{"id":8483,"date":"2020-05-15T01:04:57","date_gmt":"2020-05-15T01:04:57","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/die-4-tage-woche-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:54","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:54","slug":"die-4-tage-woche-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/die-4-tage-woche-en\/","title":{"rendered":"Die 4-Tage-Woche"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Sie ist sowohl in Unternehmen als auch bei Kollektivvertragsverhandlungen in den letzten Jahren immer \u00f6fter ins Zentrum ger\u00fcckt: die 4-Tage-Woche.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mit der Einf\u00fchrung des 12-Stunden-Tages wurde dieses Modell als Heilmittel f\u00fcr mehr Arbeitgeberattraktivit\u00e4t hochgelobt, nur gibt es tats\u00e4chlich noch wenige Betriebe, die die 4-Tage-Woche umgesetzt haben. Und das obwohl Arbeitnehmer, vor allem junge der Generation Z, aber auch \u00e4ltere, diesem Modell sehr viel abgewinnen k\u00f6nnen. Und tats\u00e4chlich ist die Einf\u00fchrung einer 4-Tage-Woche kein gro\u00dfes Mysterium. Wir stellen Ihnen hier ein paar M\u00f6glichkeiten vor.<\/p>\n<h2>Warum die 4-Tage-Woche sinnvoll sein kann<\/h2>\n<p>Mal ehrlich \u2026 4 Tage arbeiten, 3 Tage frei haben \u2026 h\u00f6rt sich nicht schlecht an! Haupttriebfeder bei jenen Unternehmen und Branchen, die sich mit der 4-Tage-Woche besch\u00e4ftigen ist erfahrungsgem\u00e4\u00df die Arbeitgeberattraktivit\u00e4t. Besonders Vertreter der Generation Z fragen immer \u00f6fter nach Freizeitm\u00f6glichkeiten und sind weniger als Generationen davor bereit, auch \u00dcberstunden und All-in-vertr\u00e4ge einzusteigen. Im Zuge eines IFES Umfrage rund um die Einf\u00fchrung des 12-Stunden-Tages hielten damals 73% der 600 befragten unselbst\u00e4ndig Erwerbst\u00e4tigen die 4-Tage-Woche f\u00fcr eine sehr gute oder gute Idee, bei j\u00fcngeren Besch\u00e4ftigten war die Zustimmung mit 84% noch deutlich h\u00f6her.<\/p>\n<p>Aber auch \u00e4ltere Besch\u00e4ftigte sehnen sich nach l\u00e4ngeren Freizeitr\u00e4umen. So wurde etwa die M\u00f6glichkeit der 4-Tage-Woche mit einem beinahe Rechtsanspruch in den Kollektivvertrag des Einzelhandels aufgenommen. Diese Regelung soll vor allem jenen zu Gute kommen, die wegen des Gehalts zwar nicht weniger Stunden, aber weniger Tage arbeiten m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist die 4-Tage-Woche aber auch eine M\u00f6glichkeit, l\u00e4ngere Arbeitstage gut zu nutzen und nicht Gefahr zu laufen, die H\u00f6chstarbeitszeiten zu \u00fcberschreiten. Denn was viele Betriebe gerne vergessen, ist, dass zwar 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche grunds\u00e4tzlich erlaubt sind. Jedoch \u00fcber einen Schnitt von 13 Wochen d\u00fcrfen nicht mehr als 48 Stunden erbracht werden. Und das zu jedem Zeitpunkt der Messung. Eine 4-Tage-Woche mit 4 Tagen zu 12 Stunden l\u00f6st dieses Problem automatisch. Aber es gibt auch noch andere Optionen, die ebenso beliebt sind.<\/p>\n<h2>Variante 1: Die klassische 4-Tage-Woche \u2013 Verteilung der Normalarbeitszeit auf 4 Tage<\/h2>\n<p>Bei der \u201eklassischen\u201c 4-Tage-Woche wird die gesamte Wochenarbeitszeit regelm\u00e4\u00dfig auf vier Tage verteilt wird. Dies m\u00fcssen nicht zwangsl\u00e4ufig immer die selben Tage sein, aber eben nicht mehr als vier. Hierbei kann die Normalarbeitzeit \u00fcber Betriebsvereinbarung oder Einzelvereinbarung (wenn kein Betriebsrat vorhanden ist) auf 10 Stunden ausgedehnt werden, ohne dass daf\u00fcr \u00dcberstunden anfallen. Aber Achtung manche Kollektivvertr\u00e4ge regeln, dass die 4 Tage der 4-Tage-Woche zusammenh\u00e4ngend sein m\u00fcssen, damit hier keine \u00dcberstunden anfallen. Bis zu 12 Stunden kann an den Arbeitstagen dann gearbeitet werden, wenn eine entsprechende Betriebsvereinbarung vorliegt bzw. eine Einzelvereinbarung und eine Unbedenklichkeit dieser \u00dcberstunden durch die Arbeitsmedizin best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n<p>In Kombination mit Gleitzeit ist eine Verl\u00e4ngerung der t\u00e4glichen Normalarbeitszeit auf 12 Stunden nur dann zul\u00e4ssig, wenn die Gleitzeitvereinbarung vorsieht, dass ein Zeitguthaben auch ganzt\u00e4gig verbraucht werden kann und ein Verbrauch in Zusammenhang mit der w\u00f6chentlichen Ruhezeit (Wochenende) nicht ausgeschlossen ist, sodass verl\u00e4ngerte Wochenenden m\u00f6glich sind sowie die w\u00f6chentliche Normalarbeitszeit innerhalb der Gleitzeitperiode die w\u00f6chentliche Normalarbeitszeit gem. \u00a73 AZG (=40 Stunden) im Durchschnitt nur insoweit \u00fcberschreiten darf, als \u00dcbertragungsm\u00f6glichkeiten von Zeitguthaben vorgesehen sind.<\/p>\n<h2>Variante 2: Vollzeitnahe Teilzeit \u2013 32 Stunden an 4 Tagen<\/h2>\n<p>Eine andere, nicht minder beliebte Variante, ist eine effektive Verk\u00fcrzung der Wochenarbeitszeit, etwa auf 32 Stunden. Anders als bei der ersten Variante handelt es sich hier um eine Teilzeitbesch\u00e4ftigung an 4 Tagen mit jeweils 8 Stunden Normalarbeitszeit. F\u00fcr Mehrleistungen gelten in diesem Fall die Mehrarbeitszuschl\u00e4ge bzw. ggf. auch \u00dcberstunden, vor allem dann, wenn die 11. und 12. Stunde als Normalarbeitszeit nicht zugelassen sind (siehe oben). Ein \u00dcberschreiten ist also auch hier m\u00f6glich. Und auch ein fallweises Arbeiten an einem f\u00fcnften Tag w\u00e4re in diesem Fall nicht verboten. Nur dass diese Stunden dann eben Mehrstunden oder \u00dcberstunden sind, die entsprechend abzugelten sind (in Form von Zeitausgleich oder Auszahlung mit den entsprechenden Zuschl\u00e4gen).<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich w\u00e4ren bei einer Verk\u00fcrzung der w\u00f6chentlichen Arbeitszeit auch \u201esabbatical-\u00e4hnliche\u201c Optionen, etwa eine lange und eine kurze Woche denkbar. Sofern die entsprechenden Voraussetzungen daf\u00fcr vorliegen (Vereinbarung).<\/p>\n<h2>Variante 3: Einarbeiten von Fenstertagen \u2013 keine klassische 4-Tage-Woche, aber dennoch attraktiv<\/h2>\n<p>Gerade Betriebe, die keine fixen \u00d6ffnungs- oder Servicezeiten bedienen m\u00fcssen, aber von einer regelm\u00e4\u00dfigen 4-Tage-Woche Abstand nehmen m\u00f6chten, bietet das Einarbeiten von Fenstertagen eine attraktive Option. Hierbei handelt es sich um ein Verschieben der Normalarbeitszeit. In den Wochen des Einarbeitens geleistete \u00dcberstunden gelten daher nicht als \u00dcberstunden, sie sind lediglich anders verteilte Normalarbeitszeit.<br \/>Das Einarbeiten darf man innerhalb eines Zeitraumes von h\u00f6chstens 13 zusammenh\u00e4ngenden Wochen verteilen. In diesem Fall darf man die t\u00e4gliche Normalarbeitszeit auf bis zu 10 Stunden, die w\u00f6chentliche auf 50 Stunden ausgedehnen. Auch hierzu sind Betriebsvereinbarung oder Einzelvereinbarung erforderlich.<\/p>\n<p>Die eingearbeiteten Tage m\u00fcssen nicht zwangsl\u00e4ufig Fenstertage sein. Es k\u00f6nnen auch andere Tage einbezogen werden, etwa Tage zwischen Weihnachten und 6. J\u00e4nner, der erste Schultag oder \u00e4hnliches. Dadurch ergeben sich regelm\u00e4\u00dfige kurze Wochen mit l\u00e4ngeren Freizeiten, ohne dass eine klassische 4-Tage-Woche zum Tragen kommt.<\/p>\n<h2>Variante 4: Die Luxus-Option \u2013 voller Lohnausgleich bei weniger Arbeitszeit<\/h2>\n<p>Zugegebenerma\u00dfen ist diese Option vielleicht eine Gewagte, aber nicht unm\u00f6gliche: Besch\u00e4ftigte nur mehr 30 oder 32 Stunden bei vollen Lohn zu besch\u00e4ftigen. Die ober\u00f6sterreichische Online-Marketing-Agentur emagnetix etwa hat dies getan und damit durchaus gute Erfolge erzielt. Das Unternehmen berichtet dar\u00fcber auf der eigens eingerichteten Seite www.30sindgenug.at.<\/p>\n<p>In jedem Fall profitieren Arbeitgeber \u2013 unabh\u00e4ngig von der gew\u00e4hlten Variante \u2013 von h\u00f6herer Zufriedenheit und einer h\u00f6heren Attraktivit\u00e4t. Dazu sollten sie sich jedoch auch trauen, das Angebot aktiv nach au\u00dfen zu kommunizieren. Denn unter der Hand vorhandene, aber wenig bekannte Optionen befeuern in Organisationen meist nur Neidkultur, jedoch nicht Attraktivit\u00e4t. Aus unserer Beratungserfahrung heraus sind wir \u00fcberzeugt: Die 4-Tage-Woche ist ein wichtiges Arbeitszeitmodell der Zukunft.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber den Autor<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Mag. (FH) <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/profile\/Peter_Rieder\/cv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Peter Rieder <\/a>ist Gr\u00fcnder der <a href=\"https:\/\/www.arbeitswelten.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Arbeitswelten Consulting<\/a> und begleitet als Berater Unternehmen in den Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Diversity Management und CSR \/ Nachhaltigkeit. Er ist Mitglied der CSR Consultants Group der WKO, ausgebildeter Berufssprecher und leidenschaftlicher Tauchlehrer.<\/em><\/p>\n<p>Quelle:<a href=\"https:\/\/www.hrweb.at\/2020\/02\/4-tage-woche-2\/?xing_share=news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> hrweb<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist sowohl in Unternehmen als auch bei Kollektivvertragsverhandlungen in den letzten Jahren immer \u00f6fter ins Zentrum ger\u00fcckt: die 4-Tage-Woche. 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