{"id":8428,"date":"2026-05-30T09:27:50","date_gmt":"2026-05-30T09:27:50","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.empiricus.eu\/achtsamkeit-im-fuehrungsalltag-en\/"},"modified":"2026-05-30T09:27:50","modified_gmt":"2026-05-30T09:27:50","slug":"achtsamkeit-im-fuehrungsalltag-en","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empiricus.eu\/en\/achtsamkeit-im-fuehrungsalltag-en\/","title":{"rendered":"Achtsamkeit im F\u00fchrungsalltag"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Bessere Entscheidungen, nachhaltigere Ergebnisse und ein gl\u00fccklicheres Dasein als F\u00fchrungskraft \u2013 das gelingt vor allem durch Achtsamkeit. In unserer Serie beschreiben Unternehmer, Executives und Experten, welche Bedeutung Achtsamkeit f\u00fcr sie hat. Michael Dumpert, Vorstandsreferent f\u00fcr Kulturentwicklung in der Sparda-Bank M\u00fcnchen eG und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NaturTalent Beratung GmbH, versucht, sie weit \u00fcber den Unternehmensalltag hinaus zu leben.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs gab keinen Satelliteneinschlag, der meine Ver\u00e4nderung bewirkt hat. Es gab keinen Herzinfarkt oder ein Burnout, der dazu f\u00fchrte, dass ich lernen musste, achtsamer mit mir umzugehen. Ich hatte einfach bemerkt, dass ich innerlich nicht mehr bei mir war.<\/p>\n<p>Damals hatte ich beruflich mehrere verantwortungsvolle Posten und Rollen. Ich war Direktor der Unternehmensentwicklung der Sparda-Bank M\u00fcnchen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NaturTalent Stiftung gGmbH und NaturTalent Beratung GmbH, Ehemann, Vater von zwei Jungs, Fu\u00dfballtrainer und Vorstand im Kindergarten. Irgendwann f\u00fchlte ich mich nur noch wie ein Getriebener. Ich war nicht mehr dazu in der Lage zu erkennen, was ich wirklich will, wann ich in meiner Kraft bin und warum ich diese Aufgaben erf\u00fclle. Ich reagierte damals leichter gereizt \u2013 beruflich und privat. Wie sollte es auch anders sein? Ich ging nicht achtsam mit mir um, wie sollte ich ein wohlwollendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse und Belange anderer entwickeln?<\/p>\n<p>In einem Workshop entdeckte ich, was es bedeutet, achtsam zu leben und zu f\u00fchren. Hier ging es um etwas, das ich jahrelang vernachl\u00e4ssigt hatte: mein K\u00f6rpergef\u00fchl. Ich hatte immer den Anspruch, H\u00f6chstleistung zu erbringen und war nie zufrieden, wenn etwas nicht perfekt lief. Das kann ein Talent sein, wenn man es bewusst und dosiert in Bereichen einsetzt, die einem wirklich liegen. Aber vieles hatte ich nur aus Pflichtbewusstsein \u00fcbernommen und trotzdem belastete es mich, wenn es dort nicht 100 Prozent lief. Der Workshop gab mir Impulse, wie ich mich mit mir selbst auseinandersetzen kann. Wer bin ich? Wie ticke ich? Welche Bed\u00fcrfnisse habe ich? Was macht mich aus? Warum tue ich etwas? Wie f\u00fchlt sich was an?<\/p>\n<p>Wir versuchen im Unternehmen Angebote zu schaffen, um Achtsamkeit erlebbar zu machen. Das k\u00f6nnen Vortr\u00e4ge sein, Workshops, Meditationen, Rituale (z. B. zwei Minuten Stille zu Beginn von Sitzungen) usw. Es gibt aber keinen K\u00f6nigsweg zu mehr Achtsamkeit, sie ist etwas sehr Individuelles: Einige finden, dass Meditieren esoterischer Kram ist. Es gibt aber auch andere Wege. Manche brauchen zum Abschalten eher k\u00f6rperliche Bet\u00e4tigung wie Joggen. Ein Kollege geht beispielsweise f\u00fcnf Minuten fr\u00fcher zur Arbeit, damit er bewusst langsam gehen kann. Er konzentriert sich darauf, wie er den Fu\u00df aufsetzt, wie er atmet. Das ist auch eine Art innere Einkehr und darum geht es.<\/p>\n<p>Mir hilft es heute noch, in die Stille zu gehen. Wichtig ist, den allgegenw\u00e4rtigen Gedankenstrom f\u00fcr einen Moment zu stoppen, inne zu halten und die Dinge mit Distanz zu betrachten. Mir hilft dabei eine Meditations-App, eine Stimme, die mich vor dem Hintergrund angenehmer Musik f\u00fchrt: \u201eGeh mit deiner Aufmerksamkeit in deine H\u00e4nde\u2026 deine F\u00fc\u00dfe\u2026\u201c, so in der Art. Indem ich das tue, bin ich nicht mehr in meinen Gedanken und damit oftmals verbundenen Sorgen gefangen. Ich l\u00f6se mich gewisserma\u00dfen ein St\u00fcck weit davon.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eACHTSAMKEIT IST EIN HOHER EFFIZIENZFAKTOR F\u00dcR UNTERNEHMEN.\u201c<\/p>\n<p>Fr\u00fcher waren viele Meetings oder Gespr\u00e4che stark gepr\u00e4gt davon, dass jeder seine \u00dcberbelastung hervorhob. Es war kaum l\u00f6sungsorientiert. Heute kommen wir alle zusammen und fokussieren uns regelm\u00e4\u00dfig. Jeden Montag haben wir Teammeetings: Wie sieht die Woche aus? Welche Projekte gibt es? Welche Arbeitsauslastung hat der Einzelne? Wer kann was von wem \u00fcbernehmen? Fr\u00fcher h\u00e4tte da niemand die Hand gehoben! Die Angst war zu gro\u00df, dass man denken k\u00f6nnte, der eigene Job sei nicht fordernd genug, wenn man zu viel Zeit hat. Heute hat sich bei den Mitarbeitern die Einstellung ver\u00e4ndert. Jedem ist klar, dass es unterschiedliche Belastungsphasen gibt und nichts dagegen spricht, anderen zu helfen. Sie verstehen sich mehr als Team.<\/p>\n<p>Achtsamkeit ver\u00e4ndert die Haltung. Man wird authentischer. Die Begegnung mit Mitmenschen bekommt eine andere Qualit\u00e4t. Achtsamkeit ist in diesem Sinne auch ein hoher Effizienzfaktor f\u00fcr Unternehmen. Wenn es uns gelingt, weniger Energie daf\u00fcr zu verwenden, ein vermeintlich erwartetes Bild von uns selbst aufrecht zu erhalten, dann haben wir umgekehrt mehr Aufmerksamkeit f\u00fcr die wesentlichen Dinge, wie die sachliche Probleml\u00f6sung. Wir sind effizienter mit Menschen, die sein d\u00fcrfen wie sie sind und nicht wie eine Kopie herumlaufen. Dieser Produktivit\u00e4tsfaktor wird oft untersch\u00e4tzt.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Zur Person<\/em><\/strong><br \/><em><a href=\"https:\/\/www.xing.com\/profile\/Michael_Dumpert\/cv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dr. Michael Dumpert<\/a>, 47, ist Vorstandsreferent f\u00fcr Kulturentwicklung in der Sparda-Bank M\u00fcnchen eG. Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler ist zudem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NaturTalent Beratung GmbH, einer Tochter der Sparda-Bank, die Organisationen dabei begleitet, eine an St\u00e4rken orientierte und achtsame Unternehmenskultur aufzubauen<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/faktor-a.arbeitsagentur.de\/richtig-fuehren\/achtsamkeit-im-fuehrungsalltag\/?utm_source=CleverReach&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=newsletter-juli-19-2&amp;utm_content=Mailing_11465682\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Faktor A &#8211; Das Arbeitgebermagazin<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bessere Entscheidungen, nachhaltigere Ergebnisse und ein gl\u00fccklicheres Dasein als F\u00fchrungskraft \u2013 das gelingt vor allem durch Achtsamkeit. 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