{"id":8434,"date":"2026-05-30T09:27:51","date_gmt":"2026-05-30T09:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/arbeiten-im-home-office-bleibt-die-ausnahme-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:51","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:51","slug":"arbeiten-im-home-office-bleibt-die-ausnahme-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/arbeiten-im-home-office-bleibt-die-ausnahme-en\/","title":{"rendered":"Arbeiten im Home-Office bleibt die Ausnahme"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Der Anteil der Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, steigt nur langsam. Viele arbeiten nur stundenweise im Homeoffice \u2013 und oft nach Feierabend, zeigt eine Studie.<\/strong><br \/><\/em><br \/><em>Von <a href=\"http:\/\/www.xing-news.com\/reader\/news\/articles\/2370449?cce=em5e0cbb4d.%3AcaWxF0qTsN4qdUI8BDKrAF&amp;link_position=digest&amp;newsletter_id=45605&amp;toolbar=true&amp;xng_share_origin=email\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tina Groll<\/a><\/em><\/p>\n<p>Mehr Menschen arbeiten von zu Hause oder unterwegs, ihr Anteil steigt aber nur sehr langsam. Das zeigt eine Studie des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW). Demnach ist bei jedem vierten Arbeitgeber in Deutschland die Arbeit aus dem Homeoffice oder von unterwegs zumindest zeitweise m\u00f6glich, aber nur jeder zehnte oder jede zehnte Besch\u00e4ftigte macht davon auch Gebrauch. Schaut man sich nur die Anspruchnahme von Homeoffice-Arbeit an, ist es jede oder jeder F\u00fcnfte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/erhebungen\/iab-betriebspanel.aspx\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">F\u00fcr die Analyse wurden Daten aus dem IAB-Betriebspanels 2018 ausgewertet<\/a>. F\u00fcr diese Untersuchung werden bundesweit 16.000 Unternehmen aller Gr\u00f6\u00dfen und Branchen j\u00e4hrlich befragt. Die Studie gilt als repr\u00e4sentativ, gibt aber wenig detaillierten Aufschluss \u00fcber den spezifischen Einsatz von Homeoffice-Arbeit. Daher haben die Autorinnen und Autoren diese Daten mit jenen aus weiteren Studien wie das Linked Personnel Panel (LPP) erg\u00e4nzt. F\u00fcr diese Analyse werden nur Unternehmen aus der Privatwirtschaft mit mehr als 50 Besch\u00e4ftigten befragt.<\/p>\n<p>Die Daten zeigen, dass 26 Prozent der Unternehmen mobiles Arbeiten anbieten. Das hei\u00dft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht zwingend an einen Arbeitsort gebunden. Bei 15 Prozent dieser Arbeitgeber k\u00f6nnen die Besch\u00e4ftigten sowohl mal von unterwegs \u2013 etwa auf Dienstreisen \u2013 als auch tageweise von zu Hause aus arbeiten. Acht Prozent der Firmen erlauben nur das Arbeiten aus dem Homeoffice, vier Prozent hingegen nur das Arbeiten von unterwegs, aber nicht von zu Hause. Das bedeutet, dass letztlich etwas mehr als jeder zehnte Arbeitgeber zeitweilig auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten setzt.<\/p>\n<p>Die Autorinnen und Autoren machen insgesamt einen Unterschied zwischen gro\u00dfen und kleinen Firmen aus: W\u00e4hrend 57 Prozent der gro\u00dfen Unternehmen mit mehr als 500 Besch\u00e4ftigten Homeoffice anbieten, ist es nur jeder f\u00fcnfte Betrieb mit weniger als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.<\/p>\n<h2>Heimarbeit nur stundenweise<\/h2>\n<p>Aber was hei\u00dft das konkret? F\u00fcr die allermeisten Arbeitgeber ist Homeoffice-Arbeit nur etwas, das unregelm\u00e4\u00dfig und in Ausnahmef\u00e4llen stattfindet \u2013 19 Prozent der Betriebe bieten es ausschlie\u00dflich unregelm\u00e4\u00dfig an. Zwei Prozent erlauben den Besch\u00e4ftigten wenige Male im Monat diese Option, betonen aber, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger als einmal pro Woche von zu Hause aus arbeiten sollten. Und nur ein Sechstel der Firmen, die Homeoffice anbietet, erlaubt den Besch\u00e4ftigten mindestens einen Tag in der Woche. Tats\u00e4chlich ist das Arbeiten von daheim sogar ein Ph\u00e4nomen, das eher stunden- als tageweise verbreitet ist. Die allermeisten Besch\u00e4ftigten arbeiten nur wenige Stunden im Homeoffice, zeigen die Daten: 22 Prozent arbeiten ausschlie\u00dflich ganze Arbeitstage im heimischen B\u00fcro, 16 Prozent haben mal einen ganzen Tag, \u00f6fter aber nur einige Stunden \u2013 52 Prozent aber machen ohnehin nur stundenweise davon Gebrauch. Viele davon am Wochenende, am Abend oder im Urlaub, also dann, wenn sie eigentlich frei h\u00e4tten. Unklar ist, ob mit dem Homeoffice auch \u00dcberstunden geleistet werden.<\/p>\n<section id=\"seite-1\" class=\"article-page\" data-page-number=\"1\">\n<p class=\"paragraph article__item\">Erst k\u00fcrzlich hatte <a class=\"\" href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/117819_118715.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-B\u00f6ckler-Stiftung<\/a> ergeben, dass Heimarbeit generell h\u00e4ufiger zu \u00dcberstunden insbesondere bei Eltern f\u00fchrt. Auch zeigt das IAB-Betriebspanel aus dem Jahr 2017, dass 44 Prozent derjenigen, die Homeoffice nutzen, au\u00dferhalb ihrer regul\u00e4ren Arbeitszeit von zu Hause aus arbeiten.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a0<\/p>\n<\/section>\n<section id=\"seite-2\" class=\"article-page\" data-page-number=\"2\">\n<h2 class=\"article__subheading article__item\">Anstieg von 19 auf 22 Prozent<\/h2>\n<p class=\"paragraph article__item\">Insgesamt steigt der Anteil der Menschen, die flexibler arbeiten k\u00f6nnen, nur auf kleinem Niveau. Machten 2013 19 Prozent der Besch\u00e4ftigten davon Gebrauch, waren es 2017 22 Prozent. Neuere Daten liegen nicht vor. Dabei zeigt sich: F\u00fchrungskr\u00e4fte k\u00f6nnen h\u00e4ufiger flexibel arbeiten als normale Fachkr\u00e4fte ohne Leitungsaufgaben. Aber es h\u00e4ngt vom Bereich ab: W\u00e4hrend fast jede vierte F\u00fchrungskraft in der Produktion zeitweilig von zu Hause arbeiten kann, sind es nur f\u00fcnf Prozent der normalen Besch\u00e4ftigten in diesem Bereich. Im Service und in der Verwaltung sind es 43 bzw. 23 Prozent und in Vertrieb und Marketing nutzen 59 Prozent der F\u00fchrungskr\u00e4fte sowie 36 Prozent der normalen Besch\u00e4ftigten Homeoffice. Die Autorinnen und Autoren der Studie machen dabei aber einen interessanten Trend aus: Zugenommen hat das flexible Arbeiten von daheim vor allem auf den Positionen ohne Leitungsfunktion, bei den F\u00fchrungskr\u00e4ften ist die Zahl der Menschen, die flexibler arbeiten, hingegen nahezu gleich geblieben.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dennoch betonen sowohl Arbeitgeber als auch Besch\u00e4ftigte, dass das flexible Arbeiten von zu Hause aus viele Vorteile habe. Beide sch\u00e4tzen die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier unterscheiden sich Arbeitgeber und Mitarbeitende kaum: W\u00e4hrend 55 Prozent der Arbeitgeber die bessere Vereinbarkeit als Vorteil nennen, sind es 52 Prozent der Besch\u00e4ftigten. Aber es gibt auch Unterschiede: W\u00e4hrend 55 Prozent der Besch\u00e4ftigten sagen, durch die Heimarbeit w\u00fcrden sie viel Zeit sparen, weil lange Arbeitswege wegfallen, sieht nur jeder dritte Arbeitgeber dies als Vorteil. 62 Prozent von ihnen wiederum betonen, der gr\u00f6\u00dfte Vorteil sei der flexible Einsatz der Mitarbeiter, 45 Prozent geben auch an, die Besch\u00e4ftigten seien produktiver, wenn sie von zu Hause aus arbeiteten. F\u00fcr jede dritte Firma spielt auch die Arbeitgeberattraktivit\u00e4t im Kampf um Fachkr\u00e4fte eine Rolle. Und immerhin jeder zehnte Arbeitgeber gibt zu, dass man auf diese Weise B\u00fcrofl\u00e4che und somit Betriebsausgaben sparen k\u00f6nne.<\/p>\n<h2 class=\"article__subheading article__item\">Oft liegt es am Job<\/h2>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das gr\u00f6\u00dfte Hemmnis, warum sich flexibles Arbeiten nicht st\u00e4rker durchsetzt, ist aber sowohl f\u00fcr Arbeitgeber als auch Besch\u00e4ftigte die Art der T\u00e4tigkeit, die es gar nicht zul\u00e4sst. Jedes zehnte Unternehmen gibt aber auch an, dass Homeoffice deshalb nicht erlaubt werde, weil eine Kontrolle sonst nicht m\u00f6glich sei. 66 Prozent der Besch\u00e4ftigten, die keine Telearbeit machen k\u00f6nnen, geben als Grund daf\u00fcr an, dass die Vorgesetzten auf Anwesenheit best\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr jede f\u00fcnfte Firma spielt au\u00dferdem eine Rolle, dass die Zusammenarbeit zwischen den Besch\u00e4ftigten unter der Distanz im Homeoffice leide. Das Argument nennen auch die Besch\u00e4ftigten, f\u00fcr die es wesentlich zentraler ist. 59 Prozent sagen, die schlechtere M\u00f6glichkeit f\u00fcr Absprache halte sie selbst davon ab, Heimarbeit nachzufragen. Und immerhin 56 Prozent der Besch\u00e4ftigten sagen, sie wollten gar kein Homeoffice machen, weil sie Beruf und Privates lieber trennen m\u00f6chten.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Autorinnen und Autoren der Untersuchung schlussfolgern daher, dass die Anwesenheitskultur in vielen Unternehmen noch fest verankert sei. Sie stellen aber auch heraus, dass sich da, wo diese einmal aufgebrochen werde, die Vorbehalte gegen\u00fcber Homeoffice \u00e4nderten. Angesichts der Digitalisierung und des Breitbandausbaus, steigender Mieten in den St\u00e4dten und langen Pendelwegen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte, fehlender Kinderbetreuungspl\u00e4tzen und einer zunehmenden Flexibilisierung von Arbeitszeiten kann Telearbeit ein Faktor sein, der Besch\u00e4ftigte entlastet und sich auch f\u00fcr Unternehmen rechnet. Die Studie liefert aber auch Antworten auf die Frage, warum Vorst\u00f6\u00dfe wie ein von der SPD vorgeschlagenes Recht auf Homeoffice nicht weiter verfolgt werden.<\/p>\n<\/section>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.xing-news.com\/reader\/news\/articles\/2370449?cce=em5e0cbb4d.%3AcaWxF0qTsN4qdUI8BDKrAF&amp;link_position=digest&amp;newsletter_id=45605&amp;toolbar=true&amp;xng_share_origin=email\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Xing-News<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anteil der Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, steigt nur langsam. 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