{"id":8436,"date":"2026-05-30T09:27:51","date_gmt":"2026-05-30T09:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/arbeitsrecht-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:51","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:51","slug":"arbeitsrecht-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/arbeitsrecht-en\/","title":{"rendered":"Arbeitsrecht: Die 8 wichtigsten Home-Office-Facts"},"content":{"rendered":"<p><em>Etwa 40 % der Arbeitnehmer w\u00fcnschen sich zumindest die M\u00f6glichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. 8 Fakten zur derzeitigen Rechtslage.<\/em><\/p>\n<p>In Zeiten zunehmender Digitalisierung der Arbeitswelt und des weiter wachsenden Bed\u00fcrfnisses nach flexibler Arbeitsgestaltung arbeiten bereits heute etwa 12 % der Erwerbst\u00e4tigen gew\u00f6hnlich oder gelegentlich im Homeoffice.<\/p>\n<p>Sogar knapp 40 % der Arbeitnehmer in Deutschland w\u00fcnschen sich zumindest die M\u00f6glichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Insbesondere f\u00fcr Erwerbst\u00e4tige mit Kindern kann die Arbeit von zu Hause aus besonders attraktiv sein. Es verwundert daher keineswegs, dass das Bundesarbeitsministerium derzeit an einem gesetzlichen \u201eRecht auf Homeoffice\u201c arbeitet. Doch wie sieht die derzeitige Rechtslage aus?<\/p>\n<h2>1. Derzeit kein Recht auf Homeoffice<\/h2>\n<p>Ein im Gesetz verankertes Recht auf Arbeit im Homeoffice existiert derzeit in Deutschland nicht, da der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts den Ort der Arbeit unter Ber\u00fccksichtigung der Interessen des Arbeitnehmers bestimmt. Ein solcher Anspruch kann sich allerdings aus einer entsprechenden arbeitsvertraglichen Vereinbarung oder aus Kollektivvereinbarungen (Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag) ergeben.<\/p>\n<h2>2. Einf\u00fchrung von Homeoffice<\/h2>\n<p>Zur Vermeidung von Unklarheiten sollten im bestehenden Arbeitsverh\u00e4ltnis Regelungen zur Arbeit im Homeoffice vereinbart werden. Konkrete Regelungen zu den Voraussetzungen, der Beendigung und der Ausgestaltung der Homeoffice T\u00e4tigkeit k\u00f6nnen Bestandteil von Individualvertr\u00e4gen oder etwa einer Betriebsvereinbarung sein. Der Arbeitgeber sollte dabei unbedingt auf die Vereinbarung eines regelm\u00e4\u00dfigen Zutrittsrechts zum Homeoffice hinwirken.<\/p>\n<h2>3. Mitbestimmung des Betriebsrats<\/h2>\n<p>Der Betriebsrat kann die Einf\u00fchrung von Arbeit im Homeoffice nicht erzwingen. Dennoch stehen ihm bei der Ausgestaltung der Heimarbeit unterschiedliche Beteiligungsrechte zu, die zu beachten sind. Daher ist der Abschluss einer Betriebsvereinbarung sinnvoll.<\/p>\n<h2>4. Kosten<\/h2>\n<p>Der Arbeitgeber hat grunds\u00e4tzlich die Arbeitsmittel, die der Arbeitnehmer zur Erledigung der vertraglich geschuldeten Arbeitsleitung ben\u00f6tigt (z.B. IT-Equipment, Schreibmaterial, M\u00f6bel) zur Verf\u00fcgung zu stellen. Kommt es im Homeoffice zu einem Schaden an den zur Verf\u00fcgung gestellten Arbeitsmitteln durch den Mitarbeiter, gelten die Grunds\u00e4tze zur privilegierten Arbeitnehmerhaftung. Ggf. sollte auch der Vermieter informiert werden, wenn die angemietete Wohnung dauerhaft als Homeoffice genutzt werden soll.<\/p>\n<h2>5. Arbeitszeiten<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Arbeitszeit gelten im Homeoffice grunds\u00e4tzlich dieselben Regeln wie am betrieblichen Arbeitsplatz. Zur Vermeidung von Unklarheiten kann eine Differenzierung von betriebsbedingter Arbeitszeit und selbstbestimmter Arbeitszeit sinnvoll sein. Jedenfalls sollte der Arbeitnehmer seine Einsatzzeiten dokumentieren und dem Arbeitgeber zug\u00e4nglich machen. Auch im Homeoffice sind Pausen und die Ruhezeit von mindestens elf Stunden nach Beendigung der Arbeitszeit einzuhalten.<\/p>\n<h2>6. Datenschutz<\/h2>\n<p>Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass auch im Homeoffice die datenschutzrechtlichen Bestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten eingehalten werden. Von der Verarbeitung besonders sensibler Daten im Homeoffice ist abzuraten.<\/p>\n<h2>7. Arbeitsschutz<\/h2>\n<p>Die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes an Arbeitspl\u00e4tze gelten auch im Homeoffice. Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass ein geeigneter Arbeitsplatz im Homeoffice eingerichtet ist. Ein regelm\u00e4\u00dfiges Zutrittsrecht des Arbeitgebers verschafft ihm die M\u00f6glichkeit, seinen Kontrollpflichten nachzukommen.<\/p>\n<h2>8. Unfallversicherung<\/h2>\n<p>Erleidet der Mitarbeiter im Homeoffice einen Arbeitsunfall, werden die Behandlungskosten grunds\u00e4tzlich von der gesetzlichen Unfallversicherung \u00fcbernommen. Voraussetzung ist, dass im Moment des Unfalls ein sachlicher Zusammenhang zur T\u00e4tigkeit besteht. Das Bundessozialgericht hat demnach einen Sturz einer Arbeitnehmerin auf der Kellertreppe ihres Wohnhauses auf dem Weg zum Homeoffice-Raum in ihrem Keller als Arbeitsunfall anerkannt (Urteil vom 27.11.2018, Az.: B 2 U 28\/17).<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber den Autor<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.kapellmann.de\/de\/anwaelte\/dr-sebastian-schroeder\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sebastian Schr\u00f6der<\/a> ist Rechtsanwalt und Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht. Seit 2013 ber\u00e4t er nationale und internationale Unternehmen sowie Organe und F\u00fchrungskr\u00e4fte in s\u00e4mtlichen Fragen des Arbeitsrechts. Durch seine ehemalige T\u00e4tigkeit als Syndikusrechtsanwalt in einem DAX Konzern verf\u00fcgt er \u00fcber vertiefte Kenntnisse interner Abl\u00e4ufe im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen Angelegenheiten aus Unternehmenssicht.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.humanresourcesmanager.de\/news\/arbeitsrecht_homeoffice-facts.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Human Ressource Manager<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwa 40 % der Arbeitnehmer w\u00fcnschen sich zumindest die M\u00f6glichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. 8 Fakten zur derzeitigen Rechtslage. 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