{"id":8482,"date":"2026-05-30T09:27:53","date_gmt":"2026-05-30T09:27:53","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/design-thinking-denkst-du-noch-oder-baust-du-schon-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:53","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:53","slug":"design-thinking-denkst-du-noch-oder-baust-du-schon-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/design-thinking-denkst-du-noch-oder-baust-du-schon-en\/","title":{"rendered":"Design Thinking: Denkst du noch oder baust du schon?"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>\u201eIst das wirklich das Gelbe vom Ei?\u201c fragte letztens eine Kollegin, nachdem sie einen Design Thinking Workshop absolviert hatte. In diesen zwei Tagen hat sie die Methode das erste Mal kennengelernt und anhand einer Problemstellung angewandt. Das Buzzword Design Thinking ist in aller Munde und zeigt bei der Suche auf Google knapp 35 Millionen Suchergebnisse an (zum Vergleich: Christiano Ronaldo, \u00dcberfu\u00dfballer unserer Zeit schafft gerade mal 6 Millionen mehr). Doch was ist Design Thinking \u00fcberhaupt? Uebernickel et. al (S.16, Design Thinking \u2013 Das Handbuch, 2015) formulieren es folgenderma\u00dfen: \u201eDesign Thinking ist eine Innovationsmethode, die auf Basis eines iterativen Prozesses nutzer- und kundenorientierte Ergebnisse zur L\u00f6sung von komplexen Problemen liefert.\u201c Entstanden im Silicon Valley um Ingenieuren nutzerzentriertes Produktdesign n\u00e4herzubringen, wird es heute nicht nur f\u00fcr Produktdesign, sondern auch f\u00fcr Service-, Prozess- und Gesch\u00e4ftsmodellentwicklung verwendet.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Um nicht den Anschluss an die momentan erfolgreichsten Unternehmen weltweit zu verlieren \u2013 die aktuell so gut wie alle aus dem Silicon Valley kommen \u2013 versuchen sich die deutschen DAX-Konzerne in der Anwendung der Methode. Viele erhoffen sich dadurch neue, disruptive Ideen zu entwickeln. Hinzu kommt die spezielle Arbeitsweise, die stark auf interdisziplin\u00e4re Kollaboration und visuelles Arbeiten setzt. Spielerisches Prototyping soll die durch den eint\u00f6nigen B\u00fcroalltag verlorengegangene Kreativit\u00e4t f\u00f6rdern und Produkte, Services und Gesch\u00e4ftsmodelle erlebbar machen. Dies trifft genau den Nerv unserer schnelllebigen Zeit. Aufgrund von VUCA (Volatility \u2013 Uncertainty \u2013 Complexity \u2013 Ambiguity) ver\u00e4ndern sich M\u00e4rkte und Produkte radikal. Entsprechend m\u00fcssen sich Unternehmen an das ver\u00e4nderte Wettbewerbsumfeld schnell adaptieren um nicht den Anschluss zu verlieren. Design Thinking verspricht eine Antwort auf diese Herausforderungen.<\/p>\n<h1>Was macht Design Thinking so erfolgreich?<\/h1>\n<h2>#Reflection in Action<\/h2>\n<p>Aufgrund jahrelanger Berufserfahrung wird ein Mitarbeiter sehr wertvoll f\u00fcr das Unternehmen, gleichzeitig entwickeln sich \u00fcber die Jahre zahlreiche implizite Annahmen, wie Produkte oder Services am Markt wahrgenommen werden. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, versucht die Methodik explizit definierte Annahmen mittels greifbarer Prototypen mit Kunden zu testen. Dadurch werden Annahmen validiert und blinde Flecken reduziert.<\/p>\n<h2>#Playful Fun<\/h2>\n<p>Die spielerische Komponente im Design Thinking Prozess ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Methode. Die fr\u00fche Umsetzung von Ideen in Prototypen f\u00f6rdert die Kreativit\u00e4t und versetzt einen in die Rolle eines Kindes. Mit Legobausteinen, Schere und Papier k\u00f6nnen die meisten Ideen erlebbar gemacht werden und auch der strukturierteste Excel-Spezialist wird zum Architekt seiner eigenen Vorstellungskraft.<\/p>\n<h2>#Disrupt Silo<\/h2>\n<p>Gerade bei Organisationsformen, die aus unterschiedlichen Abteilungen bestehen (Silo), besteht die die Gefahr, Verantwortung f\u00fcr Fehler anderen zuzuschreiben. Durch die interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit von Teams und das Vermeiden von vorschnellen Urteilen arbeitet Design Thinking dem bewusst entgegen. Das gemeinsame Erarbeiten der L\u00f6sung f\u00f6rdert ein einheitliches Problemverst\u00e4ndnis und schafft die Grundlage f\u00fcr integrative Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Bei allem Hype \u2013 Vorsicht vor Stolpersteinen!<\/p>\n<h2>#Company Aliens<\/h2>\n<p>Im traditionellen Unternehmenskontext wirkt die Methodik h\u00e4ufig wie ein Fremdk\u00f6rper. Die bunten Post-its an den wei\u00dfen W\u00e4nden und die gebastelten, bunten Prototypen passen nicht in das cleane und unpers\u00f6nliche Open Office der Gegenwart. Das Spielerische beisst sich mit dem professionellen Auftreten, welches die Unternehmen darstellen m\u00f6chten. Design Thinking Apostel wollen Farbe, neue Ideen und vor allem, eine neue Kultur im Unternehmen etablieren. Dadurch werden bestehende Unternehmenspraktiken bewusst hinterfragt und teilweise auch attackiert. Das schwei\u00dft beide Seiten jeweils zusammen. Hierdurch werden Methoden gegebenenfalls schnell als Ideologie wahrgenommen. Die \u201evision\u00e4r\u201c-denkenden Design Thinker k\u00f6nnen auf ein traditionelles Umfeld zun\u00e4chst arrogant und \u00fcberheblich wirken, wenn sie selbsternannt ins \u201egelobte Land\u201c f\u00fchren.<\/p>\n<h2>#One-size fits all<\/h2>\n<p>Clustering, Know\u2019s &amp; Don\u2019t Know\u2019s, Personas, Common to Qualifier Framework, Benchmarking etc. \u2013 Design Thinking liefert zahlreiche Werkzeuge die im Rahmen des Prozesses zum Einsatz kommen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Werkzeuge zum Selbstzweck werden und ein sportlicher Wettbewerb entsteht. Die Werkzeuge sollen im Prozess unterst\u00fctzen und nicht am Denken hindern. Aus diesem Grund gilt es genau zu evaluieren, welche Werkzeuge welches Ziel verfolgen sollen.<\/p>\n<h2>Design Thinking \u2013 Mehr als nur eine Methode!<\/h2>\n<p>Alles in allem ist aus unserer Perspektive Design Thinking ein vielversprechender Ansatz f\u00fcr die Probleme der modernen Welt. Im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung sind Arbeitsformen notwendig, die auf Collaboration setzen. Dabei werden wertsch\u00f6pfende und kreative Denkprozesse gefordert und gef\u00f6rdert welche nicht durch Maschinen ersetzbar sind. Die Notwendigkeit agile Prozesse und Methoden in den Arbeitsalltag zu integrieren stellt viele Unternehmen, bzw. deren Mitarbeiter vor Herausforderungen. Design Thinking kann dabei eine \u2013 nicht die eine \u2013 Antwort darauf sein.<\/p>\n<p>Die Kunst liegt im Detail. Unsere Erfahrung innerhalb der letzten Monate hat uns darin best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Es geht nicht nur darum bereitgestellte Tools abzuarbeiten, sondern den Mehrwert und die Idee dahinter zu verstehen. Und so w\u00fcrde ich meiner Kollegin zur initial gestellten Frage \u201eIst Design Thinking wirklich das Gelbe vom Ei?\u201c antworten: Ja, ist es wenn man es richtig macht! Das erfordert viel Schwei\u00df und ist sehr zeitintensiv.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autoren:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><strong><a href=\"ps:\/\/www.xing.com\/profile\/Thomas_Haskamp2\/cv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Thomas Haskamp<\/a><\/strong> studiert aktuell im Master of Arts in Business Innovation an der Universit\u00e4t St. Gallen (HSG). Er absolviert diesen als Double Degree in Kombination mit einem Master of Organisational Change &amp; Consulting an der Rotterdam School of Management (RSM) . Vor diesem machte er seinen Bachelor in BWL\/E-Business an der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg. Er sammelte Praxiserfahrungen im Mittelstand, Konzernen und der Beratung. In seiner Freizeit engagiert er sich f\u00fcr Fragen der Bildungsgerechtigkeit und reist sehr gerne.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Muriel Boukaz<\/strong>\u00a0studiert momentan an der Universit\u00e4t St.Gallen (HSG) im Masterstudiengang Business Innovation. Zus\u00e4tzlich arbeitet Sie in einem Schweizer KMU im Bereich Raumgestaltung und befasst sich dabei mit den Lern- und Arbeitswelten der Zukunft.<\/em><\/p>\n<p><em>Voraus geht ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft, welches ebenfalls an der HSG absolviert wurde. Auslandaufenthalte in Brasilien, Frankreich und auf Weltreise bereichern Ihre multikulturelle Erfahrung. Beruflich hat Muriel Erfahrung bei einer Schweizer Grossbank und in der Unternehmensberatung gesammelt. In Ihrer Freizeit engagiert Sie sich in einem studentischen Verein, moderiert Veranstaltungen (u.a. Hannover Messe) und macht viel Sport.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Autoren sind Teilnehmer des einj\u00e4hrigen Design Thinking Kurses an der Universit\u00e4t St. Gallen (HSG) und der Beitrag spiegelt nur die Meinung der Autoren wieder. In Zusammenarbeit mit der University of Stanford \u2013 die als Geburtsst\u00e4tte von Design Thinking gilt \u2013 wird der Kurs durchgef\u00fchrt. Als Teil des globalen Sugar Networks (u.a. Karlsruhe Institute of Technology (KIT), Porto Design Factory, TU M\u00fcnchen, Link\u00f6ping, Hasso-Plattner-Institut (HPI), Kyoto Institute of Technology) bearbeiten die Studierenden \u00fcber einen Zeitraum von einem Jahr in internationaler Zusammenarbeit eine Fragestellung eines Partnerunternehmens (BMW, Merck, Swisscom, Daimler, Osram, Roche, SAP, Deutsche Telekom, \u2026).<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zukunftderarbeit.de\/2018\/04\/26\/desgin-thinking-denkst-du-noch-oder-baust-du-schon\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ZukunftderArbeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIst das wirklich das Gelbe vom Ei?\u201c fragte letztens eine Kollegin, nachdem sie einen Design Thinking Workshop absolviert hatte. 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