{"id":8469,"date":"2026-05-30T09:27:53","date_gmt":"2026-05-30T09:27:53","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/das-buero-als-begegnungsstaette-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:53","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:53","slug":"das-buero-als-begegnungsstaette-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/das-buero-als-begegnungsstaette-en\/","title":{"rendered":"Das B\u00fcro als Begegnungsst\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Die Coronapandemie hat die Arbeitswelt ver\u00e4ndert. Millionen Angestellte wurden 2020 ins Homeoffice geschickt, Prozesse wurden in Rekordzeit digitalisiert, neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit haben sich etabliert. Am 1. Juli 2021 endete f\u00fcr Unternehmen in Deutschland die Pflicht, Homeoffice anzubieten. Jetzt soll es f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte zur\u00fcck ins B\u00fcro gehen. Doch wie gelingt die Transformation? Die Basler AG aus Ahrensburg setzt auf ein Hybridmodell und das B\u00fcro als Begegnungsst\u00e4tte.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Den 13. M\u00e4rz 2020 wird Anja Sievers-Sack so schnell nicht vergessen. Sievers-Sack ist Head of Human Resources bei der Basler AG, die Komponenten f\u00fcr Computer-Vision-Anwendungen entwickelt. An diesem Freitag bildet sich bei Basler eine Corona-Taskforce aus Vorstand, Verantwortlichen verschiedener Bereiche, IT, Facility-Management, Betriebsrat und Betriebsarzt. \u201eEs war klar: Wer kann, muss ins Homeoffice \u2013 und das m\u00f6glichst schnell\u201c, erinnert sich Sievers-Sack. Die Taskforce entwickelt einen Stufenplan, um die Mitarbeitenden, gestaffelt nach Risikogruppen, ins Homeoffice zu schicken. Schon kurze Zeit sp\u00e4ter arbeiteten etwa 70 Prozent der Belegschaft von zu Hause aus. Einzig Mitarbeitende der Produktion, die nicht daheim arbeiten k\u00f6nnen, waren noch vor Ort in Ahrensburg in Schleswig-Holstein. Komplett abgeschottet und mit neuem Schichtsystem, das keine \u00dcberlappungen mehr zwischen einzelnen Schichten erlaubt.<\/p>\n<h2>Der emotionale Klebstoff l\u00f6st sich auf<\/h2>\n<p>Herbst 2021. Die Basler AG hat die Coronapandemie bislang gut gemeistert und konnte sogar weiterwachsen. Die Arbeit im Homeoffice funktioniert, digitale Workshops und Meetings haben sich schnell etabliert. \u201eWir hatten schon immer eine starke Unternehmenskultur, und die hat uns sehr gut durch diese Zeit geholfen. In Krisen w\u00e4chst man \u00fcber sich hinaus \u2013 und genauso war es bei uns\u201c, sagt Sievers-Sack. Und dennoch: Nach eineinhalb Jahren Homeoffice beginnt sich etwas zu ver\u00e4ndern. \u201eDer emotionale Klebstoff, der uns die ganzen Monate zusammengehalten hat, l\u00f6st sich langsam auf\u201c, beschreibt Sievers-Sack es. Das erleben derzeit einige Unternehmen: Das Wirgef\u00fchl schwindet, der direkte Austausch und die pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4che fehlen. \u201eDer Bezug zu den Menschen geht verloren. Darunter leidet am Ende auch die Innovationskraft eines Unternehmens\u201c, ist sich Sievers-Sack sicher. Homeoffice als Dauerzustand ist f\u00fcr viele Unternehmen deshalb keine L\u00f6sung. Auch bei Basler will man die Mitarbeitenden wieder zur\u00fcck ins Office holen \u2013 jedenfalls zeitweise.<br \/>Mitarbeitende fordern Flexibilit\u00e4t ein<\/p>\n<p>Doch wie geht das? Wie sieht der neue Alltag im B\u00fcro jetzt aus? Viele Experten sind sich einig: Trotz Ende der Homeoffice-Pflicht wird es kein einfaches Zur\u00fcck zur Tagesordnung wie vor der Pandemie geben. Das glaubt auch Anja Sievers-Sack. \u201eDie Anspr\u00fcche der Mitarbeitenden haben sich durch die Pandemie ver\u00e4ndert. Die letzten Monate haben gezeigt, dass vieles auch im Homeoffice m\u00f6glich ist. Das m\u00fcssen Unternehmen bei ihrer Back-to-Office-Strategie ber\u00fccksichtigen und sich etwas einfallen lassen, um die Mitarbeitenden auch wieder f\u00fcr die Arbeit im B\u00fcro zu begeistern.\u201c Ein Zur\u00fcck zur reinen Pr\u00e4senzkultur sieht die Personalexpertin nicht. \u201eWir k\u00f6nnen das Homeoffice jetzt nicht einfach wieder abschaffen. Die Flexibilit\u00e4t wird von Mitarbeitenden und Neubewerbern eingefordert. Wer sich als familienbewusster Arbeitgeber positionieren und auch zuk\u00fcnftig die besten Talente f\u00fcr sich begeistern m\u00f6chte, muss die Arbeit im Homeoffice als einen von mehreren Benefits anbieten.\u201c<\/p>\n<h2>Das B\u00fcro als Begegnungsst\u00e4tte<\/h2>\n<p>Basler setzt auf ein Modell, das die Arbeit vor Ort im B\u00fcro und Zeiten im Homeoffice kombiniert. \u201eWir wollen das Beste aus beiden Welten miteinander verbinden\u201c, sagt Sievers-Sack. Zur Einf\u00fchrung gibt es wieder einen Stufenplan. Die Mitarbeitenden sollen zun\u00e4chst 20 Prozent der Arbeitszeit wieder im B\u00fcro verbringen, perspektivisch soll das Hybridmodell aus 60 Prozent B\u00fcro und 40 Prozent Homeoffice bestehen. Das B\u00fcro soll dabei als Ort der Begegnung etabliert werden. \u201eEinige T\u00e4tigkeiten gehen besser im Homeoffice. Das wollen wir weiter unterst\u00fctzen\u201c, sagt Sievers-Sack. \u201eDoch manches geht eben auch besser im B\u00fcro. Hier findet echter Austausch statt, hier ist Platz f\u00fcr Kreativit\u00e4t, hier entstehen neue Ideen.\u201c Der Fokus liegt auf den pers\u00f6nlichen Begegnungen.<\/p>\n<p>\u201eWER ZUK\u00dcNFTIG DIE BESTEN TALENTE F\u00dcR SICH BEGEISTERN M\u00d6CHTE, MUSS DIE ARBEIT IM HOMEOFFICE ALS EINEN VON MEHREREN BENEFITS ANBIETEN.\u201c (ANJA SIEVERS-SACK)<\/p>\n<p>Geplant ist etwa ein neuer Anbau, in dem feste Schreibtische aufgel\u00f6st werden sollen. Stattdessen wird es Desksharing geben mit \u201eHeimath\u00e4fen\u201c f\u00fcr jede Abteilung, dazu Projektecken, die Ruhe- und Besprechungsr\u00e4ume sollen weiter ausgebaut werden. \u201eHier werden wir neue Arbeitsformen ausprobieren und uns in enger Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitenden und dem Betriebsrat auf Lernreisen begeben. Bei der Planung der B\u00fcrowelten konnten unsere Mitarbeitenden ihre Erfahrungen aus der Pandemie sehr gut mit einbringen. Wir sehen das B\u00fcrogeb\u00e4ude zuk\u00fcnftig als soziale Begegnungsst\u00e4tte, in der kollaborativ zusammengearbeitet werden kann, in dem es aber auch Bereiche gibt, in denen man vollkommen ungest\u00f6rt ist\u201c, fasst Sievers-Sack es zusammen.<\/p>\n<h2>Raus aus der Komfortzone<\/h2>\n<p>F\u00fcr die n\u00f6tige Sicherheit der Mitarbeitenden ist gesorgt. Die Basler AG orientiert sich bei ihren Corona-Schutzma\u00dfnahmen an den Auflagen des Bundes, stellt kostenlos Tests und Masken zur Verf\u00fcgung. Auch die Technik steht. \u201eDie IT-Abteilung ist ein enorm wichtiger Part unserer Back-to-Office-Strategie\u201c, erz\u00e4hlt Sievers-Sack. Denn hybrides Arbeiten hei\u00dft eben auch, dass es nun zwei Orte geben muss, die technisch voll ausgestattet sind und zwischen denen die Mitarbeitenden unkompliziert wechseln k\u00f6nnen \u2013 das B\u00fcro und das Zuhause.<br \/> Anja Sievers-Sack von der Basler AG. Sie tr\u00e4gt eine schwarze Brille und blondes kurzes Haar und ist im Portr\u00e4t zu sehen.<\/p>\n<p>Nun gilt es, die Mitarbeitenden wieder f\u00fcr die Arbeit im B\u00fcro zu begeistern. \u201eWir wollen ihnen Lust aufs B\u00fcro machen. Die Mehrheit der Mitarbeitenden will im Rahmen eines hybriden Modells ins Geb\u00e4ude zur\u00fcck. Aber nat\u00fcrlich bedeutet das nach so einer langen Zeit f\u00fcr einige eine Umgew\u00f6hnung\u201c, sagt Sievers-Sack. Eine H\u00fcrde f\u00fcr manche Angestellte ist der Arbeitsweg. \u201eDie Arbeit im Homeoffice ist bequem, das verstehe ich\u201c, sagt Sievers-Sack. \u201eMan verliert Zeit, wenn man wieder einen Arbeitsweg hat. Wir versuchen daher zu verdeutlichen, was man bekommt, wenn man die Komfortzone Homeoffice verl\u00e4sst. Wir betonen den Austausch, der im B\u00fcro m\u00f6glich ist, und \u00fcberlegen uns, was wir bieten k\u00f6nnen, was nur im Geb\u00e4ude geht. Initiieren kleine Incentives, schaffen Anreize.\u201c \u00dcber das Intranet werden alle Mitarbeitenden auf dem Laufenden gehalten \u2013 etwa \u00fcber Events, Aktionen in der Kantine oder was sonst so im Geb\u00e4ude passiert oder neu ist. Die im M\u00e4rz 2020 gegr\u00fcndete Corona-Taskforce begleitet die R\u00fcckkehr ins B\u00fcro. \u201eSie kann bei Unsicherheiten und Fragen angesprochen werden, hat auch eine eigene Seite im Intranet\u201c, erkl\u00e4rt Sievers-Sack. Auch regelm\u00e4\u00dfige Videobotschaften vom Vorstand wird es weiterhin geben. \u201eTransparenz und Aufkl\u00e4rung sind in diesen Zeiten wichtiger denn je.\u201c<br \/>F\u00fchrungskr\u00e4fte in der Verantwortung<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr das hybride Arbeiten selbst. Wie funktionieren Meetings, bei denen einige vor Ort im B\u00fcro sind und andere zugeschaltet? Wird jeder gleich eingebunden werden? Das sind Fragen, die die Mitarbeitenden jetzt haben. \u201eHybrides Arbeiten braucht klare Regeln und muss ge\u00fcbt werden\u201c, sagt Sievers-Sack. Sie sieht hier die F\u00fchrungskr\u00e4fte in der Verantwortung. \u201eEs ist vor allem ihre Aufgabe, alle Mitarbeitenden abzuholen und einzubinden. Die F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen Bedenken wahr- und ernst nehmen, aber eben auch die Erwartungen des Unternehmens klar an die Mitarbeitenden kommunizieren, die Vorteile des Zusammenkommens aufzeigen und daf\u00fcr sorgen, dass hybrid f\u00fcr alle funktioniert und sich niemand au\u00dfen vor oder abgeh\u00e4ngt f\u00fchlt.\u201c Sie ist guter Dinge, dass das bei Basler funktioniert. Auch wegen der Erfahrungen, die alle in den letzten eineinhalb Jahren sammeln konnten. \u201eWir sehen die Bedenken unserer Angestellten als Herausforderung, aber nicht als echtes Problem.\u201c<\/p>\n<h2>Als Unternehmen mutig agieren<\/h2>\n<p>Vor allem, weil die, die wieder ins B\u00fcro kommen, in der Regel begeistert sind. Von der Spontaneit\u00e4t, den kurzen Dienstwegen, dem pers\u00f6nlichen Austausch. \u201eWir haben nun schon h\u00e4ufiger geh\u00f6rt, dass jemand sagt: ,Ich wusste gar nicht mehr, wie sch\u00f6n das ist\u2018\u201c, freut sich Sievers-Sack. \u201eUnsere Erfahrung zeigt: Wer ein bis zwei Mal im B\u00fcro war, findet wieder Gefallen daran. Und es sind ja auch gar nicht alle z\u00f6gerlich. Einige sehnen sich nach dieser langen Zeit im Homeoffice nach Pr\u00e4senz. Vor allem die neuen Kolleginnen und Kollegen, die w\u00e4hrend der Pandemie eingestellt wurden und von Tag eins an im Homeoffice sa\u00dfen. Die m\u00f6chten jetzt endlich mal ihr Team pers\u00f6nlich kennenlernen.\u201c Sievers-Sack jedenfalls freut sich auf das Basler-B\u00fcro der Zukunft. \u201eCorona war nicht nur schlecht. Durch die Pandemie haben sich viele Chancen f\u00fcr uns als Unternehmen ergeben. Wir haben uns ge\u00f6ffnet, unseren Horizont erweitert und sind mutiger geworden. Und das wollen wir auch bleiben!\u201c<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/arbeitswelt-gestalten\/das-buero-als-begegnungsstaette\/?utm_source=CleverReach&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=newsl-nov-01&amp;utm_content=Mailing_13125442\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Faktor A &#8211; Das Arbeitgebermagazin<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Coronapandemie hat die Arbeitswelt ver\u00e4ndert. 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