{"id":8443,"date":"2026-05-30T09:27:51","date_gmt":"2026-05-30T09:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/berufliche-neuorientierung-50plus-so-kann-sie-gelingen-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:51","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:51","slug":"berufliche-neuorientierung-50plus-so-kann-sie-gelingen-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/berufliche-neuorientierung-50plus-so-kann-sie-gelingen-en\/","title":{"rendered":"Berufliche Neuorientierung 50plus: So kann sie gelingen"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Ab dem 50. Lebensjahr ist eine berufliche Neuorientierung oft mit Sorgen verbunden. Gleichzeitig ist der Wunsch nach Ver\u00e4nderung und einer sinnhaften Besch\u00e4ftigung gro\u00df. Wie geht man da ran?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Werde ich noch gebraucht? Kann ich das \u00fcberhaupt noch lernen? Und kann ich mit der j\u00fcngeren Konkurrenz mithalten? Wer sich im letzten Karrieredrittel noch einmal beruflich neu orientieren will, kann solche Bedenken oft nicht ausblenden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist es nichts Ungew\u00f6hnliches, wenn Berufst\u00e4tige jenseits der 50 noch einmal mit dem Gedanken an einen Karrierewechsel spielen. \u00abDie Corona-Pandemie hat hier noch verst\u00e4rkt, was sowieso um die 50 rum passiert\u00bb, sagt Sabine Votteler, die in M\u00fcnchen zur beruflichen Neuorientierung coacht. \u00abDass Menschen anfangen, sich Gedanken zu machen, wie ihr Leben bisher verlaufen ist.\u00bb<\/p>\n<h2>Die Suche nach Sinn und Erf\u00fcllung<\/h2>\n<p>Christiane Karsch, Berufsberaterin und Inhaberin von \u00abCK Coaching K\u00f6ln\u00bb erkl\u00e4rt sich das Ph\u00e4nomen damit, dass viele \u00fcber 50-J\u00e4hrige nach \u00ablangen Jahren harter Arbeit\u00bb anspruchsvoller geworden sind. \u00abEin Job soll mehr als nur Geld bringen. Er soll in den verbleibenden Jahren bis zur Rente Erf\u00fcllung und Sinnhaftigkeit geben.\u00bb<\/p>\n<p>Gleichzeitig sei die Arbeitswelt volatiler geworden: Erwerbsbiografien seien zunehmend von Wechseln und Umbr\u00fcchen gekennzeichnet. Das mache selbst gestaltete Ver\u00e4nderung leichter.<\/p>\n<h2>Den ersten Schritt wagen: Der Blick geht nach innen<\/h2>\n<p>Eine Herausforderung ist es dennoch. \u00abF\u00fcr eine so massive berufliche Ver\u00e4nderung muss ich ein St\u00fcck weit meine alte Identit\u00e4t aufgeben, meine Rolle, die ich bislang im Leben hatte\u00bb, sagt Votteler.<\/p>\n<p>Wer f\u00fcr das letzte Drittel der Karriere also eine neue Richtung einschlagen m\u00f6chte, sollte sich Christiane Karsch zufolge zun\u00e4chst mit sich selbst auseinandersetzen. Was ist mir wichtig? Was bringe ich mit? Welche Tr\u00e4ume m\u00f6chte ich mir erf\u00fcllen? Diese Fragen k\u00f6nnen helfen, sich auf die \u00abReise ins berufliche Neuland\u00bb vorzubereiten.<\/p>\n<p>Erst im Anschluss geht es darum, sich mit den gewonnenen Erkenntnissen im Hinterkopf mit dem Arbeitsmarkt und den M\u00f6glichkeiten vertraut zu machen. So lasse sich viel besser einsch\u00e4tzen, welcher Job wirklich zu einem passt.<\/p>\n<h2>Nicht in fluffigen Gedanken verlieren<\/h2>\n<p>Sabine Votteler empfiehlt, sich auszuprobieren. \u00abEs muss konkreter werden als die fluffigen Gedanken im Kopf.\u00bb Dazu kann es zum Beispiel geh\u00f6ren, mit Menschen Kontakt aufzunehmen, die in einer \u00e4hnlichen Position waren oder vielleicht in einem Job sind, in den man will.<\/p>\n<p>Die Coachin empfiehlt sich im weiteren Prozess der Neuorientierung m\u00f6glichst konkrete Schritte vorzunehmen. Und zwar nicht: N\u00e4chste Woche schreibe ich Bewerbungen. Sondern: N\u00e4chste Woche schreibe ich f\u00fcnf Unternehmen im Raum M\u00fcnchen an. Oder: N\u00e4chste Woche telefoniere ich mit Herrn X von der Firma Y.<\/p>\n<h2>Die eigenen St\u00e4rken kennen<\/h2>\n<p>Zur potenziellen Neuausrichtung geh\u00f6rt auch eine Bestandsaufnahme der eigenen Talente, St\u00e4rken und Erfahrungen. Hier haben Bewerber jenseits der 50 oft mehr zu bieten als sie vielleicht im ersten Moment denken, sagt Anna Bordzol, Standortleiterin beim Weiterbildungsanbieter GFN in Hamburg.<\/p>\n<p>Neben der fachlichen Expertise sind es oft Soft Skills, die einen ab einem Alter von 50 Jahren von anderen abheben. \u00abZum Beispiel den Umgang mit Menschen\u00bb, sagt Bordzol. \u00abWer \u00e4lter als 50 Jahre alt ist, hat nat\u00fcrlich schon viele Situationen erlebt, in denen zwischenmenschliches Geschick gefragt ist, etwa auch im Konfliktmanagement.\u00bb J\u00fcngere m\u00fcssten das oft erst noch lernen.<\/p>\n<p>Daneben k\u00f6nnen \u00e4ltere Fachkr\u00e4fte gute Ausbilder sein, die ihr Wissen schon jahrelang an andere weitergegeben haben. Und: Wer sich in diesem Alter nach einer neuen Stelle umschaut, sucht in der Regel ein Unternehmen, in dem er oder sie auch l\u00e4nger bleiben kann. F\u00fcr Arbeitgeber bedeutet das Planbarkeit. J\u00fcngere scheuen schlie\u00dflich h\u00e4ufig weder Jobwechsel noch Umz\u00fcge, um voranzukommen.<\/p>\n<h2>Potenzielle Defizite ausgleichen<\/h2>\n<p>\u00abAuf der anderen Seite der Medaille\u00bb, wie Anna Bordzol sagt, seien technische Kompetenzen oft ein Stressfaktor f\u00fcr Bewerber \u00fcber 50. Sie lie\u00dfen sich aber ausgleichen, h\u00e4ufig dauert lediglich die Einarbeitung in neue Programme etwas l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Manchmal aber stehen sich Menschen auf ihrem Weg zur beruflichen Neuorientierung selbst im Wege. \u00abDas Denken umzustellen und den Paradigmenwechsel im Kopf hinzubekommen, sich neuen Herausforderungen zu \u00f6ffnen, f\u00e4llt nicht jedem leicht\u00bb, sagt Bordzol.<\/p>\n<p>Laut Votteler sollte man f\u00fcr eine berufliche Neuausrichtung die eigenen Scheuklappen ablegen: \u00abStatt in Optionen und Wahrscheinlichkeiten zu denken, muss man sich mal die Frage stellen: Was ist eigentlich alles m\u00f6glich?\u00bb<\/p>\n<p>Nicht zuletzt sei es wichtig, Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu zeigen. \u00abManche sind einfach tr\u00e4ge geworden aber auch mit 50 kann man noch lernen und Spa\u00df daran haben\u00bb, so Votteler.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber die Autorin<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/amelie-breitenhuber\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Amelie Breitenhuber<\/a> ist verantwortliche Redakteurin f\u00fcr Beruf &amp; Bildung Dpa-Themendienst\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/bewerbung.com\/berufliche-neuorientierung-50-plus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bewerbung.com<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab dem 50. 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