u00fccke von mehreren Monaten vorhanden gewesen sei. Heute interessiere das niemanden mehr, sagt der Personalexperte. Die erh\u00f6hte Akzeptanz h\u00e4nge stark mit den ver\u00e4nderten Lebensmustern und den Pr\u00e4ferenzen der jungen Generation zusammen.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2ocu9tn0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Von der Sekret\u00e4rin zur Autorin und Firmenchefin<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h2oaro511\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Die Berufswege und Lebensl\u00e4ufe von heute weisen Dellen auf und sind spiralf\u00f6rmig geworden. Paradebeispiel f\u00fcr eine solch spiralf\u00f6rmige Karriere ist der Lebenslauf der Amerikanerin Whitney Johnson. Sie begann ihre Laufbahn als Sekret\u00e4rin bei der Bank Salomon Smith Barney an der Wall Street, nachdem sie mit 27 Jahren, also relativ sp\u00e4t, ihr Musik- und Anglistikstudium abgeschlossen hatte. Bei ihrem ersten Arbeitgeber schaffte sie den Aufstieg ins Investment Banking.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h2ocv9901\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Nach drei Jahren wechselte Johnson zu Merrill Lynch in den weniger glamour\u00f6sen Job der Equity-Research-Analystin. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter k\u00fcndigte sie, produzierte eine TV-Show und schrieb ein Kinderbuch. Danach bloggte sie \u00fcber gesellschaftliche und berufliche Themen und gr\u00fcndete zusammen mit dem Wirtschaftswissenschafter Clay Christensen einen Hedge-Fund.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h19d4r4b1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Wahrscheinlich sei das die neue Realit\u00e4t, sagt die heutige Chefin eines Beratungsunternehmens f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte und Autorin mit Blick auf ihren Lebenslauf. Johnson verweist darauf, dass bereits die Baby-Boomer-Generation in den USA zwischen ihrem 18. und 54.\u00a0Lebensjahr im Durchschnitt 12-mal einen Jobwechsel vollzogen habe. Auch in der Schweiz und in Deutschland wechseln Arbeitnehmer im Durchschnitt alle vier Jahre ihren Arbeitgeber. Bei der j\u00fcngeren Generation d\u00fcrfte sich die Entwicklung noch akzentuieren. Worauf man bei solchen Zickzack-Karrieren achten sollte, hat Johnson in ihrem Buch \u00abDisrupt Yourself\u00bb festgehalten.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2od04gn0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Mit Leidenschaft neue berufliche Wege beschreiten<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h1j70v7j0\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Wie die Autorin ausf\u00fchrt, geht es darum, sich neue Job- und Karrierechancen zu schaffen, indem man anders handelt, indem man sich einen Beruf sucht, f\u00fcr den man Leidenschaft mitbringt, auch wenn daf\u00fcr vielleicht die geforderte Ausbildung fehlt. Die erfolgreichsten Innovationen seien schliesslich diejenigen, die einen neuen Markt oder Wertsch\u00f6pfung kreierten und Bestehendes umkrempelten, sagt Johnson in Anlehnung an die Theorie der disruptiven Innovation. Dies funktioniere auch auf pers\u00f6nlicher Ebene.<\/p>\n<aside id=\"adnz_infeed_5\" data-adnz-placement=\"1\" data-adnz-winner=\"APPNEXUS\" data-adnz-creative-id=\"448555703\" data-adnz-loaded=\"1\" data-adnz-shown=\"1\"><\/aside>\n<p id=\"id-doc-1h1qu26q11\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Sie fordert Stellensuchende und Arbeitnehmende dazu auf, die eigenen St\u00e4rken zu nutzen: \u00abW\u00e4hlen Sie einen Job, den niemand anders ausf\u00fchren k\u00f6nnte, anstelle mit 50 Bewerbern um dieselbe Stelle zu konkurrieren. Statt auf demselben Karriereweg nach oben zu dr\u00e4ngen, bewegen Sie sich seitw\u00e4rts oder sogar die Leiter hinunter.\u00bb<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h2od1vug1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Dabei verweist Johnson auf ihren eigenen beruflichen Werdegang: Sie sei eine gute Finanzanalystin gewesen, aber viele Personen seien gut darin, Modelle zu entwickeln. Was Leute an ihr sch\u00e4tzten, sei die F\u00e4higkeit, Verbindungen zwischen verschiedenen Bereichen zu erkennen und M\u00f6glichkeiten zur gegenseitigen Befruchtung auszumachen.<\/p>\n<h2 id=\"id-doc-1h2odp8cs0\" class=\"subtitle articlecomponent regwalled\" data-team-subtitle=\"\" data-nzz-article-component=\"\"><span class=\"\">Disruptive Pfade f\u00fchren zum Erfolg<\/span><\/h2>\n<p id=\"id-doc-1h1quump41\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-nzz-article-component=\"\">Laut Johnson erweitert man durch Jobwechsel nicht nur seine beruflichen F\u00e4higkeiten. In eine neue Rolle, Branche oder Art von Unternehmen zu wechseln, heisse oftmals, sich auf einen v\u00f6llig anderen Wachstumspfad zu begeben. Dabei gelte es, flexibel zu bleiben, einen Schritt vorw\u00e4rts zu machen, Feedback einzuholen und sich entsprechend anzupassen. Solch disruptive Pfade sind im Urteil von Johnson in vielerlei Hinsicht erfolgversprechend \u2013 nicht nur finanziell, sondern auch in sozialer und emotionaler Hinsicht.<\/p>\n<p id=\"id-doc-1h1qvdste1\" class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-nzz-article-component=\"\">Nicht jeder sollte oder m\u00f6chte den traditionellen Pfad verlassen. Doch Johnson spricht Ver\u00e4nderungswilligen Mut zu, andere Wege einzuschlagen, R\u00fcckschl\u00e4ge und Umwege in Kauf zu nehmen, um nicht nur beruflich, sondern auch pers\u00f6nlich zu wachsen. Zickzack-Karrieren, Umorientierungen oder auch R\u00fcckschritte sollten nicht l\u00e4nger ein Schreckgespenst sein.<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-nzz-article-component=\"\"><em>*<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/gruhlich-julia-b66257251\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Julia Gruhlich<\/a> forscht an der sozialwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen.<\/em><\/p>\n<p class=\"articlecomponent text regwalled\" data-team-paragraph=\"\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-nzz-article-component=\"\"><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/die-lineare-karriere-gibt-es-nicht-mehr-wie-fuehrungskraefte-und-mitarbeiter-mit-beruflichen-bruechen-umgehen-ld.1739189\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NZZ &#8211; Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Angestellte und Manager entscheiden sich bewusst, k\u00fcrzerzutreten, oder sie schlagen auf dem Weg nach oben einen Umweg ein. 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