{"id":8475,"date":"2026-05-30T09:27:53","date_gmt":"2026-05-30T09:27:53","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/das-unterscheidet-den-mitarbeiter-vom-unternehmer-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:53","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:53","slug":"das-unterscheidet-den-mitarbeiter-vom-unternehmer-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/das-unterscheidet-den-mitarbeiter-vom-unternehmer-en\/","title":{"rendered":"Das unterscheidet den Mitarbeiter vom Unternehmer"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Viele Unternehmer w\u00fcnschen sich, dass ihre Mitarbeiter unternehmerisch denken. Doch daf\u00fcr m\u00fcssen sie erst mal selbst damit anfangen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich begegne recht h\u00e4ufig Chefinnen und Chefs, die sich w\u00fcnschen, dass ihre Mitarbeiter \u201eunternehmerisch denken\u201c. Ich frage dann, was sie damit meinen. Was bedeutet \u201eunternehmerisch denken\u201c? Meist h\u00f6re ich dann, dass die Mitarbeiter Umsatzideen entwickeln, dass sie die Kosten im Blick halten und einfach mitdenken sollen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist unternehmerisches Denken etwas anderes. Wer unternehmerisch denkt, schaut weniger auf das Hier und Jetzt, auf Sparpotenziale oder aufs Projektmanagement. Unternehmerisch zu denken bedeutet f\u00fcr mich, auf das zu blicken, was kommen kann: Erfolgreiche Unternehmer ziehen oft aus der Zukunft ihre Kraft. Sie sehen eine Idee am Horizont und denken: Genial \u2013 da m\u00f6chte ich hin. Daf\u00fcr setze ich meine Kraft ein. Und auf geht\u2019s.<\/p>\n<h2>Unternehmer wenden den Blick auf die Zukunft<\/h2>\n<p>Das unterscheidet den Mitarbeiter vom Unternehmer: Der Mitarbeiter m\u00f6chte in seiner Arbeit Sinn finden, er will in einem guten Team arbeiten, will ein gutes Gehalt, er will Abl\u00e4ufe oder Produkte verbessern. Er ist f\u00fcr gew\u00f6hnlich im Hier und Jetzt.<\/p>\n<p>Ein guter Unternehmer dagegen ist immer wieder f\u00e4hig, loszulassen und den Blick zu wenden, vom Hier und Jetzt auf die Zukunft: Was ist unser eigentliches Ziel? Was hat mich zum Unternehmer gemacht? Wo sehe ich Chancen?<\/p>\n<h2>Der Chef als Feuerwehrmann<\/h2>\n<p>Auf Krisen wie die aktuelle kann man auf zwei Arten reagieren: wie ein klassischer Mitarbeiter oder wie ein Unternehmer.<br \/>Ein Chef, der wie ein Mitarbeiter agiert, stellt den akuten Krisenmodus an: Er geht seinem ersten Impuls nach und agiert als Feuerwehrmann, l\u00f6scht Br\u00e4nde. Das ist gewisserma\u00dfen seine Komfortzone, denn wenn er etwas tut, dann f\u00fchlt er sich wohl. Daher arbeitet er verbissen, versucht mit aller Macht wieder in das alte Fahrwasser zu kommen.<\/p>\n<p>Chefs im akuten Krisenmodus fangen oft an, alles selbst zu entscheiden. Das macht die Mitarbeiter klein, sie suchen pl\u00f6tzlich f\u00fcr jede Kleinigkeit die Zustimmung des Chefs. Der ist weiter im Tunnel und ackert, ackert, ackert.<\/p>\n<p>Keine Frage: Dann ist so eine Krise f\u00fcr alle Beteiligten einfach nur schrecklich.<\/p>\n<h2>Die Krise hat das Hamsterrad gestoppt<\/h2>\n<p>Ein ge\u00fcbter Unternehmer dagegen macht etwas Verr\u00fccktes: Er h\u00e4lt an. Die Amerikaner nennen das: \u201eDrop the tools\u201c \u2013 lass das Werkzeug fallen. Denn ein ge\u00fcbter Unternehmer wei\u00df, dass einfach weiter zu ackern nicht viel bringen wird.<\/p>\n<p>Wenn man in der Krise etwas Gutes sehen will, dann vielleicht das: Sie hat f\u00fcr viele Unternehmer das Hamsterrad gestoppt. Sie fordert uns auf: \u201eLos, lass dir was einfallen!\u201c Die Krise ist daher eine Chance, aus dem t\u00e4glichen \u201eTun, Tun, Tun\u201c-Modus auszusteigen und wieder wie ein Unternehmer zu denken, in die Zukunft zu blicken \u2013 und, ganz wichtig: in dieser Zukunft auch etwas Attraktives zu sehen.<\/p>\n<h2>Der Unternehmer ist nicht daf\u00fcr da, beliebt zu sein<\/h2>\n<p>Unternehmerisch zu denken bedeutet aber nicht nur, in der Zukunft etwas Attraktives zu finden. Es bedeutet auch, Herausforderungen vorherzusehen. Ein ge\u00fcbter Unternehmer sieht, was auf die Firma zukommt, und trifft daraufhin Entscheidungen.<\/p>\n<p>Das kann einen unpopul\u00e4r machen, wenn die Mitarbeiter denken: \u201eEs l\u00e4uft doch noch. Warum m\u00fcssen wir jetzt schon wieder alles ver\u00e4ndern?\u201c Aber der Unternehmer ist nicht daf\u00fcr da, beliebt zu sein. Er ist daf\u00fcr da, vorausschauende Entscheidungen zu treffen \u2013 und diese gut zu vermitteln.<\/p>\n<p>Wie aber vermittelt man eine Entscheidung gut? Eine Variante ist, sie erst gar nicht allein zu treffen. Stattdessen l\u00e4dt man sein Kernteam ein, gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen. Wenn man sich gemeinsam fragt: Was passiert eigentlich, wenn nichts passiert? Wenn wir weitermachen wie bisher? Dann wird ziemlich schnell klar, dass man heute anfangen muss, sich zu ver\u00e4ndern, wenn man morgen noch mithalten will.<\/p>\n<p>In diesem Kernteam dann an der Zukunft zu arbeiten, ein konkretes Bild zu entwerfen, wo man gemeinsam hinm\u00f6chte, entfaltet eine enorme Kraft \u2013 f\u00fcr das Team und auch f\u00fcr den, der es f\u00fchrt. Viele Unternehmer erleben das geradezu als Befreiung. Sie kommen aus der Rolle heraus, immer f\u00fcr alle Probleme die L\u00f6sung zu finden.<\/p>\n<h2>Fragen stellen statt Probleme l\u00f6sen<\/h2>\n<p>Wenn man immer f\u00fcr alles die L\u00f6sung liefert, kommen die Mitarbeiter nur noch bei einem vorbei, wenn sie Probleme haben. Stattdessen stellt der Unternehmer Fragen: \u201eWas hast du dir gedacht, wie wir die Sache l\u00f6sen k\u00f6nnen? Was ist deine Idee?\u201c Fragen zu stellen bedeutet, dem Gegen\u00fcber zuzutrauen, Antworten zu liefern. Man spricht mit seinem Team wie mit Erwachsenen. Nur wer seine Mitarbeiter wie Erwachsene behandelt, kann auch von ihnen erwarten, dass sie erwachsen handeln.<\/p>\n<p>Noch besser: Durch den gemeinsamen Blick in die Zukunft bekommt man endlich das, was man sich immer gew\u00fcnscht hat \u2013 Mitarbeiter, die denken wie Unternehmer.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber den Autor<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/maic-staebler-3b732b\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Maic Staebler<\/a> ist Coach f\u00fcr Mitarbeiterf\u00fchrung und -entwicklung und Referent an der impulse-Akademie. Er unterst\u00fctzt seit 2001 Menschen in F\u00fchrungsverantwortung. Er hat dazu seit 2004 in diversen internationalen Leadership-Development-Programmen F\u00fchrungskr\u00e4fte aus \u00fcber 50 Nationen in \u00fcber 20 L\u00e4ndern als Trainer und Coach begleitet.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.impulse.de\/management\/selbstmanagement-erfolg\/unternehmerisch-denken\/7488768.html?conversion=ads\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Impulse &#8211; Netzwerk und Know-how f\u00fcr Unternehmer<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Unternehmer w\u00fcnschen sich, dass ihre Mitarbeiter unternehmerisch denken. Doch daf\u00fcr m\u00fcssen sie erst mal selbst damit anfangen. 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