{"id":8455,"date":"2026-05-30T09:27:52","date_gmt":"2026-05-30T09:27:52","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/business-knigge-sieben-fehler-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:52","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:52","slug":"business-knigge-sieben-fehler-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/business-knigge-sieben-fehler-en\/","title":{"rendered":"Business Knigge: Sieben Fehler, die Chefs vermeiden sollten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Um Mitternacht noch Mails verschicken? Im Meeting aufs Handy starren? Das ist keine Seltenheit in der digitalen Arbeitswelt. Business-Experte Kai Oppel kommentiert sieben typische Fehler von F\u00fchrungskr\u00e4ften und zeigt, wie es besser geht.<\/strong><\/p>\n<h3>Fehler 1: wahllos netzwerken<\/h3>\n<p><strong>Ich will mein berufliches Kontaktnetzwerk erweitern. Das Profil eines CEO auf XING oder LinkedIn gef\u00e4llt mir, also schicke ich eine Kontaktanfrage. Da ich kein konkretes Anliegen habe, schreibe ich keine Nachricht dazu.<\/strong><\/p>\n<p>Das ist sinnlos. Beim Erstkontakt sollte ich anrufen oder eine Mail schreiben. Dann erst starte ich eine Anfrage. Ein Netzwerk funktioniert nur, wenn man es pflegt. Der Gipfel anonymer Kontaktanfragen ist die automatisierte XING- oder LinkedIn-Anfrage. Wenn man diese Funktion aus Versehen angeklickt hat, kann es peinlich werden. Dann fragt das Portal n\u00e4mlich auf Grundlage des Adressbuches Leute, mit denen man schon in Kontakt stand. Mitunter kennt man die angefragte Person und ist schon lange beim Du. Nun erh\u00e4lt sie eine f\u00f6rmliche Mail, in der sie gesiezt wird. Total unh\u00f6flich! In anderen L\u00e4ndern geht man mit dem Thema noch sensibler um und f\u00e4llt nicht typisch deutsch mit der T\u00fcr ins Haus. In Indien geht es zum Beispiel erst mal um Beziehungsaufbau. Da muss ich mit mehreren Kontaktpersonen \u00fcber ein ganz anderes Thema plaudern, bevor ich irgendwann mit der richtigen zum eigentlichen Anliegen komme.<br \/>L\u00f6sung: Generell nur mit einem Anliegen den Erstkontakt aufnehmen. In Deutschland ist die Arbeitswelt pragmatisch und zielorientiert, da kann man schneller mit der T\u00fcr ins Haus fallen, aber auch hier gilt: bitte nicht wahllos und anonym netzwerken.<\/p>\n<h3>Fehler 2: Mitarbeiter \u00fcberfordern<\/h3>\n<p><strong>Nach Dienstschluss und am Wochenende fallen mir die besten Ideen ein. Meinen F\u00fchrungskr\u00e4ften schicke ich auch um 23.50 Uhr noch WhatsApps oder SMS. Ich erwarte keine Antwort, m\u00f6chte aber, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen.<\/strong><\/p>\n<p>Das ist eine Unart und ein Ph\u00e4nomen der Zeit. Durch das Smartphone und Funktionen wie WhatsApp arbeiten wir schnell und effizient. Es ist bequem, einen Gedanken direkt kurz vor Mitternacht zu \u00fcbermitteln. Aber als Chef sto\u00dfe ich damit in die Privatsph\u00e4re meiner Mitarbeiter. Ich konfrontiere sie weit nach Dienstschluss mit einem beruflichen Thema und verlange, dass sie sich damit auseinandersetzen. Das ist erweiterte und nicht abgesprochene Arbeitszeit.<br \/>L\u00f6sung: Das Anliegen aufschreiben und am n\u00e4chsten Tag vorbringen. Zu dieser Form von Geduld sollte man sich erziehen, auch wenn es noch so naheliegt, kurz auf Absenden zu klicken. Selbst dem Benimmexperten Adolph Knigge ging es schon in Zeiten der Aufkl\u00e4rung um die M\u00fcndigkeit des Individuums. Darum sollte es heutigen F\u00fchrungskr\u00e4ften auch gehen.<\/p>\n<h3>Fehler 3: nicht authentisch bleiben<\/h3>\n<p><strong>Ich bin im Urlaub und habe ein virtuelles Meeting mit meinen Angestellten. Im Hintergrund sieht man die Amalfik\u00fcste. Ich schwitze, trage aber ein f\u00f6rmliches Sakko.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir uns im Urlaub extra ins Sakko werfen, weil wir denken, sonst nicht ernst genommen zu werden, werden wir auch daheim nicht respektiert. Dann wirkt das verkleidet. Warum soll man sich nicht im kurz\u00e4rmligen Shirt zeigen? Das ist menschlich und authentisch. Sollten Mitarbeiter etwas dagegen haben, w\u00e4re das eher Neid \u2013 aber dann stimmt grunds\u00e4tzlich etwas im Beziehungsverh\u00e4ltnis zwischen Chef und Angestellten nicht. Das hei\u00dft jedoch nicht unbedingt buntes T-Shirt oder f\u00fcr die Damen ein Top.<br \/>L\u00f6sung: Ein Sommer-Outfit und Hintergrundbilder sind okay. Das macht die F\u00fchrungskraft sogar nahbarer. Aber Achtung! Zu viel Haut zu zeigen kommt gar nicht gut an. Schwitzend und mit freiem Oberk\u00f6rper verspielt der Chef seine Autorit\u00e4t. Ideal ist ein einfarbiges Polohemd.<\/p>\n<h3>Fehler 4: respektlos f\u00fchren<\/h3>\n<p><strong>Ich sitze im Meeting und h\u00f6re zu, wie meine Mitarbeiter Konzepte f\u00fcr den Umbau einer Abteilung vortragen. Einige Beitr\u00e4ge haben L\u00e4ngen, also nutze ich die Zeit, um Mails auf meinem Smartphone zu lesen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Anfang einer Kaskade. In diesem Moment degradiere ich alle Teilnehmer des Meetings, weil ich ihnen signalisiere, dass sie mir nicht so wichtig sind. Ich stufe sie nicht nur herab, sondern \u00fcbe noch eine schlechte Vorbildfunktion aus. Denn jetzt fangen auch andere an, ihre Mails zu checken. Die Folge: Unruhe, Ergebnislosigkeit. So brauche ich Meetings gar nicht erst einzuberufen.<br \/>L\u00f6sung: Manchmal gibt es gute Gr\u00fcnde, Mails in Meetings zu lesen oder einen Anruf entgegenzunehmen: weil eine dringende Nachricht erwartet wird oder das Meeting in eine Deadline gefallen ist oder \u00c4hnliches. Wenn ich meine Mitarbeiter wertsch\u00e4tze, sage ich ihnen das zu Beginn: \u201eEventuell muss ich sp\u00e4ter kurz auf eine Mail antworten.\u201c Ist doch machbar!<\/p>\n<h3>Fehler 5: unstrukturiert konferieren<\/h3>\n<p><strong>Skype-Konferenz mit Gesch\u00e4ftspartnern aus drei L\u00e4ndern. Diesmal m\u00f6chte ich zwei Dinge vermeiden: 1. dass alle durcheinanderreden und 2. dass jeder unbewusst die Moderation \u00fcbernehmen will.<\/strong><\/p>\n<p>L\u00e4sst sich alles nicht vermeiden. Gesch\u00e4ftspartner haben verschiedene Vorstellungen von Skype-Konferenzen. Der Deutsche will die Tagesordnung abarbeiten, der Engl\u00e4nder ganz viel reden, der Schwede alle abholen und basisdemokratisch entscheiden. In solchen internationalen Konferenzen gibt es unterschiedliche Erwartungshaltungen.<br \/>L\u00f6sung: Vorab die Agenda festlegen. Jeder Teilnehmer sollte seine Erwartungen grob skizzieren. Dann ist die Entt\u00e4uschung am Ende geringer. Zeitliche Vorgaben sind sehr deutsch, aber nicht grunds\u00e4tzlich schlecht. Wenn dann noch ein Moderator festgelegt wird, kann das Meeting erfolgreich werden.<\/p>\n<h3>Fehler 6: protzen<\/h3>\n<p><strong>Ich m\u00f6chte mein Profil auf ein Online-Karrierenetzwerk stellen und darauf m\u00f6glichst authentisch wirken. Ich zeige mich auf meiner Jacht, hinter mir steht ein Dom P\u00e9rignon auf dem Tisch.<\/strong><\/p>\n<p>Das wirkt protzig und inszeniert \u2013 alles andere als authentisch.<br \/>L\u00f6sung: Private Momentaufnahmen sind okay, aber sie m\u00fcssen unbedingt authentisch sein! Richard Branson ist auf seinen Profilbildern beim Schwimmen oder Kitesurfen zu sehen, und doch zweifelt niemand an seiner Autorit\u00e4t. Eine andere F\u00fchrungskraft liebt es zu segeln. Das ist Teamarbeit, und wenn das Bild stark ist, das Wasser spritzt, die Banner des Admirals Cup im Hintergrund flattern und der Satz \u201eIch arbeite gern im Team\u201c darunter steht, ist das super! Wenn es zu viele genaue Richtlinien f\u00fcr ein Profilbild g\u00e4be, w\u00fcrden alle gleich aussehen. Wir sind Individuen, und wenn wir uns pers\u00f6nlich zeigen, stechen wir aus der Masse heraus. Wenn es nicht inszeniert wirkt, schafft das einen hohen Wiedererkennungswert. Im Zweifel jedoch f\u00fcr den Zweifel entscheiden und mit einem Standardfoto arbeiten.<\/p>\n<h3>Fehler 7: unn\u00f6tig Druck aufbauen<\/h3>\n<p><strong>Ich brauche dringend Inspirationen f\u00fcr die Optimierung eines Projekts. Also schicke ich eine Rundmail an meine 125 Mitarbeiter: \u201eBitte Vorschl\u00e4ge zur Verbesserung von Plan K7 an mich. Jeder 2! Bis 11:45 h oder asap. LG, A. F.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Erstens: Was bringt das? Die F\u00fchrungskraft bekommt bei dieser kryptischen Formulierung im besten Fall 125-mal Mist. Den muss er auch noch clustern, gewichten, ordnen. Es ist fraglich, ob das Zeit spart, wenn er doch so viel Wert auf \u201easap\u201c legt. Zweitens: Grunds\u00e4tzlich darf man Rundmails verschicken. Aber f\u00fcr eine normale Anrede muss schon Zeit bleiben. Den Stil der F\u00fchrungskraft kopieren auch die Angestellten. Schnell mal alles aus dem Arm sch\u00fctteln wird dann zum Credo. So verlieren Mitarbeiter aber ihr kulturelles Verst\u00e4ndnis. Irgendwann sprechen sie dann auch ihre Kunden so an.<br \/>L\u00f6sung: Es darf pragmatisch sein, aber immer mit Anrede. Was will ich, und was ist der richtige Kanal: Wenn ich kreativen Prozess will, w\u00e4hle ich ein anderes Format. Jour fixe, Brainstorming \u2013 oder ich muss eben f\u00fcnf Meter weiter zum B\u00fcro meiner Mitarbeiter gehen. Ich sollte mich immer fragen: Wie kann ich das Problem effizienter l\u00f6sen? Ist das Medium geeignet?<\/p>\n<p><em><strong>Zur Person:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Kai Oppel\u00a0ist Inhaber der Agentur <a href=\"http:\/\/www.scrivo-pr.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">scrivo Public Relations<\/a>. Er hat mehrere B\u00fccher zum Thema Business-Knigge geschrieben, die unter anderem bei den Verlagen Beck und Haufe erschienen sind. Dar\u00fcber hinaus ist er Initiator und Mitgr\u00fcnder der <a href=\"https:\/\/www.recherchescout.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Plattform Recherchescout<\/a>, auf der Unternehmen Rechercheanfragen von Journalisten und Influencern erhalten k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/arbeitswelt-gestalten\/business-knigge-sieben-fehler-die-chefs-vermeiden-sollten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Faktor A &#8211; Das Arbeitgebermagazin<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um Mitternacht noch Mails verschicken? Im Meeting aufs Handy starren? Das ist keine Seltenheit in der digitalen Arbeitswelt. 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